ReformBritische Prinzessinnen werden bei Thronfolge gleichgestellt

Das Commonwealth hat ein 300 Jahre altes Gesetz geändert. Sollte Prinz William eine Tochter bekommen, hätte sie nun bessere Chancen, britische Königin zu werden. von AFP und dpa

Die Commonwealth-Staaten haben eine Änderung der britischen Thronfolge-Regelung beschlossen. Künftig könne auch eine Frau als Erstgeborene automatisch an die Spitze der britischen Monarchie treten, teilte der britische Premierminister David Cameron mit. Die Entscheidung fiel bei einem Gipfel der Commonwealth-Staaten im australischen Perth.

Bisher galt ein rund 300 Jahre altes Gesetz. Demnach kamen Prinzessinnen in der britischen Thronfolge nur zum Zuge, wenn sie keine Brüder hatten. Das war zum Beispiel der Fall bei der derzeitigen Königin Elizabeth II. "Künftig entscheidet nur die Reihenfolge der Geburt über die Thronfolge", sagte Cameron.

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Die Regelung ist interessant für Prinz William, den Zweiten in der britischen Thronfolge, und seine Ehefrau Kate. "Um es einfach zu sagen, wenn der Herzog und die Herzogin von Cambridge ein kleines Mädchen bekommen sollten, kann dieses Mädchen eines Tages unsere Königin sein", sagte Cameron.

König darf mit Katholikin verheiratet sein

Es sei ein "historischer Moment", dass die Staats- und Regierungschefs der 15 anderen Commonwealth-Staaten, die Königin Elizabeth II. als ihr Staatsoberhaupt anerkennen, der Änderung der Thronfolge-Regelung zugestimmt hätten. Der britische Premier war auf deren Zustimmung für die Umsetzung der Reform angewiesen.

Die Commonwealth-Vertreter vereinbarten zudem, die Regelung abzuschaffen, wonach niemand, der einen Katholiken heiratet, den Thron besteigen darf. Indes müsse der Monarch oder die Monarchin weiterhin ein Protestant sein, denn er oder sie sei gleichzeitig Oberhaupt der Kirche von England, sagte Cameron. Der katholische Erzbischof von Westminster begrüßte diese Änderung, die eine "ungerechte Diskriminierung" der Katholiken beende.

Die britische Königin ist unter anderem Staatsoberhaupt von Australien, Kanada und Neuseeland sowie einiger kleinerer Staaten in der Karibik und im Pazifik. Die übrigen der 54 Mitgliedstaaten des Commonwealth haben eigene Staatsoberhäupter und sind deswegen nicht an der Abstimmung über die britische Thronfolge beteiligt.

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Leserkommentare
  1. Nachdem die letzte bastion des Patriachats gefallen ist, können wir uns ja mal zur Abwechslung der Gleichberechtigung des Mannes zuwenden (Sorgerecht für uneheliche Väter)...

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    Kurz und bündig auf den Punkt gebracht!!!

    bekommen, mit ihren Kindern zu leben, wäre ich vorsichtig, einen solchen Zusammenhang zu kreiren.

  2. Kurz und bündig auf den Punkt gebracht!!!

    Antwort auf "Die letzte Bastion..."
  3. bekommen, mit ihren Kindern zu leben, wäre ich vorsichtig, einen solchen Zusammenhang zu kreiren.

    Antwort auf "Die letzte Bastion..."
    • k2
    • 29. Oktober 2011 3:22 Uhr

    haben neben dem Uran- & "Pharmac"-Handel
    tatsächlich auch zu der Thronfolge Gesetze
    geändert. Singh war wohl nicht in Perth. Singh schmollte zuhause. Sonst war es eine
    tolle Party vor allem zwischen Key und Cameron, welche sich auf dem Phone SMS
    zusenden seit sehr vielen Jahren ... .

    • fegalo
    • 29. Oktober 2011 23:49 Uhr

    Wenn Prinz William dereinst König wird und bei der üblichen Langlebigkeit der Familie mindestens 90 Lebensjahre erreicht, dann kann seine prospektive erstgeborene Tochter also irgendwann nach dem Jahr 2070 übernehmen. Ob die Briten dann noch eine Monarchie sind, steht noch auf einem ganz anderen Blatt.

    Von daher ist das Ganze ein Meilenstein in Sachen Gleichberechtigung!

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  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP, dpa
  • Schlagworte David Cameron | Diskriminierung | Elizabeth II | Erzbischof | Geburt | Kirche
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