Sieben Monate vor der Präsidentschaftswahl in Frankreich steht der Kandidat der Sozialisten fest: Der frühere Parteichef François Hollande gewann die zweite Runde der Vorwahlen am Sonntag deutlich vor seiner Mitbewerberin, der ehemaligen Arbeitsministerin und gegenwärtigen Parteichefin Martine Aubry. Parteiangaben zufolge beteiligten sich drei Millionen Menschen an der Abstimmung, mit der die Sozialisten erstmals ihre Anhänger über den Kandidaten entscheiden ließen.

Im Stichentscheid setzte sich Hollande mit rund 56 Prozent der Stimmen deutlich gegen Aubry durch. Sein Sieg sei die erste Etappe eines langen Weges, sagte der neue Spitzenkandidat der Parti Socialiste (PS) in einer Rede in der Parteizentrale. "Ich habe den Willen, die Linke zum Erfolg zu führen." Darauf werde er alle Kräfte und alle Energie verwenden.

Hollande forderte die unterlegene Aubry zur Zusammenarbeit auf. Sie gestand ihre Niederlage ein und sicherte Hollande ihre Unterstützung zu. "Ich werde all meine Kraft und Energie einsetzen, um sicherzustellen, dass er in sieben Monaten Präsident Frankreichs wird", erklärte Aubry. "Von nun an verkörpert er die Hoffnungen."

Gute Aussichten gegen Sarkozy

Meinungsumfragen zufolge hat der als Mann der Mitte geltende Hollande gute Aussichten, Sarkozy zu schlagen. Es wäre der erste Sieg eines Sozialisten bei einer Präsidentenwahl seit der Wiederwahl von Francois Mitterrand 1988. Sarkozy hat offiziell noch nicht erklärt, ob er sich der Wiederwahl im April und Mai stellt.

In den letzten Tagen des Wahlkampfs hatte Hollande versichert, gegen Auswüchse der Finanzmärkte vorzugehen. Außerdem versprach er 60.000 neue Stellen für den Bildungsbereich und ein teures Programm gegen Jugendarbeitslosigkeit. Gegner warfen ihm vor, schwer haltbare Versprechen zu machen.