Der iranische Religionsführer Ajatollah Ali Chamenei hat sich in Staatsmedien erstmals indirekt zu den US-Berichten über angebliche Anschlagspläne seines Landes geäußert. "Die Wiederholung von dummen und nutzlosen Methoden von Politikern des Westens, eine Iran-Phobie zu schüren, wird wieder ergebnislos bleiben", sagte Chamenei nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP. Das Staatsoberhaupt in Iran bezog sich damit nicht direkt auf die USA, die dem Land vorwerfen, einen Mordkomplott gegen den saudischen Botschafter in Washington geplant zu haben.

Während sich in den USA Zweifel an den Anschlagsplänen mehren, brachten einige US-Regierungsvertreter Chamenei als möglichen Drahtzieher des Komplotts ins Gespräch. US-Präsident Barack Obama hatte von Irans Führung eine Stellungnahme zu dem angeblichen Mordkomplott gegen den saudi-arabischen Botschafter in den USA verlangt. Am Anschlagsversuch gibt es seinen Worten nach keinen Zweifel. Die Attentatsplanungen seien von "Individuen in der iranischen Regierung" bezahlt und dirigiert worden. Die US-Regierung habe den Verbündeten Beweise für ihre Darstellung vorgelegt. Die "Fakten" liegen "für alle sichtbar" auf dem Tisch.

Selbst wenn vielleicht auf der höchsten Staatsebene "keine Detailkenntnisse" über den Anschlagsplan vorhanden gewesen seien, so müsse Teheran doch erläutern, "warum irgendjemand in der Regierung" sich an solchen Vorhaben beteilige. Die US-Regierung habe deshalb direkten Kontakt zur iranischen Führung aufgenommen.

Zugleich kündigte der Präsident an, Iran zur Verantwortung ziehen zu wollen. Seine Regierung nehme ausdrücklich keine Option für eine Reaktion vom Tisch, sagte Obama. Der amerikanische Finanz-Staatssekretär David Cohen nannte die iranische Zentralbank als mögliches Ziel von Sanktionen.

Laut britischem Außenminister William Hague arbeiten Großbritannien und die USA gemeinsam mit der Europäischen Union und Saudi-Arabien an einer "angemessenen Reaktion". Die aufgedeckten Pläne seien offenbar ein Beleg dafür, dass Iran seine Unterstützung von Terrorismus im Ausland ausweite, sagte Hague.

Saudi-Arabien erklärte, es werde Iran für jede feindliche Handlung zur Rechenschaft ziehen und erwäge entschlossene Schritte. Außenminister Prinz Saud al-Faisal sagte, Iran versuche seinen Einfluss im Ausland durch Mord und Aufruhr auszuweiten. "Wir werden uns solchem Druck nicht beugen" und auf jede Aktion gegen das Königreich mit passenden Gegenmaßnahmen antworten, sagte der Prinz.