Die Arabische Liga will im Konflikt zwischen dem syrischen Präsidenten Baschar al-Assad und seinen Gegnern vermitteln. Angesichts der gewaltsamen Unterdrückung der Proteste in Syrien verlangen die Außenminister der Liga einen "nationalen Dialog" zwischen Regime und Opposition. Binnen zwei Wochen wollen sie eine Konferenz in Kairo ausrichten, die dazu dienen soll, die "nötigen Kontakte" zu vermitteln.

Die Außenminister der Liga waren am Wochenende in Kairo zusammengekommen, um über eine gemeinsame Position zur Lage in Syrien zu beraten. In ihrer Abschlusserklärung hieß es, Ziel der geplanten Konferenz solle sein, die "berechtigten Wünsche" des syrischen Volkes und den "erhofften Wandel" zu verwirklichen, die Gewalt zu beenden und eine ausländische Militärintervention zu verhindern. Außerdem solle in Syrien selbst ein Ausschuss die Arbeit aufnehmen, um die Gewalt zu beenden. 

Auf härtere Maßnahmen konnten sich die Minister nicht einigen. Zwar diskutierten sie auch über einen möglichen Ausschluss Syriens aus ihrem Bündnis und die offizielle Anerkennung der Opposition. Beide Vorschläge setzten sich jedoch nicht durch.

Assad versprach Reformen

Die Mehrheit der Mitgliedsländer sei dafür, dem Vorschlag des Generalsekretärs der Arabischen Liga, Nabil al-Arabi, zu folgen und dem syrischen Staatschef Assad noch etwas Zeit zu geben, hieß es nach dem Treffen. Arabi hatte sich Mitte September in Damaskus mit Assad getroffen. Der syrische Präsident hatte damals politische Reformen zugesagt. 

Ein hartes Vorgehen gegen Syrien sollen der Jemen, Algerien, der Libanon und der Sudan abgelehnt haben. Bis auf den Libanon sind dies allesamt Staaten mit Regierungen, die selbst Sorge haben, von ihrer eigenen Bevölkerung oder – wie im Falle des Sudan – von der internationalen Staatengemeinschaft zur Rechenschaft gezogen zu werden. Der Libanon gilt unter seiner neuen Regierung als solidarisch mit dem Regime von Präsident Baschar al-Assad.