Der syrische Machthaber Baschar al Assad hat den Westen nachdrücklich vor einem Eingreifen zugunsten der Opposition in seinem Land gewarnt. Der britischen Zeitung Sunday Telegraph sagte Assad, Syrien sei anders als die anderen Staaten in der Region, die vom Arabischen Frühling erfasst worden seien. Sollte der Plan sein, Syrien zu spalten, werde die ganze Region gespalten.

Er verglich die Situation mit der Lage in Afghanistan: Jede Intervention gegen sein Regime könnte ein "neues Afghanistan" bewirken, sagte Assad. "Syrien liegt an der Bruchlinie, und jeder Eingriff am Boden wird ein Erdbeben auslösen", warnte Assad. "Wollen sie noch ein Afghanistan erleben, oder noch zehn Afghanistans?"

 

Bei dem seit Monaten anhaltenden Volksaufstand in Syrien sind nach Angaben von Oppositionellen 3.000 Menschen getötet worden. Im Gegensatz zu Libyen haben westliche Staaten kein Interesse an einem Militäreinsatz zum Schutz der Bevölkerung gezeigt. Die Demonstranten haben jedoch zuletzt Hilfe gefordert.

Assad räumte ein, dass seine Sicherheitskräfte zu Beginn der Unruhen im Land "viele Fehler" begangen hätten. Allerdings werde jetzt "ausschließlich gegen Terroristen" vorgegangen.

Syrische Truppen und zur Opposition übergelaufene Deserteure lieferten sich auch am Samstag in der Rebellenhochburg Homs blutige Gefechte. Dabei wurden nach Angaben von Aktivisten mindestens drei Menschen getötet und fünf verwundet. Die Truppen Assads hätten die Stadt den zweiten Tag in Folge beschossen, hieß es. Aus anderen Teilen Syriens wurden ebenfalls mehrere Tote gemeldet. Am Freitag waren der Opposition zufolge bei Kämpfen und Einsätzen gegen Demonstranten 40 Menschen getötet worden.

Die Arabische Liga mahnte Assad nach dem blutigen Freitag eindringlich, das Blutvergießen zu beenden. Syrien wies den Appell zurück. Die Vorwürfe der Arabischen Liga basierten "auf Lügen, die von aufstachelnden Fernsehsendern verbreitet" würden, hieß es.