Als Reaktion auf die Ermordung des kurdischen Oppositionsführers Meschaal Tamo in Syrien sind 30 Demonstranten in Räume des syrischen Honorar-Konsulats in Hamburg eingedrungen. Sie schlugen Fenster und Türen ein und verschafften sich auf diesem Weg gewaltsam Zugang zu den unteren Räumen des Gebäudes. Nach Angaben der Hamburger Polizei drangen sie aber nicht in das Konsulat selbst ein. Die Demonstranten hätten die Wände mit arabischen Schriftzeichen beschmiert, sagte ein Polizeisprecher. Vier Menschen wurden festgenommen. Von den Demonstranten hatten acht einen dänischen Pass, zur Nationalität der anderen lagen keine Angaben vor.

Auch in die syrische Botschaft in Berlin waren nach Polizeiangaben in der Nacht zahlreiche Demonstranten eingedrungen. Etwa 30 Demonstranten protestierten vor dem Gebäude, 24 gelangten in das Innere der Botschaft, sagte eine Polizeisprecherin. Es habe sich um syrische Staatsangehörige gehandelt. Unklar war, ob auch Kurden darunter waren. Ein Demonstrant wurde vorläufig festgenommen, später aber wieder frei gelassen. Ähnliche Aktionen gab es in London und Wien sowie bei der syrischen UN-Mission in Genf.

Rund 50.000 Menschen hatten am Samstag an der Beerdigung Tamos in Syrien teilgenommen. Dabei schossen Sicherheitskräfte auf den Trauerzug und töteten mindestens zwei Menschen. Nach UN-Angaben sind seit dem Beginn der Proteste gegen Syriens Staatschef Baschar al-Assad Mitte März mindestens 2.900 Menschen ums Leben gekommen.