Libyen Erstmals wieder Kämpfe in Tripolis
In der libyschen Hauptstadt kämpfen bewaffnete Gadhafi-Anhänger mit Truppen der Übergangsregierung. Es sind die ersten Gefechte in Tripolis seit August.
Rund zwei Monate nach der Eroberung von Tripolis sind in der libyschen Hauptstadt wieder Kämpfe ausgebrochen. 20 bis 50 bewaffnete Anhänger des gestürzten Machthabers Muammar al-Gadhafi würden Truppen der Übergangsregierung angreifen, berichteten Anwohner. Andere Augenzeugen sagten, die Anhänger des alten Regimes hätten in dem Bezirk Abu Selim Pro-Gadhafi-Parolen gerufen. Daraufhin hätten Milizen des Übergangsrates den Kampf aufgenommen. Über Opfer wurde zunächst nichts bekannt. Der Bezirk Abu Selim liegt in der Nähe der früheren Gadhafi-Residenz Bab al-Asisija.
Gadhafi und sein bekanntester Sohn Saif al-Islam sind weiter auf der Flucht. Anhänger des ehemaligen Machthabers kontrollieren noch immer Gadhafis Geburtstadt Sirte und Teile der Stadt Bani Walid.
Berichte über Folter in Gefängnissen
Die UN hat sich derweil besorgt über die Situation inhaftierter Menschen in Libyen gezeigt. Es sei davon auszugehen, dass mehr als 7.000 Menschen in insgesamt 67 Gefangenenlagern im ganzen Land inhaftiert seien, sagte die zuständige Beauftragte beim UN-Menschenrechtskommissariat, Mona Rishma. Unter den Gefangenen seien Gastarbeiter, Kämpfer und möglicherweise auch Söldner.
Die neue libysche Führung müsse sicherstellen, dass die Häftlinge gut behandelt werden, und einen Weg finden, um ihre Situation zu klären, forderte Rishma. Zudem gebe es Berichte, wonach in den Haftanstalten gefoltert worden sei. Rishma kritisierte, dass die neue libysche Führung weder über polizeiliche Strukturen noch über Listen mit den Namen der Inhaftierten verfüge. Sie forderte die Behörden auf, eine Übergangsjustiz einzurichten.
- Datum 14.10.2011 - 18:09 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters
- Kommentare 94
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"Es sei davon auszugehen, dass mehr als 7.000 Menschen in insgesamt 67 Gefangenenlagern im ganzen Land inhaftiert seien,"
was soll die kritik.
die putschisten setzen das UN mandat um
"schutz der zivilisten"
wie, hat ja keiner gesagt.
siehe NATO.
also bitte.
Weil nicht sein kann, was nicht sein darf!
Tja, das haben Bürgerkriege so an sich. Da besiegt man nicht einfach die regulären Truppen und gut ist. Gaddhafi hat (und das wissen wir mittlerweile) immernoch viele Anhänger. Und die werden so schnell nicht aufgeben und ihr Land den NATO Truppen überlassen. Das wird noch eine ganze Weile so weitergehen.
"Andere Augenzeugen sagten, die Anhänger des alten Regimes hätten in dem Bezirk Abu Selim Pro-Gadhafi-Parolen gerufen. Daraufhin hätten Milizen des Übergangsrates den Kampf aufgenommen."
Demonstranten rufen Parolen und das Regime des Schlächters Gaddafi richtet ein Massaker an - so hiess das Szenario vor wenigen Monaten und war Vorwand genug für einen Angriffskrieg der Nato.
"mehr als 7.000 Menschen in insgesamt 67 Gefangenenlagern im ganzen Land inhaftiert seien"
"Tausende politische Gefangene" wurden von den Kriegsfreunden regelmässig als Grund für die Unterstützung der Rebellen durch die Nato genannt; Gefangene, die von Gaddafis Schergen ohne Prozess und Urteil in Lagern gehalten und gefoltert worden sein sollen.
... eilen die Rebellen doch schon von Sieg zu Sieg ... ... ?
...Sieg zu Sieg hat wohl den Blick für die Realitäten etwas eingetrübt!?
Angeblich wird im ganzen Land gekämpft, die Tuarek aus Mali haben den Eintritt in den Krieg erklärt, der Sender "Al Mokawama" ist wieder auf Sendung, usw...
Aber das sind alles nur Gerüchte! - wir wissen schließlich das "Freiheit und Demokratie" an allen Fronten siegen...
was Tuareg aus Mali in Libyen zu suchen haben?
was Tuareg aus Mali in Libyen zu suchen haben?
Was soll man sagen? Kein Wunder! Eine Rebellen-Minderheit hat sich an die Macht gebombt, mithilfe einer ausländischen Macht und komplett undemokratisch. Dass die Bevölkerung diese neue Regierung, oder besser gesagt Machtelite, als nicht legitim betrachtet ist relativ einfach zu verstehen.
Dass dann auch schnell, aufgrund der desolaten Versorgungslage infolge der Zerstörung der Institutionalität und Infrastruktur, der Ruf nach den wirtschaftlich "goldenen Zeiten" laut wird sollte ebenfalls keine Überraschung sein.
Einzige Überrachung ist, dass unsere Presse berichtet.
......die Mehrheit der lybischen Bevölkerung mit der Rebellion nicht einverstanden ist? Woher hat @kleinempaenger diese Erkenntnis?
......die Mehrheit der lybischen Bevölkerung mit der Rebellion nicht einverstanden ist? Woher hat @kleinempaenger diese Erkenntnis?
...Systemmedien hier berichten!
Bei der Konkurrenz von SPON habe ich aber noch nichts gefunden.
P.S. Hat hier eigentlich jemand etwas über die Massendemos in Damaskus für Assad gelesen?
Demonstrationen für Assad? Berichten? Das wäre ja wohl etwas zu ausgewogen für die deutsche Kampfpresse.
(Sarkasmus aus)
Im Fall Libyen sehe ich allerdings schon die Bemühungen Der Zeit, über beide Seiten zu berichten und auch den NATO-Angriffskrieg in Frage zu stellen.
Demonstrationen für Assad? Berichten? Das wäre ja wohl etwas zu ausgewogen für die deutsche Kampfpresse.
(Sarkasmus aus)
Im Fall Libyen sehe ich allerdings schon die Bemühungen Der Zeit, über beide Seiten zu berichten und auch den NATO-Angriffskrieg in Frage zu stellen.
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