Terrorismus : Iran plante offenbar Terroranschlag in USA

Die US-Regierung beschuldigt iranische "Regierungselemente", einen Mordanschlag auf den saudischen Botschafter in Washington vorbereitet zu haben. Teheran dementiert.
Der saudische Botschafter Adel Al-Jubeir in den USA © Joe Marquette/dpa

Die US-Regierung erhebt schwere Vorwürfe gegen Iran: "Elemente der iranischen Regierung" sollen einen Bombenanschlag auf den saudischen Botschafter in Washington geplant und finanziert haben. Präsident Barack Obama sprach von einem "eklatanten Verstoß gegen US- und internationales Recht".

Außenministerin Hillary Clinton forderte schärfste Maßnahmen gegen die Regierung in Teheran und warnte vor weiteren Anschlägen. Das Außenministerium rief alle Bürger zu erhöhter Wachsamkeit auf. Nach dem aufgedeckten Komplott sehe die US-Regierung Hinweise auf einen "aggressiveren Fokus der iranischen Regierung bei terroristischen Aktivitäten gegen Diplomaten aus verschiedenen Staaten". Dies schließe auch Anschläge in den USA ein. Die Warnung gelte bis zum 11. Januar 2012.

Als mutmaßliche Drahtzieher nannte das Justizministerium einen 56-Jährigen mit iranischer und amerikanischer Staatsbürgerschaft sowie ein Mitglied der Al-Quds-Eliteeinheit der iranischen Revolutionsgarden. Einer der Verdächtigen sei Ende September am New Yorker Flughafen John F. Kennedy festgenommen worden, der zweite Mann sei flüchtig. Beide hätten bei ihren Anschlagsplänen eng mit Teilen der iranischen Regierung zusammengearbeitet.

Die "Verschwörung" sei von Iran aus "erdacht, gefördert und gelenkt" worden, sagte Justizminister Eric Holder. Ranghohe Mitglieder der Revolutionsgarde Al-Quds und des iranischen Militärs hätten die Pläne gebilligt. Die USA würden sowohl die beiden Angeklagten als auch Iran für ihr Handeln zur Rechenschaft ziehen.

Die Verdächtigen sollen versucht haben, ein mexikanisches Drogenkartell mit 1,5 Millionen Dollar dafür zu gewinnen, den Anschlag auszuführen. Der saudische Botschafter Adel Al-Jubeir sollte in einem Restaurant getötet werden. Die USA werfen den Verdächtigen zudem weitere Straftaten vor, darunter Pläne, "eine Massenvernichtungswaffe zu benutzen".

Iran nennt Vorwürfe "konstruiertes Szenario"

Iran wies die Anschuldigungen zurück. Ein Berater von Präsident Mahmud Ahmadinedschad nannte die Vorwürfe ein "konstruiertes Szenario", um von den innenpolitischen Problemen der USA abzulenken. Die Beziehungen zwischen Washington und Teheran sind insbesondere wegen des iranischen Atomprogramms angespannt. Saudi-Arabien ist ein Verbündeter der USA im Nahen Osten und zugleich Rivale Irans im Kampf um die Vorherrschaft in der Golfregion.

Präsident Obama habe seit Juni von der Ermittlungen gewusst, teilte das Weiße Haus mit. Die Pläne seien von der Bundespolizei FBI und der Drogenfahndung DEA aufgedeckt worden. FBI-Direktor Robert Mueller sagte der Washington Post, der Anschlag lese sich "wie ein Hollywood-Drehbuch". "Doch die Auswirkungen des Anschlags wären schwer gewesen."

Die Behörden kamen dem Komplott nach eigenen Angaben auf die Spur, als einer der beiden Verdächtigen in Texas unwissentlich einen verdeckten Mitarbeiter der US-Geheimdienste einweihte, den er für ein Mitglied einer mexikanischen Drogenbande hielt. Der Mann habe sich über eine mögliche Unterstützung durch das Drogenkartell bei der Ermordung des Botschafters erkundigt.

Die Iraner seien bereit gewesen, 1,5 Millionen Dollar für das Attentat zu bezahlen. Der Bombenanschlag habe "so bald wie möglich" in einem von Botschafter Al-Jubeir besuchten Restaurant stattfinden sollen. Der New Yorker Bundesstaatsanwalt Preet Bharara sagte, bei der Planung hätten die Verdächtigen keine Rücksicht auf Zivilisten genommen. Auf den Hinweis, dass sich bis zu 150 Menschen in dem Lokal aufhalten könnten, habe einer der Angeklagten geantwortet: "Kein Problem." US-Medien zufolge sahen die Pläne auch Bombenanschläge auf die saudi-arabische und die israelische Botschaft in Washington vor.

Einer der Verdächtigen erschien am Dienstag zu einer Anhörung vor Gericht in Manhattan, er blieb bis auf Weiteres in Haft. Sein Anwalt sagte, der US-Iraner werde auf nicht schuldig plädieren.

Iran gehört für die USA seit Längerem zu den Staaten, die Terrorismus fördern. Doch seit Jahren hat die Regierung in Washington Iran nicht mehr derart konkrete Vorhaltungen gemacht. Durch die neuen Anschuldigungen könnten sich nun die Spannungen zwischen beiden Staaten nochmals verschärfen.

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Kommentare

349 Kommentare Seite 1 von 42 Kommentieren

Nutzen?

Frage: Was hätte der Iran von dem Tod eines saudischen Botschafters in den USA, außer dass man sich hoffnungslos isoliert und als neues Angriffsziel empfiehlt? Und das ganze jetzt in einer Zeit, in der "der Große Satan" doch schon im Begriff ist sich selbst zugrunde zu richten?

Na, mal sehen was daraus gemacht wird...

Das ist zuerst mal ein iranisch-saudischer Konflikt

Ich denke die USA spielen in dem Konflikt nur eine Nebenrolle.
Iran und Saudi Arabien streiten sich um die Vormachtstellung im mittleren Osten und für den Iran läuft es da in letzter Zeit nicht besonders gut.

Für starken Ärger sorgte z.B. der saudische Einmarsch in Bahrein (mehrheitlich schiitisch wie der Iran aber mit sunitischen Herrschern wie Saudi Arabien und früher sogar vom Iran beansprucht). Auch im Libanon und in Syrien droht der Iran im Zuge des arabischen Frühlings an Einfluss zu verlieren.

Wenn man seinen Blick auf die USA verengt, ist es leicht die womöglichen Hintergründe solch eines Plans zu übersehen.
Eine weitere Verschlechterung des iranisch-saudischen Verhältnisses kann dabei sogar grössere Auswirkungen haben als die Reaktion der USA.

@ 8 Herr Partner

Und wie genau schürt der Iran dadurch Missgunst? Es wäre sicherlich peinlich für die USA, ja, aber letzlich würden beide Seiten doch nur enger zusammengeschweißt im Kampf gegen ihren gemeinsamen Feind den Iran.
Insofern nochmal, was hätte der Iran davon, außer Nachteile?

Und wenn sie denn unbedingt Saudis töten wollten, gibt es sicher leichtere Gelegenheiten und Ziele als ausgerechnet den Botschafter in den USA.

Natürlich kann man aus der Ferne die Hintergründe und Motive schlecht beurteilen, aber die Geschichte hört sich schon ziemlich seltsam an, finden Sie nicht?

Das ist eher umgekehrt...

"Die ganzen Scheich-Familien wurden von den USA gekauft und berreichern sich auf Kosten ihres Volkes."

Sie haben humor. Fakt ist, dass das Haus Saud in Petrodollars nur so schwimmt, ja darin zu ertrinken droht. So besitzt es Unmengen an Immobilien und grosse Anteile an Fortune 500 Firmen in den USA. Und der Einfluss dieser Familie auf die US-Politik ist nicht nur seit Bush Senior traditionell sehr gross. Jeder, der sich innerhalb des Beltway auskennt, wird Ihnen das bestaetigen.

Wenn man seinen Blick auf die USA verengt,

...oder auch so wie sie erweitert, indem man den Konflikt zwischen Iran und Saudi Arabien in Erwägung zieht, kann man im ersteren Fall zweifeln und im zweiten wie sie glauuben.

Fazit: Die angeblich wissenden und informierten können dann glauben - was so wohl auch gewünscht ist.
Die angeblich unwissenden werden von diesen dann aufgeklärt - was so wohl auch wieder gewünsct ist.

Perfide das Ganze - nicht wahr?

wieder ein lüge!!

es ist alles noch nicht klar, wer dahintersteckt. Ich glaube USA nicht, wenn so was erzählen.
sie versuchen alles um Ihre Gegner tot zu machen. sie unterstützen Regime die hundert mal schlimmer sind und terror unterstützen wir Saudi-Arabien. verkaufen Milliarden euro Waffen an sie. und reden von Demokratie...

Außenpolitik ist keine Demokratie Export. es geht um reine Interessen.
es ist unglaublich. Was Americana selbst überall machen, Menschen um bringen, und dabei auch Zivilisten sterben in kauf nehmen, müssen sie auch ihre Gegner zugestehen.
Weil Amerika sich demokratisch nennt, heißt nicht das sie alles machen können.

sie haben eine gesamte Irak Völkerrecht widrig angefangen, über 1000000 unschuldige sind umgekommen. und jetzt kommen sie mit Völkerrecht.

Nicht nur... (1)

...ein iranisch-saudischer Konflikt. Wenn, wie es hieß, der saudische Botschafter IN DEN USA getötet werden sollte, dann ist das ganz banal durchaus auch eine amerikanische Angelegenheit (nur ein politisch und militärisch schwacher Staat wie der deutsche fühlte sich wahrscheinlich in einer vergleichbaren Situation, aus Angst, die Beziehungen zum Mullah-Regime zu belasten, nicht offiziell betroffen). Aber selbst dann, wenn von Iran aus ein Terroranschlag in Saudi Arabien selbst durchgeführt würde, könnte und würde das die Amerikaner als Schutzmacht der strategisch und ökonomisch eminent wichtigen Golfregion nicht kalt lassen. Auch wenn das Szenario bizarr wirkt (irgendwie erinnert das Ganze an die sogenannte „Zimmermann-Depesche“ von 1916, als das Deutsche Reich Mexiko zu einem Angriff auf die USA animieren wollte und ihm im Erfolgsfalle Teile von deren Territorium versprach. Der britische Geheimdienst deckte das Komplott auf, was den, den Briten nicht unliebsamen Kriegseintritt der USA im Jahre 1917 mitbedingte und beschleunigte. Schon damals war die Rede von einer Finte) und die Amerikaner in der Vergangenheit (und nicht nur sie) durchaus "kreativ" waren, wenn es um die Erfindung von Kriegsanlässen ging, sollte man den Bericht nicht in Bausch und Bogen verwerfen. In der iranischen Führung gibt es durchaus Irrlichter, denen ein solches Vorgehen zuzutrauen wäre.

Nicht nur... (2)

Diese Kräfte, deren Hauptvertreter Ahmadinedschad ist, handeln dabei nicht immer streng rational im Sinne der Interessen ihres Landes, wenn es nur darum geht, den „Großen Satan“ zu treffen. Verbale Kostproben seiner geistigen Verfasstheit hat der Iraner in der Vergangenheit zur Genüge geliefert.
Das Pikante an der Diskussion im hiesigen Forum ist, dass sich diejenigen, die nun im Namen des Weltfriedens die USA verurteilen, moralisch selbst beschmutzen, indem sie sich „willy-nilly“ zu Komplizen des anrüchigen Mullah-Regimes machen, dessen Gegenpropaganda sie in ihrem antiamerikanischen Überschwang mehr oder weniger kritiklos übernehmen.

Angesichts der mehrfach belegbaren ...

... Tatsache, dass die USA gelegentlich dazu neigen, Gründe für eigene feindselige Handlungen zu erfinden oder Sachverhalte falsch darzustellen, stehe ich dieser Geschichte skeptisch gegenüber.

Wie sagte ein hoher US-Politiker einmal:"Gut und böse, das sind Kategorien für Kinder". Tatsächlich gibt es in der Politik nur unterschiedliche Interessen.

Und dass der Iran auf der "Hit List" der US-Amerikaner steht, ist bekannt, z.B. bezeugt von US-Militär Wesley Clark.

Quark

"Das Pikante an der Diskussion im hiesigen Forum ist, dass sich diejenigen, die nun im Namen des Weltfriedens die USA verurteilen, moralisch selbst beschmutzen, indem sie sich „willy-nilly“ zu Komplizen des anrüchigen Mullah-Regimes machen..."

Wieso wird man zum Komplizen von Ahmadinedschad, wenn man die (inzwischen meiner Meinung nach empirisch bewiesene)Methodik der Konstruktion eines "casus belli" der USA anpragert? Ich glaube nicht, dass unter den USA-kritischen Mitforisten auch nur ein Ahmadinedschad-Freund ist... Ihre Aussage erinnert mich jedoch an Bush "Wer nicht für uns ist, ist gegen uns"... Es sind solche schwarz-weiß Denker wie Sie, die die USA für ihre Politik gerne sieht... Nicht nachfragen - und ein klares Feindbild vor Augen...

Hoffentlich kommen jetzt nicht auch wieder Merkel und Westerwelle und erklären ihre tiefe Beunruhigung und ihre unerschütterliche Solidarität... Mir ist unsere Aussenpolitik inzwischen sowieso schon mehr als peinlich.

Wenn Ihr Argument richtig wäre , müssten die ...

... Amerikaner nach zwei Kriegen ja steinreich sein und eine Arbeitslosenquote von Null aufweisen.

Immer wieder traurig zu beobachten wie sich Deutsche heute genauso fanatisch auf den Pazifismus stürzen wie sie sich vorher auf den Nationalismus gestürzt haben.

Bitte kehren Sie zu einer sachlichen Diskussion zurück. Danke. Die Redaktion/sc

Krieg dem religioesen Fundamentalismus?

"Man könnte von innenpolitischen Problemen ablenken, indem man vorgibt, die Welt vor den Gefahren des religiösen Fundamentalismus schützen zu wollen."

Wenn's wenigstens funktionieren wuerde, und dem Fundamentalismus durch den Fall des iranischen Regimes einen wichtigen Financier entzogen wuerde, waere es ja vielleicht noch sinnvoll. Allerdings muesste dann im gleichen Zug auch Alliierter Saudi Arabien dran glauben, das den Wahabismus nach wie vor fleissig exportiert. Doch da werden beide (US-)Augen fest zugedrueckt, nicht wahr?

Leider wird man den Fundamentalismus nicht durch Kriege besiegen koennen. Man muss immer das richtige Werkzeug benutzen; und eine Ideologie bekaempft man nicht mit Waffen, sondern mit einer WIRKSAMEN Alternativ-Ideologie, die in der Lage ist, die bekaempfte Ideologie durch groesserer Attraktivitaet fuer die Zielgruppe zu verdraengen. Zu dumm nur, dass die geballte Intelligenz der Welt noch keine passende Alternativ-Ideologie gefunden hat.

Anstatt Hunderte Milliarden Dollar in die klassische Ruestungsindustrie zu versenken, waeren vielleicht ein paar Hundert Millionen Dollar in Think Tanks und Unis besser angelegt, die Soziologen, Psychologen, Philosophen, Schriftsteller etc. auf dieses Problem ansetzen sollten. Eine Art Manhattan Project fuer Humanwissenschaftler statt fuer Ingenieure koennte das Problem vielleicht wirksamer loesen als sinnfreies Bombardieren.

In den Iran einmarschieren?

wäre m.E. der umfassende Bankrott der USA (wirtschaftlich, politisch und militärisch). Wo doch schon kleine Länder wie der Iraq und Afghanistan die Weltmacht offenkundig überfordern. Auch wird China nicht einfach zuschauen.
Ein paar "Siege" mit Fernlenkwaffen sind natürlich erreichbar und dabei kann man auch schon einiges für die Rüstungsindustrie tun und den Iran wirtschaftlich zu einem Notstandsgebiet machen. Freunde wird sich Amerika aber nicht machen, zumal ja niemand weltweit diese Geschichte glauben wird.

Minimalinvasion?

"Aber nachdem der Firedensnobelpreisträger mit Diplomatie, Entgegenkommen unbd Freundlichkeit nicht das geringste erreicht hat, könnte er sich zu minimalinvasiven chirurgischen Kastrations-Luftschägen genötigt sehen."

Worin bestand denn die Diplomatie? Obama hat dem Iran zwar die Freundschaft angeboten, aber das einzige was folgte waren Sanktionen Seitens der USA.
Der Iran will sicher keinen Krieg, die einzigen Länder, die unentwegt den Krieg propagieren, sind die USA und Israel gegen den Iran.
Trotz großer, innenpolitischer Unzufriedenheit der Iraner sind doch die meisten gegen die USA, nicht nur wegen der Anti-Iran Propaganda, sondern hauptsächlich, weil die USA damals einen brutalen Diktator, den Schah, unterstützt hat.
Den USA sind Demokratie nur ein außenpolitisches Mittel, ihre Interessen durchzusetzen. Komisch, dass sich nur der Iran reformieren soll, obwohl es weit demokratischer ist als Ägypten und Saudi-Arabien.
Ich kann mich nicht an Forderungen in Richtung Ägypten und Saudi-Arabien im Jahr 2010 erinnern.

Eine Minimalinvasion?

Was für ein Begriff?
Zur Erinnerung: Wir sind keine Gesellschaft von Kriegsbefürwortern um des Krieges Willen!
Wir sind nicht die Gesellschaft der USA, auch wenn es aufgrund der deutschen Außenpolitik so vorkommen sollte.

Dabei widerspricht die USA allen deutschen Grundsätzen der Außenpolitik, die friedlich ausgelegt ist.

Das ist absoluter Selbstmord

Und das wissen die USA ganz genau.
Hätten sie dieses Ziel gehabt wären sie schon längst einmarschiert...

Aber es ist nunmal einfacher in ein paar arme schwächere Entwicklungsländer einzumarschieren als in ein modernes Industrieland.
Dasselbe dachten die USA bei Vietnam auch und wurden eines Besseren belehrt.
Außerdem: Die USA können sich KEINEN Krieg mehr leisten!

Die Amis sind vielleicht nicht gerade die hellsten Köpfe, aber dumm sind sie absolut nicht...
Oder was denken sie warum die USA andauernd über die UN und den Sicherheitsrat versuchen, Iran zu schwächen? Und durch eben solchen Unsinn wie er hier wieder einmal eingebracht wird um letztlich international den Iran zu diskreditieren.

Aber sollten die Amis wirklich den Gipfel der Dummheit zu erklimmen versuchen und ernsthaft den Iran angreifen dann möchte ich das nicht in diesem Leben miterleben...

Nein, nein, da haben Sie mich aber komplett mißverstanden

"Minimalinvasiv" bedeutet eine Reparatur unter größtmöglicher Vermeidung von Kollerateralschäden durchzuführen und hat erst mal nichts mit Invasion im miltärischen Sinne zu tun.

Darüber, daß dem Regime des Herrn Ahmadineschad ordentlich auf die Finger geklopft gehört, wenn es Terroranschläge solchen Ausmaßes plant, sind wir uns doch hoffentlich einig. Falls nicht, müssen wir nicht weiterdiskutieren.

Auf die Finger klopfen kann z.B. in einem ersten Schritt in der Zerstörung der Geheimdientszentrale bestehen.

Solange es keine Weltregierung gibt, befindet sich die Welt im Zustand des wilden Westens. In der Stadt ohne Sheriff muß da notfalls der "gute Revolverheld" für Gesetz und Ordnung sorgen. Der ist moralisch sicher auch nicht über jeden Zweifel erhaben, aber für die Bürger immer noch besser als der völlig Gesetzlose.

1000 Iraner könnten wegen eines Verdachts sterben!

"Darüber, daß dem Regime des Herrn Ahmadineschad ordentlich auf die Finger geklopft gehört, wenn es Terroranschläge solchen Ausmaßes plant, sind wir uns doch hoffentlich einig."

Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass man Länder bestrafen sollte, wenn sie gegen das Völkerrecht verstoßen, allerdings nicht durch Kriege, es seidenn, die Armee eines Landes greift ein anderes an.

Ich halte jedoch nichts davon, dass Länder, wie die USA, andere Länder "bestrafen" wollen, obwohl sie selbst Völkerverbrechen begehen.
Dabei haben die Völkerrechtsverbrechen der USA Millionen das Leben gekosten. Ein kleiner Unterschied zu dem ANGEBLICH vom Iran geplanten an dem 150 Menschen UMKOMMEN HÄTTEN KÖNNEN.

Das ist absurd.

Wer bestraft denn die USA? Wer hat dem Land das Recht verliehen, andere Völker zu richten?

Hat man dafür nicht den Völkerbund auserkoren, welcher beispielsweise während dem Irakkrieg die USA nicht stoppen konnte, obwohl die USA verbrechen begingen.

Es ist amüsant, dass ein Land, das Völkerrechtsverbrechen begeht, andere für die ihrigen bestrafen möchte.

"Auf die Finger klopfen kann z.B. in einem ersten Schritt in der Zerstörung der Geheimdientszentrale bestehen."

In einer Geheimdienstzentrale arbeiten tausende von Menschen. In den USA sogar hunterttausende.

Befürworten sie etwa einen militärischen Angriff der USA auf die iranische Geheimdienstzentrale um dem Land "auf die Finger zu klopfen", weil es in den USA 150 tote verursacht hätte?

Es geht nur um das kleinere Übel

Ich verstehe nicht, worüber Sie sich empören, es sei denn, Sie haben die Metapher mit dem wilden Westen nicht verstanden.

Das Völkerrecht ist ohne Sheriff oder Marshal, der es durchsetzt eine Illusion. Es spiegelt eine Rechtsstaatlichekeit vor, kann aber letztlich nur eine Siegerjustiz sein. Und eine zivilisierte Art, Krieg zu führen, ist noch nicht erfunden worden.

Gleichwohl sehen sich die Bürger eines solcherart gesetzlosen Gemeinwesens genötigt, sich der übelsten Outlaws zu erwehren und müssen froh sein, wenn Gary Cooper oder Henry Fonda das für sie erledigen.

[...]

Der Iran ist eine Demokratie mit Defiziten.

Wir Deutschen haben eine Ewigkeit bis zur Demokratie gebraucht und haben sie erst 60 Jahre. Etwas wenig Erfahrung, um anderen Ländern zu predigen.

Angesichts der Unterstützung der USA für Diktaturen wie Saudi-Arabien ec... muss es doch für jeden offenkundig sein, das die Demokratiepredigten der USA nur ihren Interessen zur Legitimation irgendwelcher präventiven schlägen dienen.

"Präventiv", ziemlich amüsant, seit dem zweiten Weltkreig führen, wie mir gerade auffällt, nur noch Präventivkriege.

Den Angriff in Afghanistan sehe ich auch als Präventiv an, wurde doch ein ganzes Land angegriffen, obwohl es sich nur um eine Gruppe handelte.
09/11 wurde in Hamburg geplant. Warum wurde der Hindukusch bombardiert?
[...]

Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf Pauschalisierungen. Danke. Die Redaktion/sc

Zensurwut?

Warum werde ich "wegzensiert", wenn ich spekuliere, dass so ein außenpolitischer Zwischenfall (auch er echt ist) den USA durchaus gelegen kommen könnte?? Innenpolitisch gibt es Probleme, Obama hat z.Z. keinen guten Stand, und Wirtschaftssanktionen gegen den Erzfeind wären ein probates mögliches Mittel. Ja, das ist Spekulation, aber im Moment gibt es noch nicht viele Fakten, auf die man sich stützen könnte, also bitte....

Demokratisches Reformbedürfnis

Da sprechen sie einen Punkt an, der mich schon immer aufgeregt hat.
Der Iran gehört zur Achse des Bösen, ist undemokratisch, eine Bedrohung für den Frieden.
Wenn man sich allerdings vor kurzem noch in der Gegend umgeschaut hat, dann tat man sich schwer ein demokratisches, (arabisches) Land zu finden, Israel jetzt mal ausgenommen.

Aber die ganzen Diktatoren, Tyrannen sonstige authoritären Strukturen dort, hat man vergleichsweie fast lautlos hingenommen. Nicht nur das: Man hat ihnen auch noch einen Schein der Legitimation verliehen, denn wir haben fleißig mit den Diktatoren gehandelt. Unsere Waffen gegen ihr Öl und Gas.
Aber den Preis des Verrats unserer Werte nahmen wir gerne in Kauf, wenn es dafür ging, in der Gegend eine vermeidliche Stabilität zu erhalten.

Der Iran hat dann in der Gegend etwas getan, was uns gewaltig gegen den Strich ging. Die Iraner haben ihren westlich-gestützten Tyrannen gestürzt, sich ihr Land zurück erobert und sich eine eigene Regierung gegeben.
Und steht es eigentlich nicht zu über diese eine Entscheidung des iranischen Volkes zu urteilen. Denn eigentlich haben wir jegliche moralische Legitimation längst verloren.
Demnoch erdreisten sich die Amerikaner den Iran als ein Reich des Bösen auszurufen, nur weil das Volk nicht von einer amerikanischen Marionette regiert werden wollte und sein Schicksal in seine eigene Hand gelegt hat.

Ich bin kein Freund von Theokraten oder Ahmadinedschad, aber diese westliche Heuchelei widert mich einfach an.

Komische Weltvorstellungen

Wo habe ich denn bitte das Verhalten von Ahmadinejad und Co. verteidigt?
Ich habe lediglich dargelegt, warum ich finde, dass der Westen moralisch gesehen keinen besseren Standpunkt hat, der ihn berechtigt sich in der Gegend als Richter über gut und böse aufzuspielen.
Ich habe eben mit keinem Wort erwähnt, dass ich es gut heiße, wenn den Menschen ihre Rechte verwehrt werden und sie von einem Regime umgebracht werden.
Ich bin nur der Meinung dass man schon, wenn man sich zum Richter ernennt, dann auch wenigstens alle gleich behandeln sollte.
Warum ist der Iran der Teufelssohn aber Saudi-Arabien, wo Frauen nur vollverschleiert auf die Straße, nicht Autofahren und grundlegendste Dinge des Alltags nicht ohne männliche Begleitung/Zustimmung erledigen können, denn bitte ein "hochgeschätzter, wichtiger Partner in der Region"?
Erklären sie mir das oder inwiefern ich damit nun mich zum Freund Ahmadinejads stilisiere. Wenn sie es hören wollen, der Iran und Saudi-Arabien sind beide verbrecherische, menschenfeindliche undemokratische Regime, mit dem Unterschied, dass das eine von uns verdammt und das andere von uns akzeptiert wird.
Und wenn es auch um Mordanschläge im Ausland geht... da stehen ja wohl Amerika und Israel mit an der Spitze, aber Saktionen gab es noch nie deswegen, wo bleiben die bitte?
Also wenn schon Sanktionen, dann bitte fair also für alle!

Konstruktion des casus belli

"Der Irak hatte auch Massenvernichtungswaffen ;) (wurden halt nur nie gefunden)." Der Irak wurde auch der Unterstützung des internationalen Terrorismus bezichtigt. Der Terror brach mit dem USA Überfall aber erst aus.

Mal gucken was der Friedensnobelpreisträger noch so kriegerisch drauf hat.

Interessant dürfte auch sein, welche Lügen der BND diesmal als propagandistische Hilfestellung entwickelt. Das mit den fahrbaren Chemielaboren im Irak war ja schon echt krank. Die erkannten aus Luftaufahmen von was den inneren Aufbau von Fahrzeugen, die es gar nicht gibt.

Soll jetzt iranisches Öl das taumelnde Imperium retten? Reicht das irakische nicht? Senkung der Arbeitslosigkeit durch Militärdienst und Rüstungsaufträge, was eigentlich eine Subvention der maroden Wirtschaft der USA auf Pump bedeutet?

Für das Reich blieb wirtschaftlich damals auch nur Krieg oder innere Kapitulation über.