Gewalt in Syrien Syrische Soldaten töten Menschen in Homs

Assads Armee hat die Oppositionellen-Stadt beschossen und zahlreiche Menschen getötet. UN-Generalsekretär Ban kritisiert den Präsidenten für das "Gemetzel" im Land.

Bei einem Vorstoß syrischer Panzereinheiten in die Stadt Homs sind nach Berichten von Einwohnern mindestens 25 Menschen ums Leben gekommen. Die Panzer hätten überwiegend von Sunniten bewohnte Stadtviertel beschossen, hieß es. Dort kommt es immer wieder zu Protesten von Regierungsgegnern. Nach Informationen des arabischen Nachrichtensender Al Jazeera soll es in der Region Homs zahlreiche Festnahmen gegeben haben. Die staatliche syrische Nachrichtenagentur berichtete, der Anführer einer der wichtigsten "Terrorgruppen" in Homs sei festgenommen worden. Die Berichte lassen sich nicht bestätigen, da die Regierung die Medien kontrolliert und die meisten ausländischen Journalisten des Landes verwiesen wurden.

Nach Berichten von Anwohnern waren Milizen, die Präsident Baschar al-Assad unterstützen, in den sunnitischen Stadtteilen stationiert worden. Dies habe die Spannungen zwischen der sunnitischen Mehrheit in der Stadt und der alawitischen Minderheit, der auch Assad angehört, verstärkt. Homs liegt an der Grenze zum Libanon. Von dort erhalten die Aufständischen Unterstützung, auch durch Deserteure der syrischen Streitkräfte.

Anzeige

Ban Ki Moon kritisiert "Gemetzel"

Nach Angaben des oppositionellen Koordinierungskomitees verstärken die syrischen Sicherheitskräfte auch ihr Vorgehen gegen Ärzte und Krankenhäuser, die sich um verletzte Demonstranten kümmern. Nach Angaben des Dokumentationszentrums für Menschenrechtsverletzungen in Syrien sind seit Beginn der Proteste gegen Präsident Assad rund 250 Ärzte und Apotheker festgenommen worden, 25 allein in den vergangenen Wochen.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat Syriens Staatschef Baschar al-Assad derweil für dessen militärisches Vorgehen kritisiert. Ban forderte Assad auf, das "Gemetzel" in seinem Land umgehend zu beenden, bevor es zu spät sei. Er verurteilte das harte Vorgehen der syrischen Sicherheitskräfte gegen die Zivilbevölkerung. Es sei "nicht hinnehmbar", dass seit dem Beginn der Proteste im März 3.000 Zivilisten in Syrien getötet worden seien, sagte Ban.

Die Proteste in Syrien hatten Mitte März unter anderem mit der Forderung nach einer neuen Verfassung begonnen. Später verlangten die Demonstranten auch den Rücktritt Assads. Mitte September hatte Ban die internationale Gemeinschaft zu "kohärentem" Handeln gegenüber der Führung in Damaskus aufgerufen. Eine Resolution des UN-Sicherheitsrats zur Verurteilung der Gewalt war jedoch Anfang Oktober am Veto Russlands und Chinas gescheitert.

 
Leser-Kommentare
  1. ..ein `Eiertanz-Statement`,aber was soll er machen wenn er nicht anders kann aufgrund der Veto-Sanktion?

    So können Mehrheitsentscheidungen ausgehebelt werden. Die UNO sollte ihr Reglement überprüfen und wenn es machbar ist, dann Änderungen vornehmen damit Einzelblockaden verhindert und Mehrheitsentscheidungen wirksam werden können.

    • Emoo
    • 19.10.2011 um 0:59 Uhr

    Die Menschen in Syrien werden täglich mit kaltem Blut wie Hühner und Schafe geschlachtet, und die internationale Gemeinschaft schweigt immer noch, als ob gar nichts passierte. Ich, als Mitglieder des syrischen Volks, bin hundertprozentig überzeugt, dass die Welt und die internationalen Mächte das brutale und unmenschliche syrische Regime befürworten. Es ist eine Verschwörung gegen das syrische Volk.

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service