Georgien Ein Oligarch gegen die georgische Regierungsmacht
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 Iwanischwili will die Beziehungen zu Russland verbessern

Doch wer ist dieser publikumsscheue Mann? Warum begibt er sich ins Licht der Öffentlichkeit und setzt sich diesen Angriffen aus? Etwas Aufschluss gibt ein Interview in seiner Residenz hoch über Tiflis. Der Hausherr empfängt den Gast an seiner Bürotür. Schmal ist er, etwa 1,65, Mitte 50. Nichts an ihm wirkt extravagant oder überheblich. Iwanischwili tritt als freundlicher und besonnener Geschäftsmann auf. In einer großen Menge würde er nicht auffallen.

Doch wenn es um die Zukunft des Landes oder Saakaschwili geht, wird er emotional. Wie die meisten Georgier habe er auf Saakaschwili gesetzt, als dieser 2004 an die Macht kam. Doch der habe ihn enttäuscht. "Wir haben de facto ein Ein-Parteien-Parlament. Wir haben keine unabhängige Justiz und keine freien Medien. Den Wirtschaftsbereich steuert Saakaschwili zu 99 Prozent selbst", beklagt der Oligarch. "Die demokratischen Institutionen müssen gestärkt werden und die Wirtschaft unabhängig arbeiten können." Über seine Erfahrungen als Wohltäter sagt er: "Eine Auswahl unter den Bedürftigen zu treffen ist schwierig." Mit einem Team habe er Kriterien festgelegt. "Hilfe ist wichtig. Noch wichtiger ist es, den Menschen Jobs zu geben. Dann übernehmen sie Verantwortung."

Iwanischwili will die Beziehungen zu Russland verbessern, ohne das bisherige Ziel Georgiens einer Nato-Mitgliedschaft aufzugeben. Er gibt sich gewiss, dass beides zugleich möglich ist. Er betont, seine Geschäfte in Russland sauber abgewickelt zu haben. Begonnen habe er mit dem Verkauf von Tastentelefonen und Computern – in den neunziger Jahren heißbegehrte Waren in Russland. Später habe er eine Bank gegründet und sie heil durch die Krise 1998 gebracht. Doch wichtiger als alles andere seien ihm seine Frau und seine vier Kinder: "Meine Familie ist meine größte Errungenschaft." Leider lasse ihm die Politik nun nicht mehr viel Zeit, sagt er zum Abschied.

Ob sein Engagement erfolgreich sein wird, hängt auch von seinen Mitstreitern ab. Einer seiner Partner ist inzwischen Irakli Alasania, Ex-UN-Botschafter und im Ausland angesehener Oppositionspolitiker. "Iwanischwili ist ein ehrlicher Typ, geradeheraus", sagt Alasania. Wie Iwanischwili betont er, dass ein Regierungswechsel nur durch Wahlen zustande kommen dürfe. Die Regierung wolle provozieren, doch würden weder Iwanischwili noch er den Gesetzesrahmen verlassen wollen.

Die Stimmung im Land ist gemischt, von Euphorie und Hoffnung bis hin zu Skepsis und Fatalismus. Viele fürchten, die Regierung werde Iwanischwili jede Möglichkeit nehmen, politisch aktiv zu werden. Einen bedeutenden Fürsprecher hat er jedoch: Der hoch angesehene und einflussreiche Patriach der orthodoxen Kirche, Ilia II., forderte in seiner Sonntagspredikt, Iwanischwili die georgische Staatsbürgerschaft zurückzugeben. Schließlich sei er in Georgien geboren. Was der Katholikos nicht erwähnte, aber jeder weiß: Einen Teil der etwa 650 Millionen Euro an Spendengeldern gab Iwanischwili für Kirchenbauten aus, unter anderem für die Sameba-Kathedrale. Von seiner Residenz aus kann Iwanischwili sehen, wie sie allabendlich in hellem Licht auf einem Hügel gegenüber erstrahlt.

 
Leser-Kommentare
  1. Wer weiß ob dieser Oligarch besser ist als Saakaschvili? Seine PR funktioniert jedenfalls gut

    • Histor
    • 18.11.2011 um 19:20 Uhr

    Egal ob er besser oder schlechter ist als Saakaschwili, er sollte zumindest eine faire Chance bekommen.

  2. verstehen den USA gehörigst Kopfzerbrechen bereiten wird
    ,da die alte NATOdoktrin mit ihrem Strohmann und Alleinherrscher Sakaschwili doch den Plan einer pipeline durch Georgien hat und sich in der Region festzusetzen werden die Wahlen sicherlich durch einen angestachelten Bürgerkrieg und durch den CIA angeschobene Demonstrationen oder ähnliches
    sicherlich manipuliert, man darf gespannt sein. Wo die USA sich mal festgesetzt haben geben sie auch nicht auf.Da wird auch der russ.Geheimdienst nicht untätig bleiben.Das kann nur spannend werden, denn Putin der ja bald wieder Präsident ist lässt sich von den Amis nicht Gas und ÖL vor der Nase wegklauen, das ist nicht so einfach für die USA wie in Lybien, wie sie vielleicht glauben wollen.(lach)
    Da wirds unangenehm werden für die Strohfigur Sakaschwilli der in der Vergangenheit schon öfters das Blaue vom Himmel runtergelogen hat. Die Russen haben ihm ja schon mal gezeigt wie schnell sie vor Ort sein können. Ich prophezeie GAME OVER für Sakaschwili.

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    • EllyS
    • 18.11.2011 um 21:26 Uhr

    wie die ewige Leier von der angeblichen CIA Verschwörung in Georgien ist sonst kaum etwas auf der Welt. Georgien ist eben nicht Russland, da braucht man keine CIA um die Bevölkerung "auf prowestlichen Kurs zu bringen", wie Russland immer behauptet. Die Georgier sind intelligent genug, um die russischen Machtspielchen zu durchschauen und haben ihre eigene Meinung zur Nato (mehr als zweitdrittel Zustimmung zu einem Beitritt). Zu Russland hat Georgien ohnehin nie freiwillig gehört, das gelang Russland immer nur mit roher Gewalt. Diese Zeiten sind aber auch vorbei und Georgien bestimmt seinen eigenen Kurs. Egal wer die nächsten Wahlen gewinnt, das Rad lässt sich nicht mehr zurückdrehen. Die Sowjetunion ist mausetot und kann auch nicht wiederbelebt werden. Putin solte sich damit einfach abfinden, die ehemaligen russischen Kolonien sind verloren.

    • EllyS
    • 18.11.2011 um 21:26 Uhr

    wie die ewige Leier von der angeblichen CIA Verschwörung in Georgien ist sonst kaum etwas auf der Welt. Georgien ist eben nicht Russland, da braucht man keine CIA um die Bevölkerung "auf prowestlichen Kurs zu bringen", wie Russland immer behauptet. Die Georgier sind intelligent genug, um die russischen Machtspielchen zu durchschauen und haben ihre eigene Meinung zur Nato (mehr als zweitdrittel Zustimmung zu einem Beitritt). Zu Russland hat Georgien ohnehin nie freiwillig gehört, das gelang Russland immer nur mit roher Gewalt. Diese Zeiten sind aber auch vorbei und Georgien bestimmt seinen eigenen Kurs. Egal wer die nächsten Wahlen gewinnt, das Rad lässt sich nicht mehr zurückdrehen. Die Sowjetunion ist mausetot und kann auch nicht wiederbelebt werden. Putin solte sich damit einfach abfinden, die ehemaligen russischen Kolonien sind verloren.

  3. Wie wurde man eigentlich in den 90er Jahren Oligarch und mehrfacher Milliardär?

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    Durch gute Taten und soziales Engagement, wie wohl die meisten Milliardäre seiner Generation. Oder wollen sie etwa andeuten dass...

    Durch gute Taten und soziales Engagement, wie wohl die meisten Milliardäre seiner Generation. Oder wollen sie etwa andeuten dass...

  4. Durch gute Taten und soziales Engagement, wie wohl die meisten Milliardäre seiner Generation. Oder wollen sie etwa andeuten dass...

    Antwort auf "Ein guter Mensch!"
    • EllyS
    • 18.11.2011 um 21:15 Uhr

    Da scheinen die nächsten Wahlen in Georgien spannend zu werden, zum Glück ist Georgien nicht Russland, wo schon vorher das Ergebnis feststeht.

    • EllyS
    • 18.11.2011 um 21:26 Uhr

    wie die ewige Leier von der angeblichen CIA Verschwörung in Georgien ist sonst kaum etwas auf der Welt. Georgien ist eben nicht Russland, da braucht man keine CIA um die Bevölkerung "auf prowestlichen Kurs zu bringen", wie Russland immer behauptet. Die Georgier sind intelligent genug, um die russischen Machtspielchen zu durchschauen und haben ihre eigene Meinung zur Nato (mehr als zweitdrittel Zustimmung zu einem Beitritt). Zu Russland hat Georgien ohnehin nie freiwillig gehört, das gelang Russland immer nur mit roher Gewalt. Diese Zeiten sind aber auch vorbei und Georgien bestimmt seinen eigenen Kurs. Egal wer die nächsten Wahlen gewinnt, das Rad lässt sich nicht mehr zurückdrehen. Die Sowjetunion ist mausetot und kann auch nicht wiederbelebt werden. Putin solte sich damit einfach abfinden, die ehemaligen russischen Kolonien sind verloren.

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    • uxxus
    • 18.11.2011 um 22:56 Uhr

    ich habe Ihren Beitrag mehrmals durchgelesen und trotzdem nicht verstanden.Könnten Sie das etwas näher erläutern, möglicherweise mit Beispielen ? Aber wahrscheinlich sind sie nur ein Schwätzer, oder frei nach Hüsch. Nichts verstehen, aber alles erklären können.

    Bitte achten Sie auf einen angemessenen Umgangston. Danke, die Redaktion/lv

    Russland mag der Rechtsnachfolger der Sowjetunion sein, die Russen sind aber en mitnichten als Herrenvolk gegenüber den anderen Republiken aufgetreten oder haben diese als Kolonien betrachtet. Ansonsten wären solche Gestalten wie Stalin und Berija (beides Georgier) wohl kaum aus einer "Kolonie" kommend zu den Herrschern des "Kolonialreiches" aufgestiegen.

    • uxxus
    • 18.11.2011 um 22:56 Uhr

    ich habe Ihren Beitrag mehrmals durchgelesen und trotzdem nicht verstanden.Könnten Sie das etwas näher erläutern, möglicherweise mit Beispielen ? Aber wahrscheinlich sind sie nur ein Schwätzer, oder frei nach Hüsch. Nichts verstehen, aber alles erklären können.

    Bitte achten Sie auf einen angemessenen Umgangston. Danke, die Redaktion/lv

    Russland mag der Rechtsnachfolger der Sowjetunion sein, die Russen sind aber en mitnichten als Herrenvolk gegenüber den anderen Republiken aufgetreten oder haben diese als Kolonien betrachtet. Ansonsten wären solche Gestalten wie Stalin und Berija (beides Georgier) wohl kaum aus einer "Kolonie" kommend zu den Herrschern des "Kolonialreiches" aufgestiegen.

    • uxxus
    • 18.11.2011 um 22:56 Uhr

    ich habe Ihren Beitrag mehrmals durchgelesen und trotzdem nicht verstanden.Könnten Sie das etwas näher erläutern, möglicherweise mit Beispielen ? Aber wahrscheinlich sind sie nur ein Schwätzer, oder frei nach Hüsch. Nichts verstehen, aber alles erklären können.

    Bitte achten Sie auf einen angemessenen Umgangston. Danke, die Redaktion/lv

    Antwort auf "So langweilig"

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