Lucas Papademos: Ein Banker soll Griechenland führen
Ex-Zentralbanker Lucas Papademos wird als Favorit für das Amt des griechischen Ministerpräsidenten gehandelt. Schon am Dienstag könnte er die Große Koalition anführen.
Lucas Papademos ist offenbar der Favorit für die Nachfolge des scheidenden Ministerpräsidenten Giorgos Papandreou. Der 64-jährige Finanzexperte und ehemalige Bankmanager werde am Dienstag das Amt übernehmen, berichtet die griechische Tageszeitung Ta Nea ohne Angabe von Quellen. Die englische Ausgabe von Kathimerimi gibt ebenfalls Papademos die besten Chancen. Auch für Ethnos deuten "alle Quellen" auf Papademos hin. Noch bis zum Abend soll in Athen eine Große Koalition aus Sozialisten (Pasok) und Konservativen (Nea Dimokratia) gebildet werden. Papademos könnte von der jetzigen Opposition breitere Zustimmung erhalten als der sozialistische Finanzminister Evangelos Venizelos, der ebenfalls gehandelt wird.
Papademos war von 2002 bis 2010 Vizepräsident der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt. In internationalen Finanzkreisen gilt er als sehr angesehen. Geldpolitisch wurde Papademos während seiner Zeit bei der EZB als gemäßigt und pragmatisch eingeschätzt. Ihm wurde nachgesagt, er habe ein gutes Gespür für die Finanzmärkte. Nach acht Jahren schied Papademos turnusgemäß bei der EZB aus. Seitdem lehrte er wieder Ökonomie an der Universität von Athen, wo er eine Professur hat, und als Gastprofessor in Harvard.
Am Donnerstag hatten mehrere Abgeordnete der Sozialisten im Athener Parlament den Vorschlag unterbreitet, Papademos an die Spitze einer Regierung der nationalen Einheit zu berufen. Damit wollte die Gruppe Papandreou zum Rückzug bewegen. Der Premier erklärte am Freitag vor dem Parlament und am Wochenende in Sondierungsgesprächen seine Bereitschaft, die Führung des Landes abzugeben, sobald das Personal-Tableau der neuen Regierung klar sei. Bis zum Montagabend sollen der neue Ministerrat und der künftige Regierungschef benannt werden.
Papademos war für kurze Zeit als Berater Papandreous tätig, zog sich davon aber zurück, nachdem der Ministerpräsident seine Vorschläge nicht umgesetzt hatte. Er war im Sommer auch die erste Wahl für das neu zu besetzende Amt des Finanzministers. Erst nachdem Papandreou ihn nicht überzeugen konnte, bekam der damalige Verteidigungsminister Venizelos das Amt. Bereits 2010 hatte Papademos darauf verzichtet, als "Superminister" für Wirtschaft und Finanzen in Papandreous neue Regierung einzutreten.
Als EZB-Vizepräsident warnte Papademos die europäischen Staaten wiederholt davor, die Auswirkungen der Finanzkrise zu unterschätzen und Selbstgefälligkeit zu zeigen. Frühzeitig forderte er Griechenland auf, seine Verpflichtungen im Rahmen europäischer Hilfsmaßnahmen zu erfüllen, um eine Staatspleite und einen unkontrollierten Schuldenschnitt zu vermeiden.
Ökonom in Theorie und Praxis
Der 1947 geborene Athener hatte am Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Boston Physik und Elektrotechnik studiert, bevor er in Wirtschaftswissenschaften promovierte. Er war Dozent an der Columbia University in New York und arbeitete in Boston für die US-Notenbank Federal Reserve. Nach langer Lehrtätigkeit in den USA und seiner Heimatstadt war Papademos zwischen 1994 und 2002 Chef der griechischen Zentralbank. In dieser Zeit konnte das Land seine hohe Inflation auf ein vertretbares Maß drücken. Papademos war auch einer der Architekten des Beitritts Griechenlands zur Währungsunion. Als Notenbankchef sorgte er für die gelungene Umstellung von der Drachme zum Euro. Griechenland erlebte seinerzeit einen erstaunlichen Wirtschaftsaufschwung.
Papademos ist die Verkörperung eines "Technokraten" und Experten, er gilt als wenig charismatisch. Als Vizepräsident der EZB stand der Grieche stets im Schatten des Franzosen Jean-Claude Trichet – hinter den Kulissen wirkte er umso aktiver auf die Politik der Zentralbank ein. Unter seiner Ägide führte die EZB Finanzstabilitätsberichte ein, die zweimal jährlich erscheinen. Papademos wird als ausgesprochen fleißig beschrieben und wegen seines scharfen Verstandes hoch geschätzt.
Der Politikwissenschaftler Janis Emmanouilidis, der als Berater am European Policy Centre in Brüssel arbeitet, sagte im Deutschlandfunk über Lucas Papademos als möglichen Regierungschef: "Es ist noch nicht 100 Prozent sicher, dass er es sein wird. Aber wenn er es sein würde, steht er für eine Politik des Vertrauens. Sowohl nach innen wie auch nach außen genießt er hohes Vertrauen." Dies brauche Griechenland, denn Vertrauen und Stabilität seien verloren gegangen: "Und von daher jemanden zu haben, der dieses Vertrauen genießt, wird auch dem Land sicherlich gut tun." Die Aufgabe, vor der Papademos und alle anderen Regierungsmitglieder stehen würden, sei allerdings "immens".







mehr ist eigentlich nicht zu sagen...
....unsere Politiker Europa regelten, kann der Banker auch nicht. ;)
Griechenland kommt vom Regen in die Traufe... Sie nehmen mir die Worte aus dem Mund!
Wie groß muss die Not der Finanzheinis schon sein, wenn jetzt schon Ihresgleichen Staatsämter übernehmen?
....unsere Politiker Europa regelten, kann der Banker auch nicht. ;)
Griechenland kommt vom Regen in die Traufe... Sie nehmen mir die Worte aus dem Mund!
Wie groß muss die Not der Finanzheinis schon sein, wenn jetzt schon Ihresgleichen Staatsämter übernehmen?
.... ohne Angabe von Quellen ....
...und da soll noch jemand erzählen, es gäbe ein Mitbestimmungsrecht der Bürger. JHier haben wir wohl wieder einmal eine installierte Marionette der +#+*#...
...."+#+*#..." die Politiker? Ja, das scheint sich in den letzten zwei EZB Präsidenten tendenziell bewahrheitet zu haben; massiver Ankauf von Staatsanleihen, 3% Inflation, Zinssenkung. Doch. Die Politiker scheinen da hineinzuregieren.
...."+#+*#..." die Politiker? Ja, das scheint sich in den letzten zwei EZB Präsidenten tendenziell bewahrheitet zu haben; massiver Ankauf von Staatsanleihen, 3% Inflation, Zinssenkung. Doch. Die Politiker scheinen da hineinzuregieren.
"Ein Banker soll Griechenland führen" - diese Überschrift beinhaltet eigentlich schon alles, was derzeit weltweit schief läuft.
Der Mann ist genau das, was wir brauchen: ein direkter Vertreter des neuen Geldfeudalismus als Staatsoberhaupt. Man denke nur, was die Griechen dann allein an Lobby-Kosten einsparen können!
....wirtschaftliche Anfänger in der Politik zu haben, so wie bei uns? Wenigsten versteht der Mann, was es heißt, wenn die Bundesbank 450 Milliarden Ausstände im Target2 hat.
....wirtschaftliche Anfänger in der Politik zu haben, so wie bei uns? Wenigsten versteht der Mann, was es heißt, wenn die Bundesbank 450 Milliarden Ausstände im Target2 hat.
Mehr fällt mir dazu nicht ein.
Ausgerechnet ein Banker.
Sic transit gloria mundi!
Der Glanz der Welt kommt doch mit ihm oder nicht?
Nein, na gut...
Der Glanz der Welt kommt doch mit ihm oder nicht?
Nein, na gut...
für eine Volksabstimmung sein!
*Sarkasmus Off*
Warum nicht jedes EU Land von einem Banker regieren lassen?
Tun Sie doch indirekt eh schon.
Das wird sicher besser als es der Vorgänger als Soziologe und Sozialist gewesen ist - auch wenn es hier vermutlicher keiner so recht glauben mag...
...? Der ist kein Sozialist. Nach ihren Taten sollt ihr sie beurteilen, nicht nach ihren Worten...
deutlich, dass es eh schon die Banken sind, die regieren und nicht mehr die Politiker.
...? Der ist kein Sozialist. Nach ihren Taten sollt ihr sie beurteilen, nicht nach ihren Worten...
deutlich, dass es eh schon die Banken sind, die regieren und nicht mehr die Politiker.
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