Integration : Grüne werfen Erdoğan Stimmungsmache vor
Zum Jubiläum des Anwerbeabkommens hat der türkische Premier Deutschland für seinen Umgang mit Türken kritisiert. Aus Sicht der Grünen pflegt er damit Vorurteile.
Die Grünen im Bundestag werfen dem türkischen Premierminister Recep Tayyip Erdoğan "unerträgliche Stimmungsmache" gegen Deutschland vor. Der Grünen-Innenexperte Memet Kilic sagte der Neuen Osnabrücker Zeitung, die Regierung Erdoğan schüre "immer wieder bewusst Vorurteile gegen Deutschland, um damit bei den Hardlinern im eigenen Land zu punkten". Zuletzt habe der Premier nicht einmal davor zurückgeschreckt, deutsche Stiftungen in der Türkei als Unterstützer der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans PKK hinzustellen. Diese "unerträgliche Stimmungsmache" dürfe nicht so stehen bleiben.
Der türkische Premier hatte kurz vor seinem Deutschland-Besuch die Bundesregierung scharf kritisiert. Sie mache Fehler bei der Integration und unterstütze die Türkei nicht ausreichend beim angestrebten EU-Beitritt, sagte er der Bild Zeitung.
Kilic, der auch integrationspolitischer Sprecher der Grünen ist, forderte, Erdoğan solle sich in Deutschland öffentlich für seine Ausfälle entschuldigen. Sofern er das nicht tue, "muss die Bundeskanzlerin ihn öffentlich zurechtweisen". Alles andere wäre falsch verstandene Diplomatie, die Erdoğan nur zu weiteren Provokationen ermutigen würde.
Erdoğan hatte auch beklagt, die deutsche Politik würdige die Verflechtung der drei Millionen Türken in Deutschland nicht genug. "Die erste Generation waren Gäste. Viele sind geblieben und denken jetzt nicht mehr daran zurückzukehren." Es gebe in Deutschland bereits 72.000 türkische Arbeitgeber mit 350.000 Arbeitsplätzen. "Der Gastarbeiter von gestern wird langsam auch Arbeitgeber, Akademiker, Künstler", sagte der türkische Regierungschef.
Das türkische Volk sehe das deutsche Volk "immer noch mit sehr positiven Gefühlen an", sagte Erdoğan weiter. Deshalb solle Deutschland mit der Türkei viel mehr Solidarität zeigen. "Die deutsche Politik müsste viel mehr für den EU-Beitritt der Türkei tun, weil er die Integration massiv vorantreiben würde", sagte er. "Weil wir Türken so viel Positives für Deutschland empfinden, fühlen wir uns gerade hier im Stich gelassen."
Erdoğan und Friedrich streiten über Erstsprache
Scharf kritisierte Erdoğan die deutsche Gesetzgebung, wonach türkische Angehörige vor dem Zuzug nach Deutschland deutsche Sprachkenntnisse haben müssen. "Wer Deutschkenntnisse zur wichtigsten Voraussetzung erklärt, verletzt die Menschenrechte."
Türken in Deutschland sollten ihren Kindern außerdem zuerst Türkisch und dann Deutsch beibringen, wiederholte er. Dies sei "nur eine sprachwissenschaftliche Erkenntnis". Wenn ein Kind eine neue Sprache erlernen solle, müsse es die eigene Sprache gut können. "Andernfalls kann man keine zweite Sprache erlernen", sagte der Regierungschef.
Innenminister Hans-Peter Friedrich betonte als Reaktion darauf, das Erlernen der deutschen Sprache sei eine zentrale Voraussetzung, um die zu hohe Zahl von Schulabbrechern zu senken und die Basis für beruflichen Erfolg zu legen.
Friedrich wies zugleich eine Forderung Erdoğans nach einer doppelten Staatsbürgerschaft zurück. "Ich glaube nicht, dass das etwas ändern würde, im Gegenteil." Wer in Deutschland dauerhaft bleiben wolle, solle die deutsche Staatsangehörigkeit beantragen. "Und dann sind sie eben keine Türken mehr. Ich glaube, die Entscheidung muss man in seinem Leben irgendwann mal treffen."
Bundespräsident Christian Wulff empfing am Dienstag Erdoğan in seinem Amtssitz. Am heutigen Mittwoch will der Premier auf einem Festakt gemeinsam mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) an den 50. Jahrestag des deutsch-türkischen Anwerbeabkommens erinnern. Nach dem Abschluss des Vertrages von 1961 waren die ersten türkischen Arbeiter in der Bundesrepublik angekommen.





Interessant, welche Emotionen Herrn Erdogans mehr-oder minderqualifizierte Aussagen beim deutschen Bildungsbürgertum auslösen. Auch interessant, man verbittet sich als in Einmischung in innere Angelegenheiten empfundene Aussagen, schulmeistert aber selbst fröhlich in der ganzen Welt. Erdogans Aussagen erscheinen hier eher zweitrangig, erschreckend ist die hierzulande verbreitete Selbstgefälligkeit.
leider verstehen viele nicht was der Erdogan sagt und sind auf billige Übersetzungen und Interpretationen angewiesen, die z.B. der Memet Kilic von den Grünen von sich gibt. Das Thema ist ernster als viele hier glauben wollen. Es geht um Unterstüzung (Beschützen) von Terroristen. Leider wird das in dem Beitrag nicht deutlich hervorgehoben. Es gibt Deutsche Banken, die vielleicht auch unwissentlich Hilfsgelder an die PKK zukommen lassen. Was soll man denn davon halten???
wen man alles als Terroristen brandmarkt, nur weil einem die Leute nicht passen.
Zwar ist die Methode, die die PKK zum großen Teil an den Tag legt nicht grade super und jeder Tote ist ein Toter zu viel. Aber viele Staaten und Gesellschaften - auch die türkische - macht sich ihre Terroristen selber.
Es ist doch so, dass die Kurden ihre eigenen Sprache nicht sprechen dürfen, ihre eigene Art der Religion nicht ausüben dürfen. Übrigens alles Dinge, die Erdogan und die Türken bei uns kritisieren. Wenn die Türkei den Kurden mal entgegen kommen würde, dann würde sich das mit dem Terrorismus schnell legen. Aber bei dem Nicht-Nachdenken ist die Türkei bedauerlicherweise nicht allein auf der Welt.
Die PKK ist keine Gruppe durchgeknallter Freaks, die nur töten wollen, auch wenn Ihnen das von Hürriyet und TRT so beigebracht worden ist.
Wenn Kurden als eigenes Volk behandelt und anerkannt werden würden, nicht wie degenerierte "Bergtürken"...dann gäbe es seit 1984 auch keinen Aufstand.
wen man alles als Terroristen brandmarkt, nur weil einem die Leute nicht passen.
Zwar ist die Methode, die die PKK zum großen Teil an den Tag legt nicht grade super und jeder Tote ist ein Toter zu viel. Aber viele Staaten und Gesellschaften - auch die türkische - macht sich ihre Terroristen selber.
Es ist doch so, dass die Kurden ihre eigenen Sprache nicht sprechen dürfen, ihre eigene Art der Religion nicht ausüben dürfen. Übrigens alles Dinge, die Erdogan und die Türken bei uns kritisieren. Wenn die Türkei den Kurden mal entgegen kommen würde, dann würde sich das mit dem Terrorismus schnell legen. Aber bei dem Nicht-Nachdenken ist die Türkei bedauerlicherweise nicht allein auf der Welt.
Die PKK ist keine Gruppe durchgeknallter Freaks, die nur töten wollen, auch wenn Ihnen das von Hürriyet und TRT so beigebracht worden ist.
Wenn Kurden als eigenes Volk behandelt und anerkannt werden würden, nicht wie degenerierte "Bergtürken"...dann gäbe es seit 1984 auch keinen Aufstand.
Die Analyse der Grünen trifft ins Schwarze. Erdogan tut den hier lebenden Türken keinen Gefallen. Die haben mit ihren vielen Verbänden allerdings auch noch keine ernstzunehmende Kritik vorgebracht. Das ständige Pochen auf der Opferrolle führt nicht weiter. Man stelle sich vor, Merkel würde in die USA reisen und Obama erzählen, es verstoße gegen die Menschenrechte, wenn Deutsche, die in den USA leben wollen, Englisch lernen müssen. Es kann keine Sonderrolle für Türken geben, sie müssen lernen, mit all den Schwierigkeiten, die Immigranten überall auf der Welt haben, zu leben und das beste daraus zu machen.
"Die Analyse der Grünen trifft ins Schwarze."
Dafür kommt sie reichlich spät, oder nicht? Wer trägt denn die Verantwortung, daß jahrzehntelang Maßnahmen zu einer kontrollierten Einwanderungspolitik unterblieben sind, wer hat denn Forderungen, Türken in Deutschland müßten Deutsch lernen und sich an die hier geltenden Normen und Regeln halten, als Zwangsgermanisierung verteufelt, wer hat denn überhaupt nichts unterlassen, um den Deutschen und dem deutschen Staat die Verantwortung für integrations- und deutschfeindliches Verhalten von Einwanderern dieser Herkunftsländer in die Schuhe zu schieben?
"Erdogan tut den hier lebenden Türken keinen Gefallen. Die haben mit ihren vielen Verbänden allerdings auch noch keine ernstzunehmende Kritik vorgebracht. Das ständige Pochen auf der Opferrolle führt nicht weiter. Man stelle sich vor, Merkel würde in die USA reisen und Obama erzählen, es verstoße gegen die Menschenrechte, wenn Deutsche, die in den USA leben wollen, Englisch lernen müssen. Es kann keine Sonderrolle für Türken geben, sie müssen lernen, mit all den Schwierigkeiten, die Immigranten überall auf der Welt haben, zu leben und das beste daraus zu machen."
Alles richtig. Hat es wirklich dreißig gedauert, bis man sich zu dieser Erkenntnis durchringen konnte? Die Politik hat das anscheinend immer noch nicht getan, wenn man Äußerungen von Wulff und Merkel hört.
"Die Analyse der Grünen trifft ins Schwarze."
Dafür kommt sie reichlich spät, oder nicht? Wer trägt denn die Verantwortung, daß jahrzehntelang Maßnahmen zu einer kontrollierten Einwanderungspolitik unterblieben sind, wer hat denn Forderungen, Türken in Deutschland müßten Deutsch lernen und sich an die hier geltenden Normen und Regeln halten, als Zwangsgermanisierung verteufelt, wer hat denn überhaupt nichts unterlassen, um den Deutschen und dem deutschen Staat die Verantwortung für integrations- und deutschfeindliches Verhalten von Einwanderern dieser Herkunftsländer in die Schuhe zu schieben?
"Erdogan tut den hier lebenden Türken keinen Gefallen. Die haben mit ihren vielen Verbänden allerdings auch noch keine ernstzunehmende Kritik vorgebracht. Das ständige Pochen auf der Opferrolle führt nicht weiter. Man stelle sich vor, Merkel würde in die USA reisen und Obama erzählen, es verstoße gegen die Menschenrechte, wenn Deutsche, die in den USA leben wollen, Englisch lernen müssen. Es kann keine Sonderrolle für Türken geben, sie müssen lernen, mit all den Schwierigkeiten, die Immigranten überall auf der Welt haben, zu leben und das beste daraus zu machen."
Alles richtig. Hat es wirklich dreißig gedauert, bis man sich zu dieser Erkenntnis durchringen konnte? Die Politik hat das anscheinend immer noch nicht getan, wenn man Äußerungen von Wulff und Merkel hört.
"Der Parteivorsitzende der GRÜNEN, Dr. h.c. Cem Özdemir, hat 2009 die Ehrendoktorwürde der sich in Gründung befindlichen Universität Tunceli in Ostanatolien verliehen bekommen. ... Interessant daran ist, dass just am selben Tag, zur selben Zeit der türkische Präsident Abdulla Gül ebenfalls anwesend war."
Niemand macht sich eine Illusion über die Motive von Roth, Özdemir & Co. Trotzdem, danke, für dieses interessante Detail.
Roth und Özdemir haben auch bis heute nicht dementiert, an der geheimen Erdogan-Konferenz im Jahr 2010 teilgenommen zu haben.
...dann ist es, das Byzantinische Reich im Mittelalter nicht unterstützt zu haben.
Entfernt. Bitte bemühen Sie sich um einen für den Artikel relevanten Kommentarstil. Die Redaktion/mak
??
Entfernt. Bitte bemühen Sie sich um einen für den Artikel relevanten Kommentarstil. Die Redaktion/mak
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die ersten deutschen Gastarbeiter in der Türkei sind auch schon seit 2-3 Jahren am werkeln... Ich bin mal gespannt wieviele es in 50 Jahren werden ;)und natürlich auf die problemlose Assimilation der deutschen Gastarbeiter ;)...
Natürlich ist es das Menschenrecht von Herren Erdogan zu sagen was er will, aber dies ist noch lange keine Begründung warum deutsche Medien ihm ein Forum bieten müssen.
Ein guter Anfang wäre es einfach mal alles was dieser Mann so von sich gibt schlicht und ergreifend zu ignorieren , kein einziges Wort über seinen Besuch zu verlieren , keinen einzigen Artikel zu verfassen, einfach so zu tun als wäre er niemals hier gewesen und ihn durch Verweigerung der Berichterstattung in die Schranken zu weisen.
Frage, aber was Herr Erdogan so von sich gibt, ist langsam nicht mehr schön.
Man sollte zuerst die Sprache erlernen von dem Land, indem man geboren wurde. Oder halt beide Sprachen gleichzeitig.
Obwohl ich Deutsche bin (meine Familien schon seit der Zeit wo es noch gar kein Deutschland gab), habe auch ich zwei Sprachen - eigentlich drei wenn man Niederdeutsch mitzählt - gleichzeitig gelernt. Es ist also machbar.
Von der doppelten Staatsbürgerschaft habe ich noch nie etwas gehalten, aber auch hier sehe ich den Fehler, dass man die Deutsche Staatsbürgerschaft erst mit 18 Jahren wählen darf. Wenn ein Kind von hier lebenden, arbeitenden Eltern geboren wird, egal welche Staatsangehörigkeit diese haben, sollte es sofort die Deutsche bekommen.
Und dann lieber Herr Erdogan: Integration ist eine Sache, die von allen gemeinsam begangen werden muss! Wer Respekt haben will, sollte auch respekt zollen. Es gibt so einige Beispiele, wo man zu gern die Nazikeule rausholt weil man seine eigene Religion nicht kennt. Für sowas hab ich dann auch kein Verständnis.
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