Präsidentenwahl Pérez Molina wird neuer Präsident Guatemalas

Bei der Präsidentenwahl in Guatemala hat sich der konservative Pérez Molina durchgesetzt. Nach ersten Auszählungen kommt der Ex-General auf 55 Prozent der Stimmen.

Der neue Präsident Guatemalas, Otto Pérez Molina (I.) und die Vize-Präsidentin Roxana Baldetti

Der neue Präsident Guatemalas, Otto Pérez Molina (I.) und die Vize-Präsidentin Roxana Baldetti

Der Ex-General Otto Pérez Molina hat die Präsidentenwahl in Guatemala gewonnen. Nach Auszählung von etwa 90 Prozent der abgegebenen Stimmen erreichte der 60-Jährige bei der Stichwahl am Sonntag 55 Prozent und lag damit zehn Prozentpunkte vor seinem Rivalen, dem Unternehmer Manuel Baldizón. Damit steht erstmals seit Ende der Militärdiktatur vor 25 Jahren wieder ein früherer Armeevertreter an der Spitze des Landes.

Angesichts des großen Vorsprungs erklärte die Vorsitzende des Wahlgerichts, Maria Eugenia Villagran, Pérez Molina am Abend zum Sieger. In einer Rundfunkansprache rief er alle Bürger zur Einheit auf. Er versprach, die Sozialprogramme seines Vorgängers, Alvaro Colom, fortzusetzen und weiter auszubauen. "Wir werden hart kämpfen, um für Frieden, Sicherheit, Arbeit und die Entwicklung der ländlichen Gebiete zu sorgen", sagte Pérez Molina.

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Colom konnte nach einer absolvierten Amtszeit nicht wieder zur Wahl antreten.

Pérez Molina verbrachte seine gesamte militärische Karriere im Bürgerkrieg. Im Namen der Armee unterzeichnete er 1996 das Friedensabkommen, stolz trägt er bis heute den Spitznamen "Friedensgeneral". Menschenrechtsorganisationen werfen ihm jedoch vor, dass er während des 36 Jahre dauernden Konflikts zahlreiche Vergehen zu verantworten habe. Während des Wahlkampfs wies er die Vorwürfe zunehmend gereizt zurück. UN-Schätzungen zufolge waren in dem Bürgerkrieg 200.000 Menschen ums Leben gekommen oder verschwunden.

Wahl zwischen zwei konservativen Kandidaten

Im Februar 2001, ein Jahr nach seinem Abschied von der Armee, überlebte Pérez Molina ein Attentat, drei Tage später gründete er die Patriotische Partei (PP). Er kandidierte erstmals 2007 für das Präsidentenamt und unterlag. Pérez Molina gilt als konservativer Hardliner. Den Wahlkampf bestritt er vor allem mit dem Versprechen, mit "harter Hand" gegen die Drogenkriminalität in dem 14-Millionen-Einwohner-Land vorgehen zu wollen. In Guatemala sterben täglich im Durchschnitt etwa 18 Menschen.

Sein 41-jähriger Rivale Baldizón wurde dafür kritisiert, vom linken ins rechte politische Lager gewechselt zu haben. Zugleich setzte er sich gegen Gerüchte zur Wehr, seine Partei (LIDER) finanziere sich mit Geldern von Drogenbanden. Im Wahlkampf setzte der Unternehmer verstärkt auf populistische Themen, so kündigte er unter anderem an, häufiger die Todesstrafe verhängen zu lassen.

Für ihren Wahlkampf gaben beide Kandidaten Medienberichten zufolge zweistellige Millionenbeträge aus – in einem Land, in dem zwei der 14 Millionen Einwohner von weniger als einem Dollar pro Tag leben müssen. Beim ersten Wahldurchgang am 11. September hatte es keinen Kandidaten der regierenden Linken gegeben, nachdem Coloms Ex-Frau Sandra Torres nicht teilnehmen durfte.

Mehr als 7,3 Millionen Bürger des zentralamerikanischen Landes waren aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. Nach offiziellen Angaben lag die Beteiligung beim zweiten Wahlgang bei nur 58,4 Prozent.

 
Leser-Kommentare
  1. stellen wahrscheinlich den funktionalen Kern des amerikanischen Traums der amerikanischen Kokainelitenschickeria dar, deren Zugehörigkeit zur real-existierenden Besitzstandsfeudalelite der modernen, post-demokratischen USA das zentrale Problem der geistig-moralisch-systemischen Verwahrlosung und Verkommenheit dar, mit dem aber nicht nur die USA zu tun haben.

    Wer einmal in Europa genau hinschaut, der findet diesen heutigen, real-existierenden amerikanischen Traum ja auch in den europäischen Schickeriaeliten wieder, die allesamt zu den Kindern und Enkeln der geisitg-moralischen Wende von 1982 gehören und mit ihren morbiden Zügen einer schizoid-narzistischen Besitzstandselite längst schon wieder dabei sind, die Neuen Ghettos für die Neuen Untermenschen zu organisieren, um gegen die Gefährder unseres Systems bald auch wieder mit der "harten Hand" vorzugehen, so wie wir das in Gutatemala, Honduras, El Salvador und Nicaragua zu Zeiten der Todesschwadrone erlebt haben.

    [...]

    Gekürzt. Bitte bleiben Sie sachlich. Danke. Die Redaktion/ag

  2. Danke - Hervorragender Kommentar!

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    gilt insbesondere in den Ostküstenstaaten der USA als Geheimtipp für die dortigen Elitarier, denen der Flug nach Fernost in die erotischen Paradiese der ............ zu teuer, zu lang oder zu beschwerlich ist.

    Man reibt sich verblüfft die Augen, wenn man die Wechselbeziehungen zwischen der US-Kokain-Schickeria, der US-Waffenindustrie, den bekannten Offshore-Geldwäschebanken mit US-Share capital, den zentralamerikanischen Kindersexkriminellen, den kolumbianischen, panamesischen, guatemaltekischen, mexikanischen und US-amerikanischen Drogenhandelsorganisationen einschl. deren hochentwickelten Logistikorganisationen anschaut und die jeweiligen Wahlergebnissen in Kolumbien, Panama, Guatemala, Honduras, Mexiko etc. dazu in Beziehung setzt.

    Wir stehen dort einem ebenso ausgefeilten System von Besitzstandsinteressen gegenüber, wie in Afghanistan, wo der Krieg gegen den Terrorismus zur höchsten Entwicklungsstufe des afghanischen Mohnanbaus zur Heroinproduktion geführt hat. Wer dann auch noch nach den internationalen Finanziers der somalisch-yemenitisch-äthiopisch-eriträischen Piratenwirtschaftsclans schaut, dem wird der Atem derart stocken, dass er womöglich zu hyperventilieren beginnt.

    Im wohlverstandenen Staatsinteresse, sollten wir das aber nicht tun. Nach dem Gesetz der political correctness wäre es eine unsachliche Polemik, die mangels hinreichend zahlreicher und gleichlautender Medienpublikationen als Äußerungen von Privatpersonen nicht veröffentlichungsfähig sind. Korrekt?

    gilt insbesondere in den Ostküstenstaaten der USA als Geheimtipp für die dortigen Elitarier, denen der Flug nach Fernost in die erotischen Paradiese der ............ zu teuer, zu lang oder zu beschwerlich ist.

    Man reibt sich verblüfft die Augen, wenn man die Wechselbeziehungen zwischen der US-Kokain-Schickeria, der US-Waffenindustrie, den bekannten Offshore-Geldwäschebanken mit US-Share capital, den zentralamerikanischen Kindersexkriminellen, den kolumbianischen, panamesischen, guatemaltekischen, mexikanischen und US-amerikanischen Drogenhandelsorganisationen einschl. deren hochentwickelten Logistikorganisationen anschaut und die jeweiligen Wahlergebnissen in Kolumbien, Panama, Guatemala, Honduras, Mexiko etc. dazu in Beziehung setzt.

    Wir stehen dort einem ebenso ausgefeilten System von Besitzstandsinteressen gegenüber, wie in Afghanistan, wo der Krieg gegen den Terrorismus zur höchsten Entwicklungsstufe des afghanischen Mohnanbaus zur Heroinproduktion geführt hat. Wer dann auch noch nach den internationalen Finanziers der somalisch-yemenitisch-äthiopisch-eriträischen Piratenwirtschaftsclans schaut, dem wird der Atem derart stocken, dass er womöglich zu hyperventilieren beginnt.

    Im wohlverstandenen Staatsinteresse, sollten wir das aber nicht tun. Nach dem Gesetz der political correctness wäre es eine unsachliche Polemik, die mangels hinreichend zahlreicher und gleichlautender Medienpublikationen als Äußerungen von Privatpersonen nicht veröffentlichungsfähig sind. Korrekt?

    • m_f
    • 07.11.2011 um 8:53 Uhr

    "In Guatemala sterben täglich im Durchschnitt etwa 18 Menschen."
    Macht pro Jahr 6570 bei einer Bevölkerung von 14 Millionen während im Jahr 2010 in Deutschland 858 768 Menschen laut Statistischen Bundesamt gestorben sind - kein Wunder, dass bei uns die Bevölkerungszahlen rückläufig sind...

    • -CKV-
    • 07.11.2011 um 10:35 Uhr

    ... an den Folgen des Drogenkonsums." War vl. das gemeint?

  3. Da ich gerade vor Ort bin und mich seit Wochen mit den Wahlen beschaeftige, haben mich einige Angaben etwas verwirrt, da sie nicht mit den Informationen der guatemaltekischen Zeitungen uebereinstimmen. Diese besagten zB dass nicht die Gelder der Partei Líder, sondern die von Otto Perez mit Geldern von Drogenbanden finanziert wurden, wobei Baldizón seine Kampagne durch Spenden finanzierte.
    Dass Guatemala ein Land mit hoher Kriminalitaetsrate ist, ist sicher kein Geheimnis, auch wenn mir die Zahl von 18 Toten am Tag hoch erscheint. Nach Angaben guatemaltekischer Zeitungen ist Guatemala das 7. gefaehrlichste Land der Welt und liegt noch vor Mexiko, wobei auch hier hauptsaechlich die Hauptstadt genannt werden muss.

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    • wm71
    • 07.11.2011 um 17:31 Uhr

    Die Zahl 18 für Tote durch Gewaltverbrechen täglich ist realistisch. Vor fünf Jahren waren es offiziell in Guatemala jährlich etwa 5000 (also 15 täglich), darunter auch eine große Anzahl an Frauen. Wegen bestialischer Gewalt an Frauen ist Guatemala schon lange und immer wieder in den Medien.
    http://www.zeit.de/2007/3...

    • wm71
    • 07.11.2011 um 17:31 Uhr

    Die Zahl 18 für Tote durch Gewaltverbrechen täglich ist realistisch. Vor fünf Jahren waren es offiziell in Guatemala jährlich etwa 5000 (also 15 täglich), darunter auch eine große Anzahl an Frauen. Wegen bestialischer Gewalt an Frauen ist Guatemala schon lange und immer wieder in den Medien.
    http://www.zeit.de/2007/3...

    • wm71
    • 07.11.2011 um 17:31 Uhr

    Die Zahl 18 für Tote durch Gewaltverbrechen täglich ist realistisch. Vor fünf Jahren waren es offiziell in Guatemala jährlich etwa 5000 (also 15 täglich), darunter auch eine große Anzahl an Frauen. Wegen bestialischer Gewalt an Frauen ist Guatemala schon lange und immer wieder in den Medien.
    http://www.zeit.de/2007/3...

  4. gilt insbesondere in den Ostküstenstaaten der USA als Geheimtipp für die dortigen Elitarier, denen der Flug nach Fernost in die erotischen Paradiese der ............ zu teuer, zu lang oder zu beschwerlich ist.

    Man reibt sich verblüfft die Augen, wenn man die Wechselbeziehungen zwischen der US-Kokain-Schickeria, der US-Waffenindustrie, den bekannten Offshore-Geldwäschebanken mit US-Share capital, den zentralamerikanischen Kindersexkriminellen, den kolumbianischen, panamesischen, guatemaltekischen, mexikanischen und US-amerikanischen Drogenhandelsorganisationen einschl. deren hochentwickelten Logistikorganisationen anschaut und die jeweiligen Wahlergebnissen in Kolumbien, Panama, Guatemala, Honduras, Mexiko etc. dazu in Beziehung setzt.

    Wir stehen dort einem ebenso ausgefeilten System von Besitzstandsinteressen gegenüber, wie in Afghanistan, wo der Krieg gegen den Terrorismus zur höchsten Entwicklungsstufe des afghanischen Mohnanbaus zur Heroinproduktion geführt hat. Wer dann auch noch nach den internationalen Finanziers der somalisch-yemenitisch-äthiopisch-eriträischen Piratenwirtschaftsclans schaut, dem wird der Atem derart stocken, dass er womöglich zu hyperventilieren beginnt.

    Im wohlverstandenen Staatsinteresse, sollten wir das aber nicht tun. Nach dem Gesetz der political correctness wäre es eine unsachliche Polemik, die mangels hinreichend zahlreicher und gleichlautender Medienpublikationen als Äußerungen von Privatpersonen nicht veröffentlichungsfähig sind. Korrekt?

    Eine Leser-Empfehlung
    Antwort auf "@Rabula_Raser"
  5. was es mit dem "Imperium der Schande" auf sich hat, von dem Jean Ziegler so vielsagend geschrieben hat, dann schlägt es sicherlich 13.

    Dann besteht womöglich sogar der Verdacht, es könnte sich beim Fragesteller um einen dieser Provokateure und Grenzverletzer handeln, die schon früher das Rechtswesen und die staatliche Ruhe und Ordnung in Frage zu stellen versuchten.

    Unruhestifter. Störenfriede. Systemgefährder. Staatsfeinde.

    Bleibt nur noch der Rückgriff auf den guten alten Wilhelm Busch: Wehe, wehe, wenn ich auf das Ende sehe.

    Eine Leser-Empfehlung

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