Arabische UmbrücheIslam unter Verdacht

Religiöse Parteien haben den Ruf, demokratiefeindlich zu sein. Doch eine strikte Trennung zwischen Staat und Religion gibt es in auch in etablierten Demokratien nicht. Ein Gastbeitrag von Julia Leininger

Wahlplakate in Tunis

Vor der ersten freien Wahl in Tunesien: Wahlplakate in Tunis  |  © LIONEL BONAVENTURE/AFP/Getty Images

Spricht man im Westen von Wahlen im Zuge des arabischen Frühlings, sind die Islamisten das Topthema. Die Rolle der religiösen Parteien beschäftigt uns und vor allem die Säkularen in Nahost. Die erste Wahl fand in Tunesien statt und man fragt sich, wie moderat die islamische Enahda-Partei in Tunesien wirklich. ist. Wie ist es unter ihrer Ägide um die Trennung zwischen Religion und Staat bestellt? Droht die Enahda das demokratische Pflänzlein Tunesiens nach der Wahl im Keim zu ersticken?

Julia Leininger

ist Wissenschaftliche Mitarbeiterin der Abteilung "Governance, Staatlichkeit, Sicherheit" am  Deutschen Institut für Entwicklungspolitik (DIE). Das Deutsche Institut für Entwicklungspolitik  zählt weltweit zu den führenden Forschungsinstituten zu Fragen internationaler Entwicklungspolitik.

Neues birgt Unsicherheit – Skepsis und Angst sind verständlich. Und doch verwundert es, dass vor allem Skepsis gegenüber der Religion besteht. Ausgerechnet in Deutschland, schließlich ist die Regierungspartei "christlich" und das Grundgesetz verpflichtet sich in seiner Präambel der Verantwortung vor Gott.

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Nun mag der Leser einwenden, dass das mit dem Islam ja ganz anders sei als mit dem Christentum. Doch dabei handelt es sich um einen von drei landläufigen Irrtümern in der öffentlichen Debatte um Religion und Demokratie. Weder ist der Islam per se inkompatibel mit Demokratie, noch ist das Christentum in jedem Fall die bessere Alternative. Und die strikte Trennung zwischen Staat und Religion findet sich in kaum einem politischen System – auch und gerade nicht in den etablierten Demokratien Europas.

Keine Religion ist als solche besser oder schlechter für das Entstehen und den Fortbestand der Demokratie als die andere. Jede Religion ist in dem Maße mit einer freiheitlichen Ordnung und den universalen Menschenrechten vereinbar wie die Interpretation und das Handeln der Gläubigen es zulässt. So sind Christentum und Islam keine statischen Größen, sondern dynamische Glaubenssysteme.

Sie formen und verändern sich im Laufe der Zeit und nehmen in verschiedenen Weltregionen unterschiedliche Gestalten an. Beispielsweise folgt eine von Vodoo-Elementen begleitete katholische Messe im haitianischen Port-au-Prince zwar einer ähnlichen Liturgie wie der Gottesdienst in der bayerischen Provinz, doch unterscheiden sich die politischen Rollen religiöser Würdenträger in beiden Ländern. Ein Blick auf die Demokratisierung in beiden Staaten verdeutlicht dies.

In Indien, Indonesien und der Türkei leben 457 Millionen Muslime

Während in Haiti katholische Priester Anfang der 1990er Jahre der Befreiungstheologie folgten und die Gläubigen ihrer Gemeinden für die demokratische Sache mobilisierten, verhielt sich die katholische Kirche im Nachkriegsdeutschland eher verhalten zur Demokratie. Mehr noch die evangelische Kirche Deutschlands. Aus Angst vor der Wiederholung der Weimarer Geschichte positionierten sich viele kirchliche Vertreter gegen eine parlamentarische Demokratie und sprachen sich in innerkirchlichen Debatten für die Einführung einer konstitutionellen Monarchie aus.

Es dauerte bis in die 1950er Jahre, bis der westdeutsche Protestantismus mehrheitlich zu einer pragmatischen und mit den demokratischen Institutionen Westdeutschlands kompatiblen Haltung fand. Die deutsche Erfahrung zeigt, dass religiöse Organisationen sich der demokratischen Ordnung anpassen, sich mit ihr auseinandersetzen und diese beeinflussen können, ohne der Demokratie nachhaltig zu schaden.

Leserkommentare
  1. In einer Tagesschau wurde von der islamistischen Partei Ennahda gesprochen und gleichzeit vermerkt, dass damit nicht der islamische Fundamentalismus gemeint sei.
    Dies ist ein Widerspruch.
    Entweder spricht man einerseits von islamisch oder moslemisch oder andererseits von islamistisch. Letzteres meint die fundamentalistische Form. Islamistisch hat sich für die Partei Ennahda in den deutschen Medien durchgesetzt. So hat es sich auch in den Köpfen festgesetzt.
    Wer einmal unvoreingenommen über den Vorsitzenden der Ennahda, Rachid al-Ghannouchi bei Wikipedia nachliest, wird einen fast Liberalen vorfinden.
    Ganz allgemein zum arabischen Frühling und zu den deutschen Erwartungen: Die deutsche Revolution fand 1848 statt. Seit 1949 haben wir eine stabile Demokratie. Das, wofür die Deutschen 100 Jahre gebraucht haben, sollen die Nordafrikaner in 100 Tagen schaffen. Der Anspruch ist zu hoch. Selbst 100 Monate werden nicht reichen.

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    Das, wofür die Deutschen 100 Jahre gebraucht haben, sollen die Nordafrikaner in 100 Tagen schaffen.

    Die Westdeutschen haben sich ihre Freiheit nie erkämpft, die Ostdeutschen 1989, also eher 140 statt 100 Jahre.

  2. Wir freuen uns über Kommentare, in denen Sie argumentativ und sachlich Thesen vertreten und auf Unterstellungen verzichten. Danke, die Redaktion/fk.

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    • Seyid
    • 02. November 2011 20:31 Uhr

    Meinungsfreiheit soll nicht dazu missbraucht Beleidigungen zu äußern.
    Die Würde des Menschen ist unantastbar. Daher ist es jedermanns Pflicht die Wertigkeit und Gesinnung eines Menschen zu respektieren und diese nicht zu beleidig oder zu ächten.

    Es gibt viele Mittel Kritik zu äußern. Sie bedarf keiner Beleidigung und scharfer Provokationen.

    http://www.tagesanzeiger....

    ein sehr interessanter Artikel, der Ihnen vielleicht hilft Ihre sehr einseitigen Eindrücke zu überdenken.

    • cojoh
    • 03. November 2011 10:40 Uhr

    ...sollten Sie sie aber auch komplett lesen. Dazu reicht ja schon der erste Abschnitt Ihres Spiegel-Links: "Radikale Islamisten hetzen nun - aber andere rufen zur Ruhe." Echt blöd, das mit der differenzierten Sichtweise...

    • TheWawa
    • 02. November 2011 20:09 Uhr

    ... und wer - wie ich - die Institution "Evangelische Kirche" in Deutschland aus ihrer Innenansicht kennt, wer weiß, wie sie wirklich "tickt": der weiß auch, dass Demokratie zwar nach außen hin eilfertig vertreten und im Munde geführt wird, die Vertreter dieser Institution aber, die Amtsträger, in Wirklichkeit nicht viel davon halten. Es handelt sich vielmehr um eine Sprachregelung, man passt sich an, um zu gefallen, belächelt demokratische Prozesse aber und schaut auf sie herab. So äußerte ein Propst offen im Kreis von Vikaren, Demokratie sei für die Kirche kein Ziel an sich, man müsse halt damit leben (nur um auf Kritik hin flugs wieder umzuschwenken und gefällige Beteuerungsgesten zu vollziehen). Ich möchte mal wissen, wieviele Pfarrer es wirklich ernst mit der Demokratie meinen. Es ginge ja bei ihnen los, in ihrer eigenen Kirche, ihrer eigenen Gemeinde. Nach allem, was ich erfahren habe, lauert auch im Hintergrund unseres abendländischen Christentums ein "göttliches Gesetz" - an der kurzen Leine, gleichwohl höchst vital.

    • Seyid
    • 02. November 2011 20:31 Uhr

    Meinungsfreiheit soll nicht dazu missbraucht Beleidigungen zu äußern.
    Die Würde des Menschen ist unantastbar. Daher ist es jedermanns Pflicht die Wertigkeit und Gesinnung eines Menschen zu respektieren und diese nicht zu beleidig oder zu ächten.

    Es gibt viele Mittel Kritik zu äußern. Sie bedarf keiner Beleidigung und scharfer Provokationen.

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    • Hugo N
    • 02. November 2011 20:57 Uhr

    Wo sehen Sie die Meinungsfreiheit überschritten, Seyid?

    Zum Thema Scharia und Demokratie:

    Die Gründe die in Deutschland zur Abschaffung der Körperstrafen führten sind nach wie vor zutreffend. Und diese Gründe sind rational nachvollziehbar und die Folge einer gesamtgesellschaftlichen Entwicklung.

    Für die Scharia kann man als Moslem allenfalls anführen, dass diese der offenbarte Wille Gottes sei und sich somit einer Diskussion über Sinn und Unsinn entzöge.

    Für Nicht-Moslems, dass ist nach wie vor die Mehrheit in Deutschland, ist diese Offenbarung aber nicht maßgeblich und steht gleichwertig in einer Reihe mit den Offenbarungen / Erkenntnissen des Christentums, der Mormonen, Zeugen Jehovas, Scientology, des Buddhismus, Hinduismus ...

    • Sikasuu
    • 02. November 2011 23:46 Uhr

    Zitat Seyid ....Meinungsfreiheit soll nicht dazu missbraucht Beleidigungen zu äußern.
    Die Würde des Menschen ist unantastbar. Daher ist es jedermanns Pflicht die Wertigkeit und Gesinnung eines Menschen zu respektieren und diese nicht zu beleidig oder zu ächten.
    ####
    Hab mal mit Jugendlichen gearbeitet. Da waren Sätze:
    Zitate (bitte stehen lassen)
    "Du Arsch!"
    "Fick dich ins Knie!"
    ...
    je nach Tonfall und Zusammenhang liebevoll bis Standardsprüche.
    .
    Ich war auch in Gegenden, da war das zeigen der Schuhsohlen oder den Kopf drehen nach einer vorbeikommenden Frau "Massive Angriffe auf die Ehre!"
    .
    Das Problem steckt im Detail UND in der Gesellschaft in der ich mich bewege.
    .
    Wenn ich mich an der Ostsee oder hier in einer Sauna bin, zieh ich mich aus. Da müssen Gäste aushalten! Sie müssen nicht hinschauen, können weg gehen!
    .
    Wenn ich in Kurdistan, Afghanistan oder... bin, hock ich auf den Fersen damit mein Gastgeber nicht durch meine "Fusssohlen" beleidigt wird.
    .
    Hast du verstanden. masgebend für Verhalten (Beleidigung, Ehrverletzung.... ist immer das Empfinden der Mehrheit in der ich mich bewege.
    .
    Menschlich wird es dann, wenn ich dem "Gast" auch einiges Nachsehe weil er es nicht gelernt hat.
    .
    Jemand der zu Besuch ist und das "Maghrib" auf einer vielbefahrenen Strasse betet. Nun gut.. man sagts ihm, er wird es verstehen. Wer 2 Jahre hier lebt und das tut......:-((
    .
    "Öffne dem Gast dein Haus, sehe im sein Ungeschick nach!" selbst Ungläubigen soll man den "Zakat" gewähren :-)

    • J.E.B.
    • 03. November 2011 7:01 Uhr

    ...zu äußern"

    Glücklicherweise bestimmt nicht der sich beleidigt "Fühlende", was eine Beleidigung ist, sondern wird im Streitfall von einem Gericht festgestellt.

    Wenn allerdings der sich beleidigt Fühlende zur Selbstjustiz schreitet, wird sich sicher kein Gericht mehr mit einer möglichen Beleidigung seiner Person befassen, sondern nur noch mit seiner Tat.

    • genius1
    • 09. November 2011 9:17 Uhr

    Mit dem gesunden Menschenverstsand ist das so eine Sache!

  3. 5. .....

    http://www.tagesanzeiger....

    ein sehr interessanter Artikel, der Ihnen vielleicht hilft Ihre sehr einseitigen Eindrücke zu überdenken.

    • WiKa
    • 02. November 2011 20:51 Uhr

    … mit die Überschrift würde ich mal anfangen. So zutreffend die Feststellungen in dem Beitrag auch sind, haben wir offenbar mehr Probleme mit der Demokratie als mit dem Islam. Deshalb sollte ich der Blick eher dahin richten, auf die spürbare Entdemokratisierung.

    Wie demokratisch waren denn jetzt die „demokratischen Überfälle“ auf den Irak, Afghanistan und Libyen? Wir schaufeln uns gerade selber das eigene Grab. Würden wir solche Aktionen unterlassen, dann stünde sicherlich auch nicht „der Islam unter Verdacht“.

    Wollen wir das Spiel einmal umdrehen, in Richtung Gottesstaatlichkeit? „Aufbauhilfen für neue Gottesstaaten Tunesien und Libyen“ … Link (die satirische Verklärung unserer eigenen Position).

    Fazit: Durch unser eigenes Verhalten kommen wir erst dazu den Islam zu verdächtigen, der am Ende aber nicht weniger verdächtig ist als die blutverschmierte Geschichte des Christentums … mit dem einen kleinen Unterschied, dass wir uns wohl doch für humanitärer, aufgeklärter und besser halten und uns darüber hinaus, wie eingangs erwähnt, gerade den eigenen Ast - den der Demokratie absägen. Vermutlich wäre es besser wir würden uns mal um unsere eigenen Probleme kümmern, statt immer nur in fremde Länder zu schauen und dort wirken zu wollen. Das bedeutet auch, manch schmerzliche Entwicklung dort mit anzusehen und nicht als Gutmenschen dort noch das Leid zu vergrößern.

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    • Seyid
    • 03. November 2011 18:04 Uhr

    Moral unterscheidet sich von Gruppierung zu Gruppierung. Da gebe ich Ihnen recht.
    Doch ein Minimalkonsens an Moral muss gegeben sein, ansonsten ist eine vernünftige Verständigung zwischen Kulturen unmöglich.
    Sowie der Gast aus Respekt und Achtung der dort geltenden Kultur sich anpasst um die dort lebende Gesellschaft nicht in irgendeiner Form zu beleidigen, so wird auch die Gesellschaft im Namen der Gastfreundschaft seinen Gast in seiner sittlichen und geistigen Haltun respektieren und achten. Und dies sollte in einem gesunden Maße geschehen.
    Dazu ist der Wert Toleranz wichtig. Wer aber meinen müsste ohne eine gute Absicht schwere Beleidigung und Provokationen äußern zu müssen und sich über die kulturelle Auffassung der dort lebenden Gesellschaft bewusst ist, kann doch nicht wirklich erwarten, dass man Verständnis für sein schlechtes Verhalten entgegen bringt.
    Sicherlich; es wird Menschen geben die selbst dann sich mit diesem an einem Tisch setzen und mit aller Höfflichkeit und Respekt versuchen ihm klar zu machen, er möge doch bitte nicht wieder so beleidigend und provokant sein. Denn das störe die Kommunikation zueinander.
    Wenn er es dann noch immer nicht verstanden hat... Was soll man dann nach ihrer Ansicht tun?
    Ich jedenfalls weiß es nicht.

    • Hugo N
    • 02. November 2011 20:57 Uhr

    Wo sehen Sie die Meinungsfreiheit überschritten, Seyid?

    Zum Thema Scharia und Demokratie:

    Die Gründe die in Deutschland zur Abschaffung der Körperstrafen führten sind nach wie vor zutreffend. Und diese Gründe sind rational nachvollziehbar und die Folge einer gesamtgesellschaftlichen Entwicklung.

    Für die Scharia kann man als Moslem allenfalls anführen, dass diese der offenbarte Wille Gottes sei und sich somit einer Diskussion über Sinn und Unsinn entzöge.

    Für Nicht-Moslems, dass ist nach wie vor die Mehrheit in Deutschland, ist diese Offenbarung aber nicht maßgeblich und steht gleichwertig in einer Reihe mit den Offenbarungen / Erkenntnissen des Christentums, der Mormonen, Zeugen Jehovas, Scientology, des Buddhismus, Hinduismus ...

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    • Seyid
    • 03. November 2011 17:18 Uhr

    Meiner Meinung nach wird Meinungsfreiheit dann überschritten, wenn man sich über die Schwächen und Fehler eines Menschen amüsiert oder ihn ins lächerliche zieht. Wenn man nicht die gute Absicht hat eine faire Lösung bzw. einen Kompromiss zu finden.

    Zur Scharia will ich mich nicht äußern, da es nicht das Thema in meinem ersten Kommentar war.

    • Sikasuu
    • 02. November 2011 23:46 Uhr

    Zitat Seyid ....Meinungsfreiheit soll nicht dazu missbraucht Beleidigungen zu äußern.
    Die Würde des Menschen ist unantastbar. Daher ist es jedermanns Pflicht die Wertigkeit und Gesinnung eines Menschen zu respektieren und diese nicht zu beleidig oder zu ächten.
    ####
    Hab mal mit Jugendlichen gearbeitet. Da waren Sätze:
    Zitate (bitte stehen lassen)
    "Du Arsch!"
    "Fick dich ins Knie!"
    ...
    je nach Tonfall und Zusammenhang liebevoll bis Standardsprüche.
    .
    Ich war auch in Gegenden, da war das zeigen der Schuhsohlen oder den Kopf drehen nach einer vorbeikommenden Frau "Massive Angriffe auf die Ehre!"
    .
    Das Problem steckt im Detail UND in der Gesellschaft in der ich mich bewege.
    .
    Wenn ich mich an der Ostsee oder hier in einer Sauna bin, zieh ich mich aus. Da müssen Gäste aushalten! Sie müssen nicht hinschauen, können weg gehen!
    .
    Wenn ich in Kurdistan, Afghanistan oder... bin, hock ich auf den Fersen damit mein Gastgeber nicht durch meine "Fusssohlen" beleidigt wird.
    .
    Hast du verstanden. masgebend für Verhalten (Beleidigung, Ehrverletzung.... ist immer das Empfinden der Mehrheit in der ich mich bewege.
    .
    Menschlich wird es dann, wenn ich dem "Gast" auch einiges Nachsehe weil er es nicht gelernt hat.
    .
    Jemand der zu Besuch ist und das "Maghrib" auf einer vielbefahrenen Strasse betet. Nun gut.. man sagts ihm, er wird es verstehen. Wer 2 Jahre hier lebt und das tut......:-((
    .
    "Öffne dem Gast dein Haus, sehe im sein Ungeschick nach!" selbst Ungläubigen soll man den "Zakat" gewähren :-)

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    • Seyid
    • 03. November 2011 18:08 Uhr

    An die Redaktion: Ich wäre ihnen sehr verbunden, wenn sie mein obigeres Kommentar löschen würden, da ich dem falschen User geantwortet habe. Tut mir leid für die Unannehmlichkeiten.

    Moral unterscheidet sich von Gruppierung zu Gruppierung. Da gebe ich Ihnen recht.
    Doch ein Minimalkonsens an Moral muss gegeben sein, ansonsten ist eine vernünftige Verständigung zwischen Kulturen unmöglich.
    Sowie der Gast aus Respekt und Achtung der dort geltenden Kultur sich anpasst um die dort lebende Gesellschaft nicht in irgendeiner Form zu beleidigen, so wird auch die Gesellschaft im Namen der Gastfreundschaft seinen Gast in seiner sittlichen und geistigen Haltun respektieren und achten. Und dies sollte in einem gesunden Maße geschehen.
    Dazu ist der Wert Toleranz wichtig. Wer aber meinen müsste ohne eine gute Absicht schwere Beleidigung und Provokationen äußern zu müssen und sich über die kulturelle Auffassung der dort lebenden Gesellschaft bewusst ist, kann doch nicht wirklich erwarten, dass man Verständnis für sein schlechtes Verhalten entgegen bringt.
    Sicherlich; es wird Menschen geben die selbst dann sich mit diesem an einem Tisch setzen und mit aller Höfflichkeit und Respekt versuchen ihm klar zu machen, er möge doch bitte nicht wieder so beleidigend und provokant sein. Denn das störe die Kommunikation zueinander.
    Wenn er es dann noch immer nicht verstanden hat... Was soll man dann nach ihrer Ansicht tun?
    Ich jedenfalls weiß es nicht.

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