Nahost-KonfliktIsraelischer Militärschlag gegen Iran rückt näher

Der Konflikt spitzt sich zu: Ein Angriff Israels auf Iran wird wahrscheinlicher. Zugleich zähle Israel auf internationale Unterstützung, bekräftigte Staatschef Peres. von dpa und AFP

Der israelische Staatspräsident Schimon Peres

Der israelische Staatspräsident Schimon Peres   |  © AFP/Freier Fotograf

Ein Militärschlag Israels und anderer Staaten gegen das iranische Atomprogramm wird nach Einschätzung des israelischen Präsidenten Schimon Peres immer wahrscheinlicher. "Die Geheimdienste aller Länder wissen, dass die Zeit abläuft und warnen ihre Führer", zitierte die Zeitung Haaretz aus einem Fernsehinterview mit dem Staatschef. Iran könne schon in sechs Monaten eine Atombombe haben.

Auf die Frage, ob die Situation sich eher in Richtung einer militärischen Konfrontation statt einer diplomatischen Lösung bewege, antwortete Peres: "Ich glaube, ja. Die Geheimdienste vieler Länder sehen die Uhr ticken und warnen ihre Regierungen, dass es nicht mehr viel Zeit gibt." Israel und andere westliche Staaten vermuten seit langem, dass Iran unter dem Deckmantel eines zivilen Atomprogramms auch Atombomben entwickelt. Iran hat das stets bestritten und für den Fall eines Angriffs eine "apokalyptische" Antwort angedroht.

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Peres sagte weiter, die Welt sei nun gegenüber Israel in der Pflicht, die iranischen Atombestrebungen zu stoppen: "In der noch verbleibenden Zeit müssen wir die anderen Staaten der Welt zum Handeln drängen und ihnen sagen, dass es nun Zeit ist, die uns gegebenen Versprechen einzulösen, ihre Pflicht entweder durch harsche Sanktionen oder durch militärisches Handeln zu erfüllen." Hierbei könnte es nicht reichen, Sanktionen zu verhängen, sagte Peres.

Israel testet Langstreckenrakete

Die Diskussion über einen Militärschlag hat in Israel in den vergangenen Tagen an Brisanz gewonnen. Mehrere Medien hatten berichtet, Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und Verteidigungsminister Ehud Barak bemühten sich um die Zustimmung der übrigen Kabinettsmitglieder zu einem Angriff. Zudem hatte das israelische Militär in der vergangenen Woche eine Langstreckenrakete getestet – was ebenfalls als Drohsignal in Richtung Teheran gewertet wurde.

Im Land wird schon seit mehr als einer Woche eine intensive Debatte über das Für und Wider eines Militärschlags gegen Iran diskutiert. Die Bevölkerung ist einer Umfrage zufolge in diesem Thema gespalten. So haben die Menschen in Israel einerseits Angst, dass der ihrem Land extrem feindlich eingestellte Iran Atomwaffen erlangen könnte. Andererseits fürchten viele auch die unkontrollierbaren Folgen eines militärischen Vorgehens Israels, das einen Flächenbrand in der gesamten Region auslösen könnte.

Immer wieder wurde in diesem Zusammenhang auf einen Bericht der internationalen Atomenergiebehörde IAEA in Wien hingewiesen, der kommende Woche vorgelegt werden soll. Die darin womöglich enthaltenen Feststellungen zum iranischen Atomprogramm seien von großer Bedeutung für das weitere Vorgehen, hieß es in israelischen Medienberichten.

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Leserkommentare
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    • rugero
    • 06. November 2011 11:24 Uhr

    Israel wird sich nicht trauen ohne den Segen der Schutzmacht USA irgendwen anzugreifen. Ein Schlag gegen die Atomindustrie des Iran birgt die Gefahr eines Krieges in sich, den sich die USA als Pleitenation Nummer eins derzeit überhaupt nicht mehr leisten können.

    Herr Netanjahu und Konsorten spielen mit den Muskeln, drohen mit Krieg und bauen neue Siedlungen auf besetztem Land. Damit wird die Angst vertuscht, die sie vor den sich verändernden Verhältnissen im Nahen Osten haben. Die israelische Regierung sieht leider immer noch nicht ein, daß das Rambospiel keine langfristig tragfähige Lösung bringt.

  2. es gibt in diesem Forum gebildete, gut informierte, sachliche und höfliche Israelfreunde, mit denen jederzeit ein für alle Seiten erkenntnisstiftender Austausch möglich ist. Z.B. dr. sammet ist einer davon, Sie zu meinem Bedauern nicht.

    Was Sie nachhaltig nicht zu begreifen scheinen, ist u.a. meine Motivation zu Israelkritik - dazu hat Carolin Emcke in 'Von den Kriegen' treffend formuliert: 'Mein solidarisches Verhältnis zu Israel macht mich nicht blind und taub für israelische Vergehen. Im Gegenteil. Was die in Teilen schrille Debatte um Antisemitismus und Antizionismus vernachlässigt, ist jene Kritik, die in emotionaler Nähe und Sorge um Israel, nicht in antisemitischer Verachtung oder Verweigerung des Existenzrechts gründet.'

    Meinen Eindruck Ihrer Unwissenheit habe ich jeweils mit validen Quellen gestützt, während Sie u.a. Fox News verlinkten, ayayay. Daß Sie sich rassistischer Muster bedienen, ist offenkundig und für jeden hier nachlesbar. Bitte orientieren Sie sich darüber selbst mit Hilfe der allgemein verwendeten Rassismus-Definition von Albert Memmi http://www.dir-info.de/do...
    Über politische Zugehörigkeiten anderer Nutzer mutmaße ich aus Prinzip niemals.

    Sie möchten die israelischen Bemühungen um bezahlte Beeinflussung öffentlicher Diskussionen leugnen? Das passte zwar ins Bild, wäre aber in der Tat peinlich - für Sie. Als zunehmend peinlich für Sie empfinde ich auch Ihre persönlichen Beleidigungen, Unterstellungen, Klitterungen.

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    Hier noch mal zum Mitschreiben: Die Übersetzung: "Israel muss von der Landkarte getilgt werden." ist eine bösartige Fälschung. Die richtige Übersetzung lautet:

    "Das Besatzungsregime Israels muss Geschichte werden."

    Dieser "Fehler" wurde von ZDF-Intendant Markus Schächter offiziell zugegeben: "Sie kritisieren...dass die Rede des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad falsch übersetzt worden sei. Wir können Ihrer Kritik zustimmen und auch unsere Recherchen kommen zu dem gleichen Ergebnis."

    http://www.vm2000.net/47/...

    Es ist traurig, dass trotzdem in deutschen Medien und auch im Zeit-Forum immer wieder die bösartige Unterstellung auftaucht, Ahmadinedschad hätte gesagt, er wolle Israel vernichten.

    Trotz offizieller Berichtigung von höchster Stelle (die natürlich viel weniger öffentliche Aufmerksamkeit als die Verleumdung bekommen hat) handelt es sich um einen sehr gelungenen Akt perfider Kriegspropaganda.

  6. "Es gibt nämlich einen Atomwaffensperrvertrag. Darin verpflichten sich in Art. I-III diejenigen Staaten, welche keine Atomwaffen haben, Atomkraft nur zivil zu nutzen. Iran hat den Vertrag unterschrieben, somit gilt pacta sunt servanda. Iran darf nur zivil nutzen, und wenn es dies nicht tut oder dies überprüfen lässt, verstößt es gegen geltende Verträge. Das hat mit Religion oder Vorbehalten gegen bestimmte Religionen rein gar nichts zu tun."

    Was Sie nicht erwähnen ist, dass Israel den Vertrag bis heute nicht unterzeichnet hat. Vor allem erwähenn Sie aber nicht, dass der Atomwaffensperrvertrag die bestehenden Atommächte zur vollständigen Abrüstung verpflichtet; seit 1968 keine Spur davon.

    Dieser Vertrag war von Anfang an eine Farce, den seit über 40 Jahren kein Staat der Welt richtig ernst nimmt. Sowas als Argument gegen den Iran anzuführen ist einfach unglaublich. Und so einen Kommentar empfiehlt auch noch die Redaktion .. na dann: auf in den nächsten "gerechten Krieg".

    Antwort auf "6David_Mischling"
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    Wenn Sie nicht nur meinen Kommentar zur Einhaltung des Atomwaffensperrvertrages gestern früh, sondern auch die Erläuterung drei Kommentare später für Nichtjuristen - was selbstverständlich keine Schande ist - gelesen hätten, dann würden Sie verstehen, dass der erste Kommentar eine in sich logische Schlussfolgerung enthält.

  7. nicht nur über die taz (in ihrer Verbindung mit Le monde diplomatique, eines der besten Medien für Außenpolitik überhaupt), sondern auch über Die Zeit informieren. Hier schreiben Journalisten mit höchst unterschiedlichem politischem Background, was dem aufmerksamen Leser ermöglichen würde, sich eine eigene Meinung aus den sehr unterschiedlichen Sichtweisen zu bilden. Aber Sie bevorzugen ja Fox News...;-)...

    Antwort auf "propaganda"
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    Was mir immer wieder neu auffällt, liebe Dame, ist, daß Sie gerne den Oberlehrer heraushängen und Ihre eigene Wissenslektüre wie Sauermilch eben, propagieren, eben.
    Auffällig dabei ist die immer geradlinig einseitige Ausrichtung Ihrer Abnick- Lektüre.
    Es reicht Manchem nicht, sich in dem Gelesenen immer wieder neu selbst zu entdecken. Manche brauchen die Herausforderung, in dem Gelesenen sich damit auch und immer wieder neu, kritisch auseinander setzen zu müssen.
    Sie können wunderbar über eine 50-Seiten- Diskussion immer wieder neu z.B. die isaelischen Greuel vor der Staatsgründung ausbreiten und hineinbohren um aufzuzeigen, wie verdammenswert dieser Staat doch schon von Grund auf einzugliedern ist.
    Wenn man Ihnen dann z.B. eine Gesamtauflistung zupostet, eben auch mit den in zeitlicher gemeinsamer Auflistung durchgeführter arabischseitiger Greueltaten (heute verkürzt man auf palästinensisch)
    dann kommt Ihre Gegenantwort: Ja, haben Sie gelesen, das Massaker der Israelis dort, das war ausschlaggebend für den heute noch existierenden Rundumhass gegen Israel in der Region.
    Und dann verkaufen Sie sich und Ihre Rundum-Einseitigkeits-Blickrichtung wieder als wertneutrale differenzier Sicht auf die Vorgänge vor Ort.
    Man kann seinen Kompass danach ausrichten, so punktgenau ist die Essenz der Ausrichtung Ihrer Lektüre- Angebote: Da habe ich genickt, lesen Sie es und wir nicken gemeinsam.
    Das klappt eben nicht immer - bitte etwas mehr Herausforderung an die differenzierte Sichtweise.

  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, AFP
  • Schlagworte Iran | Schimon Peres | Benjamin Netanjahu | Bevölkerung | Ehud Barak | Israel
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