AtomstreitDrohungen statt Bomben gegen Iran

Israels Kriegsdrohungen gegen Iran haben ein Ziel: Schärfere Sanktionen gegen Teheran vor der UN durchzusetzen. Klar ist: Ein Militärschlag ginge nur mit Hilfe der USA.

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und Verteidigungsminister Ehud Barak drängen Israels siebenköpfige Regierungsspitze seit Längerem, einen Angriffsplan auf Iran zu genehmigen. Doch noch immer scheint eine knappe Mehrheit in diesem Gremium dagegen zu sein. Außerdem setzte sich Barak am Sonntag in einem Interview mit der BBC von seiner eigenen ultimativen Angriffsforderung etwas ab: "Genügend lähmende Sanktionen" könnten die iranischen Atomambitionen stoppen, doch "keine Option sollte vom Tisch genommen werden".

Staatspräsident Schimon Peres, seines Zeichens Friedensnobelpreisträger, mahnte am Sonntag: "Viele Anführer von verschiedenen Staaten versprachen zu verhindern, dass der Iran nukleare Waffen erhält. Wir müssen nun von ihnen verlangen, diese Verpflichtungen einzuhalten." Ganz offensichtlich haben Netanjahu und sein ultranationalistischer Außenminister Avigdor Lieberman Peres als Israels einzigen international hoch angesehenen Staatsmann an die weltpolitische Front geschickt, um weitere Sanktionen gegen Iran einzuholen.

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Nicht nur politische oder militärische Optionen

Wenn am Mittwoch der Iran-Report der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) tatsächlich feststellen wird, dass sich der Verdacht verdichtet, Iran strebe den Bau von Atombomben an, wird die internationale Gemeinschaft nicht umhinkommen, Teheran stärker in den Würgegriff zu nehmen. Gefordert sind aus israelischer Sicht dabei insbesondere die USA und die führenden EU-Staaten, also auch oder vor allem Deutschland. Israel wird nicht auf eine militärische Konfrontation setzen, wenn sofort schärfste Sanktionen gegen Iran verhängt werden.

Ihre militärischen Fähigkeiten zu einem Angriff hat Israels Armee in der vergangenen Woche mehrfach getestet. Demonstrativ getestet wurde der Abschuss eines ballistischen Geschosses mit großer Reichweite. Über Sardinien wurde im Verlauf eines Manövers das Auftanken von Bomberflugzeugen geübt. Schließlich wurde im Landeszentrum eine Luftschutzübung abgehalten, bei der man von einem Angriff mit unkonventionellen Waffen ausging.

Aber es gibt nicht nur politische oder militärische Optionen. So wurden in den vergangenen Monaten gleich mehrere führende iranische Atomexperten Opfer von Unfällen oder mutmaßlichen "Unfällen". Außerdem verzeichnete Iran etliche unerklärliche Störungen an seinen Rüstungsanlagen. Hinter all dem vermuten die Experten den israelischen Geheimdienst Mossad.

Leser-Kommentare
  1. Glaubt man den Darstellungen der Amerikaner und Israelis, wird Iran die erste Nuklearwaffe, die dort hergestellt wird, sofort gegen Israel zum Einsatz bringen. Innerhalb von sechs Monaten soll es soweit sein.

    Erstens: selbst wenn die Iraener einen atomaren Sprengsatz herstellen - das ist noch lange keine Bombe, denn dazu gehört ein funktionierendes Trägersystem. Das ist viel schwieriger herzustellen (Trägersystem? Reichweite? Präzision? Zuverlässigkeit?); bis es soweit ist, wird der Iran doch sicher einmal so eine Konstruktion testen, oder? Das wird man dann sicher merken.

    Zweitens: falls der Iran eine Bombe baut - Israel hat 200+ (nach vorsichtigen Schätzungen). Anscheinend vertraut man dem jahrzehntelang validen System der Abschreckung, das im Klaten Krieg doch Grundlage der atomaren Arsenale war, hier überhaupt nicht. Warum nicht?

    Drittens: Warum ist die Iranische Propaganda von einem Vergeltungsschlag (dem ein israelischer Angriff vorausgegangen ist - daher Vergeltung) schlimmer als die israelische, die ganz offen mit einem Angriff droht?
    Warum ist ein Angriff, mithin ein Angriffskrieg, von israelischer Seite auf den Iran anscheinend weniger schlimm als das Schreckensszenario eines iranischen Angriffs auf Israel? Warum ist das eine ok, während das andere so furchtbar schlimm sein soll?

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    "Anscheinend vertraut man dem jahrzehntelang validen System der Abschreckung, das im Klaten Krieg doch Grundlage der atomaren Arsenale war, hier überhaupt nicht. Warum nicht?"

    Von 1947 bis 1991 war das internationale System durch Bipolarität gekennzeichnet. Es gab somit zwei Hegemonialmächte, die durch Hochrüstung ein Mächtegleichgewicht schufen. Dieses bipolare System war übersichtlich, da sich prinzipiell zwei Mächte/Blöcke gegenüberstanden. Nach dem Ende des Kalten Krieges entwickelte sich das internationale System hin zu einem Multipolaren. Nun gibt es mehrere einflussreiche Mächte, die Atomwaffen besitzen und eventuell einsetzen würden. Die Übersichtlichkeit ist nicht mehr gegeben und Handlungen von Staaten vorherzusagen wurde fast unmöglich. Die Gefahr eines atomaren Kreiges steigt umso mehr, je mehr "irrationale" Mächte - wie Nordkorea und der Iran - Nuklearwaffen besitzen.

    ein iranischer "Angriffskrieg" gegen Israel nur dann geführt werden würde wenn der Iran im Besitz nuklearer Waffen bzw. geeigneter Trägersysteme ist. Folglich wäre ein iranischer Angriffskrieg gleichzusetzen mit einem Atomkrieg was trotz der schrecklichen Gräultaten eines Krieges immer noch ein qualitativer Unterschied zu einem "konventionellen" Militärschlag Israels ist.

    Desweiteren ist der Iran sobald er über Nuklearsprengköpfe verfügt vielleicht nicht unmittelbar in der Lage Israel zu attackieren, sehr wohl aber eine gefährliche Machtstellung im Nahen Osten zu erreichen, was Saudi Arabien wiederum nicht hinnehmen würde und ebenfalls eine Atombombe fordern würde.
    Wären wir schon bei zwei weiteren Staaten die diese perverse Waffe im besitz hätten.

    Außerdem droht irans Präsident in seinen Reden auch mal gerne mit der kompletten Auslöschung Israels, dass sich eine Israeli bedroht fühlen darf und einen Präventivkrieg zumindest in Erwägung zieht darf wohl als zumindest nachvollziehbar angesehen werden.

    Meiner Meinung nach sollte nicht auch nur noch ein Staat in den Besitz dieser Waffe gelangen, völlig egal wo, welches System oder welche Gesetzeslage. Die Menschen fühlen sich anscheinend zu sicher, wir sollten dankbar sein dass bisher kein Atomkrieg stattgefunden hat, und nicht zusehen wie genau dieser riskiert wird.

    "Anscheinend vertraut man dem jahrzehntelang validen System der Abschreckung, das im Kalten Krieg doch Grundlage der atomaren Arsenale war, hier überhaupt nicht. Warum nicht?"

    Selbstmordattentate, wie sie auch von der iranisch kontrollierte Hisbollah eingesetzt werden, den Verdacht aufkommen lassen, dass Abschreckung hier eine andere Bedeutung hat.

    "Anscheinend vertraut man dem jahrzehntelang validen System der Abschreckung, das im Kalten Krieg doch Grundlage der atomaren Arsenale war, hier überhaupt nicht. Warum nicht?"

    Während des Kalten Krieges war ein möglicher Erstschlag frühzeitig erkennbar. Der Nordatlantik war mit Sonarbojen besät und Spionagesateliten hätten jeden Raketenstart auf der Welt sofort als solchen erkannt (es gab sogar automatische Systeme, die den Gegenschlag eingeleitet hätten). Das wissen um den Gegenschlag hat also den Erstschlag verhindert. Das müsste Israel dazu bringen, den Iran zu respektieren - und umgekehrt!

    • Afa81
    • 09.11.2011 um 12:24 Uhr

    "Drittens: Warum ist die Iranische Propaganda von einem Vergeltungsschlag (dem ein israelischer Angriff vorausgegangen ist - daher Vergeltung) schlimmer als die israelische, die ganz offen mit einem Angriff droht?
    Warum ist ein Angriff, mithin ein Angriffskrieg, von israelischer Seite auf den Iran anscheinend weniger schlimm als das Schreckensszenario eines iranischen Angriffs auf Israel? Warum ist das eine ok, während das andere so furchtbar schlimm sein soll?"

    Also, Bunkerbuster auf eine unterirdische Atomanlage ist in meinen Augen wirklich nicht so schlimm,
    wie ein Atomschlag gegen ein Land auf eine Stadt. Ich denke mal nicht, dass man solche Waffen auf Kuhherden schmeißt.

    Die ersten beiden Punkte sind schon einleuchtend. Ich glaube jedoch, dass der Punkt Präzision bei einem nuklearen Sprengkopf nicht so hohe Priorität hat...

    Die IAEA spricht nur Vermutungen aus. Handfeste Beweise gibt es nicht. Das erinnert leider allzusehr an Bush`s und Powell´s ähnliche "Beweise" in Sachen Irak. Man sollte einfach nur 1 und 1 zusammenzählen. Die USA ziehen sich aus dem Irak zurück. Auf einmal geht das, wo es doch immer hieß, erst nachdem sichergestellt ist, dass dort "demokratische" Verhältnisse herrschen. Gibt es die dort inzwischen? Weit entfernt. Man braucht offensichtlich diese Kräfte zum nächsten Schlag. Macht auch Sinn, denn dann hat man die gesamte Golf-Region unter Kontrolle. Es glaubt doch wohl keiner, dass die GI´s aus Saudi-Arabien abziehen werden, solange es dort noch Öl gibt. Die USA brauchen das Öl. Zum einen, weil sich die eigenen Vorräte erschöpfen. Dazu ein Blick in die Statistik der USA unter Crude-Oil. Zum anderen, um die desaströse Handelsbilanz nicht noch weiter zu belasten. Ist zu begreifen das denn so schwer?

    "Anscheinend vertraut man dem jahrzehntelang validen System der Abschreckung, das im Klaten Krieg doch Grundlage der atomaren Arsenale war, hier überhaupt nicht. Warum nicht?"

    Von 1947 bis 1991 war das internationale System durch Bipolarität gekennzeichnet. Es gab somit zwei Hegemonialmächte, die durch Hochrüstung ein Mächtegleichgewicht schufen. Dieses bipolare System war übersichtlich, da sich prinzipiell zwei Mächte/Blöcke gegenüberstanden. Nach dem Ende des Kalten Krieges entwickelte sich das internationale System hin zu einem Multipolaren. Nun gibt es mehrere einflussreiche Mächte, die Atomwaffen besitzen und eventuell einsetzen würden. Die Übersichtlichkeit ist nicht mehr gegeben und Handlungen von Staaten vorherzusagen wurde fast unmöglich. Die Gefahr eines atomaren Kreiges steigt umso mehr, je mehr "irrationale" Mächte - wie Nordkorea und der Iran - Nuklearwaffen besitzen.

    ein iranischer "Angriffskrieg" gegen Israel nur dann geführt werden würde wenn der Iran im Besitz nuklearer Waffen bzw. geeigneter Trägersysteme ist. Folglich wäre ein iranischer Angriffskrieg gleichzusetzen mit einem Atomkrieg was trotz der schrecklichen Gräultaten eines Krieges immer noch ein qualitativer Unterschied zu einem "konventionellen" Militärschlag Israels ist.

    Desweiteren ist der Iran sobald er über Nuklearsprengköpfe verfügt vielleicht nicht unmittelbar in der Lage Israel zu attackieren, sehr wohl aber eine gefährliche Machtstellung im Nahen Osten zu erreichen, was Saudi Arabien wiederum nicht hinnehmen würde und ebenfalls eine Atombombe fordern würde.
    Wären wir schon bei zwei weiteren Staaten die diese perverse Waffe im besitz hätten.

    Außerdem droht irans Präsident in seinen Reden auch mal gerne mit der kompletten Auslöschung Israels, dass sich eine Israeli bedroht fühlen darf und einen Präventivkrieg zumindest in Erwägung zieht darf wohl als zumindest nachvollziehbar angesehen werden.

    Meiner Meinung nach sollte nicht auch nur noch ein Staat in den Besitz dieser Waffe gelangen, völlig egal wo, welches System oder welche Gesetzeslage. Die Menschen fühlen sich anscheinend zu sicher, wir sollten dankbar sein dass bisher kein Atomkrieg stattgefunden hat, und nicht zusehen wie genau dieser riskiert wird.

    "Anscheinend vertraut man dem jahrzehntelang validen System der Abschreckung, das im Kalten Krieg doch Grundlage der atomaren Arsenale war, hier überhaupt nicht. Warum nicht?"

    Selbstmordattentate, wie sie auch von der iranisch kontrollierte Hisbollah eingesetzt werden, den Verdacht aufkommen lassen, dass Abschreckung hier eine andere Bedeutung hat.

    "Anscheinend vertraut man dem jahrzehntelang validen System der Abschreckung, das im Kalten Krieg doch Grundlage der atomaren Arsenale war, hier überhaupt nicht. Warum nicht?"

    Während des Kalten Krieges war ein möglicher Erstschlag frühzeitig erkennbar. Der Nordatlantik war mit Sonarbojen besät und Spionagesateliten hätten jeden Raketenstart auf der Welt sofort als solchen erkannt (es gab sogar automatische Systeme, die den Gegenschlag eingeleitet hätten). Das wissen um den Gegenschlag hat also den Erstschlag verhindert. Das müsste Israel dazu bringen, den Iran zu respektieren - und umgekehrt!

    • Afa81
    • 09.11.2011 um 12:24 Uhr

    "Drittens: Warum ist die Iranische Propaganda von einem Vergeltungsschlag (dem ein israelischer Angriff vorausgegangen ist - daher Vergeltung) schlimmer als die israelische, die ganz offen mit einem Angriff droht?
    Warum ist ein Angriff, mithin ein Angriffskrieg, von israelischer Seite auf den Iran anscheinend weniger schlimm als das Schreckensszenario eines iranischen Angriffs auf Israel? Warum ist das eine ok, während das andere so furchtbar schlimm sein soll?"

    Also, Bunkerbuster auf eine unterirdische Atomanlage ist in meinen Augen wirklich nicht so schlimm,
    wie ein Atomschlag gegen ein Land auf eine Stadt. Ich denke mal nicht, dass man solche Waffen auf Kuhherden schmeißt.

    Die ersten beiden Punkte sind schon einleuchtend. Ich glaube jedoch, dass der Punkt Präzision bei einem nuklearen Sprengkopf nicht so hohe Priorität hat...

    Die IAEA spricht nur Vermutungen aus. Handfeste Beweise gibt es nicht. Das erinnert leider allzusehr an Bush`s und Powell´s ähnliche "Beweise" in Sachen Irak. Man sollte einfach nur 1 und 1 zusammenzählen. Die USA ziehen sich aus dem Irak zurück. Auf einmal geht das, wo es doch immer hieß, erst nachdem sichergestellt ist, dass dort "demokratische" Verhältnisse herrschen. Gibt es die dort inzwischen? Weit entfernt. Man braucht offensichtlich diese Kräfte zum nächsten Schlag. Macht auch Sinn, denn dann hat man die gesamte Golf-Region unter Kontrolle. Es glaubt doch wohl keiner, dass die GI´s aus Saudi-Arabien abziehen werden, solange es dort noch Öl gibt. Die USA brauchen das Öl. Zum einen, weil sich die eigenen Vorräte erschöpfen. Dazu ein Blick in die Statistik der USA unter Crude-Oil. Zum anderen, um die desaströse Handelsbilanz nicht noch weiter zu belasten. Ist zu begreifen das denn so schwer?

    • colca
    • 07.11.2011 um 15:08 Uhr

    Sollte Israel tatsächlich den Iran überfallen, dann wäre das der zehnte Krieg in der 63-jährigen Geschichte des Landes. Mit dieser kriegerischen Bilanz dürfte der zionistische Staat präzedenzlos in der Weltgeschichte sein. Die angeblich so militaristischen Preußen wirken dagegen jedenfalls wie Mahatma Gandhi.
    Da bleibt natürlich die Frage, warum ausgerechnet Israel so militaristisch und gewaltaffin ist. Vermutlich ist es bereits ein Gründungsdefekt des Staates, der ihn immer wieder zu exzessiver Gewalt gegen seine Nachbarn treibt. Es ist das Selbstbild als Vorposten des Westens, als Fremdkörper in der Region inmitten der
    "Wilden", welches schon Herzl in seiner Schrift vom "Judenstaat" gepflegt hat. Wer mit einem solchen Selbstverständnis Politik macht, muss zwangsläufig in gewaltsame Konfrontation mit seinen Nachbarn
    geraten. [...]

    Wie auch immer, ein ausgewachsener Krieg gegen den Iran nebst Verbündeten dürfte auch dem israelischen Militär seine Grenzen aufzeigen. Schon 2006 im Libanon hat sich ja erwiesen, dass sie im Kampf mit einem entschlossenen und gut gerüsteten Gegner auch nur mit Wasser kochen. Sollte die Netanjahu-Liebermann-Regierung also tatsächlich die Region willentlich in Brand stecken, könnte das der Anfang vom Ende des zionistischen Projektes sein.

    Wollen die das?

    Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen. Danke. Die Redaktion/vn

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    Nicht nur der Libanonkrieg 2006 war eine Klatsche für Israel, der Gaza-Krieg 2008 war auch nicht besonders ruhmvoll. Da hiess es noch seitens Israels, man wolle die Hamas zerschlagen und Gilad Schalit befreien. Beide Ziele verfehlt. Stattdessen hat Israels Armee 1400 palästinensische Zivilisten u.a. mit international geächteten Phosphorbomben getötet.

    Anm.: Bitte belegen Sie Ihre Behauptungen mit seriösen Quellen. Danke. Die Redaktion/vn

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen und diskutieren Sie ausschließlich das Thema des Artikels. Kritik an der Moderation können Sie gerne an community@zeit.de richten. Danke. Die Redaktion/vn

    Sie behaupten also, dass Israel zehn Kriege geführt hat? Betrachten wir das doch mal etwas genauer:

    1948, Unabhängigkeitskrieg: Angriff durch arabische Staaten

    1956, Suezkrise: Kriegserklärung Ägyptens an Israel

    1967, Sechs Tage Krieg: Angriff als Präventivschlag

    1973, Jom Kippur Krieg: Angriff durch arabische Staaten

    1982, Libanonkrieg: Reaktion auf Angriffe der PLO auf Ziele im Norden Israels

    1991, Golfkrieg: SCUD- Einschläge im Großraum Tel Aviv, Israel lediglich in der Verteidigung

    2006, 2. Libanonkrieg: Reaktion auf Angriffe der Hisbollah

    2008, Miwtza Oferet Jetzuka: Reaktion auf mehrere tausend Raketen aus Gaza

    Mal davon abgesehen, dass es sich lediglich um acht Kriege handelt ist bis auf den Sechs- Tage- Krieg jeder Krieg in der Rolle des Verteidigers geführt worden. Und auch der Sechs- Tage- Krieg ist als sogenannter Präventivschlag nachvollziehbar mit dem Aufmarsch von 100.000 ägyptischen Soldaten in einer demilitarisierten Zone an der gemeinsamen Grenze.
    Als die zusätzlichen zwei Kriege bezeichnen Sie wahrscheinlich die erste und zweite Intifada, was aber in der Form nicht möglich ist, da es sich um eine Reaktion auf Terror im eigenen Land handelt.

    Aber durch die Übernahme der iranischen Sichtweise, hier „…könnte das der Anfang vom Ende des zionistischen Projektes sein …“ oder „…Fremdkörper in der Region …“, bezeugen Sie nur, dass Sie Israel die Legitimität absprechen und sich somit selbst an den Rand des politischen Spektrums setzen.

    Sie verwechseln hier Ursache und Reaktion. Israel wurde seit seiner Gründung ständig zuerst von den umgebenden islamischen Staaten angegriffen und kämpfte jedesmal um sein pures Überleben. Ein einziger Sieg der Muslime, hätte das Ende, den Tod uoder Vertreibung aller Israelis bedeutet.
    Mite dem Angriffen Israels au den Libanon und Gaza, die Sie hier ansprechen, reagierte Israel ebenfalls auf Raketenangriffe und Anschläge, die von Terroristen in diesen Gebieten verübt wurden. Es waren keine Präventivangriffe. In der Tat wäre der Angriff auf den Iran der erste Präventivangriff seitens Israel.
    Wenn man die Retorik des Irans hört, so kann man aber getrost eine Angriff befürworten. Wenn jemand so unverholen mit der Auslöschung Israels droht, wie der Iran, dass kann eine Atombombe in Händen dieses Staates nicht wirklich beruhigend sein.
    israel verfügt auch über Nuklearwaffen und würde vermutlich auf einen Atomangriff in gleicher Weise reagieren. ein regionaler Atomkrieg oder auch nur eine neues atomares Wettrüsten wäre wohl nicht begrüßenswert.
    [...]

    Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf provokante Vergleiche. Danke. Die Redaktion/vn

    • Afa81
    • 09.11.2011 um 12:31 Uhr

    Ja, und die UDSSR war ja auch schlimm. Immerhin haben die 1944 Deutschland angegriffen... so ungefähr klingt Ihre Kriegsbilanz über Israel. Keine, wirklich keine Hintergründe. Die Preußen haben unter Friedrich dem Großen reine Macht- und Expansionspolitik betrieben. Man hat ohne jeden Vorwand einfach Österreich angegriffen um Schlesien zu erobern. Und das vergleichen Sie jetzt mit Israel, dem am Tag seiner Gründung bereits der Krieg erklärt wurde. Und kurz darauf wieder. Den Sechstage Krieg kennen wir ja auch...
    Hier geht es um Politik...die ist nicht digital.

    Nicht nur der Libanonkrieg 2006 war eine Klatsche für Israel, der Gaza-Krieg 2008 war auch nicht besonders ruhmvoll. Da hiess es noch seitens Israels, man wolle die Hamas zerschlagen und Gilad Schalit befreien. Beide Ziele verfehlt. Stattdessen hat Israels Armee 1400 palästinensische Zivilisten u.a. mit international geächteten Phosphorbomben getötet.

    Anm.: Bitte belegen Sie Ihre Behauptungen mit seriösen Quellen. Danke. Die Redaktion/vn

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen und diskutieren Sie ausschließlich das Thema des Artikels. Kritik an der Moderation können Sie gerne an community@zeit.de richten. Danke. Die Redaktion/vn

    Sie behaupten also, dass Israel zehn Kriege geführt hat? Betrachten wir das doch mal etwas genauer:

    1948, Unabhängigkeitskrieg: Angriff durch arabische Staaten

    1956, Suezkrise: Kriegserklärung Ägyptens an Israel

    1967, Sechs Tage Krieg: Angriff als Präventivschlag

    1973, Jom Kippur Krieg: Angriff durch arabische Staaten

    1982, Libanonkrieg: Reaktion auf Angriffe der PLO auf Ziele im Norden Israels

    1991, Golfkrieg: SCUD- Einschläge im Großraum Tel Aviv, Israel lediglich in der Verteidigung

    2006, 2. Libanonkrieg: Reaktion auf Angriffe der Hisbollah

    2008, Miwtza Oferet Jetzuka: Reaktion auf mehrere tausend Raketen aus Gaza

    Mal davon abgesehen, dass es sich lediglich um acht Kriege handelt ist bis auf den Sechs- Tage- Krieg jeder Krieg in der Rolle des Verteidigers geführt worden. Und auch der Sechs- Tage- Krieg ist als sogenannter Präventivschlag nachvollziehbar mit dem Aufmarsch von 100.000 ägyptischen Soldaten in einer demilitarisierten Zone an der gemeinsamen Grenze.
    Als die zusätzlichen zwei Kriege bezeichnen Sie wahrscheinlich die erste und zweite Intifada, was aber in der Form nicht möglich ist, da es sich um eine Reaktion auf Terror im eigenen Land handelt.

    Aber durch die Übernahme der iranischen Sichtweise, hier „…könnte das der Anfang vom Ende des zionistischen Projektes sein …“ oder „…Fremdkörper in der Region …“, bezeugen Sie nur, dass Sie Israel die Legitimität absprechen und sich somit selbst an den Rand des politischen Spektrums setzen.

    Sie verwechseln hier Ursache und Reaktion. Israel wurde seit seiner Gründung ständig zuerst von den umgebenden islamischen Staaten angegriffen und kämpfte jedesmal um sein pures Überleben. Ein einziger Sieg der Muslime, hätte das Ende, den Tod uoder Vertreibung aller Israelis bedeutet.
    Mite dem Angriffen Israels au den Libanon und Gaza, die Sie hier ansprechen, reagierte Israel ebenfalls auf Raketenangriffe und Anschläge, die von Terroristen in diesen Gebieten verübt wurden. Es waren keine Präventivangriffe. In der Tat wäre der Angriff auf den Iran der erste Präventivangriff seitens Israel.
    Wenn man die Retorik des Irans hört, so kann man aber getrost eine Angriff befürworten. Wenn jemand so unverholen mit der Auslöschung Israels droht, wie der Iran, dass kann eine Atombombe in Händen dieses Staates nicht wirklich beruhigend sein.
    israel verfügt auch über Nuklearwaffen und würde vermutlich auf einen Atomangriff in gleicher Weise reagieren. ein regionaler Atomkrieg oder auch nur eine neues atomares Wettrüsten wäre wohl nicht begrüßenswert.
    [...]

    Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf provokante Vergleiche. Danke. Die Redaktion/vn

    • Afa81
    • 09.11.2011 um 12:31 Uhr

    Ja, und die UDSSR war ja auch schlimm. Immerhin haben die 1944 Deutschland angegriffen... so ungefähr klingt Ihre Kriegsbilanz über Israel. Keine, wirklich keine Hintergründe. Die Preußen haben unter Friedrich dem Großen reine Macht- und Expansionspolitik betrieben. Man hat ohne jeden Vorwand einfach Österreich angegriffen um Schlesien zu erobern. Und das vergleichen Sie jetzt mit Israel, dem am Tag seiner Gründung bereits der Krieg erklärt wurde. Und kurz darauf wieder. Den Sechstage Krieg kennen wir ja auch...
    Hier geht es um Politik...die ist nicht digital.

    • joG
    • 07.11.2011 um 15:11 Uhr

    .....wenn die UNO allgemeine Sicherheit durchsetzen würde. Das wäre sehr schön. Aber sie tut es (noch?) nicht und wird es nicht, solange Schwergewichte wie Deutschland oder Russland ihrer Verantwortung nicht genügen. Vielleicht bewegt sich aber etwas, wenn man sich klar macht, dass es sehr wahrscheinlich in diesem Jahrhundert in der Gegend oder aO zu einem nuklearen Schlagabtausch kommen wird, wenn wir es nicht erreichen, die allgemeine Sicherheit der Völker auf supra-nationaler Ebene allgemein zu garantieren.

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    "es wäre beser, .....wenn die UNO allgemeine Sicherheit durchsetzen würde. Das wäre sehr schön. Aber sie tut es (noch?) nicht und wird es nicht, solange Schwergewichte wie Deutschland oder Russland ihrer Verantwortung nicht genügen. Vielleicht bewegt sich aber etwas"

    Aha.

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Welt sicherer Würde, wenn auch Russland und Deutsche Drohnen über - beispielsweise Pakistan - fliegen lassen würden.
    Oder sicher Deutschland und Russland auf einen Angriff gegen den Iran einigen würden.

    Es ist absurd, zu behaupten, von einem Staat, von dem man behauptet er entwickle Atomwaffen - der ergo noch keine hat -, und welcher eben ein solches Programm als fiktional abstreitet als eine Gefahr anzusehen - gar für den Weltfrieden - wobei dieses Land seit 2000 Jahren keinen Angriffskrieg mehr führte.
    Gleichzeitig gehen all diese Behauptungen vonwegen "Bedrohung für den Weltfrieden" ec. von USA und Israel aus, die in den letzten 60 Jahren bekanntlich destruktiv zur Wahrung des Weltfriedens teilnahmen.

    Israel und USA:

    die beiden Länder gehören geächtet und sanktioniert, zumindest Israel, was geboten ist

    kommen, wenn WIR es nicht erreichen, die INTERNATIONALE
    Sicherheit zu garantieren". Ja, die internationale Sicher-
    heitsgarantie ist was wir brauchen! Wer sind WIR um das zu
    garantieren? Nur ein Land kann das! Frage: Haben die USA
    Interesse dies zu verwirklichen? Ich habe grosse Zweifel.
    Obama war eine Hoffnung - leider vergebens.

    "es wäre beser, .....wenn die UNO allgemeine Sicherheit durchsetzen würde. Das wäre sehr schön. Aber sie tut es (noch?) nicht und wird es nicht, solange Schwergewichte wie Deutschland oder Russland ihrer Verantwortung nicht genügen. Vielleicht bewegt sich aber etwas"

    Aha.

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Welt sicherer Würde, wenn auch Russland und Deutsche Drohnen über - beispielsweise Pakistan - fliegen lassen würden.
    Oder sicher Deutschland und Russland auf einen Angriff gegen den Iran einigen würden.

    Es ist absurd, zu behaupten, von einem Staat, von dem man behauptet er entwickle Atomwaffen - der ergo noch keine hat -, und welcher eben ein solches Programm als fiktional abstreitet als eine Gefahr anzusehen - gar für den Weltfrieden - wobei dieses Land seit 2000 Jahren keinen Angriffskrieg mehr führte.
    Gleichzeitig gehen all diese Behauptungen vonwegen "Bedrohung für den Weltfrieden" ec. von USA und Israel aus, die in den letzten 60 Jahren bekanntlich destruktiv zur Wahrung des Weltfriedens teilnahmen.

    Israel und USA:

    die beiden Länder gehören geächtet und sanktioniert, zumindest Israel, was geboten ist

    kommen, wenn WIR es nicht erreichen, die INTERNATIONALE
    Sicherheit zu garantieren". Ja, die internationale Sicher-
    heitsgarantie ist was wir brauchen! Wer sind WIR um das zu
    garantieren? Nur ein Land kann das! Frage: Haben die USA
    Interesse dies zu verwirklichen? Ich habe grosse Zweifel.
    Obama war eine Hoffnung - leider vergebens.

  2. israel will also krieg gegen den iran-und gleubt israel wirklich, es fände sich nicht in einem mehrfrontenkrieg wieder? und zweitens, glaubt israel wirklich, der iran setzt atombomben gegen israel ein und gefährdet dabei dessen nachbarn und sich selbst? die ganze diskussion ist durch und durch sinnentleert, so wie auch die drohung israels.

    11 Leser-Empfehlungen
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    • Karl63
    • 07.11.2011 um 18:09 Uhr

    ist in dieser Frage keineswegs einer Meinung.
    Wie der heutigen Ausgabe des SPIEGEL zu entnehmen ist, versucht der ehemalige Mossad-Chef Meir Dagan genau dies zu verhindern, in dem er (inoffiziell) vor genau so einem Angriff warnt.
    Die Argumente, die er dagegen aufführt, sind durchaus schlüssig, aber vor allem lässt er an der momentanen Regierung kein gutes Haar.

    • Karl63
    • 07.11.2011 um 18:09 Uhr

    ist in dieser Frage keineswegs einer Meinung.
    Wie der heutigen Ausgabe des SPIEGEL zu entnehmen ist, versucht der ehemalige Mossad-Chef Meir Dagan genau dies zu verhindern, in dem er (inoffiziell) vor genau so einem Angriff warnt.
    Die Argumente, die er dagegen aufführt, sind durchaus schlüssig, aber vor allem lässt er an der momentanen Regierung kein gutes Haar.

  3. mal eine ganz neue Herangehensweise, die interessanter Weise nicht von Obama sondern von einem Kandidaten der Republikaner geäußert wurde (womit R. Paul sicherlich seine Wahlchance zunichte machte):

    Freundschaft!

    Republican presidential hopeful Rep. Ron Paul, R-Texas, also waved away apprehensions that Iran is developing nuclear technology, saying that the media is “blowing it out of proportion.”
    During an appearance on Fox News Sunday, Paul suggested that the U.S. should be “offering friendship to [Iran]. Didn’t we talk to the Soviets? Didn’t we talk to the Chinese?”

    http://www.nationaljourna...

    Und zu den bunkerbrechenen Bomben: diese wurden Israel von den USA unter G.W. Bush noch vorenthalten.
    Von der Obama Regierung hat Israel diese bereits erhalten. Darum müssen sie nicht mehr bitten.

    Report: Obama sells bunker-buster bombs to Israel
    http://content.usatoday.c...

    9 Leser-Empfehlungen
  4. aus Texas, der einen Killer der mex. Drogenmafia auf den Saudi-Botschafter in DC angestzt haben soll??
    Das sollte doch vor 4 Wochen schon die Sanktionen der EU-Staaten verschärfen, aber die US-Aktion war wohl nicht überzeugend genug, oder?
    Jetzt muss dafür Israel mit der Angriffsdrohung ohne Limits gegen Iran an den Markt kommen, damit die EU-Staaten die Sanktionen verschärfen.
    Was ist das für ein abartiges Spiel was die Politik jedes Jahr von neuem startet, als käme Israel und die Islamische Welt nicht ohne Kriege aus.
    [...]

    Gekürzt. Bitte bleiben Sie sachlich. Danke, die Redaktion/lv

    4 Leser-Empfehlungen
  5. Nicht nur der Libanonkrieg 2006 war eine Klatsche für Israel, der Gaza-Krieg 2008 war auch nicht besonders ruhmvoll. Da hiess es noch seitens Israels, man wolle die Hamas zerschlagen und Gilad Schalit befreien. Beide Ziele verfehlt. Stattdessen hat Israels Armee 1400 palästinensische Zivilisten u.a. mit international geächteten Phosphorbomben getötet.

    Anm.: Bitte belegen Sie Ihre Behauptungen mit seriösen Quellen. Danke. Die Redaktion/vn

    8 Leser-Empfehlungen
    Antwort auf "Spiel mit dem Feuer"
  6. geschlossen wurde, hier einmal ein kurzer, aber sehr offensichtlicher Hinweis für die (wenigen) illusorischen Leute, die allen Ernstes glauben, Russland und China hätten ein Interesse daran, wenn Israel den Iran angreift, um die Nuklearanlagen auszuschalten.

    http://www.welt.de/politi...

    Fand ich schon lustig, wie blauäugig einige Leute angesichts der immensen Gefahr, die von einem solchen Angriff für den weltweiten Frieden ausgeht, sind.

    Das best Case-Scenario ist ein Iranisch-USraelischer Krieg, wo wir uns nur auf explodierende Ölpreise einrichten können, welche die Wirtschaft weltweit in eine Rezession reißt.

    Das Worst Case Scenario ist nicht weniger als World War 3, in dem Falle Nato versus Shanghai Cooperation Organization.

    Falls die Falken in Washington und der psychopatische Netanjahu die Oberhand behalten in dieser Frage und tatsächlich den Krieg gegen den Iran vom Zaun brechen, bleibt uns nur zu hoffen, dass Moskau und Bejing entgegen ihrer Interessen in einer Position der Besonnenheit und Passivität verharren.
    Sollten sie dies nicht tun, dann... den Gedanken kann jeder selber zu Ende führen.

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