Demonstranten stürmen das Parlament Kuwaits. © YASSER AL-ZAYYAT/getty images

Im Golfstaat Kuwait haben Tausende Demonstranten das Parlamentsgelände gestürmt. Wie der arabische Nachrichtensender Al Jazeera berichtete, drangen Dutzende Demonstranten bis in den Sitzungssaal vor. Die Demonstranten wurden den Angaben eines Oppositionssprechers zufolge von dem Abgeordneten Mussalam al-Barrack angeführt. Sie forderten den Rücktritt von Regierungschef Scheich Nasser Mohammed al-Ahmed Al Sabah. Dieser ist ein Neffe des Emirs.

Einsatzkräfte gingen mit Schlagstöcken gegen Demonstranten vor. Diejenigen, die es dennoch bis ins Parlamentsgebäude schafften, stimmten dort die Nationalhymne an. Danach verließen die Menschen das Gebäude wieder. Laut Augenzeugenberichten gab es fünf Verletzte. Auslöser der von der Opposition getragenen Proteste, die bereits seit mehreren Monaten andauern, waren Presseberichte, wonach regierungstreue Abgeordnete Hunderte Millionen Dollar an Schmiergeldern erhalten haben.

Nach Informationen von Al Jazeera kündigten einige Demonstranten an, vor dem Parlamentsgebäude verharren zu wollen, bis der Premierminister entlassen sei. Ein ehemaliger Parlamentarier sagte dem Sender zufolge: "Wir haben schon einmal friedlich in den Straßen demonstriert. Wir werden unser Land nicht an einen Haufen korrupter Diebe verloren geben. Wir fordern dringend eine frühe Parlamentswahl."