Die Wall Street ist im Belagerungszustand. Tausende Demonstranten protestieren im Finanzbezirk New Yorks gegen die Macht der Banken und soziale Ungerechtigkeiten. Im Laufe des Morgens strömten immer mehr Sympathisanten in Richtung Banken und Börse, es bildeten sich nach Augenzeugenberichten mehrere Protestzüge. Vereinzelt gab es Festnahmen.

Die Demonstranten skandierten: "Wall Street. Unsere Street!" Ein starkes Polizeiaufgebot riegelte die Gegend ab und versuchte die Straßen für den Verkehr freizuhalten und die Demonstranten auf die Bürgersteige zurückzudrängen. Die Polizisten hinderten die Aktivisten der Occupy-Bewegung zudem daran, bis direkt zur New Yorker Börse vorzustoßen. Viele Börsianer hatten große Probleme, durch die Absperrungen zu kommen. 

"Man kommt kaum durch", beschwerte sich eine Mitarbeiterin an der Börse. Sie schimpfte dabei weniger auf die Aktivisten, als vielmehr auf die Polizisten, die sie selbst nach Vorzeigen ihres Hausausweises nicht durchgelassen hätten. Sie habe mehrere Anläufe gebraucht, um zu ihrem Arbeitsplatz zu gelangen, dem großen Handelssaal der New York Stock Exchange. Letztlich ist der Handel wie gewohnt gestartet.

Zwei Tage nachdem die Polizei das Lager der Demonstranten im New Yorker Zuccotti Park geräumt hatten, wollen die Aktivisten zeigen, dass ihr Protest weitergeht. Occupy Wall Street demonstriert seit Mitte September gegen die Finanzbranche.

Die Bewegung hat in New York ihren Ausgangspunkt genommen und sich rund um die Welt ausgebreitet. Die Demonstranten planten weitere Aktionen, im Laufe des Tages wollen sie einen Marsch mit Lichtern über die Brooklyn Bridge veranstalten, um das zweimonatige Jubiläum von Occupy Wall Street zu feiern.