Griechenland-KrisePapandreous Pyrrhussieg

Die Niederlage nach der Vertrauensfrage: Griechenlands Premierminister beaufsichtigt nun die Bildung einer Koalitionsregierung, der er selbst nicht mehr angehören wird.

Der griechische Ministerpräsident Giorgos Papandreou nach seiner Rede im Parlament

Der griechische Ministerpräsident Giorgos Papandreou nach seiner Rede im Parlament

Gewonnen – und doch verloren: Dass Sieg und Niederlage in der Politik mitunter sehr nah beieinander liegen, erfährt nun der griechische Premierminister Giorgos Papandreou. Die Abgeordneten seiner sozialistischen Parlamentsfraktion haben ihm noch einmal das Vertrauen ausgesprochen . Aber nur um den Preis, dass er als Regierungschef abtritt. Es war ein Pyrrhussieg.

Papandreou glaubte, ein Ass aus dem Ärmel zu ziehen, als er am vergangenen Montag überraschend eine Volksabstimmung ankündigte über das erst in der Woche zuvor nach mühsamen Beratungen beim EU-Gipfel geschnürte Rettungspaket. Spätestens, als Angela Merkel und Nicholas Sarkozy ihn am Mittwoch nach Cannes zitierten, um ihm die Leviten zu lesen, muss Papandreou begriffen haben: Er hatte sich verzockt. Die Finanzmärkte reagierten mit Hysterie , Griechenlands europäische Partner waren entsetzt , und auch in der eigenen Partei erhobt sich Widerspruch: "Unsinn" sei die geplante Volksabstimmung, und "das Letzte, was Griechenland jetzt braucht", donnerte der Finanzminister und Vizepremier Evangelos Venizelos. Merkel und Sarkozy stellten klar : Weitere Hilfsgelder fließen erst, wenn die Athener Regierung ihre Verpflichtungen erfüllt und die Griechen entschieden haben, ob sie überhaupt in der EU und der Währungsunion bleiben wollen.

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Finanzminister Venizelos steht bereit

Die Idee mit dem Referendum sei "ein Fehler"“ gewesen, musste Papandreou tags darauf in einer eilig anberaumten Krisensitzung seines Kabinetts einräumen . Bei diesem siebenstündigen Ministertreffen wurde klar: Papandreous Zeit ist abgelaufen . Viel mehr als einen ehrenvollen Abgang, nämlich ein letztes Vertrauensvotum, konnte er nicht mehr erwarten.

Nun sondiert er die Bildung einer Koalitionsregierung, der er selbst nicht mehr angehören wird. Als neuer Premier hält sich Finanzminister Evangelos Venizelos bereit. Er mahnte bereits am Freitagabend im Parlament: Die Zeit drängt, Griechenland kann sich kein politisches Vakuum leisten. Denn wenn die nächste Acht-Milliarden-Tranche der Hilfskredite nicht kommt, ist das Land spätestens zu Weihnachten zahlungsunfähig.

Um die Auszahlung der Gelder zu sichern, muss die neue Regierung jetzt schnellstens die parlamentarische Verabschiedung und die Umsetzung des neuen Rettungspakets auf den Weg bringen. Je breiter die parlamentarische Basis der neuen Regierung ist und je größer die Mehrheit, mit der die Athener Volksvertretung den Schuldenschnitt, die neuen Hilfskredite und die damit verbundenen Reformauflagen annimmt, desto besser. Eine klare Mehrheitsentscheidung wäre nicht nur ein gutes Signal an die internationalen Geldgeber Griechenlands, die bisher vergeblich einen politischen Konsens in Athen anmahnten. Sie wäre auch eine Antwort an alle jene Interessengruppen in Griechenland, die sich bisher gegen die notwendigen Strukturreformen sträuben, um ihre Privilegien und Klientelinteressen zu verteidigen.

 
Leserkommentare
  1. darauf verwendet, sich das Vertrauen seiner Pasok-Getreuen zu sichern. Wäre er genauso energisch darin gewesen, den griechischen Staat zu reformieren, wäre seine Regentschaft nicht gescheitert und er wäre als verlässlicher Partner Europas ein bedeutender Staatsmann. Nun aber muss er sich als Hasardeur vom Acker machen, und dieses hoffentlich bald. Seinem Land jedenfalls hat er sehr gesschadet, weil das Wort eines griechischen Premiers künftig nichts mehr gilt. Ein Gutes hat er dennoch bewirkt: In Europa wird künftig keiner mehr in dieser Weise täuschen und tricksen können, wie die griechischen Premiers das über Jahrzehnte gemacht haben.

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    die bessere Welt wird uns nicht vom €uro, sondern vom Volk gebracht. Und letzteres wurde in den letzten 12 Jahren in Sachen vereintes Europa mundtot gemacht.

    Ich glaube Papandreou hat es tatsächlich versucht, wenn auch mit dem Ergebnis, dass er abtreten muss und seine Sozialistische Partei wahrscheinlich dem Untergang geweiht ist.
    Aber ich kann es nicht oft genug betonen: Was glauben Sie was in Deutschland los wäre, würde man 90% der Bevölkerung 30 - 40% ihrer monatlichen finanziellen Mittel kürzen und das bei steigendem Preisen. Das Preisniveau in Griechenland ist zudem dem unsrigen annähernd gleich und der durschnittliche Grieche hat aber selbst zu guten Zeiten um einiges weniger verdient als der durschnittliche Deutsche.

    Gleichzeitig müssen die Normalbürger zuschauen, wie eine kleine Gruppe reicher Familien, welche die griechischen Staatschulden sofort obsolet machen könnte, sich konsequent dem staatlichen Steuerzugriff enzieht.

    Man kann sagen was man will, ich glaube kaum das sich eine deutsche Regierung, von welchen Partein sie auch immer getragen wird, einem solch extremen Druck derart lange standgehalten hätte.

    die bessere Welt wird uns nicht vom €uro, sondern vom Volk gebracht. Und letzteres wurde in den letzten 12 Jahren in Sachen vereintes Europa mundtot gemacht.

    Ich glaube Papandreou hat es tatsächlich versucht, wenn auch mit dem Ergebnis, dass er abtreten muss und seine Sozialistische Partei wahrscheinlich dem Untergang geweiht ist.
    Aber ich kann es nicht oft genug betonen: Was glauben Sie was in Deutschland los wäre, würde man 90% der Bevölkerung 30 - 40% ihrer monatlichen finanziellen Mittel kürzen und das bei steigendem Preisen. Das Preisniveau in Griechenland ist zudem dem unsrigen annähernd gleich und der durschnittliche Grieche hat aber selbst zu guten Zeiten um einiges weniger verdient als der durschnittliche Deutsche.

    Gleichzeitig müssen die Normalbürger zuschauen, wie eine kleine Gruppe reicher Familien, welche die griechischen Staatschulden sofort obsolet machen könnte, sich konsequent dem staatlichen Steuerzugriff enzieht.

    Man kann sagen was man will, ich glaube kaum das sich eine deutsche Regierung, von welchen Partein sie auch immer getragen wird, einem solch extremen Druck derart lange standgehalten hätte.

  2. 2. [...]

    Entfernt. Bitte formulieren Sie Ihre Meinung sachlich. Danke. Die Redaktion/ag

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  3. die bessere Welt wird uns nicht vom €uro, sondern vom Volk gebracht. Und letzteres wurde in den letzten 12 Jahren in Sachen vereintes Europa mundtot gemacht.

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    • Moika
    • 05.11.2011 um 13:09 Uhr

    Wie kommen Sie denn auf das schmale Brett, die europ. Bevölkerung sei in Sachen EU mundtot gemacht worden? Können oder dürfen Sie nicht wählen? Und wenn es keine Partei für Ihre Forderungen gibt, dann gründen Sie doch eine eigene! Bei so vielen Euroskeptikern dürften Sie ruck-zuck 30 Prozent und mehr der Stimmen beisammen, die wie Sie aus der Gemeinschaft austreten wollen.

    Aber vorsicht! Sie sollten sich zuerst einmal Gedanken darüber machen, was Sie dann eintauschen und was Sie bekommen werden. Der Euro ist immerhin einer der wichtigsten Gradmesser über den wirklichen Zustand der Währungsgemeinschaft. Und gestern Abend notierte die Devise immerhin um 15 Prozent über dem Ausgabekurs vor zehn Jahren - trotz all der Irritationen in Sachen Griechenland!!

    Das sollte Ihnen schon zu denken geben. Wissen Sie, wie eine DM heute bewertet würde? Daß eine dramatisch überbewertete Deutsche Mark - und das wäre sie, Massenentlassungen nicht nur in der Exportindustrie nach sich ziehen würde? Das der Staat durch entgangene Steuerzahlungen das gesamte Sozialsystem herunter fahren müßte?

    Schauen Sie sich Japan an: Trotz einer Staatsverschuldung in Höhe von 260 Prozent des BIP läuft der Yen zum Dollar von einem Hoch zum anderen...

    @mandarinchen hat gar nicht so unrecht. Nur werden die unverantwortlichen Verweigerer aus den Reihen der rechten Opposotion wohl kaum von der Schlappe des Präsidenten profitieren. So blöde sind die Griechen ganz bestimmt nicht.

    "die bessere Welt wird uns nicht vom €uro, sondern vom Volk gebracht"

    Auch auf die Gefahr hin als Faschist "entlarvt" zu werden, bin ich der Meinung, das dieser Satz einfach Unfug ist. Herr Kohl und auch sein Freund Francois M. mögen in Sachen Wirtschaft einfach falsch gelegen haben (sehen wir bei Herrn K. an der Wiedervereinigung).

    Aber das war noch eine Politikergeneration, die sich noch nicht von hektischen Finanzmarktausschlägen beindrucken lassen mußte.

    Und was das Volk angeht schlag nach bei den alten Römern: "panem et circenses" oder auf neudeutsch "Hartz IV und Unterschichtenfernsehen"

    • Moika
    • 05.11.2011 um 13:09 Uhr

    Wie kommen Sie denn auf das schmale Brett, die europ. Bevölkerung sei in Sachen EU mundtot gemacht worden? Können oder dürfen Sie nicht wählen? Und wenn es keine Partei für Ihre Forderungen gibt, dann gründen Sie doch eine eigene! Bei so vielen Euroskeptikern dürften Sie ruck-zuck 30 Prozent und mehr der Stimmen beisammen, die wie Sie aus der Gemeinschaft austreten wollen.

    Aber vorsicht! Sie sollten sich zuerst einmal Gedanken darüber machen, was Sie dann eintauschen und was Sie bekommen werden. Der Euro ist immerhin einer der wichtigsten Gradmesser über den wirklichen Zustand der Währungsgemeinschaft. Und gestern Abend notierte die Devise immerhin um 15 Prozent über dem Ausgabekurs vor zehn Jahren - trotz all der Irritationen in Sachen Griechenland!!

    Das sollte Ihnen schon zu denken geben. Wissen Sie, wie eine DM heute bewertet würde? Daß eine dramatisch überbewertete Deutsche Mark - und das wäre sie, Massenentlassungen nicht nur in der Exportindustrie nach sich ziehen würde? Das der Staat durch entgangene Steuerzahlungen das gesamte Sozialsystem herunter fahren müßte?

    Schauen Sie sich Japan an: Trotz einer Staatsverschuldung in Höhe von 260 Prozent des BIP läuft der Yen zum Dollar von einem Hoch zum anderen...

    @mandarinchen hat gar nicht so unrecht. Nur werden die unverantwortlichen Verweigerer aus den Reihen der rechten Opposotion wohl kaum von der Schlappe des Präsidenten profitieren. So blöde sind die Griechen ganz bestimmt nicht.

    "die bessere Welt wird uns nicht vom €uro, sondern vom Volk gebracht"

    Auch auf die Gefahr hin als Faschist "entlarvt" zu werden, bin ich der Meinung, das dieser Satz einfach Unfug ist. Herr Kohl und auch sein Freund Francois M. mögen in Sachen Wirtschaft einfach falsch gelegen haben (sehen wir bei Herrn K. an der Wiedervereinigung).

    Aber das war noch eine Politikergeneration, die sich noch nicht von hektischen Finanzmarktausschlägen beindrucken lassen mußte.

    Und was das Volk angeht schlag nach bei den alten Römern: "panem et circenses" oder auf neudeutsch "Hartz IV und Unterschichtenfernsehen"

  4. ...wir leben doch beide in Griechenland, wie kann es da sein, dass wir die Dinge in unser beider Wahlheimat immer unterschiedlicher wahrnehmen? Oder habe ich Ihren Kommentar über den unseligen Venizelos als Lobhudelei missverstanden? Es mag sein, dass die Ankündigung des Plebiszits zur Unzeit kam, aber muss sich der Finanzvermister deswegen als Handlanger von Merkozy profilieren und zum Hüter der griechischen Nation aufschwingen?
    Unabhängig davon ist mir auch dieser Artikel zu neoliberal. Solange seriöse Journalisten wie Sie noch darauf hinweisen, dass es irgendeine Relevanz für die Menschheit hat, wie die Börsenkurse auf demokratische Prozesse reagieren, werden Krisen schneller entstehen, als die vorigen beseitigt werden können.
    Und solange nur berichtet wird, statt zu analysieren wird den Menschen auch die Möglichkeit genommen, sich gegen die Unterminierung der Demokratie zur Wehr zu setzen. Ja, P. hat wohl gesagt, das Vorhaben eines Referendums sei ein Fehler gewesen. Der Schluss ist leicht: er ist ein sprunghafter Dummkopf.
    Warum wird in einem Artikel der ZEIT nicht darauf verwiesen, dass P. erpresst wurde, dass man ihn wie einen Schuljungen nach Cannes zitiert hat und, dass er - immerhin ein Staatschef! - keine Möglichkeit erhielt wenigstens das Gesicht zu wahren.

    Zum Glück haben unsere Landsleute mehr Angst vor einem Verlust des Euro als davor entmündigt und ihrer demokratischen Strukturen beraubt zu werden. Vermutlich, weil "man" ihnen eine andere Wahrheit verkauft.

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    ...wird ein weiterer Baustein sein zur Ablehnung der politischen Union durch die Bürger Europas. Intellektuell auf hohem Niveau begründet in http://www.faz.net/aktuel...

    und nicht nach der Übereinkunft vom 27.Oktober wieder angefangen hätte seine Spielchen zu spielen, hätte man ihn auch wie einen Staatschef behandeln müssen. So aber, hatte er endgültig jegliche Glaubwürdigkeit verspielt.

    Vor oder während der Verhandlungen hätte er versuchen können eine Volksabstimmung in`s Spiel zu bringen. Aber nicht mit einem Taschenspielertrick nach Abschluss der Verhandlungen.

    Für wie dumm hält Papandreou andere Staatschefs und haben die nicht auch einen Anspruch auf Respekt?

    Wie aus einem Artikel im Handelsblatt hervorgeht, setzt auch Herr Höhler (ebenso wie das Eurosyndikat Merkel/Sarkotzi) auf Venizelos als Premierminister einer "Übergangsregierung". "Benny" (wie er von den Griechen genannt wird) ist als Finanzminister der masslosen Steuererhöhungen verständlicherweise unbeliebt. Er ist aber außerdem ein Verfassungsrechtler, der sich um Datenschutz einen Dreck schert, der seine Befehle direkt aus Brüssel, Berlin und Paris in Empfang nimmt und gerne schonmal mit dem Einsatz des Militärs im Inneren droht, wenn über den unumgänglichen Staatsbankrott geredet wird. Letzteres zu tun gilt hierzulande mittlerweile als Vaterlandsverrat, dabei dürfte kaum jemand so dumm sein, zu glauben, der Anleihentausch würde die Krise überwinden. Man muss langsam wirklich an eine unheilige Allianz glauben, vielleicht sogar um eine Verschwörung gegen Europa, für die man das schwächste politische Glied als Angriffspunkt ausersehen hat und damit - gewollt oder nicht - die Geldsucht der Griechen getroffen hat. Die Bewohner meiner Wahlheimat leiden nämlich ganz und garnicht an zuwenig marktwirtschaftlicher Orientierung....im Gegenteil: sie sind noch viel geldgeiler als anderswo.

    ...wird ein weiterer Baustein sein zur Ablehnung der politischen Union durch die Bürger Europas. Intellektuell auf hohem Niveau begründet in http://www.faz.net/aktuel...

    und nicht nach der Übereinkunft vom 27.Oktober wieder angefangen hätte seine Spielchen zu spielen, hätte man ihn auch wie einen Staatschef behandeln müssen. So aber, hatte er endgültig jegliche Glaubwürdigkeit verspielt.

    Vor oder während der Verhandlungen hätte er versuchen können eine Volksabstimmung in`s Spiel zu bringen. Aber nicht mit einem Taschenspielertrick nach Abschluss der Verhandlungen.

    Für wie dumm hält Papandreou andere Staatschefs und haben die nicht auch einen Anspruch auf Respekt?

    Wie aus einem Artikel im Handelsblatt hervorgeht, setzt auch Herr Höhler (ebenso wie das Eurosyndikat Merkel/Sarkotzi) auf Venizelos als Premierminister einer "Übergangsregierung". "Benny" (wie er von den Griechen genannt wird) ist als Finanzminister der masslosen Steuererhöhungen verständlicherweise unbeliebt. Er ist aber außerdem ein Verfassungsrechtler, der sich um Datenschutz einen Dreck schert, der seine Befehle direkt aus Brüssel, Berlin und Paris in Empfang nimmt und gerne schonmal mit dem Einsatz des Militärs im Inneren droht, wenn über den unumgänglichen Staatsbankrott geredet wird. Letzteres zu tun gilt hierzulande mittlerweile als Vaterlandsverrat, dabei dürfte kaum jemand so dumm sein, zu glauben, der Anleihentausch würde die Krise überwinden. Man muss langsam wirklich an eine unheilige Allianz glauben, vielleicht sogar um eine Verschwörung gegen Europa, für die man das schwächste politische Glied als Angriffspunkt ausersehen hat und damit - gewollt oder nicht - die Geldsucht der Griechen getroffen hat. Die Bewohner meiner Wahlheimat leiden nämlich ganz und garnicht an zuwenig marktwirtschaftlicher Orientierung....im Gegenteil: sie sind noch viel geldgeiler als anderswo.

  5. wie einene ertappten Schuljungen behandelt, weil er sich just so verhalten hat. Außerdem konnte er doch sein Gesicht wahren: nämlich das eines leichtfertigen Zündlers, der die Lunte an den Euro zu legen versuchte und sich dabei auch noch erwischen ließ.

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  6. Und wieder lagen alle Kommentatoren falsch. Wie hieß es doch in fast allen Medienkommentaren: "Papandreous Abgesang", Papandreous hält seine eigene Abschiedsrede", "Auf nicht Wiedersehen Papandreous", etc. . Und nun hat Papandreous die Abstimmung doch gewonnen.
    Liebe Kommentatoren, haltet den Ball etwas flacher.

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  7. Man kann es auch so sehen, dass Papandreou eine politische Entscheidung des griechischen Volkes über den reinen Sachzwang der Rettung europäischer Banken stellen wollte. (Jedem dürfte klar sein, dass Merkel-Sarkozy keinen Finger für Griechenland gerührt hätten, wenn chinesische oder brasilianische Banken und nicht deutsche und französische Banken Milliardenabschreibungen fürchten und mit Bankrott drohten.)
    In Wirklichkeit wurde ganz Griechenland politisch zwangsenteignet. Die Überschuldung liefert den Hebel dazu, angesetzt und hochgewuchtet zum Sturz Griechenlands wurde der Hebel jedoch von den EU-Politikern, die sich nicht aus dem Klammergriff der Banken befreien können oder wollen.
    Papandreou scheiterte mit seinem Plan, durch ein Plebiszit finanzpolitische Zwänge demokratisch zu legitimieren. Unfreiwillig offenbarte er in den letzten Tagen ein erstaunlich eingeschränktes wenn nicht erbärmliches Politikverständnis der grundlegend verängstigten Merkel, Sarkozy und Kollegen.
    Grundlegende politische Entscheidungen der EU werden also auch in absehbarer Zeit ganz davon abhängen, ob die Aktienkurse dadurch steigen werden. Ob sich Kohl und Mitterand so die Europäische Union vorstellten? Ganz sicher nicht!

    4 Leserempfehlungen
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    ...dass die Demaskierung unserer EU-Granden von einem breiten Medienkonsens, inklusive der altehrwürdigen ZEIT, verhindert wurde. Und es sei ebenfalls hinzugefügt, dass die Menschen in Griechenland (ebenso wie in Deutschland) so tief gesunken sind, Geld über Freiheit und Selbstbestimmung zu stellen.

    Man möge mir die Entgleisung vergeben: aber ich möchte eigentlich nur noch die Kloschüssel umarmen und ihr mein Filet Stroganoff (ganz ausgezeichnet) anvertrauen.

    • W_Vogt
    • 05.11.2011 um 11:34 Uhr

    ...und als völlig ruhig gestellte Bürger können wir dazu eigentlich nur noch eines sagen:

    "Da kannst Du machen nix... da musst Du gucken zu..."
    Der Satz: "Wir haben fertig" würde auch gut passen!

    In diesem Sinne allen auf der Titanic ein schönes Wochenende ;-)

    "Grundlegende politische Entscheidungen der EU werden also auch in absehbarer Zeit ganz davon abhängen, ob die Aktienkurse dadurch steigen werden"

    Das stimmt nicht, es geht um Staatsfinanzierungen.

    Die Herrn Kohl und Mitterand hatten den Zusammenbruch des real existierenden Sozialismus zu bewältigen. Von Wirtschaft haben beide nicht sehr viel verstanden. Aber die unvermeidliche Dritte im Bunde hat schon damals bestritten, daß es so "etwas wie Gesellschaft gibt" und Angst um die Londoner City gehabt. Und dagegen hat sich Europa zu wehren ! Das braucht aber Zeit, die wir (siehe Exponentialfunktion-Posting) nicht haben.

    ...dass die Demaskierung unserer EU-Granden von einem breiten Medienkonsens, inklusive der altehrwürdigen ZEIT, verhindert wurde. Und es sei ebenfalls hinzugefügt, dass die Menschen in Griechenland (ebenso wie in Deutschland) so tief gesunken sind, Geld über Freiheit und Selbstbestimmung zu stellen.

    Man möge mir die Entgleisung vergeben: aber ich möchte eigentlich nur noch die Kloschüssel umarmen und ihr mein Filet Stroganoff (ganz ausgezeichnet) anvertrauen.

    • W_Vogt
    • 05.11.2011 um 11:34 Uhr

    ...und als völlig ruhig gestellte Bürger können wir dazu eigentlich nur noch eines sagen:

    "Da kannst Du machen nix... da musst Du gucken zu..."
    Der Satz: "Wir haben fertig" würde auch gut passen!

    In diesem Sinne allen auf der Titanic ein schönes Wochenende ;-)

    "Grundlegende politische Entscheidungen der EU werden also auch in absehbarer Zeit ganz davon abhängen, ob die Aktienkurse dadurch steigen werden"

    Das stimmt nicht, es geht um Staatsfinanzierungen.

    Die Herrn Kohl und Mitterand hatten den Zusammenbruch des real existierenden Sozialismus zu bewältigen. Von Wirtschaft haben beide nicht sehr viel verstanden. Aber die unvermeidliche Dritte im Bunde hat schon damals bestritten, daß es so "etwas wie Gesellschaft gibt" und Angst um die Londoner City gehabt. Und dagegen hat sich Europa zu wehren ! Das braucht aber Zeit, die wir (siehe Exponentialfunktion-Posting) nicht haben.

  8. ...wird ein weiterer Baustein sein zur Ablehnung der politischen Union durch die Bürger Europas. Intellektuell auf hohem Niveau begründet in http://www.faz.net/aktuel...

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    Antwort auf "Herr Höhler..."
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    Die jüngere Geschichte Griechenlands ist v.a. eine Geschichte der "Erziehung" durch diverse Großmächte.
    Erst kamen die Nazis mit Panzern, direkt danach kamen die Briten mit Panzern, danach musste man nur noch den griechischen Eliten die Panzern liefern, auf die eigene Bevölkerung zu schießen übernahm da die griechische Armee.

    Siehe dazu auch dieses nette Zitat von Henry Kissinger anno 1974:
    "Das griechische Volk ist anarchistisch und schwer zu bändigen. Deshalb müssen wir tief in ihre kulturellen Wurzeln stossen. Vielleicht können wir sie dann zur Konformität zwingen. Ich meine natürlich in ihre Sprache, ihre Religion, ihrer Kultur und historischen Reserven stossen, damit wir ihre Fähigkeit sich zu entwickeln neutralisieren können, um sich zu unterscheiden, oder sich zu erhalten, um sie damit als Hindernis bei unseren strategisch wichtigen Plänen im Balkan, im Mittelmeer und im Nahen Osten zu entfernen."

    Heute geht es darum diesen Prozess der "Erziehung" endgültig zu beenden, aus Griechenland eine weitere liberal verbrämte Plutokratie zu machen, die am Gängelband der Finanzmärkte hängt...
    Jugoslawien hat man damals mit Hilfe der NATO-Luftwaffen "erzogen" - anders würde es Griechenland wohl auch nicht gehen, wenn sich die Menschen dort wirklich gegen das kaputte System erheben und statt Abhängigkeit und Zins-Knechtschaft die Freiheit wählen würden.

    Aber noch hat das Establishment die Möglichkeit, sich ganz demokratisch und großkoalitionär in eine neue Diktatur zu retten.

    Politik soll die "Kunst des Möglichen" sein. Wenn alles alternativlos ist, so ist sie es nicht mehr. Ich denke da an eine Akteurin in Berlin.

    Die jüngere Geschichte Griechenlands ist v.a. eine Geschichte der "Erziehung" durch diverse Großmächte.
    Erst kamen die Nazis mit Panzern, direkt danach kamen die Briten mit Panzern, danach musste man nur noch den griechischen Eliten die Panzern liefern, auf die eigene Bevölkerung zu schießen übernahm da die griechische Armee.

    Siehe dazu auch dieses nette Zitat von Henry Kissinger anno 1974:
    "Das griechische Volk ist anarchistisch und schwer zu bändigen. Deshalb müssen wir tief in ihre kulturellen Wurzeln stossen. Vielleicht können wir sie dann zur Konformität zwingen. Ich meine natürlich in ihre Sprache, ihre Religion, ihrer Kultur und historischen Reserven stossen, damit wir ihre Fähigkeit sich zu entwickeln neutralisieren können, um sich zu unterscheiden, oder sich zu erhalten, um sie damit als Hindernis bei unseren strategisch wichtigen Plänen im Balkan, im Mittelmeer und im Nahen Osten zu entfernen."

    Heute geht es darum diesen Prozess der "Erziehung" endgültig zu beenden, aus Griechenland eine weitere liberal verbrämte Plutokratie zu machen, die am Gängelband der Finanzmärkte hängt...
    Jugoslawien hat man damals mit Hilfe der NATO-Luftwaffen "erzogen" - anders würde es Griechenland wohl auch nicht gehen, wenn sich die Menschen dort wirklich gegen das kaputte System erheben und statt Abhängigkeit und Zins-Knechtschaft die Freiheit wählen würden.

    Aber noch hat das Establishment die Möglichkeit, sich ganz demokratisch und großkoalitionär in eine neue Diktatur zu retten.

    Politik soll die "Kunst des Möglichen" sein. Wenn alles alternativlos ist, so ist sie es nicht mehr. Ich denke da an eine Akteurin in Berlin.

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