Die syrische Opposition macht sich für eine Schutzzone im Grenzgebiet zur Türkei stark. Bei einem Treffen zwischen dem türkischen Außenminister Ahmet Davutoglu und dem syrischen Nationalrat sei die Frage diskutiert worden, wie groß diese Pufferzone sein könnte, die an die Türkei angrenzen soll. Das berichtete die arabische Tageszeitung Al-Sharq al-Awsat unter Berufung auf einen Oppositionellen.

Ein türkischer Regierungsvertreter sagte der Zeitung, die Einrichtung einer sicheren Zone auf syrischem Gebiet sei durchaus möglich. Allerdings sei dafür nicht nur ein Mandat der Arabischen Liga notwendig, sondern auch ein internationales Mandat. Vor allem Moskau will bislang verhindern, dass sich das Vorgehen aus Libyen in Syrien wiederholt. In Libyen hatte der Niedergang des Regimes mit einer von den Rebellen kontrollierten Zone rund um Bengasi begonnen.

Die Arabische Liga hatte Syrien am vergangenen Samstag auf unbestimmte Zeit aus dem arabischen Staatenverbund ausgeschlossen. Zuvor hatte das Regime von Präsident Baschar al-Assad massiv gegen die Bedingungen einer Friedensinitiative der Liga verstoßen. Die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana berichtete, die Regierung habe nun die Einberufung eines Syrien-Sondergipfels der Liga gefordert. Außerdem habe sie Minister, arabische Experten sowie Journalisten aufgefordert, schnellstmöglich nach Syrien zu kommen, um sich ein Bild von der Lage zu machen.

Syriens Außenminister Walid Muallem verurteilte den angedrohten Ausschluss des Landes aus der Arabischen Liga als "gefährlichen Schritt". Syrien werde sich dem Druck "nicht beugen", sagte er in der Hauptstadt Damaskus. Die Entscheidung der Liga bedeute, dass Syrien nun "den Preis für seine standhaften Positionen zahle". Aus der Krise werde das Land jedoch "gestärkt" hervorgehen, sagte Muallem. "Die Verschwörungen gegen Syrien werden scheitern", ergänzte er.

Die sogenannten Revolutionskomitees meldeten, am Montag habe es erneut Angriffe auf ein Viertel in der Protesthochburg Homs gegeben. Am Sonntag sollen 16 Menschen der Gewalt des Regimes zum Opfer gefallen sein. Seit Beginn der Anti-Assad-Proteste im März wurden nach Schätzungen der Vereinten Nationen mehr als 3.500 Menschen getötet.