Anschläge auf Schiiten Droht Afghanistan Religionsterror?
Bisher ist Afghanistan von religiös motiviertem Terror weitgehend verschont geblieben. Doch nun könnte dieser aus Pakistan importiert werden.

Kabul nach dem Anschlag im Schiiten-Schrein
Afghanistans Präsident Hamid Karsai hat ein schweres Amt, die Probleme seines Landes sind zahlreich. An erster Stelle ist es die Armut, zudem die ausufernde Korruption – zu der er selbst seinen Beitrag leistet – und eben der gewaltsame Widerstand der paschtunischen Taliban. Seit Dienstag ist möglicherweise ein neues Problem dazu gekommen: der Versuch von Terroristen, einen Religionskrieg zu schüren.
Bei bislang beispiellosen Selbstmordanschlägen auf schiitische Pilger töteten sie mindestens 60 Menschen, die meisten in einem Kabuler Schrein während des Aschura-Festes. 160 Menschen trugen teils schwere Verletzungen davon.
Es war der schlimmste Ausbruch religiös motivierter Gewalt seit dem Sturz der Taliban. Afghanistan ist ein Vielvölkerstaat, die Mehrheit der Bevölkerung ist sunnitisch. Das Gros der schiitischen Minderheit gehört zum Volk der Hazara. Während der Taliban-Herrschaft von 1996 bis 2001 wurden die Hazara zwar unterdrückt, doch Terror gegen Schiiten hat es in diesem Ausmaß bislang nicht gegeben. "Afghanistan ist seit dreißig Jahren im Krieg und es sind schreckliche Dinge geschehen", sagt Kate Clark vom Afghanistan Analysts Network, "aber zu den Dingen, die den Afghanen bislang erspart geblieben sind, gehört diese Art eines gezielt religiös motivierten Anschlags."
Verantwortlich für die grausamen Attacken ist die sunnitische Terrorgruppe Lashkar-e-Jhangvi aus Pakistan, die in der Vergangenheit bereits für Dutzende Anschläge auf Schiiten im eigenen Land verantwortlich gemacht wurde. Übergriffe auf das Nachbarland Afghanistan waren bislang nicht bekannt. Stark geworden ist Lashkar-e-Jhangvi während der Regentschaft des pakistanischen Regierungschefs General Zia ul-Haq (1977 bis 1988) als militanter Arm der politischen Organisation Sipah-e-Sahaba. Zia beförderte allgemein den sunnitischen Islamismus im Lande, was auch eine Reaktion auf den expliziten schiitischen Islamismus Irans seit der Machtübernahme von Ajatollah Chomeini 1979 war.
Sipah-e-Sahaba und Lashkar-e-Jhangvi stammen ursprünglich aus dem Süden des Punjab. 2002 verbot General Pervez Musharraf extremistischen Parteien wie Sipah-e-Sahaba. Lashkar-e-Jhangvi ging darauf unter anderem in die paschtunischen Stammesgebiete an der Grenze zu Afghanistan und paktierte dort mit den pakistanischen Taliban und auch mit Mitgliedern des Terrornetzes al-Qaida.
In Pakistan ist Lashkar-e-Jhangvi neben zahlreichen tödlichen Anschlägen auf Schiiten für eine der spektakulärsten Attacken der vergangenen Jahre verantwortlich, als die Gruppe 2009 das Hauptquartier der pakistanischen Militärs in Rawalpindi angriff und Geiseln nahm.
- Datum 07.12.2011 - 17:09 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Pakistan scheint ja der Himmel für alle Terrororganisationen zu sein.
Die Regierung ist aber ´´Freund ´´.
Deren Geheimpolizei ´´Feind´´
Die Armee ´´ wir nicht wissen´´. Mal dies und mal das.
Iran war nicht involviert.
wenn die Terroristen aus dem Land X kommen, muss das Land Y angegriffen werden. Und Y wäre in diesem Fall der Iran.
wenn die Terroristen aus dem Land X kommen, muss das Land Y angegriffen werden. Und Y wäre in diesem Fall der Iran.
interessiert sich wirklich um das Wohlergehen der Bevölkerung. Afghanistan ist zum Scheitern verurteilt, denn mit einem korrupten Präsidenten wie Karsai, der eher sein Geld zählt und Nachbarn wie Iran und Pakistan, denen nicht mal der Teufel die Hand geben würde kann man doch nur scheitern. Dazu kommen noch die Amerikaner und Europäer, die ihre eigenen Ziele verfolgen.
Man tue all das zusammen und als Ergebnis erhält man das bekannte Bild
wenn die Terroristen aus dem Land X kommen, muss das Land Y angegriffen werden. Und Y wäre in diesem Fall der Iran.
Entfernt. Bitte beteiligen Sie sich mit differenzierten Beiträgen an der Diskussion und bitte vermeiden Sie anfeindende Kommentare. Danke, die Redaktion/jz
Pakistan wäre der wichtigste Verbündete im Krieg gegen den Terror.
Vermutlich war damit gemeint, dass Pakistan dafür sorgt, dass uns der Terror nicht ausgeht...
Pakistan gehört zwar offiziell zu den wichtigsten Verbündeten im Kampf gegen den Terror. Wir dürfen aber nicht vergessen, dass die pakistanische Regierung in vielen Teilen des Landes kaum oder keinen Einfluss hat. Militär und Inter Service Intelligence (ISI) entwickelten sich zu Staaten im Staate, verfolgen aber ganz eigene Interessen.
Pakistan gehört zwar offiziell zu den wichtigsten Verbündeten im Kampf gegen den Terror. Wir dürfen aber nicht vergessen, dass die pakistanische Regierung in vielen Teilen des Landes kaum oder keinen Einfluss hat. Militär und Inter Service Intelligence (ISI) entwickelten sich zu Staaten im Staate, verfolgen aber ganz eigene Interessen.
vorab folgendes: ich kenne afghanistan in keinster weise!
aber: ich glaube, der gesame westen auch nicht?! ?!
das land, die bevölkerung, die mentalität... erscheinen doch irgendwie völlig anders geartet zu sein, als wir uns vorstellen können?!
dennoch tun, handeln und beurteilen wir es so, als würden wir es kennen und...
werden damit ggf. sogar (bei gutem willen!!!) mehr schaden denn nutzen anrichten?! ?! ?!
Die verehren keine Goetzen. Imami Schiiten messen den herausragenden Nachkommen des Propheten eine besondere Bedeutung zu. Die leiteten die Ummah. Seit dem Verschwinden des 12. Imams im 9. Jahrhundert warten die auf seine Rueckkehr am Ende der Zeit. Das ist so eine Messiasfigur. Gibt's anderswo auch. Auch Sunniten kennen das. Salafiten in Saudi Arabien mag das ein Dorn im Auge sein, aber das ist eher eine Minderheit, die noch nicht allzu alt ist (18. Jahrhundert). I.A. leben Schiiten unbehelligt mit Sunniten zusammen.
Ich wuerde uebrigens den ganzen Krieg in Afghanistan als Religionsterror bezeichnen. Redete der wiedergeborene G.W. Bush nicht vom Kreuzzug?
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