Afghanistan Attentäter sprengt sich bei Trauerfeier in die Luft
Durch einen Selbstmordanschlag im Nordosten Afghanistans sind mindestens 20 Menschen getötet worden. Auch Politiker starben durch den Sprengsatz.
© Wahdat Afghan/Reuters

Trauernde mit einem der Opfer des Anschlages in der afghanischen Provinz Tachar
Im Einsatzgebiet der Bundeswehr in Nordafghanistan hat ein Selbstmordattentäter mindestens 20 Menschen getötet. Durch den Anschlag auf eine Trauergemeinde in der Stadt Talikan in der Provinz Tachar wurden zudem etwa 50 Menschen verletzt, teilte die Polizei mit.
Unter den Todesopfern war nach Polizeiangaben auch der Abgeordnete Abdul Mutalib Beg. "Ich war auch zu der Beerdigung eingeladen, aber bin nicht hingegangen", sagte Gouverneur Abdul Dschabar Takwa. "Ziel war entweder ich oder der Abgeordnete." Auch mehrere Angehörige des Provinzrates starben.
Zunächst bekannte sich niemand zu dem Anschlag. Staatspräsident Hamid Karsai verurteilte ihn als "rücksichtslosen Akt des Terrors". Zu der Trauerfeier am Stadtrand von Talokan hätten sich mehr als hundert Menschen versammelt gehabt, schilderte ein Augenzeuge. Der Täter habe seinen Sprengsatz in der Menge gezündet, als sich die Trauergäste gerade auf den Heimweg machen wollten.
Der Abgeordnete Beg gehörte dem Unterhaus in der Hauptstadt Kabul an und amtierte auch als stellvertretender Minister in der Karsai-Regierung. In den 80er Jahren kommandierte er Aufständische im Kampf gegen die Rote Armee.
Talikan ist Hauptstadt der Provinz Tachar. Im Mai waren dort bei einem Anschlag auf den Gouverneurssitz auch zwei Bundeswehrsoldaten getötet worden. Der Regionalkommandeur der Internationalen Schutztruppe Isaf, der deutsche Generalmajor Markus Kneip, erlitt damals Verletzungen.
- Datum 25.12.2011 - 14:39 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, AFP, dpa, Reuters
- Kommentare 2
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Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein wirklich religiöser Mensch diesen Anschlag ausführen würde,
egal ob es sich dabei um muslimischen, oder christlichen Glauben handelt.
Der Respekt vor Trauerzeremonien ist eigentlich in allen Religionen verwurzelt.
Das zeigt nur wieder, wie unrealistisch unser Bild vom islamischen Terror ist.
30 rebellen von isaf soldaten im nachtrazia getötet, laut nicht deutsche medien!
"Das zeigt nur wieder, wie unrealistisch unser Bild vom islamischen Terror ist."
stimmt! wobei von welcher art von terror man diskuttieren sollte...
ich sehe mehr als eine verzweiflung von menschen, die keine hoffnung haben. sollte mal jeder deutsche selbst, nur einmal! sich in diese situation kurz hineinversetzen! in gaza, palästinenser zu sein, nur einen tag ein afghane zu sein, oder ein iraker dessen eltern durch fremde eindringlinge abgeschlachtet worden sind. fragen wir: wieso vergisst man nicht den Holocaust? dann könnten wir fragen,
wieso können (sollten!) die afghaner, iraker sogar die palästinenser ihren eigenen "holocaust" vergessen? die fordern auch ihren eigenen tribut..."wiedergutmachungen"?
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