US-WahlkampfRomney und Gingrich verschärfen den Ton

Im Kandidatenrennen der US-Republikaner wird der Ton schärfer: Romney und Gingrich lieferten sich eine hitzige TV-Debatte über Persönliches und die Nahost-Politik.

Die Bewerber um die Präsidentschaftskandidatur der US-Republikaner Mitt Romney (links) und Newt Gingrich (rechts) bei Debatte in Des Moines, Iowa

Die Bewerber um die Präsidentschaftskandidatur der US-Republikaner Mitt Romney (links) und Newt Gingrich (rechts) bei Debatte in Des Moines, Iowa

Im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner scheint alles auf ein Wettrennen zwischen Polit-Veteran Newt Gingrich und Ex-Gouverneur Mitt Romney hinauszulaufen. In der jüngsten Debatte der Bewerber in Des Moines in Iowa rieten die Spitzenkandidaten kräftig aneinander.

In Des Moines griff Romney den Favoriten Gingrich persönlich an und bemühte sich, die Unterschiede zwischen ihm und seinem Konkurrenten herauszustreichen.

Wichtiger Punkt der Debatte war eine umstrittene Aussage Gingrichs bezüglich der Palästinenser. In einem Interview hatte dieser kürzlich gesagt, die Palästinenser seinen ein "erfundenes Volk". Gingrich verteidigte seine Position erneut. Diese Sicht sei "historisch wahr", sagte er.

Kontrahent Romney nannte die Äußerung einen Fehler. "Man spricht nicht im Namen von Israel", sagte er. Romney warf Gingrich laut einem Bericht der New York Times vor, er habe damit "brandstiftende Worte in einen Hexenkessel geworfen".

Die Palästinenser hatten mit scharfer Kritik auf die Worte Gingrichs reagiert. Seine Äußerungen "werden für lange, lange Zeit die Munition für die Bin Ladens und alle Extremisten liefern", sagte der palästinensische Chefunterhändler Saeb Erekat dem US-Sender CNN. Gingrich sagte hingegen: "Jemand muss den Mut haben, die Wahrheit zu sagen. Über den Nahen Osten gibt es zu viele Lügen".

Romney forderte die Wähler auf, sich Gingrichs Kandidatur genau anzusehen. Es ging dabei um den Führungsstil, den Blick auf die Welt sowie persönliche Hintergründe.

Romney sagte, er selbst habe sein bisheriges Arbeitsleben im Privatsektor und nicht als Washingtoner Insider verbracht – eine klare Anspielung auf den politischen Werdegang seines Konkurrenten. Dieser habe das ganze Leben in Washington zugebracht. Solche Politiker brauche das Land am wenigsten, sagte Romney. Gingrich entgegnete, Romney sei nur deshalb nicht Karrierepolitiker geworden, weil er 1994 die Wahl um einen Senatsitz gegen den Demokraten Ted Kennedy verloren habe.

Nach Ansicht der New York Times führte Gingrich die Republikaner-Debatte meist an. Oft schien er diese neue Rolle als Anführer sogar zu genießen, so die Zeitung. Auf Angriffe bezüglich seinen Privatlebens – Scheidungen und Affären – erwiderte Gingrich: "In meinem Fall habe ich von vornherein offen zugegeben, dass ich manchmal Fehler gemacht habe." Nun müsste man den Wählern zugestehen, sich ihr eigenes Urteil zu bilden.

In drei Wochen – am 3. Januar – beginnen in Iowa die parteiinternen Vorwahlen der Republikaner. Gingrich führt derzeit die Umfragen klar an, gefolgt mit einigem Abstand von Romney. Experten erwarten, dass der Sieger frühestens am 6. März feststeht, dem "Super Tuesday", an dem in zahlreichen Staaten die republikanische Kandidatenkür stattfindet. Die Präsidentschaftswahl selbst findet am 6. November 2012 statt.

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Leserkommentare
  1. "Im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner scheint alles auf ein Wettrennen zwischen Polit-Veteran Newt Gingrich und Ex-Gouverneur Mitt Romney hinauszulaufen. Auf der jüngsten Debatte der Bewerber in Des Moines in Iowa rieten die Spitzenkandidaten kräftig aneinander."

    Gerade in Iowa liegt Paul derzeit weit vor Romney.

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    • Anay
    • 11.12.2011 um 14:42 Uhr

    Ron Paul liegt nicht weit vor Romney. Romney ist gerade wieder knapp an Paul vorbeigezogen. Paul hat in den letzten Tagen etwas an Schwung verloren: der Cain-Ausstieg hat ihm anscheinend nicht genützt. Gingrich jedoch liegt konstant weit vor dem Zweitplatzierten, momentan 13% vorne.

    http://www.realclearpolit...

    Aber für Iowa sagen die Umfragen noch nicht viel aus, denn es ist keine herkömmliche Wahl, sondern ein Caucus, und da kann on the ground sehr schnell sehr viel passieren, wie man vor 4 Jahren bei Obama gesehen hat. Wenn die Anhänger ordentlich Alarm machen, dann kann Paul sogar gewinnen. Aber ich denke nicht, dass Gingrichs Leute denselben Fehler wie Hillary Clintons Leute vor 4 Jahren machen werden. Nur wenn Paul Iowa gewinnt (oder wenigstens nur kapp verliert), hat er in New Hampshire eine Chance; ansonsten ist das Rennen dann für ihn definitiv gelaufen.

    • Anay
    • 11.12.2011 um 14:42 Uhr

    Ron Paul liegt nicht weit vor Romney. Romney ist gerade wieder knapp an Paul vorbeigezogen. Paul hat in den letzten Tagen etwas an Schwung verloren: der Cain-Ausstieg hat ihm anscheinend nicht genützt. Gingrich jedoch liegt konstant weit vor dem Zweitplatzierten, momentan 13% vorne.

    http://www.realclearpolit...

    Aber für Iowa sagen die Umfragen noch nicht viel aus, denn es ist keine herkömmliche Wahl, sondern ein Caucus, und da kann on the ground sehr schnell sehr viel passieren, wie man vor 4 Jahren bei Obama gesehen hat. Wenn die Anhänger ordentlich Alarm machen, dann kann Paul sogar gewinnen. Aber ich denke nicht, dass Gingrichs Leute denselben Fehler wie Hillary Clintons Leute vor 4 Jahren machen werden. Nur wenn Paul Iowa gewinnt (oder wenigstens nur kapp verliert), hat er in New Hampshire eine Chance; ansonsten ist das Rennen dann für ihn definitiv gelaufen.

    • Anay
    • 11.12.2011 um 14:42 Uhr

    Ron Paul liegt nicht weit vor Romney. Romney ist gerade wieder knapp an Paul vorbeigezogen. Paul hat in den letzten Tagen etwas an Schwung verloren: der Cain-Ausstieg hat ihm anscheinend nicht genützt. Gingrich jedoch liegt konstant weit vor dem Zweitplatzierten, momentan 13% vorne.

    http://www.realclearpolit...

    Aber für Iowa sagen die Umfragen noch nicht viel aus, denn es ist keine herkömmliche Wahl, sondern ein Caucus, und da kann on the ground sehr schnell sehr viel passieren, wie man vor 4 Jahren bei Obama gesehen hat. Wenn die Anhänger ordentlich Alarm machen, dann kann Paul sogar gewinnen. Aber ich denke nicht, dass Gingrichs Leute denselben Fehler wie Hillary Clintons Leute vor 4 Jahren machen werden. Nur wenn Paul Iowa gewinnt (oder wenigstens nur kapp verliert), hat er in New Hampshire eine Chance; ansonsten ist das Rennen dann für ihn definitiv gelaufen.

    Antwort auf "Hm... Iowa oder so."
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    Diesbzgl. auch interessant, wie Paul bzgl. der Frage "wer kann Obama schlagen" im Vergleich zu den übrigen Kandidaten platziert wurde.

    Aktuelle Einschätzung bzgl. seiner Aussichten:
    http://abcnews.go.com/blo...

    Diesbzgl. auch interessant, wie Paul bzgl. der Frage "wer kann Obama schlagen" im Vergleich zu den übrigen Kandidaten platziert wurde.

    Aktuelle Einschätzung bzgl. seiner Aussichten:
    http://abcnews.go.com/blo...

    • Wanli
    • 11.12.2011 um 15:03 Uhr

    Bei Intrade ist Romney immer noch Favorit, aber ich hab das Gefühl, ihm fällt gegen Gingrich nix ein. Der gibt der radikalisierten Basis, was sie hören will, und hat dabei intellektuell mehr auf dem Kasten als frühere Lieblinge der Rechten wie Bachmann, Perry oder Cain. Die republikanischen Eliten in Washington dürften langsam wirklich Angst bekommen vor dem Monster (einer Basis, der ein Kandidat nie aggressiv genug sein kann), das sie sich da in den letzten Jahren herangezogen hat. Mal sehen, ob es Gingrich schadet, wenn jetzt Millionen in Fernsehspots gegen ihn gepumpt werden, er selbst hat ja nicht das Geld, um darauf zu reagieren...
    Diskussion der Vorwahlen samt Markt (kostet nix, keine Spam-Mails) hier:
    http://www.wahlfieber.de/...

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    • Wanli
    • 11.12.2011 um 15:11 Uhr

    Der wird sicher gut abschneiden, besser als vor vier Jahren, und er bleibt sicher bis zum Ende im Rennen: Paul geht es ja mehr drum, seine Botschaft unters Volk zu tragen.
    Aber einige seiner Positionen (Kritik am "militärisch-industriellen Komplex", Heroinfreigabe, Isolationismus, Zusammenstreichen der Aufgaben der US-Bundesregierung)sind bei der GOP einfach nicht mehrheitsfähig.
    Wenn Paul die Vorwahlen gewinnen würde, hätte die Partei einen Präsidentschaftskandidaten, der Obamas Drohnenkrieg gegen Islamisten als Rechtsbruch anprangern würde, und einen Haufen Kandidaten für den Kongress, die den gleichen Präsidenten in dieser Frage als sentimentalen Warmduscher zeichnen würden. Die Folge: kognitive Dissonanz vom Feinsten beim Wähler, vergleichbar mit einer Bundestagswahl, bei der Cem Özdemir als Spitzenkandidat der NPD ins Rennen geht. Mehr zu Ron Paul:
    http://www.wahlfieber.de/...

    • Wanli
    • 11.12.2011 um 15:11 Uhr

    Der wird sicher gut abschneiden, besser als vor vier Jahren, und er bleibt sicher bis zum Ende im Rennen: Paul geht es ja mehr drum, seine Botschaft unters Volk zu tragen.
    Aber einige seiner Positionen (Kritik am "militärisch-industriellen Komplex", Heroinfreigabe, Isolationismus, Zusammenstreichen der Aufgaben der US-Bundesregierung)sind bei der GOP einfach nicht mehrheitsfähig.
    Wenn Paul die Vorwahlen gewinnen würde, hätte die Partei einen Präsidentschaftskandidaten, der Obamas Drohnenkrieg gegen Islamisten als Rechtsbruch anprangern würde, und einen Haufen Kandidaten für den Kongress, die den gleichen Präsidenten in dieser Frage als sentimentalen Warmduscher zeichnen würden. Die Folge: kognitive Dissonanz vom Feinsten beim Wähler, vergleichbar mit einer Bundestagswahl, bei der Cem Özdemir als Spitzenkandidat der NPD ins Rennen geht. Mehr zu Ron Paul:
    http://www.wahlfieber.de/...

    • Wanli
    • 11.12.2011 um 15:11 Uhr

    Der wird sicher gut abschneiden, besser als vor vier Jahren, und er bleibt sicher bis zum Ende im Rennen: Paul geht es ja mehr drum, seine Botschaft unters Volk zu tragen.
    Aber einige seiner Positionen (Kritik am "militärisch-industriellen Komplex", Heroinfreigabe, Isolationismus, Zusammenstreichen der Aufgaben der US-Bundesregierung)sind bei der GOP einfach nicht mehrheitsfähig.
    Wenn Paul die Vorwahlen gewinnen würde, hätte die Partei einen Präsidentschaftskandidaten, der Obamas Drohnenkrieg gegen Islamisten als Rechtsbruch anprangern würde, und einen Haufen Kandidaten für den Kongress, die den gleichen Präsidenten in dieser Frage als sentimentalen Warmduscher zeichnen würden. Die Folge: kognitive Dissonanz vom Feinsten beim Wähler, vergleichbar mit einer Bundestagswahl, bei der Cem Özdemir als Spitzenkandidat der NPD ins Rennen geht. Mehr zu Ron Paul:
    http://www.wahlfieber.de/...

    Antwort auf "Planloser Favorit"
  2. Diesbzgl. auch interessant, wie Paul bzgl. der Frage "wer kann Obama schlagen" im Vergleich zu den übrigen Kandidaten platziert wurde.

    Aktuelle Einschätzung bzgl. seiner Aussichten:
    http://abcnews.go.com/blo...

    Antwort auf "Ron Paul"
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    • Anay
    • 11.12.2011 um 16:14 Uhr

    Die Knackpunkte werden angesprochen: Ron Paul hat eine engagierte Basis, viele Unterstützer, womit er prinzipiell Grinch Gingrich schlagen könnte. Aber seine außenpolitischen Ansichten ziehen bei vielen nicht. 9/11 hat in den USA für eine unglaubliche mental retardation gesorgt, und das Israel-Mantra ist laut wie immer. Es wäre ein Wunder, wenn Paul die konservative Firewall durchbrechen könnte, aber das ist sehr unwahrscheinlich. Wie die Komiker & Late-Night-Hosts teilweise gesagt haben: Ron Paul ist super, nur leider in der falschen Partei. :) Er müsste dann nach der Primary-Entscheidung als Independent weitermachen. Da kann er zwar auch nicht gewinnen, aber er kann wenigstens die Debatten und die Inhalte beeinflussen, viel tiefschürfender als das Kandidaten wie Ross Perot konnten.

    • Anay
    • 11.12.2011 um 16:14 Uhr

    Die Knackpunkte werden angesprochen: Ron Paul hat eine engagierte Basis, viele Unterstützer, womit er prinzipiell Grinch Gingrich schlagen könnte. Aber seine außenpolitischen Ansichten ziehen bei vielen nicht. 9/11 hat in den USA für eine unglaubliche mental retardation gesorgt, und das Israel-Mantra ist laut wie immer. Es wäre ein Wunder, wenn Paul die konservative Firewall durchbrechen könnte, aber das ist sehr unwahrscheinlich. Wie die Komiker & Late-Night-Hosts teilweise gesagt haben: Ron Paul ist super, nur leider in der falschen Partei. :) Er müsste dann nach der Primary-Entscheidung als Independent weitermachen. Da kann er zwar auch nicht gewinnen, aber er kann wenigstens die Debatten und die Inhalte beeinflussen, viel tiefschürfender als das Kandidaten wie Ross Perot konnten.

    • Zack34
    • 11.12.2011 um 15:25 Uhr
    6. [...]


    bleibt eins fest zu stellen:

    kein einziger bisher vorgestellter Kandidat der Republikaner ist wenn auch nur ansatzweise dazu fähig, eine Weltmacht wie USA vor den Augen der Welt verantwortungsvoll (und somit wesentlich anders als bisher) zu führen. Leider gilt dies auch für die größte Mehrheit der Kandidaten der US-Demokraten ebenso.
    Obama, Clinton, Gaitner u.Co. sind allesamt schlicht gescheitert, das ganze System lähmt sich selbst zunehmend. Und der average Joe verfällt in gefährliche Stimmungslagen, und schwafelt was von "Pride!" usw. Das ewige Dilemma bleibt: sich abschotten, oder wieder irgendwo in der Welt "intervenieren"? Ersteres geht gar nicht, da die Wirtschaft derart ressourcenabhängig, und Letzteres führt wieder ins Desaster, wäre aber der aufgeblähten militärisch orientiertern Wirtschaft (Northrop-Grumann & Co. ...) vielleicht gar nicht so unlieb. Wie man´s dreht und wendet - das Imperium hat seine beste Zeit längst hinter sich. Und das Schlimmste dabei: es hat an Glaubwürdigkeit verloren.

    Gekürzt. Bitte achten Sie auf Ihre Wortwahl. Danke, die Redaktion/mo.

    • Zack34
    • 11.12.2011 um 15:53 Uhr

    Danke Ihnen auch

    ;-)
    MfG

    • Anay
    • 11.12.2011 um 16:14 Uhr

    Die Knackpunkte werden angesprochen: Ron Paul hat eine engagierte Basis, viele Unterstützer, womit er prinzipiell Grinch Gingrich schlagen könnte. Aber seine außenpolitischen Ansichten ziehen bei vielen nicht. 9/11 hat in den USA für eine unglaubliche mental retardation gesorgt, und das Israel-Mantra ist laut wie immer. Es wäre ein Wunder, wenn Paul die konservative Firewall durchbrechen könnte, aber das ist sehr unwahrscheinlich. Wie die Komiker & Late-Night-Hosts teilweise gesagt haben: Ron Paul ist super, nur leider in der falschen Partei. :) Er müsste dann nach der Primary-Entscheidung als Independent weitermachen. Da kann er zwar auch nicht gewinnen, aber er kann wenigstens die Debatten und die Inhalte beeinflussen, viel tiefschürfender als das Kandidaten wie Ross Perot konnten.

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    • Zack34
    • 11.12.2011 um 16:30 Uhr


    ... Zitat:
    "Ron Paul ist super, nur leider in der falschen Partei."

    ist seine angepeilte Taktik, er will damit quasi nebenbei möglichst viele der Obama-Enttäuschten für sich gewinnen, alles kein Zufall.

    • Zack34
    • 11.12.2011 um 16:30 Uhr


    ... Zitat:
    "Ron Paul ist super, nur leider in der falschen Partei."

    ist seine angepeilte Taktik, er will damit quasi nebenbei möglichst viele der Obama-Enttäuschten für sich gewinnen, alles kein Zufall.

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