Mögliche Sanktionen Iran droht Ölhandelsroute zu sperren

Im Atomstreit droht Iran die Straße von Hormus zu blockieren – die weltweit wichtigste Ölhandelsroute. Der Grund sind mögliche Sanktionen gegen die Ölexporte des Landes.

Iran droht im Atomstreit mit der Sperrung der weltweit wichtigsten Ölhandelsroute, die Straße von Hormus. Vize-Präsident Mohammed Resa Rahimi sagte der staatlichen Nachrichtenagentur Irna, "nicht ein Tropfen Öl" werde die Straße passieren, sollte der Westen Sanktionen gegen die Ölexporte seines Landes verhängen. Der Öl-Preis stiegt nach bekannt werden der Drohung zunächst an.

Ein Opec-Delegierter eines Golfstaates sagte, Iran würde sich mit einem solchen Schritt nur selbst schaden. Auch ein anderer Delegierter – er möchte ebenfalls nicht namentlich genannt werden – zeigte sich skeptisch. "Ich glaube nicht, dass der Iran wirklich die Drohung wahr macht", sagte er.

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Über die an ihrer engsten Stelle rund 51 Kilometer breite Wasserstraße zwischen Oman und Iran wird nahezu der gesamte Ölexport Saudi-Arabiens, der Vereinigten Arabischen Emirate, Kuwaits, des Irak und Irans abgewickelt – nach US-Angaben etwa ein Drittel des weltweit verschifften Öls. Zudem liefert Katar sein Flüssiggas fast ausschließlich über die Straße von Hormus. In der Region kreuzen Kriegsschiffe der USA. Seit Samstag hält die iranische Marine dort auch Übungen ab.

Im Atomstreit mit Iran hatten die USA, Kanada und Großbritannien den Druck zuletzt erhöht und weitere Sanktionen gegen den Energie- und Finanzsektor des Landes verhängt. Die Europäische Union erwägt ein Importverbot für iranisches Öl – eine Strafmaßnahme, die die USA bereits auf den Weg gebracht haben.

Der deutsche UN-Botschafter Peter Wittig sagte, er halte eine neue Sanktionsrunde des UN-Sicherheitsrats im kommenden Jahr für möglich. Die Beziehungen zwischen Teheran und dem Westen seien "an einem sehr kritischen Punkt". Er sagte: "Iran muss unsere Ernsthaftigkeit und Entschlossenheit verdeutlicht bekommen." Noch sei der Zeitpunkt aber nicht gekommen, um den Sicherheitsrat mit einer Verschärfung der Sanktionen zu befassen.

Iran steht im Verdacht, unter dem Deckmantel seines Atomprogramms heimlich an Kernwaffen zu arbeiten. Die Regierung in Teheran weist die Anschuldigungen zurück. Der Sicherheitsrat hat bereits vier Beschlüsse mit Strafmaßnahmen gegen Iran gefasst.

Anmerkung: In einer früheren Version des Artikels hieß es, die Straße von Hormus sei 6,4 Kilometer breit. Wir haben den Fehler korrigiert.

 
Leser-Kommentare
  1. Wäre überrascht wenn die Teheraner Machthaber tatsächlich so dumm wären, den casus belli frei Haus zu liefern. Da würde ich sie als vorsichtiger einstufen wollen. Geht wohl mehr um zünftiges Säbelrasseln, um die Golfaraber zu beeindrucken.
    Staaten, die im Vergleich zu Iran sehr klein sind. Ausserdem hilft es ihnen, wenn dadurch der Rohölpreis sich nach oben bewegt.

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    "Geht wohl mehr um zünftiges Säbelrasseln, um die Golfaraber zu beeindrucken."

    Das denke ich auch. Diese internationale Wasserstraße zu sperren wäre eine Angriffshandlung. Die USA als Betroffene würde dann auch kein UN-Mandat benötigen oder abwarten.
    Vielmehr würde die iranische Marine und die iranische Luftwaffe in einem gewaltigen Schlag innerhalb von 36 Stunden zerschlagen werden. Die USA sind darauf längst vorbereitet. Jedoch wird man sicher nicht wieder so überheblich sein, einzumaschieren und einem solchen Staat die "Demokratie" angedeihen zu lassen. Iran wird, sollte er in einem solchen Krieg nicht sehr schnell einlenken, komplett kampfunfähig gebombt werden.

    Ich denke, daß Achmedineschad und Konsorten das wissen.
    Aber sie stecken in einem Dilemma. Die neuerlichen Sanktionen werden in ihren Auswirkungen so hart sein, daß sie auch innenpolitisch für die dortige Herrscherqlique gefährlich werden wird. Andererseits können die Mullahs ihr Atomwaffenprogramm auch nicht nolens volens stoppen ohne ihr Gesicht zu verlieren.
    Es ist also alles möglich.

    "Geht wohl mehr um zünftiges Säbelrasseln, um die Golfaraber zu beeindrucken."

    Das denke ich auch. Diese internationale Wasserstraße zu sperren wäre eine Angriffshandlung. Die USA als Betroffene würde dann auch kein UN-Mandat benötigen oder abwarten.
    Vielmehr würde die iranische Marine und die iranische Luftwaffe in einem gewaltigen Schlag innerhalb von 36 Stunden zerschlagen werden. Die USA sind darauf längst vorbereitet. Jedoch wird man sicher nicht wieder so überheblich sein, einzumaschieren und einem solchen Staat die "Demokratie" angedeihen zu lassen. Iran wird, sollte er in einem solchen Krieg nicht sehr schnell einlenken, komplett kampfunfähig gebombt werden.

    Ich denke, daß Achmedineschad und Konsorten das wissen.
    Aber sie stecken in einem Dilemma. Die neuerlichen Sanktionen werden in ihren Auswirkungen so hart sein, daß sie auch innenpolitisch für die dortige Herrscherqlique gefährlich werden wird. Andererseits können die Mullahs ihr Atomwaffenprogramm auch nicht nolens volens stoppen ohne ihr Gesicht zu verlieren.
    Es ist also alles möglich.

  2. >>Über die 6,4 Kilometer breite Wasserstraße zwischen Oman und Iran wird nahezu der gesamte Ölexport Saudi-Arabiens...<<

    Verehrte Redaktion,

    Kann man das mit einer Quelle belegen?
    Ich interessiere mich für derartige Dinge und mir will es rein geographisch nicht einleuchten, daß die Saudis einen Großteil ihrer Exporte über die Straße von Hormus abwickeln.
    Meines Wissens befinden sich die Hauptkapazitäten für Raffinierung und Verladung im Südwesten von Saudi-Arabien, also Richtung Rotes Meer. Aber man kann sich ja irren.

    Aufklärung wird erbeten.

    12 Leser-Empfehlungen
  3. Liebe Zeit-Redaktion, bitte beschweren Sie sich bei ihrer Quelle. Die Straße von Hormus ist an keiner Stelle 6,4 Kilometer breit, sondern minimal 38 km.

    Dies lässt weiterhin die Möglichkeit offen, den Ölexport über die Hoheitsgebiete der VAE abzuwickeln.

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    Redaktion

    Absolut richtig, die Straße von Hormus ist an der engsten Stelle rund 51 Kilometer breit. Wir haben das geändert.

    Ihre Bedeutung als Schifffahrtsstraße ist enorm. Nachzulesen z.B. hier http://www.eia.gov/countr... und hier http://www.eoearth.org/ar...

    Grüße,
    Markus Horeld

    Redaktion

    Absolut richtig, die Straße von Hormus ist an der engsten Stelle rund 51 Kilometer breit. Wir haben das geändert.

    Ihre Bedeutung als Schifffahrtsstraße ist enorm. Nachzulesen z.B. hier http://www.eia.gov/countr... und hier http://www.eoearth.org/ar...

    Grüße,
    Markus Horeld

  4. bezieht. Wenn die Kunden einfach kein Oel mehr kaufen,
    glauben ich nicht, dass die Iraner einen militaerischen
    Schritt unternehmen. Wenn allerdings der Westen den
    Transport des iranischen Oels militaerisch unterbindet
    (wie zur Zeit Mossadeqs) dann wird es knallen. Der Iran
    kann in einem solchen Konflikt nicht gewinnen, aber wenn
    man ihm die Gurgel zudrueckt ist der Versuch eines
    Befreiungsschlags denkbar.

    Eine Leser-Empfehlung
  5. 5. Angabe

    Die Wasserstraße, d.h. der für Tanker schiffbare Teil mag 6,4 km breit sein, die schmalste Stelle der Straße von Hormus misst ca. 40 km.

    Bevor man nun aber amerikanisch oder in Allianz zu Felde zieht um die paar Schnellboote der iranischen Marine zu versenken könnten ja mal die Glaubensbrüder, die ja bestens verdienen am Ölgeschäft, Ihre Nachbarn auffordern, auch im eigenen iranischen Interesse, den Seeweg offen zu halten.

    Ansonsten muss man wohl kühl das Atomwaffenprogramm, notfalls militärisch, bekämpfen und auch den Seeweg letztlich mit militärischen Mitteln offenhalten.
    Die Gelder hierfür könnten dann aber mal von den megareichen, am Öl fettverdienenden, Herrscherfamilien der Golfregion kommen. Am besten Pauschalbetrag mit Vorkasse, man kennt ja die Geschäftspraxis dort ;-) Denn gegenwärtig verdienen ja die Herren wieder immens mit den Aufschlägen...

  6. die straße von hormus ist nicht 6,4km breit, sondern rund 21 seemeilen.

    einfach mal in die verlinkte karte reinzoomen.

    Eine Leser-Empfehlung
    • zd
    • 27.12.2011 um 19:37 Uhr

    falls die iraner "vor einem angriff" die strasse sperren, wird ihnen keiner mehr helfen koennen. die amis werden nicht nur alle schiffe, sondern gleich die ganze regulaere armee platt machen. wie schnell das geht, haben sie bereits in irak gezeigt.

    und falls die amis einen ueberaschungsangriff starten sollten, so werden sie schon am anfang alle schiffe platt machen. so oder so werden die iraner es nicht schaffen die strasse zu sperren.

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    Dummes Geschwätz ist es, den Irak mit dem Iran zu vergleichen.
    Der Iran ist militärisch überhaupt nicht mit dem Irak zu vergleichen.

    Zumal der Iran nochmal ordentlich aufgerüstet hat in den letzten Jahren. Schliesslich steht der Feind schon von allen Seiten an der Grenze.

    • cvnde
    • 27.12.2011 um 21:59 Uhr

    sondern Minen.
    Die uSN verfügt nur über Avenger Minenräumer die sind langsam und brauchten ewig bis sie vor Ort sind.

    Die Inder haben welche, aber ob die mitmachen?

    Dummes Geschwätz ist es, den Irak mit dem Iran zu vergleichen.
    Der Iran ist militärisch überhaupt nicht mit dem Irak zu vergleichen.

    Zumal der Iran nochmal ordentlich aufgerüstet hat in den letzten Jahren. Schliesslich steht der Feind schon von allen Seiten an der Grenze.

    • cvnde
    • 27.12.2011 um 21:59 Uhr

    sondern Minen.
    Die uSN verfügt nur über Avenger Minenräumer die sind langsam und brauchten ewig bis sie vor Ort sind.

    Die Inder haben welche, aber ob die mitmachen?

  7. Nennen Sie es Säbelrasseln oder Machtdemonstration, es ist wirklich nur rethorisch.

    Hier ein paar Fakten:

    1. Iran ist komplett (!) umstellt von westlichen Mächten.

    2. Die USA, die NATO und Israel drohen ganz offen mit einem "pre-emptive nuclear strike" gegen den Iran.

    3. Die USA haben Israel mit "bunker busters" aufgerüstet.

    4. Israel besitzt Nuklearwaffen.

    5. In Katar sammeln sich etwa 25.000 Söldner, um Syrien anzugreifen, genauso wie in Libyen.

    6. Russland hat Kriegsschiffe und Submarines in syrischen Häfen und im Mittelmeer stationiert.

    7. Russland hat 3 Millionen Gasmasken (bio, chemisch) nach Syrien geliefert.

    8. Russland hat modernste Raketenabwehrtechnologie nach Syrien geliefert und installiert.

    9. Syrien und Iran sind Verbündete.

    10. Iran hält z. Z. eine massive Übung an der Straße von Hormus ab.

    11. Russland und China haben rote Linien gezogen.

    u.s.w., u.s.f.

    10 Leser-Empfehlungen
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    Ihre Aufzählung ist beeindruckend, aber würde Russland und China den Iran tatsächlich zu Hilfe eilen, wenn er die Strasse von Hormus schliesst, wohl kaum .

    Der Westen wird die Öffnung erzwingen und Russland profitiert ganz munter vom Ölpreis ,der dann mindesten bei 200 US/Barrel liegen dürfte. Und muss sich noch nicht einmal die Finger schmutzig machen.

    Ihre eigene Meinung schreiben und nicht die Propaganda von PRESS-TV weiterverbreiten.

    Und einen wichtigen Punkt haben Sie vergessen:

    Wie reagiert wohl die VR-China, wenn sie durch die gesperrte Strasse von Hormos kein Öl mehr erhält.

    Ihre Aufzählung ist beeindruckend, aber würde Russland und China den Iran tatsächlich zu Hilfe eilen, wenn er die Strasse von Hormus schliesst, wohl kaum .

    Der Westen wird die Öffnung erzwingen und Russland profitiert ganz munter vom Ölpreis ,der dann mindesten bei 200 US/Barrel liegen dürfte. Und muss sich noch nicht einmal die Finger schmutzig machen.

    Ihre eigene Meinung schreiben und nicht die Propaganda von PRESS-TV weiterverbreiten.

    Und einen wichtigen Punkt haben Sie vergessen:

    Wie reagiert wohl die VR-China, wenn sie durch die gesperrte Strasse von Hormos kein Öl mehr erhält.

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