Iran hat laut einem Fernsehbericht eine US-Drohne abgeschossen. Diese sei im Osten des Landes getroffen worden, zitierte der arabischsprachige iranische Satellitensender El Alam eine namentlich nicht genannte militärische Quelle. Der Vorfall habe sich nahe der Grenze zu Afghanistan und Pakistan ereignet.

Wann genau die Aufklärungsdrohne vom Typ RQ-170 abgeschossen wurde, wurden in dem Bericht nicht gesagt. Die Drohne sei bei dem Abschuss nur "leicht beschädigt" worden, hieß es.  Das unbemannte Fluggerät sei in der Hand iranischer Soldaten. 

Die Nato im benachbarten Afghanistan bestätigte unterdessen den Verlust einer US-Drohne. "Die Drohne, auf die sich die Iraner beziehen, könnte ein unbewaffnetes US-Aufklärungsflugzeug sein, das Ende vergangener Woche eine Mission über Westafghanistan flog", teilte die Nato in Kabul mit. Die Bodenkontrolleure der Drohne hätten die Kontrolle über das Flugzeug verloren und sich seitdem darum bemüht, "seinen Status festzustellen".

Die Regierung in Teheran teilte mir, die Antwort auf das Eindringen der Drohne in den iranischen Luftraum werde außerhalb der iranischen Grenzen gegeben. Wegen des umstrittenen iranischen Atomprogramms und der Sanktionspolitik des Westens hatte sich der Konflikt mit Iran in den vergangenen Tagen zugespitzt. Iran hat Israel wiederholt mit Angriffen gedroht. Der jüdische Staat liegt in der Reichweite iranischer Raketen.

Westerwelle protestiert gegen Erstürmung der britischen Botschaft 

Aus Protest gegen die jüngste Verschärfung britischer Sanktionen hatten regierungstreue iranische Demonstranten am Dienstag die britische Botschaft in Teheran gestürmt. Großbritannien reagierte mit der Ausweisung aller iranischer Diplomaten. Auch die USA, Kanada und die EU hatten ihre Sanktionen zuletzt verschärft.

Bundesaußenminister Guido Westerwelle protestierte in einem Gespräch mit seinem iranischen Amtskollegen Ali Akbar Salehi gegen die Erstürmung der britischen Botschaft in Teheran. Der Angriff werde als gegen alle EU-Staaten gerichtet empfunden, sagte Westerwelle bei dem Treffen. Salehi habe den Vorfall bedauert und versichert, dass sich so etwas nicht wiederholen werde.

Am kommenden Montag treffen sich Vertreter von 85 Staaten und 16 internationalen Organisationen in der ehemaligen Bundeshauptstadt Bonn zur Afghanistan-Konferenz. Iran ist neben Pakistan, das die Konferenz wegen eines Nato-Angriffs auf einen seiner Grenzposten boykottiert, der mächtigste Nachbar Afghanistans.

Westerwelle sagte vor dem Gespräch, er begrüße die iranische Teilnahme an der Konferenz. "Wir werden eine gute nachbarschaftliche Lösung nur finden, wenn die Nachbarländer mitmachen, und das schließt Iran mit ein. Wir erwarten jetzt mehr Staatenkooperation seitens Irans." Es sei notwendig, im Gespräch zu bleiben.