Untersuchung USA räumen Versäumnisse bei Luftangriff in Pakistan ein

Kaum Koordination, veraltete Karten: Bei einem opferreichen Gefecht an der afghanisch-pakistanischen Grenze ist laut einer US-Untersuchung manches falsch gelaufen.

Demonstranten in Pakistan verbrennen nach den tödlichen Luftangriffen eine US-Fahne.

Demonstranten in Pakistan verbrennen nach den tödlichen Luftangriffen eine US-Fahne.

Fast einen Monat nach einem opferreichen Gefecht mit pakistanischen Soldaten im Grenzgebiet zu Afghanistan sieht die Nato-Führung Fehler auf beiden Seiten. Sie seien sowohl vor als auch während der Angriffe begangen worden, teilte das Militärbündnis mit.

Die afghanischen und US-Soldaten hätten laut einer Untersuchung "rechtmäßig zur Selbstverteidigung reagiert", weil auf sie geschossen worden sei, hieß es. Sie seien aber von pakistanischer Seite auch nicht darüber informiert gewesen, dass es sich bei den Angreifern um Soldaten gehandelt habe. Die USA hätten nicht vorsätzlich gehandelt, wie dies die pakistanische Armee erklärt hatte.

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Der Vorfall hatte die ohnehin angespannten Beziehungen der USA zu Pakistan zusätzlich belastet. Durch den Beschuss durch Hubschrauber der von der Nato geführten Afghanistan-Schutztruppe Isaf waren nach pakistanischen Angaben 24 Soldaten gestorben.

Den USA und der Nato zufolge waren internationale Truppen im afghanischen Grenzgebiet zu Pakistan unter Beschuss geraten und hatten dann die Luftunterstützung angefordert. Erst später stellte sich heraus, dass die vermeintlichen gegnerischen Angreifer pakistanische Soldaten waren, die sich selbst offenbar von Feinden bedroht sahen.

Missverständnisse seien schuld

In der veröffentlichten Mitteilung des US-Verteidigungsministeriums heißt es, die US-Kräfte hätten "angesichts der Informationen, die ihnen derzeit zur Verfügung standen, in Selbstverteidigung und mit der angemessenen Stärke gehandelt, nachdem sie beschossen worden waren". Der für die Untersuchungen zuständige Offizier sei außerdem zu dem Schluss gekommen, "dass es keine Absicht gab, Personen oder Orte anzugreifen, von denen man weiß, dass sie zum pakistanischen Militär gehören". Es sei auch nicht beabsichtigt gewesen, "pakistanischen Offiziellen falsche örtliche Informationen zu geben".

Gleichwohl, so heißt es vom Pentagon weiter,  habe "unangemessene Koordination" zwischen US- und pakistanischen Soldaten zum Missverständnis darüber geführt, wo sich die Militärposten befanden. Dazu zähle die Tatsache, dass sich die USA auf inkorrekte Landkarten verlassen und diese auch an den zuständigen pakistanischen Verbindungsoffizier weitergegeben hätten.

Die USA brachten der Mitteilung zufolge auch ihr "tiefstes Bedauern" über den Tod von Menschen aus und über "den Mangel an angemessener Koordination (...), der zu den Verlusten beitrug". Nun müsse alles getan werden, um aus den Fehlern zu lernen. Vor allem aber gelte es, das Maß an Vertrauen zwischen beiden Ländern zu verbessern. "Wir können nicht effektiv an der Grenze – oder in anderen Bereichen unserer Partnerschaft – operieren, ohne uns mit dem nach wie vor fundamentalen Mangel an Vertrauen zwischen uns zu beschäftigen."

 
Leser-Kommentare
  1. Es ist eben bitter, aber wohl unausweichlich, bei militärischen Operationen sind "friendly fire" Verluste keine Frage des "ob" sondern nur des "wann". Liegt an der trivialen Tatsache, dass Menchen nicht unfehlbar sind.

    Trotzdem, wie im Zeitalter von GPS und Satellitenaufklärung "schlechtes" Kartenmaterial im militärischen Gebrauch möglich ist, bleibt aber dennoch völlig unverständlich. Dies vor dem Himtergrund, dass die USA genau in diesen Gebieten führend sind, oder vom technischen Können her zumindest sein sollten.

  2. oder nur noch ein Verbrechen mehr in der unendlich langen Reihe amerikanischer Kriegsverbrechen im den über 250 völkerrechtswidrigen Angriffskriegen der USA seit 1945?

  3. "opferreiches Gefecht"...

    Das sagt Wikipedia dazu:

    "Unter einem Gefecht versteht man eine Kampfhandlung während eines Krieges, also eine militärische Auseinandersetzung feindlich gesinnter Truppen."

    Werte Redaktion, Ihre Formulierung stimmt mich nachdenklich.

    • k2
    • 26.12.2011 um 16:47 Uhr

    Wenn der SACEUR meint, durch Bestechung mit Hunderten von $ Millionen schon wieder beide
    sehr korrupten Herren Zardari und Gilani in deren tiefe Taschen sich gefügig machen zu können - vergleiche hierzu z.B. die Genfer Gerichtsakten oder die Verteidigung von Anwalt Schlegelmilch - , dann dauert es nicht mehr lange bis ich Pasha anrufe haha

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