Der russische Regierungschef Wladimir Putin hat die USA für die Proteste gegen die umstrittene Parlamentswahl vom Sonntag mitverantwortlich gemacht. US-Außenministerin Hillary Clinton habe die Opposition zu Protesten gegen die Regierung angestachelt, sagte Putin. Sie habe einigen oppositionellen Aktivisten "ein Signal gegeben". Die Demonstranten "haben dieses Signal erhalten und dann mit Unterstützung des US-Außenministeriums die aktive Arbeit angefangen", hieß es weiter.

Einige Demonstranten handelten aus egoistischen Gründen, erklärte Putin. Die Mehrheit der Russen lehne politische Unruhen aber ab. Zudem warf er dem Ausland vor, Hunderte Millionen Dollar eingesetzt zu haben, um die Wahlen in Russland zu beeinflussen.

Mit Blick auf die Proteste warnte der Regierungschef, die Sicherheitskräfte würden mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln einschreiten, sollten Demonstranten gegen das Gesetz verstoßen. Zugleich rief er zu einem Dialog zwischen Demonstranten und den Behörden auf. Wer sich an das Gesetz halte, solle seine Meinung frei äußern dürfen. "Niemand will das Chaos", sagte Putin. Es waren die ersten Äußerungen des Regierungschefs zu den Demonstrationen gegen Unregelmäßigkeiten bei der Parlamentswahl.

Putins Partei Einiges Russland hatte die Wahl zur Duma zwar für sich entschieden, ihre Zwei-Drittel-Mehrheit aber verloren. Zahlreiche Beobachter und die Opposition erhoben Vorwürfe, die Wahl sei manipuliert worden. In den vergangenen Tagen kam es in einigen Städten zu Protesten gegen die Regierung. Die Sicherheitskräfte gingen hart gegen die Demonstranten vor. Seit Beginn der Proteste hat die Polizei mehr als 1.000 Menschen festgenommen. Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa bezeichnete die Duma-Wahl als weder frei noch fair.

Putin hatte in der Vergangenheit dem Westen immer wieder vorgeworfen, die Opposition und Menschenrechtler in Russland zu finanzieren und gegen die Staatsmacht aufzuhetzen.