Protest gegen Putin Die russischen Demonstranten haben viel erreicht
In Russland sind so viele Menschen aus Protest auf die Straße gegangen wie seit 20 Jahren nicht. Das beweist, wie sich das Land verändert hat. Kommentar
Es wurde ein großer Tag für die Protestbewegung in Russland, und viele der Demonstranten spürten das. Sie fotografierten einander, mal mit dem selbst gemalten Plakat gegen die Putin-Partei Einiges Russland in den Händen ("Partei der Betrüger und Räuber!"), mal mit einem weißen Schleifchen am Kragen und dem Freund oder der Freundin im Arm: Wir waren dabei!
Zehntausende kamen in Moskau auf den "Sumpf-Platz" am Kanal-Ufer des Flusses Moskwa. 25.000 Teilnehmer zählte die Polizei, 100.000 meldeten die Veranstalter. Auf alle Fälle dürfte es die größte Kundgebung der Opposition seit 20 Jahren gewesen sein. Die Demonstranten gegen Wahlfälschungen und den Sieg von "Einiges Russland" am vergangenen Sonntag haben gestern noch keines ihrer politischen Ziele durchgesetzt und doch viel erreicht.
Die Protestbewegung hat sich erstmals allein durch die Zahl ihrer Unterstützer als ein neuer, bedeutsamer Mitspieler in Russlands Politik und Gesellschaft bewiesen. Die Demonstranten führten mit klaren Forderungen, wehenden Fahnen und guter Laune vor Augen, wie sich Russland in den letzten Jahren verändert hat. Sogar in russischen Regionalstädten gingen Hunderte oder gar Tausende auf die Straße.
Sie trotzten der Angst vor der oft prügelbereiten Polizei, der Passivität der Mehrheit, dem Schneeregen oder den Temperaturen bis zu minus 15 Grad wie in Nowosibirsk und haben einen moralischen Sieg errungen. Die Demonstrationen verliefen friedlich. Ihre Teilnehmer zeigten sich besonnen und vermieden fast alle Revolutionsträumerei. Eine vereinzelte Rauchbombe in Moskau bekam die Putzfrau der Toilettenbüdchen mit ihrem Schrubber unter Kontrolle. Die Polizei wurde nicht gebraucht.
Nach 13 Uhr schwoll am Samstag der Strom der Demonstranten, die aus den nahe liegenden Metro-Stationen kamen, stetig an. Die Stimmung war gelöst. "Oh, wie viel Menschen!", rief ein älterer Mann in der Warteschlange vor den Metalldetektoren, durch die alle zur Kontrolle hindurchgehen mussten. "Solch eine Menge habe ich zuletzt in sowjetischer Zeit beim Fußballspiel von Dynamo Kiew gegen Spartak Moskau gesehen", schwärmte der Protestfan. Eine junge Frau sagte lachend: "Das ist wie am 1. Mai, nur ohne rote Nelken."
Weiß war die Farbe der Stunde: Viele trugen weiße Blumen oder weiße Luftballons in den Händen als Zeichen ihres Protests. Andere hatten "Das Schweigen der Lämmer ist vorbei" auf ihr Banner geschrieben. Einer hielt sogar sein iPad über sich wie eine leuchtende Werbetafel. Darauf stand: "Wir wollen ehrliche Wahlen.“
Vor allem das Internet hat sie zusammengebracht, und manche filmten mit ihren Smartphones das Geschehen, um die Videos abends ins Netz zu stellen. Viele junge Menschen waren in der Menge, Unternehmer zwischen 30 und 40 Jahren und auch Ältere. Manche trugen Designerbrillen oder coole Spitzbärtchen. Es waren Kommunisten, Liberale, Nationalisten, Aktivisten der Autofahrerverbände und Umweltschützer. Sie zeigten keinen Hass. Viele wirkten innerlich überzeugt, als hätten sie ihren Platz im Staat erkannt und demonstrierten nicht nur, weil es plötzlich schick erscheint. Als sich ein Redner als "Privatperson" bezeichnete, riefen Protestierer zurück: "Nicht Privatperson, ein Bürger bist Du!“
Die Menge fühlte sich durch die überlegte Rede des bekannten Schriftstellers Boris Akunin wertgeschätzt und beim volkstribunhaften Auftritt des früheren stellvertretenden Premierministers Boris Nemzow nicht übermäßig mitgerissen. Revolution und Straßenkampf stand nicht auf ihrem Programm. "Putin nach Tschetschenien!“, war einer der schärfsten Slogans.
"Unsere wichtigste Waffe ist das Gefühl der eigenen Würde“, ließ der Blogger Alexej Nawalny in einem Brief aus der Haftzelle verkünden. Für die meisten Demonstranten waren die drei Stunden in der Kälte wie ein Sauerstoff-Cocktail der Solidarität nach der Apathie des vergangenen Jahrzehnts. Wir sind nicht mehr allein, stellten sie fest. Als Forderungen für die nächsten zwei Wochen beschlossen sie: ehrliche und faire Neuwahlen, Befreiung der politischen Gefangenen, Entlassung des Obersten Wahlleiters.
Für die Machthaber ist die Protestbewegung ein Problem. Durch die friedliche Großdemonstration haben sie eine Rechtfertigung für künftige Demonstrationsverbote und Polizeieinsätze eingebüßt. Hartes Vorgehen hätte künftig eher einen Mobilisierungseffekt auf die Opposition, die ungewohnt geschlossen auftrat. Der Kreml musste feststellen, dass er nicht mehr allein die politische Tagesordnung bestimmt. Die staatlichen Fernsehkanäle konnten die Protestierer nicht weiter ignorieren. Angeblich auf Anweisung von Präsident Dmitrij Medwedjews zeigten sie in den Abendnachrichten relativ ausgewogene Reportagen vom "Sumpf-Platz". Die Stärke der Bewegung fand so ihre staatliche Anerkennung.
- Datum 11.12.2011 - 10:17 Uhr
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war in Russland schon das letzte mal ein Thema das im Inland anders ausgetragen wurde als es die Nachrichten hier suggerierten. So sprachen die kleineren Parteien damals auch von Wahlbetrug. Als es aber darum ging das alle Parteien ihre erhalten Stimmen wieder zurückgeben müssten und man alles komplett nochmal neu macht war keiner bereit die bereits erhalten Voten wieder aufzugeben. Die Fraktionen srtittens ich noch eine Weile über die üblichen Kanäle, vor Gericht ging aber keienr von denen. Warum wohl? Weil dann die eigenen Tricksereien ebenso Transparent geworden wären? In jedem Wahlbüro sind Beobachter der jeweiligen fraktionen vor Ort und jeder versucht die Oeffentlichkeit davon zu überzeugen das eben nur der Gewinner getrickst hat... Das Thema versandete dann wieder nur im auch diesmal wieder hochzukommen...
Wären Russland und die Russen sich in 20 Jahren gewandelt haben, wird das Land von der anderen, der unseren Seite immer noch angesehen und behandelt wie wenn die Zeit des kalten Krieges nie verlassen worden wäre... Die verschiedenen Ansichten der Russen und die Parteien sind nur gut wenn diese gewisse liberale Ansichten vertreten. Es denken aber, genau wie hier, nicht alle Russen gleich über dieses Thema. Warum auch sollen Sie das tun? Nicht die Russen müssen abosult dazu lernen sondern wir hier mitten in Europa wo sich mehr und mehr Fraktionen nicht zu schade sind ihre jeweiligen Interessen sowohl an der Verfassung wie auch an der Demokratie vorbei zu schmuggeln.
"Als es aber darum ging das alle Parteien ihre erhalten Stimmen wieder zurückgeben müssten und man alles komplett nochmal neu macht war keiner bereit die bereits erhalten Voten wieder aufzugeben. Die Fraktionen srtittens ich noch eine Weile über die üblichen Kanäle, vor Gericht ging aber keienr von denen. Warum wohl? Weil dann die eigenen Tricksereien ebenso Transparent geworden wären? In jedem Wahlbüro sind Beobachter der jeweiligen fraktionen vor Ort und jeder versucht die Oeffentlichkeit davon zu überzeugen das eben nur der Gewinner getrickst hat... "
Der Grund für die Proteste der Oppositonsparteien sind auf den zweiten Blick sehr egoistisch. Evtl. sind vereinzelt Trickserereien aufgetreten; daß sie aber den Wählerwillen grundsätzlich verfälscht haben, ist unwahrscheinlich. Die exit polls der Umfrageergebnisse fast aller Institute liegen nahe genug bei den tatsächlichen Wahlergebnissen, um plausibel zu sein.
http://backyard-safari.bl...
"Auch die am Wahltag durchgeführten "Exit polls" zweier anderer Institute - WZIOM und FOM - bestätigen diese Zahlen. Sonach kam ER auf 46,8 % bzw. 48,5 % (amtlich 49,29 %); GR auf 12,8 % bzw. 14,1 % (amtlich 13,25 %), die KPRF auf 19,8 % bzw. 21 % (amtlich 19,2 %) und Jabloko auf 3,6 % bzw. 4,2 % (amtlich 3,43 %).
"Als es aber darum ging das alle Parteien ihre erhalten Stimmen wieder zurückgeben müssten und man alles komplett nochmal neu macht war keiner bereit die bereits erhalten Voten wieder aufzugeben. Die Fraktionen srtittens ich noch eine Weile über die üblichen Kanäle, vor Gericht ging aber keienr von denen. Warum wohl? Weil dann die eigenen Tricksereien ebenso Transparent geworden wären? In jedem Wahlbüro sind Beobachter der jeweiligen fraktionen vor Ort und jeder versucht die Oeffentlichkeit davon zu überzeugen das eben nur der Gewinner getrickst hat... "
Der Grund für die Proteste der Oppositonsparteien sind auf den zweiten Blick sehr egoistisch. Evtl. sind vereinzelt Trickserereien aufgetreten; daß sie aber den Wählerwillen grundsätzlich verfälscht haben, ist unwahrscheinlich. Die exit polls der Umfrageergebnisse fast aller Institute liegen nahe genug bei den tatsächlichen Wahlergebnissen, um plausibel zu sein.
http://backyard-safari.bl...
"Auch die am Wahltag durchgeführten "Exit polls" zweier anderer Institute - WZIOM und FOM - bestätigen diese Zahlen. Sonach kam ER auf 46,8 % bzw. 48,5 % (amtlich 49,29 %); GR auf 12,8 % bzw. 14,1 % (amtlich 13,25 %), die KPRF auf 19,8 % bzw. 21 % (amtlich 19,2 %) und Jabloko auf 3,6 % bzw. 4,2 % (amtlich 3,43 %).
dass sich die Russen geaendert haben. Es hat viel eher etwas damit zu tun, dass sich Menschen die Revolutionen im Nahen Osten angeschaut haben und nun auch etwas gegen ihre Regierungen tun wollen.
Wenn es die Bevoelkerung von Russland denn auch mit der Polizei und dem Militaer aufnehmen kann, koennte wir schon bald Veraenderungen sehen. Leider ist mit der russischen Regierung absolut nicht zu spassen.
Bitte um Anwort... da dies nie wirklich klar rüber kommt. In keiner der Forderungen geht es auch nur in Ansätzen darum das Leben der einfachen Russen zu verbessern. Stetig wird von Freiheit und Demokratie geredet aber was bitte soll das den Menschen bringen? Freiheit für Kapitalbesitzer ist diametral anders als Freiheit für Zivilgesellschaftliche Ansprüche... dank des Neoliberalen Gesellschafts- und Wirtschaftsumbaues geht ein Land in Europa nach dem anderen in den Bankrott. Russland hat sich aus diesem system wieder befreit und kontrolleirt einige Systeme wieder zentral was uns einigen heir eben nicht passt. Ein land kann sich aber nur aufbauen und halten wenn man einige Systeme zentral steuert und kontrolliert. Der ruinöse Neoliberale Umbau in zahllosen Ländern ist ein Beispiel der Freiheit für Kapitalbesitzer, Investoren. Nun aber zur wesentlich komplexeren Gegenseite... den Ansprüchen der Menschen an einen Staat? Die sind so vielfältig das dieAnsprüche der Investoren auf Rendite und Profitsicherheit geradezu lächerlich sind...
Es gibt eigentlich nur diese zwei Kontrahenten. Kapitalbesitzer und die anderen... welche Ansprüche soll man nun in welchen Varianten und Kompromissen erfüllen? Die Ansprüche der zivilgesellschaften auf Mitsprache und Partizipation am Wohlstand lassen sich nur erfüllen wenn man den kapitalbesitzern wieder etwas wegnimmt. Genau das führt dann hier wieder zu hysterischen Aufschreien über mangelnde Freiheit und Demokratie...und dem Wahlbetrüger Putin.
....noch relativ gut zu laufen. Mit nur 1.000 bis 2.000 Festnahmen, die ohne Misshandlungen größeren Ausmaßes abzulaufen scheinen, wäre das entscheidender Durchbruch gesellschaftlicher Ordnung. Wollen wir hoffen, dass die Demonstranten nicht nachlassen und die Regierung bei ihrer Zurückhaltung bleibt.
Bitte um Anwort... da dies nie wirklich klar rüber kommt. In keiner der Forderungen geht es auch nur in Ansätzen darum das Leben der einfachen Russen zu verbessern. Stetig wird von Freiheit und Demokratie geredet aber was bitte soll das den Menschen bringen? Freiheit für Kapitalbesitzer ist diametral anders als Freiheit für Zivilgesellschaftliche Ansprüche... dank des Neoliberalen Gesellschafts- und Wirtschaftsumbaues geht ein Land in Europa nach dem anderen in den Bankrott. Russland hat sich aus diesem system wieder befreit und kontrolleirt einige Systeme wieder zentral was uns einigen heir eben nicht passt. Ein land kann sich aber nur aufbauen und halten wenn man einige Systeme zentral steuert und kontrolliert. Der ruinöse Neoliberale Umbau in zahllosen Ländern ist ein Beispiel der Freiheit für Kapitalbesitzer, Investoren. Nun aber zur wesentlich komplexeren Gegenseite... den Ansprüchen der Menschen an einen Staat? Die sind so vielfältig das dieAnsprüche der Investoren auf Rendite und Profitsicherheit geradezu lächerlich sind...
Es gibt eigentlich nur diese zwei Kontrahenten. Kapitalbesitzer und die anderen... welche Ansprüche soll man nun in welchen Varianten und Kompromissen erfüllen? Die Ansprüche der zivilgesellschaften auf Mitsprache und Partizipation am Wohlstand lassen sich nur erfüllen wenn man den kapitalbesitzern wieder etwas wegnimmt. Genau das führt dann hier wieder zu hysterischen Aufschreien über mangelnde Freiheit und Demokratie...und dem Wahlbetrüger Putin.
....noch relativ gut zu laufen. Mit nur 1.000 bis 2.000 Festnahmen, die ohne Misshandlungen größeren Ausmaßes abzulaufen scheinen, wäre das entscheidender Durchbruch gesellschaftlicher Ordnung. Wollen wir hoffen, dass die Demonstranten nicht nachlassen und die Regierung bei ihrer Zurückhaltung bleibt.
Was man uns Lesern suggerieren will,
dass die Demonstranten die Mitte der russischen Gesellschaft ausmacht, die heldenhaft unter Angst & Verfolgung gegen einen quasi Diktator (Putin) aus der Sowjetzeit protestieren, stimmt so absolut nicht!
Die allermeisten (etwa 4x größer als die prowestliche Bewegung) der Demonstranten sind Kommunisten, und zwar nicht reformierte sondern Demokratiefeindliche Altkommunsiten die eine Sowjetunion zurückhaben wollen (haben fast 20% der Wahlstimmen)
Die andere angeblich prowestliche Bewegung, von denen man auch viele Fahnen sieht, sind zumeist russische Nationalisten (Die mit den Schwarz-gelb-weißen Fahnen, teilweise russischen Hakenkreuzfahnen)
und man stellt diese Radikalen als die Mitte Russlands dar,
aber Russen verachten sie zumeist und wollen mit denen nichts zu tun haben, auch wenn sie in der westlichen Presse 4x mehr hingestellt werden als es sie tatsächlich gibt, sind 100.000 (oder real nur 25.000) Demonstranten für Russland ein 141 Millionenvolk nichts, selbst für die 12 Millionen Metropole Moskau ist die (Radikalen-) Demon praktisch ein unbedeutender verhallender Witz, da hat selbst die Kleinstadt Stuttgart mit seinen lokalen Demos von 100.000 Demonstranten ein wesentlich größeren demokratischen Charakter (und selbst die S21-Gegner waren nach der Wahl eine demokratische Minderheit)
Die Russen haben 1990 Demokratie erwartet und Kapitalismus bekommen. Diese (Kapitalisten) sind nicht zimperlich, wenn es um die Wahl der Mittel geht. Ihr Pragmatismus hinter der politischen Verklärung (Demokratie) hat sich bewährt. Russland wurde im Zeitraffer umverteilt, die EU nähert sich an. Russland ist nicht unser Problem, es sind die Demokratiedefizite im eigenen Land und der EU, die uns Sorgen bereiten sollten. Wir werden von einer Krise gelenkt, die keine ist, um das zu akzeptieren, was wir eigentlich nicht wollen.
Die Russen haben 1990 Demokratie erwartet und Kapitalismus bekommen. Diese (Kapitalisten) sind nicht zimperlich, wenn es um die Wahl der Mittel geht. Ihr Pragmatismus hinter der politischen Verklärung (Demokratie) hat sich bewährt. Russland wurde im Zeitraffer umverteilt, die EU nähert sich an. Russland ist nicht unser Problem, es sind die Demokratiedefizite im eigenen Land und der EU, die uns Sorgen bereiten sollten. Wir werden von einer Krise gelenkt, die keine ist, um das zu akzeptieren, was wir eigentlich nicht wollen.
In 10 Jahren Jelzin wurde das BIP Russlands halbiert, 10 Jahre Putin haben es wieder verdoppelt. Als die "Reformer" 1998 auf ihrem Höhepunkt waren, hatte das BIP den Tiefststand von 57% der Basis von 1990 erreicht. Die Anführer der heute angepriesenen "Opposition" waren in dieser Zeit an der Macht und sie unterdrückten mit allen Mittel die Opposition. Jelzin liess die Rechte der Duma per Ukas beschneiden, weil die Kommunisten als grösste Partei unter Sjuganow sich gegen die selbsternannten "Marktliberalen" stellen, die nichts anders als modere Raubritter am eigenen Staat waren. Die Opposition der 90er Jahre war bedeutend und die Behauptung, es wären die grössten Proteste in 20 Jahren gewesen, trifft einfach nicht zu. Die Wahlen unter Jelzin waren weder rrei noch demokratisch. Natürlich prangerte man die Nemzows, Tchubais', Gaidars im Westen nicht an, weil sie den Postsowjetischen Wirtschaftsraum und die Rohstoffe für das ausländische Kapital öffneten. Wie konnte also die Bevölkerung Hunger und Unterdrückung ohne Proteste ertragen, wurde sie gar davon abgehalten oder haben wir einfach nichts darüber erfahren, weil es nicht ins politische Konzept passte, das der „Marktliberalismus“ schlechter wirtschaftete als die Sowjets. Die Diskussion über Russland ist stark politisch geprägt, so dass keine ausgeglichene Betrachtungsweise entstehen kann (darf?). Demokratieförderung ist das nicht.
in de USA war sich nicht zu schade Videos von Protesten in Griechenland zusammen mit der Berichterstattung aus Russland zu zeigen. Nicht das diese Tatsache vom Sender selber deklariert worden wäre, nein. Rausgefunden haben das aufmerksame Beobachter...aber so ist das halt wenn sich der grösste Teil der Medien (Zeitungen, Magazine, TV, Radio, Bücher, Filme) sich in nur gerade mal 8 Händen befinden. Weltweit. Es sind diese wenigen Hände die sich auch noch den bis heute freien Informations- und Publikationsfluss des Internet zu eigen machen wollen.
Setzen sie das Wirtschaftswachstum zum weltweiten Oelpreis in Relation und sie werden einen erstaunlichen Zusammenhang erkennen...
Leider ist es bspw. mit der Produktivitaet in der russischen Industrie ein wenig anders gelagert...
in de USA war sich nicht zu schade Videos von Protesten in Griechenland zusammen mit der Berichterstattung aus Russland zu zeigen. Nicht das diese Tatsache vom Sender selber deklariert worden wäre, nein. Rausgefunden haben das aufmerksame Beobachter...aber so ist das halt wenn sich der grösste Teil der Medien (Zeitungen, Magazine, TV, Radio, Bücher, Filme) sich in nur gerade mal 8 Händen befinden. Weltweit. Es sind diese wenigen Hände die sich auch noch den bis heute freien Informations- und Publikationsfluss des Internet zu eigen machen wollen.
Setzen sie das Wirtschaftswachstum zum weltweiten Oelpreis in Relation und sie werden einen erstaunlichen Zusammenhang erkennen...
Leider ist es bspw. mit der Produktivitaet in der russischen Industrie ein wenig anders gelagert...
Es ist natürlich schön zu beobachten, dass sich in Russland etwas tut.
Fraglich ist allerdings, ob diese Tendenzen zu nachhaltigen politischen Veränderungen führen werden.
Man sollte sich der Tatsache bewußt sein, dass es zum Regierungstandem keine nennenswerte personelle Alternative gibt. Es gibt keinen charismatischen Oppositionellen, der die Massen hinter sich zu bringen vermag.
Ferner muss man sich vor Augen führen, dass der Großteil der russischen Bevölkerung von der bürgerlichen Entwicklung her noch nicht so weit ist. Totalitarismus, Xenophobie, Homophobie, Militarismus und die Sehnsucht nach einer harten Regierungshand sind bei den einfachen Menschen noch sehr weit verbreitet. Durch die sozialistische Vergangenheit und die turbulenten Geburtswehen der "Demokratie" in den 90-ern können sich viele noch keine liberale Regierung, welche die Macht dem Parlament oder gar dem Volk überlässt nicht vorstellen. Das Volk ist ohnehin viel zu apathisch, was Politik angeht. Politikverdruss ist eine russische Spezialität. Die alte "die da oben regeln das schon"-Mentalität ist vorherrschend.
Bitte um Anwort... da dies nie wirklich klar rüber kommt. In keiner der Forderungen geht es auch nur in Ansätzen darum das Leben der einfachen Russen zu verbessern. Stetig wird von Freiheit und Demokratie geredet aber was bitte soll das den Menschen bringen? Freiheit für Kapitalbesitzer ist diametral anders als Freiheit für Zivilgesellschaftliche Ansprüche... dank des Neoliberalen Gesellschafts- und Wirtschaftsumbaues geht ein Land in Europa nach dem anderen in den Bankrott. Russland hat sich aus diesem system wieder befreit und kontrolleirt einige Systeme wieder zentral was uns einigen heir eben nicht passt. Ein land kann sich aber nur aufbauen und halten wenn man einige Systeme zentral steuert und kontrolliert. Der ruinöse Neoliberale Umbau in zahllosen Ländern ist ein Beispiel der Freiheit für Kapitalbesitzer, Investoren. Nun aber zur wesentlich komplexeren Gegenseite... den Ansprüchen der Menschen an einen Staat? Die sind so vielfältig das dieAnsprüche der Investoren auf Rendite und Profitsicherheit geradezu lächerlich sind...
Es gibt eigentlich nur diese zwei Kontrahenten. Kapitalbesitzer und die anderen... welche Ansprüche soll man nun in welchen Varianten und Kompromissen erfüllen? Die Ansprüche der zivilgesellschaften auf Mitsprache und Partizipation am Wohlstand lassen sich nur erfüllen wenn man den kapitalbesitzern wieder etwas wegnimmt. Genau das führt dann hier wieder zu hysterischen Aufschreien über mangelnde Freiheit und Demokratie...und dem Wahlbetrüger Putin.
daß das mit der Freiheit nicht so einfach ist. Deshalb werden wir auch noch sehr lange benötigen, um da einen einigermaßen "gerechten" Kompromiss zu finden. Meiner Meinung nach kommt es der quadratur des Kreises sehr nahe, um nicht zu sagen, es ist fast unmöglich. Irgendjemandem wird man in "seiner" Freiheit immer auf die Füße treten!!! Nur wieviel halten seine Füße aus, zu wieviel Kompromiss sollte er bereit sein??? Je weiter man darüber nachdenkt, umso mehr Fragen tauchen auf, die auf eine Antwort, wenn es sie denn gibt, warten!!! Das gilt nicht nur für Rußland.
Jene Ökonomie, die 70 Kommunismus hinterlassen haben, war mit Sicherheit ein sehr schweres Erbe für die Russische Republik. Nur fällt die Bilanz nach (rund) 20 Jahren auch eher ernüchternd aus. Das "System Putin" ist bislang die Antwort schuldig geblieben, wovon den Russland mal leben will, wenn die Vorräte an Rohstoffen - speziell Öl und Gas - denn mal aufgebraucht sind. Russland ist immer noch ein Land mit einer Menge sehr gut ausgebildeter Köpfe, nur gelingt es bis heute kaum, dies in Produkte / Technologien umzusetzen, die auf dem Weltmarkt konkurrenzfähig sind.
Wenn man nach Ursachen dafür sucht, dann wird immer wieder das Rechtssystem in der Russischen Republik genannt - stark vereinfacht ausgedrückt bietet dieses zu wenig Schutz vor Willkür und Korruption. Und mit dem Schutz von geistigem oder materiellem Eigentum sieht es auch nicht unbedingt gut aus.
Der Punkt ist doch, dies betrifft sowohl den einfachen Bürger/in der Russischen Republik, sondern genauso jene, die in die Russische Wirtschaft investieren wollen.
Man denkt an Michail Borissowitsch Chodorkowski und aus heutiger Sicht ist nicht so bedeutend, welche Gesetze er gebrochen hat. Vielmehr bleibt der Eindruck, dass er dafür bestraft wurde, am "System Putin" deutliche Kritik geübt zu haben.
daß das mit der Freiheit nicht so einfach ist. Deshalb werden wir auch noch sehr lange benötigen, um da einen einigermaßen "gerechten" Kompromiss zu finden. Meiner Meinung nach kommt es der quadratur des Kreises sehr nahe, um nicht zu sagen, es ist fast unmöglich. Irgendjemandem wird man in "seiner" Freiheit immer auf die Füße treten!!! Nur wieviel halten seine Füße aus, zu wieviel Kompromiss sollte er bereit sein??? Je weiter man darüber nachdenkt, umso mehr Fragen tauchen auf, die auf eine Antwort, wenn es sie denn gibt, warten!!! Das gilt nicht nur für Rußland.
Jene Ökonomie, die 70 Kommunismus hinterlassen haben, war mit Sicherheit ein sehr schweres Erbe für die Russische Republik. Nur fällt die Bilanz nach (rund) 20 Jahren auch eher ernüchternd aus. Das "System Putin" ist bislang die Antwort schuldig geblieben, wovon den Russland mal leben will, wenn die Vorräte an Rohstoffen - speziell Öl und Gas - denn mal aufgebraucht sind. Russland ist immer noch ein Land mit einer Menge sehr gut ausgebildeter Köpfe, nur gelingt es bis heute kaum, dies in Produkte / Technologien umzusetzen, die auf dem Weltmarkt konkurrenzfähig sind.
Wenn man nach Ursachen dafür sucht, dann wird immer wieder das Rechtssystem in der Russischen Republik genannt - stark vereinfacht ausgedrückt bietet dieses zu wenig Schutz vor Willkür und Korruption. Und mit dem Schutz von geistigem oder materiellem Eigentum sieht es auch nicht unbedingt gut aus.
Der Punkt ist doch, dies betrifft sowohl den einfachen Bürger/in der Russischen Republik, sondern genauso jene, die in die Russische Wirtschaft investieren wollen.
Man denkt an Michail Borissowitsch Chodorkowski und aus heutiger Sicht ist nicht so bedeutend, welche Gesetze er gebrochen hat. Vielmehr bleibt der Eindruck, dass er dafür bestraft wurde, am "System Putin" deutliche Kritik geübt zu haben.
Die Russen haben 1990 Demokratie erwartet und Kapitalismus bekommen. Diese (Kapitalisten) sind nicht zimperlich, wenn es um die Wahl der Mittel geht. Ihr Pragmatismus hinter der politischen Verklärung (Demokratie) hat sich bewährt. Russland wurde im Zeitraffer umverteilt, die EU nähert sich an. Russland ist nicht unser Problem, es sind die Demokratiedefizite im eigenen Land und der EU, die uns Sorgen bereiten sollten. Wir werden von einer Krise gelenkt, die keine ist, um das zu akzeptieren, was wir eigentlich nicht wollen.
Bei allem Respekt für den Bericht aus Moskau, aber ein gut recherchierter und kritischer Bericht ist für mich etwas anderes. An einigen Stellen klingt es mir wie das Tagebuch vom Ausflug einer bunten Schulklasse:
"Die Demonstranten führten mit klaren Forderungen, wehenden Fahnen und guter Laune vor Augen, wie sich Russland in den letzten Jahren verändert hat."
Da es äußerst schwierig ist, Informationen über die russischen Oppositionskräfte zu finden, hätte ich mir schon eine tiefgründigere Aufklärung gewünscht, um welche "wehenden Fahnen" es sich da handelt, ich vermute hier auch für die Demokratie Bedenkliches.
"Vor allem das Internet hat sie zusammengebracht, und manche filmten mit ihren Smartphones das Geschehen, um die Videos abends ins Netz zu stellen. Viele junge Menschen waren in der Menge, Unternehmer zwischen 30 und 40 Jahren und auch Ältere. Manche trugen Designerbrillen oder coole Spitzbärtchen. Es waren Kommunisten, Liberale, Nationalisten, Aktivisten der Autofahrerverbände und Umweltschützer."
Noch mal, die einfache Nennung von Kommunisten, Liberalen (ist damit Schrinowskis Partei gemeint?) und Nationalisten (wer sind die eigentlich?) ist mir zu unkritisch. Von einem eigenen Korrespondentenbericht der ZEIT hätte ich mir eine tiefgründigere Analyse und Aufklärung zu sehr sichtbaren Dingen gewünscht, zu denen sonst kaum Information zugänglich ist.
Zum Vergleich: Wie würde man berichten, wenn in Berlin NPD und Linksradikale für mehr Demokratie demonstrierten?
Wahlfälschungen stimmen..., dann sind die Protestaktionen mehr als gerechtfertigt.
Wahlfälschungen stimmen..., dann sind die Protestaktionen mehr als gerechtfertigt.
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