Die syrische Opposition hat die Beobachter der Arabischen Liga aufgefordert, nach dem geplanten Beginn ihrer Mission am Montag die Stadt Homs zu besuchen. Die zentralsyrische Stadt werde von Tausenden Soldaten belagert, teilte der syrische Nationalrat als wichtigste Oppositionsbewegung des Landes mit. Homs werde seit mehreren Tagen bombardiert. Der Nationalrat fordere deshalb die Beobachter der Arabischen Liga auf, "unverzüglich" in die belagerten Viertel von Homs zu fahren, hieß es in der Erklärung.

Die in London ansässige syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte hatte die Beobachter bereits am Samstag aufgefordert, sich auch nach Homs zu begeben. Die ersten Beobachter der Arabischen Liga sind bereits in Syrien eingetroffen. Dennoch setzte das Regime von Baschar al-Assad die Gewalt gegen seine Gegner fort.

Am Sonntag wurden in Homs nach Angaben von Oppositionellen erneut mindestens drei Menschen getötet und etwa 30 verletzt. Mindestens zehn Häuser seien bei dem Dauerbeschuss durch Regierungstruppen zerstört worden. Die Armee geht schon seit vielen Wochen massiv gegen die Demokratiebewegung in Homs vor. Aktivisten warnten bereits vor einem Massaker. Am Samstag waren dort vier Zivilisten gestorben. Nach Angaben der Menschenrechtsgruppe wiesen sie "Spuren von Folter" auf.

Am Donnerstag war das Vorausteam der Arabischen Liga in Damaskus eingetroffen, um eine größere Beobachtermission vorzubereiten. Nach Angaben des Nachrichtensenders al-Arabiya werden am Montag etwa 50 weitere Beobachter erwartet. Die Diplomaten und Experten, zu denen auch arabische Militärs gehören, sollen den Abzug der syrischen Armee aus den Städten sowie die Freilassung von Regimegegnern überwachen. Damit soll das seit März andauernde Blutvergießen beendet werden.

Nach Schätzungen der Vereinten Nationen sind seit Beginn des Aufstands gegen Assad mehr als 5.000 Menschen getötet worden. Am Freitag erreichte der Konflikt eine neue Eskalationsstufe: Bei zwei zeitgleichen Selbstmordanschlägen auf Gebäude der Sicherheitskräfte in Damaskus starben nach offiziellen Angaben 44 Menschen.