Arabische RevolutionenSyriens Opposition befürchtet Massaker in Homs

Syriens Regimegegner warnen vor einem Blutbad in der Protesthochburg Homs. Die Armee soll die Stadt bereits abgeriegelt und den Bürgern ein Ultimatum gestellt haben. von dpa

Ungeachtet der Gewalt des Regimes demonstrieren Oppositionelle in Homs gegen die Regierung von Präsident Assad.

Ungeachtet der Gewalt des Regimes demonstrieren Oppositionelle in Homs gegen die Regierung von Präsident Assad.   |  © Sabri Elmhedwi/dpa

Syriens Regime hat das Vorgehen gegen die Opposition weiter verschärft. Die Regimegegner befürchten ein Massaker in der Protesthochburg Homs, die nach Berichten des arabischen Nachrichtensenders Al-Arabija von rund 10.000 Soldaten umstellt wurde. Am Samstag starben nach Angaben der Demokratiebewegung landesweit mindestens 19 Menschen, unter anderem in Idlib, Daraa und Homs. 

Der im Exil gegründete syrische Nationalrat warnte wiederholt vor einem Blutbad. Ein in London ansässiger Vertreter des Gremiums, Bassam Dscharaa, sagte, die Regierung wolle diesmal endgültig den Widerstand gegen das Regime von Präsident Baschar al-Assad brechen. Laut unbestätigten Berichten soll es auch ein Ultimatum geben, in dem die Menschen in Homs aufgefordert werden, ihre Proteste binnen 72 Stunden zu beenden. Sonst werde das Gebiet von der Armee gestürmt.

Ein Aktivist sagte, Regierungstruppen hätten Homs praktisch abgeriegelt. An den Zufahrtstraßen gebe es inzwischen mehr als 75 Kontrollstellen. Es gebe keinen Strom, kein Wasser, kein Benzin, auch fehle es an Medikamenten. Oppositionsgruppen kritisierten im Internet, dass selbst am internationalen Tag der Menschenrechte das Blutvergießen nicht aufhöre. 

Arabische Liga will Assad zum Gang ins Exil überreden

Derweil berichtete die panarabische Zeitung Al-Hayat von Bemühungen der Arabischen Liga, Assad zum Rücktritt und zum Gang ins Exil zu überreden. Die Vereinigten Arabischen Emirate seien bereit, ihn und seine Familie aufzunehmen, schreibt das Blatt unter Berufung auf informierte Kreise. Auch osteuropäische Staaten seien hierfür im Gespräch. Ferner solle dem Präsidenten Straffreiheit gewährt werden, hieß es.

Seit Beginn der Proteste gegen das Assad-Regime sind nach Schätzungen der Vereinten Nationen mehr als 4.000 Menschen ums Leben gekommen.

Am Montag will sich der UN-Sicherheitsrat erneut mit dem Konflikt befassen. Die Hochkommissarin für Menschenrechte, Navi Pillay, soll über die Situation in dem arabischen Land berichten.

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Leserkommentare
  1. warum sich die Berichterstattung hierzulande so ganz von dem TV Bericht von Jürgen Todenhöfer bei 3Sat Kulturzeit in der letzten Woche unterscheidet??
    Selbst eine Tina Mendelsohn schien etwas überrascht ob der Datenlage.

    Vielleicht sollten sich unsere Journalisten auch mal vor Ort umsehen, bevor sie mainstream publizieren.

    • keibe
    • 10. Dezember 2011 21:17 Uhr

    Ich möchte nicht ungerecht sein, aber dieser Artikel hier

    "Im Kongo wächst die Angst vor Gewalt"

    http://www.zeit.de/politik/ausland/2011-12/kongo-wahl-kabila-2

    steht bisher unkommentiert im Netz. Ähnlich wird es dem Artikel gehen, zu dem ich gerade diesen Kommentar schreibe. Warum?

    Wenn ich böse wäre, würde ich sagen, dass für die hier Kommentierenden andere, die Weltpolitik und die Betroffenen wesentlich wichtigere Ereignisse, etwa

    http://www.zeit.de/2011/50/Europaeische-Union-ohne-Grossbritannien

    oder

    http://www.zeit.de/politik/deutschland/2011-12/guttenberg-bruessel-internet

    eben etwas wichtiger sind. Traurig an sich, aber so sind wir nun mal.

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    • tchonk
    • 10. Dezember 2011 21:38 Uhr

    Das Problem ist, dass man hierzu kaum einen Kommentar schreiben kann. Bzw. das einzige was ich mir hierzu, sowie auch zum Kongo, aber auch zu Russland denke, ist, dass hoffentlich nicht noch mehr Menschen getötet, gefoltert oder schickaniert werden.

    • tchonk
    • 10. Dezember 2011 21:38 Uhr

    Das Problem ist, dass man hierzu kaum einen Kommentar schreiben kann. Bzw. das einzige was ich mir hierzu, sowie auch zum Kongo, aber auch zu Russland denke, ist, dass hoffentlich nicht noch mehr Menschen getötet, gefoltert oder schickaniert werden.

    Antwort auf "Aufmerksamkeiten"
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    • keibe
    • 10. Dezember 2011 21:42 Uhr

    "Bzw. das einzige was ich mir hierzu, sowie auch zum Kongo, aber auch zu Russland denke, ist, dass hoffentlich nicht noch mehr Menschen getötet, gefoltert oder schickaniert werden."

    Aber selbst ein wenig Empathie für Betroffene ferner Ereignisse scheint über "wesentlich wichtigeren Dingen" hier etwas "out of range" gekommen zu sein.

    Danke übrigens für Ihren Kommentar.

    • keibe
    • 10. Dezember 2011 21:42 Uhr

    "Bzw. das einzige was ich mir hierzu, sowie auch zum Kongo, aber auch zu Russland denke, ist, dass hoffentlich nicht noch mehr Menschen getötet, gefoltert oder schickaniert werden."

    Aber selbst ein wenig Empathie für Betroffene ferner Ereignisse scheint über "wesentlich wichtigeren Dingen" hier etwas "out of range" gekommen zu sein.

    Danke übrigens für Ihren Kommentar.

    Antwort auf "Was soll man da sagen?"
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    • tchonk
    • 11. Dezember 2011 20:18 Uhr

    ....Man muss ja nicht immer was Kluges sagen.

  2. Inwieweit weiß der Westen bescheid, worum es sich bei Demonstranten handelt?
    Sind sie bewaffnet oder nicht?
    Es ist einfach, ein Regime zu diffammieren, indem man ihm unterstellt, gegen unbewaffnete Zivilisten vorzugehen.
    Aber den Medien ist nicht zu trauen.
    Spätestens nicht seit dem libyschen Krieg.
    Was würden hier die Regierungen tun, wenn sie es mit Waffengewalt zu tun hätten?
    Festnehmen oder schießen. Das z.B. hat Gaddafi getan. Und Assad wird genauso handeln.

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    @ #5 03076230551

    "Aber den Medien ist nicht zu trauen."

    Dies ist die perfekte Beschreibung der Medienlandschaften überall, und leider muss man sagen, auch der deutschen....

    Zensur, Meinungsmache, Manipulation alles unter den diveresen Mäntelchen der sogenannten Nettiquette.

    Spiegel und Süddeutsche sind schon länger ein Desaster auf BILD Niveau! und die ZEIT zieht von Woche zu Woche nach.

    Welch ein Trauerspiel... das Kommentarschreiben in Foren wird zur reinen Zeitverschwendung.

    Wenn NATO und USA Syrien angreifen, dann wird es mit jeglicher nicht-nichtlinientreuen Meinung völlig vorbei sein, denn in Syrien wird die Basis für den wirklich grossen Krieg gegen den Iran aufgebaut werden.

    Bitte kehren Sie zum Thema zurück. Danke. Die Redaktion/sc

    Entfernt. Bitte vermeiden Sie Anfeindungen. Vielen Dank, die Redaktion/mo.

  3. Nach der Leichenfledderei in Libyen sehe ich schon wieder die gleichen Bilder von wutentbrannten "Opfern" , im Fernsehen wohlgemerkt.
    Was geht mich das an, wo ich keinerlei Fakten kenne?
    Was wird geschehen, wenn das Volk obsiegt? Wer ist das Volk?
    Keine Ahnung.
    Die Bilder aus Libyen waren letztlich nur noch zum kotzen. Brutal, ohne jede Würde.
    Das sind die unterdrückten Menschen, die es jetzt angeblich besser machen?
    Wann? Ich sehe nur Zorn, nur Hass.

    Wieder hergestellt. Bitte achten Sie auf Ihren Ton. Danke. Die Redaktion/sc

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Warum haben sie da Schwierigkeiten? Die Dinge sind doch offensichtlich. Der arabische "Frühling" ist nichts weiter als vom Ausland gesteuerte Umstürze mit welchen die Interessen des Westens gesichert werden sollen.

    Jetzt folgt erst Syrien und dieses Land wir dann das Basislager für den Angriff auf den Iran.

    "Unsere" Regierung wird beide Kriege unterstützen und es gibt nicht das Geringste was man dagegen tun kann.

    Also akzeptieren sie es einfach!
    Oder erwarten sie etwa von der ZEIT, dass die sich dagegen stellen wird?

    Bitte achten Sie auf einen angemessenen Ton. Danke. Die Redaktion/sc

  4. @ #5 03076230551

    "Aber den Medien ist nicht zu trauen."

    Dies ist die perfekte Beschreibung der Medienlandschaften überall, und leider muss man sagen, auch der deutschen....

    Zensur, Meinungsmache, Manipulation alles unter den diveresen Mäntelchen der sogenannten Nettiquette.

    Spiegel und Süddeutsche sind schon länger ein Desaster auf BILD Niveau! und die ZEIT zieht von Woche zu Woche nach.

    Welch ein Trauerspiel... das Kommentarschreiben in Foren wird zur reinen Zeitverschwendung.

    Wenn NATO und USA Syrien angreifen, dann wird es mit jeglicher nicht-nichtlinientreuen Meinung völlig vorbei sein, denn in Syrien wird die Basis für den wirklich grossen Krieg gegen den Iran aufgebaut werden.

    Bitte kehren Sie zum Thema zurück. Danke. Die Redaktion/sc

    Antwort auf "Anfrage"
  5. Warum haben sie da Schwierigkeiten? Die Dinge sind doch offensichtlich. Der arabische "Frühling" ist nichts weiter als vom Ausland gesteuerte Umstürze mit welchen die Interessen des Westens gesichert werden sollen.

    Jetzt folgt erst Syrien und dieses Land wir dann das Basislager für den Angriff auf den Iran.

    "Unsere" Regierung wird beide Kriege unterstützen und es gibt nicht das Geringste was man dagegen tun kann.

    Also akzeptieren sie es einfach!
    Oder erwarten sie etwa von der ZEIT, dass die sich dagegen stellen wird?

    Bitte achten Sie auf einen angemessenen Ton. Danke. Die Redaktion/sc

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    Bisher hat der Arabische Frühling kaum pro-westliche und schon gar keine pro-israelischen Regierungen an die Macht gebracht, eher in Tunesien und Ägypten pro-westliche De-facto-Diktatoren durch religiöse Fundamentalisten ersetzt.

    Und selbst wenn eine der neuen arabischen Regierungen pro-westlich sein sollte - wäre das schlimm, wenn sie wenigstens demokratisch ist?

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa
  • Schlagworte Opposition | UN-Sicherheitsrat | Benzin | Exil | Internet | Medikament
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