Staatsbesuch Clinton bietet Birma Annäherung mit der USA an
US-Außenministerin Clinton hat sich mit Birmas Oppositionsführerin Suu Kyi zuversichtlich gezeigt. Die USA will der Zivilgesellschaft mit 1,2 Millionen Dollar helfen.

Birmas Oppostitionsführerin Aung San Suu Kyi und US-Außenministerin Hillary Clinton
US-Außenministerin Hillary Clinton stellt Birma eine Aufhebung der Sanktionen in Aussicht. Voraussetzung seien aber weitere Fortschritte bei der Demokratisierung und den Menschenrechten, sagte Clinton nach einem Gespräch mit Friedensnobelpreisträgerin und Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi in der Hafenstadt Rangun. Clinton sprach sich auch für bessere diplomatische Beziehungen beider Länder aus. Das südostasiatische Land gehört seit Langem zur Einflusszone Chinas.
"Die USA wollen ein Partner Birmas sein", sagte Clinton. "Unsere Unterstützung steigt in dem Maße, in dem wir sehen, dass es vorangeht." Für eine Aufhebung der Strafmaßnahmen sei es noch zu früh. "Wenn es genug Fortschritt gibt, werden wir natürlich in Erwägung ziehen, die Sanktionen aufzuheben", verkündete die Außenministerin.
Dafür müsse die erste zivile Regierung seit fast 50 Jahren weitere Schritte unternehmen, sagte Clinton: Sie müsse die mehr als 1.000 politischen Gefangenen freilassen, den Kampf gegen ethnische Minderheiten aufheben und mehr bürgerliche Freiheiten zulassen. Außerdem forderte Clinton das Ende der militärischen Kooperation mit Nordkorea. Zwar begrüßten die USA laut Clinton die bisherigen Reformbemühungen, seien sich aber im Klaren, dass die Entwicklung auch wieder rückgängig gemacht werden könne.Zum Ende ihres Besuch sagte Clinton zudem 1,2 Millionen Dollar (knapp 888.000 Euro) an Hilfen für die birmanische Zivilgesellschaft zu. Das Geld soll für Mikrofinanzprojekte, im Gesundheitsbereich und für Hilfen für Landminen-Opfer ausgegeben werden.
Birma auf dem "Weg zur Demokratie"
Suu Kyi sieht ihr Land auf dem "Weg zur Demokratie". Sie empfing Clinton bei ihren zweiten Treffen in ihrem Privathaus in Rangun, in dem sie den Großteil der vergangenen 20 Jahre unter Hausarrest stand. Vor einem Jahr war sie von der neuen Führung des südostasiatischen Landes freigelassen worden. Nun will Suu Kyi im nächsten Jahr bei Nachwahlen für das Parlament kandidieren. Clinton sagte, sie habe lange darauf gewartet, die Ikone der birmanischen Demokratiebewegung zu treffen. Viele Menschen in den USA seien beeindruckt von Suu Kyis "Furchtlosigkeit", ihrer Gelassenheit und ihrer "Hingabe für ihr Land, die Freiheit und die Würde ihrer Mitbürger".
Am Donnerstag hatte Clinton den Präsidenten in dessen Palast in der Hauptstadt Naypyidaw getroffen. Dort hatte ihm Clinton einen Neuanfang in den bilateralen Beziehungen in Aussicht gestellt, sofern Birma seinen Reformkurs fortsetze. Beamten zufolge will die USA ihre Botschaft, die bislang von einem Geschäftsträger geleitet wird, durch einen Botschafter aufwerten. Der war nach der blutigen Niederschlagung einer Studentenrevolte und dem nie anerkannten Wahlsieg von Suu Kyi 1990 abgezogen worden.
In Birma nahm im März die zivile Regierung unter dem ehemaligen Armeegeneral Thein Sein die Arbeit auf. Das Militär hat sich allerdings mit einer umstrittenen Verfassung entscheidenden Einfluss gesichert. Dennoch gilt Präsident Sein als reformwillig. Unter anderem ließ er mehrere Hundert politische Gefangene frei. Vor Clinton war mit John Foster Dulles zuletzt 1955 ein US-Chefdiplomat nach Birma gereist.
- Datum 02.12.2011 - 16:29 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, AFP, dpa
- Kommentare 11
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In ein Land wie Birma auf einen Schlag eine so gigantische Summe zu stecken, könnte dessen Finanzwesen aus dem Gleichgewicht bringen. Uncle Sam, you have to relax!
Wow 1,2 Mio. fürs arme Land! Für 1,2 Mio. muss man schon eine Weile drucken. Es ist sicher eine Menge Geld für ein armes Land (USA gemeint), für so wenig Geld will man sicher die Macht nicht einfach abgeben und ein State of the USA werden.
Wir sind froh wenn sich die USA für Demokratisierung und Menschenrechte in fremden Ländern einsetzen. Die für sich nehmen die USA dieses Privileg nicht in Anspruch. Gestern, Donnerstag, 01.12.2011, verabschiedete der von "Demokraten" dominierte Senat den "Defense Authorization Act". Neben dem Verteidigungsbudget regelt dieser auch diverse Sicherheitsfragen, unter anderem auch die Militärgerichtsbarkeit. Dem Militär ist es nun erlaubt unter dem Vorwand des Terrorismus, selbst nur bei Verdachtsäusserung, US-Bürger auf unbestimmte Zeit ohne Gerichtsverfahren festzuhalten (no Miranda). Bisher angewendete aber nicht legalisierte Foltermethoden sind nun offiziell erlaubt. Die Zustimmung des von den Republikanern dominierten Repräsentantenhauses wird erwartet. Obama hat zwar ein schüchternes Veto angekündigt, aber gegen die eigene Partei und den Militärhaushalt insgesamt, wird er wohl nicht darauf bestehen. Bei solchen Demokratiedefiziten ist der Auftritt von Clinton nur Spott und Hohn.
ersetzt durch das Wort Gefolgschaft.
Wie schon in Australien wo man Militärbasen näher an China installiert werden ist wohl auch bald in Burma damit zu rechnen.
Weltweit bereits über 700. Wer da wohl die Welt-Herrschaft anstrebt und wer seine Militärmacht ausnutzt ist wohl bei den Fakten keine Frage.
...auf die "Geschenke*" hereinfallen?
Zumindest sind sie gewarnt - wenn sie sich das gebaren der USA vor Augen führen.
Man hat fast den Eindruck, daß dem Imperium die "Menschenrechte" völlig egal sind, wenn es darum geht, sich in "fremde Einflußsphären" zu drängen?!
*fürchte die US-Amerikaner, selbst wenn sie dir Geschenke bringen ;-)
Entfernt. Bitte üben Sie ausschließlich sachliche und respektvolle Kritik. Danke. Die Redaktion/vn
Rangun wird neuer Flottenstützpunkt der USA.
...soweit ;-)
Das großzügige Verteilen von nicht existierenden Geld* hat was - weiter so!
*oder wird da an einem Sonntag kurzfristig eine "Drucksonderschicht" eingeschoben?
...soweit ;-)
Das großzügige Verteilen von nicht existierenden Geld* hat was - weiter so!
*oder wird da an einem Sonntag kurzfristig eine "Drucksonderschicht" eingeschoben?
Ich will ja nicht penibel sein, aber:
Die USA sind die VereinigteN StaateN von Amerika! Da das ein Plural ist, muss es heißen: "Clinton bietet Birma Annäherung mit deN USA an" und "Die USA wOLLEN der Zivilgesellschaft mit 1,2 Millionen Dollar helfen."
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