Der Dalai Lama betete für ihn
Als er 2003 aus dem Präsidentenamt ausschied – die tschechischen Präsidenten dürfen nur zwei Legislaturperioden lang die Amtsgeschäfte führen –, kehrte er wieder zu seinen Wurzeln zurück: Er setzte sich in seinem bescheidenen Landhaus im böhmischen Ort Hrádeček, das ihm schon zu kommunistischen Zeiten ein Fluchtpunkt war, an den Schreibtisch und verfasste Dramen. Mit seinem letzten großen Werk hat er sein Vermächtnis hinterlassen: Odchazeni heißt das Drama, zu deutsch Der Abgang. Es handelt von einem altgedienten Politiker, der nach seinem Abschied von den Ämtern nur schwer wieder ins Privatleben zurückfindet. Autobiografisch sei das Werk nicht, hat Havel stets betont, aber trotzdem sind die Parallelen zu ihm selbst offenkundig: Er hat sich nie ins Private zurückziehen können, er setzte seinen Kampf für die Freiheit fort.
Zu seinem neuen Instrument wurde das Forum 2000, eine Bürgerorganisation, die er ins Leben gerufen hat. Darin unterstützte Havel beispielsweise die Opposition in Weißrussland und setzte sich an der Seite des Dalai Lama für die Rechte der Tibeter ein. Die Politik hat ihn niemals losgelassen – genauso wie den fiktiven Helden in seinem späten Drama.
In seinen letzten Jahren war Václav Havel schwer gezeichnet von seiner Lungenkrankheit. Seit Monaten hat er seinen Rückzugsort in Hrádeček nicht mehr verlassen. Einer der letzten Besucher war der Dalai Lama, mit dem Havel seit Jahren befreundet ist. Die beiden haben sich noch vor wenigen Tagen zu einem persönlichen Gespräch getroffen. "Möge Václav Havel noch zehn Jahre lang leben", sagte danach der Dalai Lama. Dieser Wunsch ist nicht in Erfüllung gegangen. Václav Havel starb im Alter von 75 Jahren in Hrádeček. Für die Tschechen ist er immer das Gesicht der Freiheit geblieben.
- Datum 18.12.2011 - 15:35 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Oder liegen Freiheitskämpfer derzeit nicht im Trend?
inspirierender mensch, möge die aktuelle (v.a.tschechische) politik viel von ihm lernen!
Damit hat Vaclav Havel der europäischen Politik das Paradigma für eine gute Zukunft formuliert.
Entfernt. Bitte beteiligen Sie sich nur, wenn Sie einen konstruktiven Beitrag zur Diskussion leisten möchten. Danke, die Redaktion/mo.
.. eine krasse Aufnahme. Habe selten ein so aussagekräftiges Gesicht eines Politikers gesehen. Nur gut, daß es allen verborgen bleibt, die blind sein sollen ..
http://www.youtube.com/wa...
Die Geschichte lehrt uns immer wieder, das grosse Veraenderungen oft von grossen Persoenlichkeiten ausgehen. Ghandi, Mandela, King, Havel, Wałęsa und andere haben immer das Wohl aller vor das eigene gestellt und genau daran mangelt es heutzutage. Wer in der Fuehrungsetagen sitzt denkt vor allem an den eigenen Vorteil und das ist mitunter der Grund warum Staaten und Volkswirtschaften wie Italien am Abgrund stehen.
ich denke gerade was für Hoffungen die Menschen damals angesichts der bevorstehnden "Befreiung" hatten und welche sie heute angesichts neuer Sachzwänge haben... und wieviele von den einstigen Versprechungen profitiert haben. Ein paar Reisen durch das Land haben selbst nach mehr als 20 Jahren erhebliche Armut erkennen lassen. Der erste Eindruck bei der Einreise war übel, Casino und Rotlicht-Unternehmen waren der erste Eindruck... Der Ausverkauf der Hoffung der Menschen. Der üble Eindruck primitivster westlicher Errungenschaften zieht sich durch das ganze Land. Spielcasinos, Abzockerpreise, extreme Unterschiede von Arm und Reich. EIne kleine Oligarchie, eine kleine Mittelschicht (als Vorzeigesubjekt für die Hoffnungslosen) und eine Mehrheit in Elend und Armut. Negativ war etwa auch, das auf den Produktepackungen eines Grosshändlers stets eine Stiftung vermerkt war über die das ganze Geschäft läuft. Wie üblich Steueroptimiert was bedeutet das die erwirtschwafteten Profite nicht im Land bleiben. Das Zentrum von Prag erscheint wie ein einziger grosser Bier- und Budentempel für gewisse kulturel benachteiligte Ausländer die sich mal ein tolles Wochende ohne Hemmungen genehmigen...
Die ex. GUS Länder wurden damals überrollt von allen möglichen Heilsbringern die aber nicht viel mehr im Sinn hatten als das maximale aus den Ländern, den Menschen rauszuholen. Wirklich Zeit zum Aufbau einer stabilen partizipativen Zivilgesellschaftlichen Struktur hatte keines dieser Länder.
Großen des 20.Jahrhunderts.
Ihm gebührt Respekt.
Gute Reise Herr Havel.
Wetering
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