Europa Martin Schulz, streitlustiger Kämpfer für das EU-Parlament
Mit deutlichen Worten hat er oft provoziert, doch künftig muss er für alle Abgeordneten sprechen: Der nächste Präsident des EU-Parlaments ist leidenschaftlicher Europäer.
© Sean Gallup/Getty Images

Martin Schulz beim SPD-Parteitag in Berlin
Es klingt fast wie eine Drohung: Als künftiger Präsident des Europaparlaments will Martin Schulz vieles anders machen als seine Amtsvorgänger. Ein braver Mitläufer ist der deutsche Sozialdemokrat noch nie gewesen, ein ausgleichender Moderator nur selten – eher ein zuweilen aufbrausender Kämpfer für ein demokratisches, transparentes und starkes Europa, das mehr ist als nur der Kompromiss der stärksten Nationalstaaten. Im neuen Amt will der bisherige Chef der sozialistischen Fraktion im Parlament "auf Augenhöhe" mitreden.
Soll heißen: Konflikten mit der EU-Kommission wie auch den Staats- und Regierungschefs wird dieser Mann nicht aus dem Weg gehen. Lauwarm-diplomatische Begleitmusik zu einer maßgeblich von Deutschland und Frankreich bestimmten Politik ist seine Sache nicht. Das Europaparlament wird eine neue starke Stimme erhalten, die der Rolle des Hauses und seinem Mitbestimmungsanspruch nur gut tun kann.
Martin Schulz wurde am 20. Dezember 1955 in in Hehlrath, damals Gemeinde Kinzweiler, heute Stadt Eschweiler (bei Aachen, Nordrhein-Westfalen) geboren. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder. Schulz trat mit 19 Jahren in die SPD ein, war mit 31 Jahren bereits Bürgermeister in der nahen Kleinstadt Würselen, bevor er 1994 ins Europaparlament gewählt wurde. Seit 1999 ist er zudem im Parteivorstand und im Präsidium der SPD vertreten. Die sozialistische Fraktion im Straßburger Parlament führt er seit 2004.
Die Wahl des deutschen Sozialdemokraten gilt als sicher und ist im Grunde seit der Europawahl 2009 ausgemachte Sache zwischen den beiden größten Fraktionen. Den Amtsvorgänger Jerzy Buzek aus Polen wählten auch die Sozialisten. Dafür sollen nun im Gegenzug die Konservativen den 56-jährigen Schulz für die zweite Hälfte der Legislaturperiode mit ins Amt heben – ein Deal, bei dem die kleineren Fraktionen im Parlament, für die Schulz künftig ebenso sprechen muss, wie so oft außen vor blieben. Die Aussichten zweier weiterer Kandidaten für das Präsidentenamt, der britischen Liberalen Diana Wallis und des Briten Nirj Deva von der euroskeptischen Fraktion der "Europäischen Konservativen und Reformisten", sind damit verschwindend gering. Dennoch sind bis zu vier Wahlgänge geplant – man weiß nie.
Dass Martin Schulz kein farbloser Hinterbänkler und Leisetreter ist, verschafft ihm die nötige Wucht und Aufmerksamkeit an der Spitze eines Parlaments, das ohne Frage neben Kommission und Ministerrat die schwächste der EU-Institutionen geblieben ist – trotz immer weiter gewachsener Kompetenzen und Einflussmöglichkeiten. Mit ihm kommt kein nur unter seinesgleichen bekannter Politprofi, sondern einer, der mittlerweile nicht nur in Deutschland vor Kameras und Mikrofonen ein gern gefragter Lautsprecher ist. Und das nicht allein, weil der gelernte Buchhändler häufig zu drastischen Worten wie "Schwachsinn" greift und kein Problem damit hat, in Reden die "stümperhafte Führung der Europäischen Union" in der Euro-Krise zu bemängeln.
- Datum 16.01.2012 - 18:06 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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man kann ihm bald gratulieren. Der Mann ist gut!
der Mann ist allererste Wahl. Eine solche Besetzung ist auch bitter nötig - bei dem Gegenwind, der Europa aus der Ecke der Antidemokraten und Nationalisten entgegenweht.
Schulz ist ein intellektueller Zwerg und polemischer Riese. Als Nigel Farage vor vielen Monaten die Eurokrise skizzierte, hat Schulz nichts begriffen, gar nichts. Er ist nicht einmal nachdenklich geworden, sondern hat sofort polemisiert.
Manchen gefällt das anscheinend.
Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen. Danke, die Redaktion/ls
Wofür?
Wenn Sie etwas wissen, sagen Sie es. Ich habe von dem Mann nichts gehört, das ihn mir empfiehlt aber Vieles, das ihn unwahlbar macht. Ist Ihnen klar, dass er den Lissabonner Vertag vertritt, der dem Volk nicht zur Legitikation nicht. Vorgelegt werden konnte, weil die Politiker glaubten ihm das Monster nicht erklären zu können. Nein, der Mann ist am bemerkenswertesten durch den Spott, den sein aggresives Verhalten erntete, meines Erachtens.
Und wir haben Merkel, lol.
der Mann ist allererste Wahl. Eine solche Besetzung ist auch bitter nötig - bei dem Gegenwind, der Europa aus der Ecke der Antidemokraten und Nationalisten entgegenweht.
Schulz ist ein intellektueller Zwerg und polemischer Riese. Als Nigel Farage vor vielen Monaten die Eurokrise skizzierte, hat Schulz nichts begriffen, gar nichts. Er ist nicht einmal nachdenklich geworden, sondern hat sofort polemisiert.
Manchen gefällt das anscheinend.
Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen. Danke, die Redaktion/ls
Wofür?
Wenn Sie etwas wissen, sagen Sie es. Ich habe von dem Mann nichts gehört, das ihn mir empfiehlt aber Vieles, das ihn unwahlbar macht. Ist Ihnen klar, dass er den Lissabonner Vertag vertritt, der dem Volk nicht zur Legitikation nicht. Vorgelegt werden konnte, weil die Politiker glaubten ihm das Monster nicht erklären zu können. Nein, der Mann ist am bemerkenswertesten durch den Spott, den sein aggresives Verhalten erntete, meines Erachtens.
Und wir haben Merkel, lol.
ist ein Erfüllungsgehilfe der Bankenmafia im Europäischen Parlament, der zudem ein miserables Englisch sein eigen nennt, und sich rhetorisch von Nigel Farage am Nasenring durchs EU Parlament führen lässt, was er mit cholerischen Anfällen zu vertuschen versucht: http://www.youtube.com/wa...
Dass ausrechnet er nun Präsident dieses Parlamentes werden soll passt nur ins Bild: Erst installiert man ohne jedwede demokratische Legitimierung Bankster als MPs von Italien (Monti) und Griechenland (Papademos), und jetzt das. Wenn das noch Demokratie sein soll, muss ich wohl meinen Griechischlehrer verklagen.
Herr Schulz kann auch Franzoesisch, aber Hauptsache, draufhaun.
Ihre Ansicht, die eine Verbindung von Nigel Farage -> Nationalismus/Separatismus und die Nutzung des Begriffes "Bangster" -> Sozialismus/Antiamerikanismus darstellt, löst bei mir ein Unbehagen aus, da solch eine Rhetorik sehr an die frühe NS-Rhetorik in den 30er erinnert.
Ihren Anspruch in lateinischen Begriffen schwarz-weiß Denken zu zelebrieren in allen Ehren: Aber die EU ist ein undemokratisches Gebilde, das die Mehrheit der europäischen Bürger benachteiligt, um einigen Wenigen zu anstrengungslosem Wohlstand zu verhelfen.
Jeder Abgeordnete, der diesen Selbstbedienungsladen unterstützt ist ein bezahlter Kollaborateur des europäischen Geldadels. Und Nigel Farage´s politische Grundhaltung kann man anzweifeln, aber wenigstens ist er der letzte in diesem Parlament, der noch vehement auf demokratische Prozesse pocht.
Dass Sie meine Rhetorik als "NS Rhetorik" brandmarken, weil ich anstelle von Latinismen tatsächlich noch ein paar deutsche Worte in meine Kommentare einbinde, zeugt höchstens von Ihrer intellektuellen Selbstüberschätzung, und weit weniger von Ihrer vermeintlichen rhetorisch-moralischen Überlegenheit.
Herr Schulz kann auch Franzoesisch, aber Hauptsache, draufhaun.
Ihre Ansicht, die eine Verbindung von Nigel Farage -> Nationalismus/Separatismus und die Nutzung des Begriffes "Bangster" -> Sozialismus/Antiamerikanismus darstellt, löst bei mir ein Unbehagen aus, da solch eine Rhetorik sehr an die frühe NS-Rhetorik in den 30er erinnert.
Ihren Anspruch in lateinischen Begriffen schwarz-weiß Denken zu zelebrieren in allen Ehren: Aber die EU ist ein undemokratisches Gebilde, das die Mehrheit der europäischen Bürger benachteiligt, um einigen Wenigen zu anstrengungslosem Wohlstand zu verhelfen.
Jeder Abgeordnete, der diesen Selbstbedienungsladen unterstützt ist ein bezahlter Kollaborateur des europäischen Geldadels. Und Nigel Farage´s politische Grundhaltung kann man anzweifeln, aber wenigstens ist er der letzte in diesem Parlament, der noch vehement auf demokratische Prozesse pocht.
Dass Sie meine Rhetorik als "NS Rhetorik" brandmarken, weil ich anstelle von Latinismen tatsächlich noch ein paar deutsche Worte in meine Kommentare einbinde, zeugt höchstens von Ihrer intellektuellen Selbstüberschätzung, und weit weniger von Ihrer vermeintlichen rhetorisch-moralischen Überlegenheit.
Ich sehe bei Herr Schulz, als einer von sehr wenigen, die Möglichkeit dem Parlament eine höhere Gewichtung zu verschaffen. Ich glaube, dass ein Machtausgleich von der Exekutive hin zur Legislative der richtige Weg ist um die Demokratiedefizite der Intuitionen der EU zu beseitigen.
Ich wünsche mir, dass Martin Schulz es schafft Europa ein progressives Gesicht zu geben und einen Marshall-Plan für Griechenland, Portugal und Spanien auszuarbeiten.
Ich erwarte, dass Martin Schulz die Bestrebungen von skandinavischen Sozialdemokraten und Linksliberalen unterstützt, die EU-Kommission zum Stopp der Vorratsdatenspeicherung zu bewegen.
Martin Schulz sollte aufpassen, dass er mit aller Kraft versucht die Haushaltslage in europäischen Ländern in den Griff zu bekommen und nicht die Kraft in Anti-Wallstreet-Hetze zu vergeuden.
Also viel Glück.
Dass ein Sozi die Haushaltslage in einigen europäischen Ländern in den Griff bekommt, ist so wahrscheinlich, wie die Vorstellung, dss Weihnachten und Ostern auf einen Tag fallen. Ich halte nicht viel von Berlusconi, aber wie er den Schulz auflaufen ließ, hat mir imponiert.
er soll GR helfen, eine funktionierende Verwaltung aufzubauen.
...ich finde es bedenklich, dass auf EU-Ebene die Posten zwischen Konservativen und Sozialisten hin und her geschoben werden. Hat den der Wähler überhaupt nichts zu sagen? Warum soll die stärkste Fraktion der Konservativen nicht 4 Jahre den Präsidenten stellen? Dann weiß ich wenigstens, wenn ich nicht mehr wähle, wenn ich mit der EU-Politik unzufrieden bin.
Warum wählen wir dann überhaupt, wenn die EU-Aristrokratie die Pöstchen parteiübergreifend verteilt?
Dass ein Sozi die Haushaltslage in einigen europäischen Ländern in den Griff bekommt, ist so wahrscheinlich, wie die Vorstellung, dss Weihnachten und Ostern auf einen Tag fallen. Ich halte nicht viel von Berlusconi, aber wie er den Schulz auflaufen ließ, hat mir imponiert.
er soll GR helfen, eine funktionierende Verwaltung aufzubauen.
...ich finde es bedenklich, dass auf EU-Ebene die Posten zwischen Konservativen und Sozialisten hin und her geschoben werden. Hat den der Wähler überhaupt nichts zu sagen? Warum soll die stärkste Fraktion der Konservativen nicht 4 Jahre den Präsidenten stellen? Dann weiß ich wenigstens, wenn ich nicht mehr wähle, wenn ich mit der EU-Politik unzufrieden bin.
Warum wählen wir dann überhaupt, wenn die EU-Aristrokratie die Pöstchen parteiübergreifend verteilt?
Ausgerechnet derjenige, der mir immer negativ aufgefallen ist wenn ich mal Ausschnitte aus dem EU Parlament schaue.
Eine Landesregierung, eine Bundesregierung, eine Europaregierung und bald noch eine Weltregierung.
Diese Union ist außer Kontrolle geraten, ein bürokratisches undemokratisches Monster, wer kann dies noch ändern, wer will dies ändern, oder geht nur noch ganz abschaffen?
>> Diese Union ist außer Kontrolle geraten, ein bürokratisches undemokratisches Monster, wer kann dies noch ändern, wer will dies ändern, oder geht nur noch ganz abschaffen? <<
... heißt es, es wäre leichter, eine Organisation zu zerschlagen und neu aufzubauen, als sie zu ändern.
Ich fürchte, das trifft auch auf die EU zu. Was mich nicht froh stimmt, denn ich bin alles andere als ein Europakritiker.
>> Diese Union ist außer Kontrolle geraten, ein bürokratisches undemokratisches Monster, wer kann dies noch ändern, wer will dies ändern, oder geht nur noch ganz abschaffen? <<
... heißt es, es wäre leichter, eine Organisation zu zerschlagen und neu aufzubauen, als sie zu ändern.
Ich fürchte, das trifft auch auf die EU zu. Was mich nicht froh stimmt, denn ich bin alles andere als ein Europakritiker.
Ein Foto sagt mehr als 1000 Worte. Schulz ist der typische Sozi-Parvenü. Wenig Substanz aber zu allem und zu jedem etwas sagen - Hauptsache provokant. Im Bundestag wäre Schulz wohl ein Hinterbänkler. Die Bestellung von Schulz zum sozialistischen Fraktionsvorsitzenden zeigt meines Erachten, dass die Fraktion personell nicht viel zu bieten hat. Eigentlich schade, denn in Zeiten der konservativen Götterdämmerung wäre eine starke sozialdemokratische Fraktion bitter nötig.
Parvenüs sind außer den Adligen und denen, die aus Familien mit altem Geld stammen, alle. Der Mann ist mutig und kraftvoll. Unvergesslich, wie er dem ordinären Berlusconi Paroli bot. Schulz ist eines der besten Pferde im Stall des EU-Parlaments, und sogar ein Grund - zumindest für Europa - die Sozis zu wählen. Selbst wenn man, wie ich, um die SPD seit einiger Zeit eher einen Bogen macht.
da ist er in bester Gesellschaft mit Typen wie Nigel Farage.
Parvenüs sind außer den Adligen und denen, die aus Familien mit altem Geld stammen, alle. Der Mann ist mutig und kraftvoll. Unvergesslich, wie er dem ordinären Berlusconi Paroli bot. Schulz ist eines der besten Pferde im Stall des EU-Parlaments, und sogar ein Grund - zumindest für Europa - die Sozis zu wählen. Selbst wenn man, wie ich, um die SPD seit einiger Zeit eher einen Bogen macht.
da ist er in bester Gesellschaft mit Typen wie Nigel Farage.
Na wunderbar, "Mehr Europa" fehlt uns momentan ebenso wie "Mehr Fahrt" der Titanic. Was ein Glück, daß dieser Mann nur Präsident einer undemokratisch gewählten Schwatzbude wird.
undemokratisch gewählt.......na wie das denn ?
gabs etwa keine allgemeinen geheimen und freien Wahlen ?
undemokratisch gewählt.......na wie das denn ?
gabs etwa keine allgemeinen geheimen und freien Wahlen ?
fällt durch substanzlose Verbal-Kraftmeierei auf.
Somit stimmt die Feststellung des Artikels "gern gefragter Lautsprecher"
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