Diplomatische Beziehungen Ägypten verweigert US-Bürgern die Ausreise
Ägyptische Behörden haben Ausreiseverbote gegen Mitarbeiter amerikanischer NGOs verhängt. US-Präsident Obama droht, die Militärhilfe für das Land auszusetzen.
© Jewel Samad/AFP/Getty Images

US-Präsident Barack Obama (Archiv)
Wenige Wochen nach Durchsuchungen von Büros mehrerer Nichtregierungsorganisationen in Kairo hat Ägypten dort arbeitende Angestellte gehindert, das Land zu verlassen. Nach seinen Erkenntnissen seien mehrere US-Bürger betroffen, sagte US-Vizeaußenminister Michael Posner. Demnach dürfen die betroffenen Mitarbeiter der Organisationen auf Anordnung des Generalstaatsanwalts bis auf Weiteres nicht ausreisen.
In Washington sagte Außenamtssprecherin Victoria Nuland, nach derzeitigen Erkenntnissen seien "vier oder fünf" US-Bürger daran gehindert worden, Kairo auf dem Luftweg zu verlassen. Die US-Regierung forderte die Regierung in Kairo auf, die Reiseverbote umgehend aufzuheben.
Ein Mitarbeiter einer US-Organisation, die von den ägyptischen Behörden beobachtet wird, sagte laut Washington Post, etwa 40 Ausländer stünden auf der Reiseverbotsliste. Betroffen ist auch der Sohn des US-Verkehrsministers Ray LaHood. Er sei bereits Samstag daran gehindert worden, in Kairo ein Flugzeug nach Dubai zu besteigen.
Wie die New York Times berichtet, drohte die US-Regierung Ägypten damit, die Militärhilfe zurückzuhalten. Kairo erhält Unterstützung von etwa 1,3 Milliarden Dollar im Jahr. Wie es in der Zeitung unter Berufung auf drei informierte Personen heißt, hatte Präsident Barack Obama den Chef des ägyptischen Militärrats, Feldmarschall Mohammed Hussein Tantawi, gewarnt. Die diesjährige Militärhilfe hänge davon ab, dass Ägypten fühlbare Schritte in Richtung Demokratie mache.
Obama habe sich speziell auf die strafrechtlichen Untersuchungen gegen mehrere Pro-Demokratie-Gruppen bezogen, die von ausländischen Geldgebern finanziert würden. Dazu gehört auch das International Republican Institute, dessen Ägypten-Chef der Sohn von US-Außenminister LaHood ist. Feldmarschall Tantawi scheine Obama aber nicht geglaubt zu haben, berichtet die Zeitung.
NGOs in Ägypten unter Druck
Die US-Militärhilfe für Ägypten stehe damit erstmals seit drei Jahrzehnten zur Disposition, hieß es. Auch Vizeaußenminister Posner hatte Ägypten gewarnt. Dem US-Kongress müsse versichert werden, dass das Land Fortschritte in Sachen Demokratie mache, zitiert ihn die Zeitung. Der Sprecher des ägyptischen Außenministeriums sagte laut New York Times, die Reisebeschränkungen seien "ein rein juristischer Prozess", die auf Anforderung der Justiz verhängt worden seien.
Die ägyptische Regierung hatte vor Monaten begonnen, die Finanzierung gemeinnütziger ägyptischer Organisationen durch ausländische Geldgeber zu untersuchen. Auch ausländische Organisationen gerieten ins Visier der Behörden. Staatsbedienstete durchsuchten Häuser und beschlagnahmten Dinge.
Die Razzien hatten weltweit Kritik ausgelöst. Der Militärrat stoppte dies daraufhin und kündigte Rückgabe an. Ägyptische Regierungsbeamte verteidigten später das Vorgehen als legitimen Teil der Untersuchungen und erklärten, das Eigentum werde erst nach Abschluss der Untersuchungen zurückgegeben.
Die Staatsanwaltschaft hatte auch die Räume der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung in Kairo durchsucht. Computer und Dokumente wurden beschlagnahmt, das Büro versiegelt. Anfang Januar war dem Adenauer-Büro mitgeteilt worden, dass es die Arbeit wieder aufnehmen könne. Die Bundesregierung hatte signalisiert, das Vorgehen der Behörden aufmerksam zu beobachten.
- Datum 27.01.2012 - 08:44 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, AFP
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Eine auf Rechtstaatlichkeit beruhende Institution (Regierung, Parlament und Justiz) hat das Recht, die Arbeit der NGOs zu kontrollieren, insbesondere, wenn die NGOs der Westmächte z.B. der Hilfsgelder ausgeben. Solche Kontrolle werden sowohl bei inländischen als auch bei ausländischen Organisationen z.B. in Deutschland durchgeführt und das ist normal und notwenig, um etwa Gemeinnutzigkeit festzustellen.
Ägypten droht auch nicht, wenn die gemeinnützigen Organisationen in finnanzpolitisch überprüft werden, gerade wenn diese Hilfsgelder für das Land besrimmt ist.
Ägypten sollte in dieser Richtung - Unabhängigkeit der Justiz- Rechtstaatlichkeit usw. unterstützt werden. Es geht hier nicht um NGOs wie z.B. die Hilfsorganisationen wie von Rupert Neudeck oder Kinderhilfe Dr. Erös, deren Arbeit transparent sind.
Die sog. NGOs, die Gewinnmaximierung als Ziel haben und am Schluß Teil der multinationalen Konzernen sind. Ihre Leiter und Fachkräfte bekommen enormen Summen ca. 300000 US Dollar im Monat von diesen Hilfsgeldern. Gerade diese Art und Weise rufen weitere Korruptionsgelegenheiten in den Entwicklungsländern hervor, um dann gerade von den sog. Geberländer als korrupt bezeichnet zu werden. Hier ist Bakhschesh also Geschenk kleine Aufmarsamkeit nicht gemeint.
US-Regierung hat Dialog und Kommunikation verlernt. Drohnung und Kriegsführung hat der Administrator nur noch zur Verfügung. Ein Armutszeugnis!
Ein Land lässt Menschen mit Pässen fremder Staaten, gegen die eigene Behörden ermitteln, nicht ausreisen. Etwas, das in den USA zur alltäglichen Praxis gehört, siehe Strauss-Kahn.
Die USA agieren, nicht nur im jetzigen Fall, als ob ihr Rechtsempfinden, der einzige Maßstab für die Beurteilung für die Taten von US-Amerikanern weltweit wäre.
Ob alle NGO's wirklich so edel sind, wie sich geben, ob nur "saubere" Mitarbeiter beschäftigt werden, ist zumindest zweifelhaft. Genau so zweifelhaft wie der automatische Vorwurf, dass eine Ermittlung gegen "Westler", in Ländern wie Ägypten nicht gesetzmäßig ablaufen kann.
Ich denke, wer vor der eigenen Haustüre, und mit Absicht außerhalb einer rechtsstaatlichen Jurisdiktion, ein Gefangenenlager unterhält, sollte sich etwas mehr zurückhalten. Imperialistisches Kolonialgehabe ist nicht die Botschaft, die in arabischen Welt auf offene Ohren stoßen wird.
Dann schauen wird doch mal bei Wikipedia:
"...the International Republican Institute (IRI) is an organization, funded by the United States government...", "...Die Konrad-Adenauer-Stiftung ... ist die parteinahe Stiftung der Christlich Demokratischen Union..."
Also beides KEINE NGOs!
Wie die New York Times berichtet, drohte die US-Regierung Ägypten damit, die Militärhilfe zurückzuhalten. Kairo erhält Unterstützung von etwa 1,3 Milliarden Dollar im Jahr.
Wenn das Militär hunderte Demonstranten tötet ist das OK. Wenn das Militär Oppositionelle ohne Anklage inhaftiert und misshandelt hat keiner ein Problem damit. Wenn das Militär die Demokratisierung verhindert und zehntausende gegen die Militärführung auf dei Straße gehen wird das ignoriert.
Aber wenn mal ein paar US-Bürger die Ausreise verweigert wird. Dann wird sofort die Streichung der Militärhilfe angedroht.
Ich könnte mir gut vorstellen, dass sich in vielen NGOs optimale Verstecke für Spionagetätigkeiten verbergen. Das ist doch wirklich die optimale Tarnung.
aka der zweiten islamischen Revolution erblüht langsman und die ZEIT Nahostexperten sitzen im Djanna.
Das mit den westlichen ausländischen Orgnaisationen wird erst der Anfang sein, Geschichte wird sich wiederholen und dann haben die Europäer große Probleme vor der Haustür, welches langsam und stetig wächst.
Entfernt. Verzichten Sie auf polemische Äußerungen. Die Redaktion/mak
Entfernt. Verzichten Sie auf haltlose Unterstellungen. Die Redaktion/mak
Geben Sie für strittige und nicht allgemein bekannte Zitate und Tatsachenbehauptungen bitte Quellen an. Danke, die Redaktion/fk.
Geben Sie für strittige und nicht allgemein bekannte Zitate und Tatsachenbehauptungen bitte Quellen an. Danke, die Redaktion/fk.
in Ägypten geworden und schon gibt es Ärger mit dem Friedens-Präsidenten der USA.
Obama droht sofort die Militärhilfe für Ägypten auszusetzen, wenn die lieben US-Studenten der Kairorer Ami-Universität nicht ausreisen dürfen.
Diplomatie außer Erpressung ist dem Friedensnobelpreisträger Obama jedenfalls fremd, sofern es die Islamische Welt angeht.
Die Ägypter müssen froh sein, dass die Amis den Suez-Kanal wie die Brits in 1956 nicht gleich besetzen, um den Ölfluss wie bei Hormus mit Flugzeugträgerflotten zu sichern.
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