Ausgebrannte Autos nach einem Anschlag auf die katholische Kirche St. Theresa in Abuja an Weihnachten (aufgenommen am 25.12.2011) © Sunday Aghaeze/AFP/Getty Images

Die Anschlagsserie auf Christen im Norden Nigerias reißt nicht ab. Bei den jüngsten Angriffen auf eine Kirche in der Stadt Yola im Bundesstaat Adamawa wurden mindestens acht Menschen getötet. Da der Zustand einiger Verletzter noch nicht stabil sei, könne die Zahl noch steigen, sagte ein Krankenhausmitarbeiter einem Bericht Al Jazeeras zufolge.

Ein Anwohner sagte, Ziel des Angriffs sei eine christlich-apostolische Kirche im Stadtzentrum gewesen. Der Journalist, der nicht namentlich genannt werden möchte, erzählte, bewaffnete Männer wären in die Kirche eingedrungen und hätten auf die Betenden geschossen – "einige wurden getötet, etliche verletzt". Die Gläubigen wollten Abschied von einem Opfer eines früheren Überfalls nehmen, hieß es.

Damit sind seit Donnerstagabend etwa 30 Christen ums Leben gekommen – 17 davon bei einem Überfall auf Trauergäste am Freitag in der Stadt Mubi, ebenfalls in Adamawa. Dies war der folgenschwerste Überfall im Verlauf der Anschlagsserie. Am Donnerstagabend hatten Bewaffnete bereits eine Kirche in der Stadt Gombe im Nordosten des Landes gestürmt und sechs Menschen erschossen.

Die islamistische Sekte Boko Haram bekannte sich zu mindestens zwei der Anschläge. Ein Anrufer meldete sich bei der Nachrichtenagentur AFP und verwies darauf, ein Ultimatum an die Christen zum Verlassen des Nordens sei abgelaufen.

Anfang des Jahres hatte die Sekte den Christen im überwiegend muslimischen Norden Nigerias ein Ultimatum von drei Tagen gesetzt, die Region zu verlassen. Einen Tag zuvor hatte Präsident Goodluck Jonathan Notstand über Teile von vier besonders von der Gewalt betroffene Bundesstaaten verhängt.

"Wir sind für die Angriffe von Mubi und Gombe verantwortlich", sagte Abul Qaqa, der sich in den vergangenen Wochen wiederholt im Namen von Boko Haram zu Wort gemeldet hatte. Der von der Regierung verhängte Ausnahmezustand werde Boko Haram nicht daran hindern, "überall hinzugehen, wo wir hingehen wollen".

Im Bundesstaat Yobe mussten mittlerweile hunderte Menschen ihre Häuser verlassen und sind auf der Flucht, berichtet Al Jazeera . Grund seien Auseinandersetzungen zwischen bewaffneten Boko Haram-Mitgliedern und der Polizei.

Seit einigen Wochen mehren sich die Angriffe auf Christen in Nigeria. An Weihnachten waren bei mehreren Anschlägen mindestens 49 Menschen getötet worden. Boko Haram will in ganz Nigeria das islamische Recht einführen. Die Sekte soll aus mehreren Gruppen bestehen, über die genaue Struktur ist noch wenig bekannt.