EntwicklungspolitikWir kommen in eine Phase globalen Wandels
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Vorboten des Klimawandels am Horn von Afrika

Die EU sowie afrikanische Länder stritten erstmals gemeinsam für ein globales Klimaabkommen und wurden in ihren Bemühungen von den G-8-Ländern USA, Japan, Russland und Kanada behindert. Die Versuche der Schwellenländer, ein gemeinsames Bündnis zu schließen, scheiterten, da sich China eher kompromissbereit gab, während Indien die Rolle des klimapolitischen Hardliners übernahm. Die G 77 – als Verbund der Entwicklungsländer – spielte in Durban, im Gegensatz zu vielen internationalen Verhandlungsrunden der letzten Jahre, keine Rolle mehr. Die G-0-Konstellation eröffnet also Spielräume für kreative Bündnisse über alte Nord-Süd-Barrieren hinweg, kann aber ebenso in vielfältigen Handlungsblockaden münden.

2011 war auch das Jahr der arabischen Umbrüche. Ob und wie es in der europäischen Nachbarregion gelingt, politische Liberalisierung und den Islam zu verbinden, ist von großer Bedeutung für die internationale Politik. Was können Ägypten, Tunesien, Libyen von der Türkei und Indonesien lernen? Doch die Botschaft, dass Menschen nach Freiheit, Menschenrechten und Rechtssicherheit streben, dürfte nicht nur die Herrscher in Syrien, Saudi Arabien und im Iran irritieren, sondern auch autoritäre Eliten in anderen Weltregionen verunsichern, beispielsweise in Russland und China.

Insbesondere in China dürfte sich im Verlauf der kommenden ein, zwei Dekaden zeigen, ob es gelingt, die wirtschaftliche Dynamik durch politische Öffnungsprozesse zu stabilisieren oder ob das Riesenreich in gesellschaftliche Stagnation und Instabilität abrutscht. Gezeigt hat sich in 2011 auch, dass IT und soziale Kommunikationstechnologien dual use-Technologien sind. Sie treiben wirtschaftliche Innovationsprozesse an und stellen zugleich das neue Handwerkszeug für Bürgerbewegungen dar. Dieser Zusammenhang lässt sich auf Dauer weder in Moskau noch in Peking ignorieren.

Die Fukushima-Katastrophe symbolisierte 2011, dass die Bereitstellung von Energie auf erneuerbarer Grundlage zu einem der herausragenden globalen Entwicklungsthemen wird. Nur so können die Risiken der Nukleartechnologie und die Folgen eines gefährlichen Klimawandels vermieden werden. Die Abkehr vom nuklear-fossilen Zeitalter ist kein Selbstläufer. Länder wie Indien, Indonesien, Südafrika, Südkorea, China und Vietnam haben zuletzt durchaus ambitionierte Programme zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen aufgelegt, doch sie setzen weiterhin auf Kohle und Kernenergie. Deutschland wird eine aktive Energieaußenpolitik betreiben müssen, um für die wirtschaftliche, umweltpolitische und demokratieverträgliche Attraktivität seines Entwicklungspfades zu werben.

In Somalia, Äthiopien und Kenia schließlich sind zehn Millionen Menschen vom Hungertod bedroht. Dennoch schaffen sie es kaum in die Schlagzeilen der Weltpresse, geschweige denn auf die Prioritätenliste der Weltenlenker der G 20. Das Horn von Afrika ist dabei ein Labor der Zukunft, denn hier treffen Staatenzerfall, schwache Regierungsführung und extreme Dürren, die mit der globalen Erwärmung weiter zunehmen werden, aufeinander und zerstören die Lebensgrundlagen der Menschen. Eine internationale Gemeinschaft, die in Durban erneut gezeigt hat, dass sie zu einer wirkungsvollen Bekämpfung des Klimawandels noch immer nicht in der Lage ist, und die zugleich die Vorboten gefährlichen Klimawandels, die am Horn von Afrika zu sehen sind, nicht in den Griff bekommt oder gar ignoriert, ist auf die kommenden Dekaden nicht gut vorbereitet.

 
Leserkommentare
    • WiKa
    • 11.01.2012 um 20:16 Uhr

    In einem Punkt irrt der Autor, G-0 lebt und der wahre Herrscher steht immer noch in dieser Bezeichnung, für G sollte man einfach nur „Geld“ setzen (gesichtslos), dahinter verblassen alle von 1-20 und noch viel weiter. Und genau dieser Moloch, dieser Apparatschik wird 99 Prozent der Menschen in die Knie zwinge … so der Plan … geführt von dem 1 Prozent, diese Tendenzen sind glasklar auszumachen, denn die 99 Prozent werden derzeit schon für diese Liga in direkter Weise über Steuermittel zur Kasse gebeten, damit die „Guthabenkrise“ dieser Klientel kein vorzeitiges Ende nimmt.

    Insoweit liegt der Autor dann wieder richtig, der Mensch wird nur noch zum Faktor in dem Spiel degradiert, wer nicht mitspielt fällt durchs Raster. Die Löhne müssen runter, allerorten sparen, natürlich auch im Sozialen Bereich, damit die Zinsen auf das frei erfundene Geld an dessen Herren abgedrückt werden können. Aber alles weitere ist wieder eine Ablenkung, ob China, Somalia, Timbuktu oder Südpol, völlig egal. Wer also mit offenen Augen an die Sache herangeht, der kann die Nebelkerzen außer Acht lassen und zusehen wie das unausweichliche seinen gang geht. Und wenn wir Pech haben, dann hetzt man in der Not noch wieder mit diversen Kriegen die Menschen aufeinander, denn daran lässt sich auch noch prächtig verdienen und wir heucheln dann alle wieder … wie elend und böse doch der Mensch ist.

    G-0 … hier fein beschrieben: http://qpress.de/2011/12/...

    15 Leserempfehlungen
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    • oannes
    • 11.01.2012 um 21:00 Uhr

    Superkommentar!!!!!

    • oannes
    • 11.01.2012 um 21:00 Uhr

    Superkommentar!!!!!

    • oannes
    • 11.01.2012 um 21:00 Uhr
    2. @Wika

    Superkommentar!!!!!

    2 Leserempfehlungen
    • SuR_LK
    • 11.01.2012 um 21:15 Uhr

    frisches Beispiel globalen Wandels (http://news.yahoo.com/mas...), da standen 2 Tage lang ca 300 Leute aufm Dach und haben mit Springen gedroht und das alles im Namen unseres elektronischen Billigschrotts, damit man auch Morgen noch auf der billigen xbox ne runde daddeln kann. Leider kann man als Endkunde auch kaum etwas ändern, kommt ja doch gefühlt 99% der Elektronik aus dem asiatischen Raum.

    Eine Leserempfehlung
  1. aussehen kann, liest das hier.

    http://www.mod.uk/NR/rdon...

    Think Tank Paper-Prognose für das UK Ministry of Defense. Ziemlich interessant.

    2 Leserempfehlungen
  2. Ist ja wirklich klasse, wie wir uns mit unserem Kampf gegen den immer noch nicht bewiesenen Klimawandel beweihräuchern, dabei unsere Industrie abbauen und unser Volk ausnehmen, während andere voranschreiten.
    Die Überbevölkerung unseres Planeten wird ganz schlimme Folgen für uns alle haben, für Maßnahmen dagegen ist es schon lange zu spät.
    Und der Krieg für den langsam notwendigen "Reset" des Geldsystems ist auch im Anmarsch, schaut man sich den Konflikt mit dem Iran an.
    Dort ist heute wieder ganz zufällig ein iranischer Nuklearwissenschaftler mit Beifahrer in seinem Auto gesprengt worden, wie schon mehrere vor ihm in den letzten Monaten. Zu lesen ist das unter anderem beim CNN.

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    Zum Thema Klimawandel - anthropogen oder nicht: http://www.klimafakten.de.

    Zum Thema Klimawandel - anthropogen oder nicht: http://www.klimafakten.de.

  3. ARTE: Mit offenen Karten, Konflikte 2030 Teil 1

    http://videos.arte.tv/de/...

    auch ARTE, Thema Gas Monopoly:

    http://videos.arte.tv/de/...

    Nach einer Woche bei ARTE +7 evtl. bei youtube suchen.

    Die Verschuldung der Staaten ist sekundär, auf Sicht von 100-150 Jahren kämpft die USA und unbewusst die EU einen Kampf um eine falsche Finanzhoheit und Resurcen für die Wirtschaft.

    Derzeit greifen westliche Finanzinvestoren den Euro an ohne zu erkennen, dass ein schwaches Europa auf länger Sicht lediglich die Dominanz der BRIC Staaten manifestiert.

    Artikel wie z.B. im Handelsblatt: Angriff auf den Euro, können nur friendly fire bedeuten, sprich die westlichen Finanzmärkte sind derart liberalisiert, dass langfristige Tendenzen ohne Beachtung bleiben und lediglich der schnelle Zock zählt.

    Ein geflügeltes Wort im anglo-amerikanischen Raum:

    Lets make money - Geld machen - nur Geld kann man nicht wirklichen machen, sondern nur wirtschaftliche Werte erarbeiten.

    2 Leserempfehlungen
  4. 7. WoW!,

    "Vorboten der Klimawandels am Horn von Afrika", wie sehen diese Vorboten denn aus und wie unterscheidet sie der Autor von dem dort stattfindenden lokal begründeten Umweltmißbrauch?

    Also alles nichts mit Überweidung und Förderung des gewinnbaren Dargebots?

    Man sollte den Lesen nicht mit so undifferenziertem und undefinierten Schlagwortmüll belästigen und dann keine Belege folgen lassen.

    Und das wird auch nicht ganz leicht, denn hydrologischen Belege lassen sich sehr wohl finden, wenn mann es denn darauf anlegt.

    Nur läßt dieser Schriftsatz wiedermal nicht auch nur die Spur einer Tendenz dazu erkennen.

    Bedauerlich.

    MfG Karl Müller

  5. Nur als neutraler Kommentar: Dass die Wachstumsraten von Schwellenländern größer sind als die der USA ist doch keine besondere Leistung. Stichworte:
    - das Problem großer Zahlen, v.a. wenn in Prozent ausgedrückt
    - Sättigungseffekte bzw. eine nicht mehr zu steigernde Produktivität in einem Industrieland
    - ohne Wachstum schrumpft die Lebensqualität in einer Marktwirtschaft. Denn wenn man selbst nicht wächst, wachsen die anderen. Aber wie gesagt, die USA ist schon ein solch riesiger Markt, da kann noch so manch anderes Schellenland lange zweistellig wachsen, bevor es überhaupt an Gewicht gewinnt
    - zu "guter Letzt" ist die USA die mächtigste Militärmacht überhaupt, und wenn es ganz dumm läuft kann man auch immer noch ein doofes Aufsteigerland plattmachen
    (leichte Ironie darf vermutet werden)

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    Ein Kommentar ist ein Meinungsbeitrag und somit nicht neutral.

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