HomsFranzösischer Journalist in Syrien getötet

In der syrischen Stadt Homs sind mehrere westliche Journalisten von einer Granate verletzt worden. Ein Reporter aus Frankreich wurde getötet. von AFP und Reuters

Nach einem Anschlag in Homs rennen Menschen, um Hilfe zu holen.

Nach einem Anschlag in Homs rennen Menschen, um Hilfe zu holen.   |  © Joseph Eid/AFP/Getty Images

Erstmals seit dem Beginn des Aufstands vor zehn Monaten ist in Syrien ein ausländischer Journalist getötet worden. Wie ein Fotograf der Nachrichtenagentur AFP berichtete, kam der französische Reporter in Homs ums Leben, als eine Granate nahe einer Gruppe von Journalisten einschlug. Nach Angaben von Aktivisten wurden dabei auch sechs Syrer getötet und mehrere Menschen verletzt. Der syrische Fernsehsender Addunia TV berichtete, durch den Angriff sind mindestens acht Menschen getötet und 25 verletzt worden.

Die in London ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte erklärte, mehrere Granaten seien zwischen den beiden Stadtvierteln Akrama und al-Nusha eingeschlagen, als sich dort die Journalisten-Gruppe aufgehalten habe.

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Nach Angaben des Fernsehsenders France 2 handelte es sich bei dem Getöteten um seinen erfahrenen Kriegsreporter Gilles Jacquier, der unter anderem im Irak , in Afghanistan und im Kosovo im Einsatz war. Dem AFP-Fotografen zufolge wurden durch den Vorfall mehrere Journalisten verletzt, darunter ein Reporter aus Belgien .

Die Journalisten-Gruppe befand sich im Rahmen einer von den Behörden genehmigten Reise in Homs. Das Informationsministerium in Damaskus bestätigte zunächst lediglich, dass es einen Vorfall um ausländische Journalisten in Homs gegeben habe. Es nannte aber keine Einzelheiten.

Homs ist eine Protesthochburg im Aufstand der syrischen Bevölkerung gegen die autoritäre Führung von Präsident Baschar al-Assad. Menschenrechtsaktivisten melden regelmäßig, dass Sicherheitskräfte dort brutal gegen Regierungsgegner vorgehen.

Aus welchem Lager die Granaten abgefeuert wurden, war zunächst unklar. Die Beobachtungsstelle für Menschenrechte forderte eine Untersuchung des Vorfalls. Seit Beginn der Revolte Mitte März wurden nach UN-Schätzungen mehr als 5.000 Menschen in Syrien getötet.

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Leserkommentare
    • simlei
    • 11. Januar 2012 17:38 Uhr

    Mein Beileid den Angehörigen dieses mutigen Journalisten. Es muss schlimm sein, ihn immer wieder in Kriegsgebiete fliegen zu sehen - immer in der Hoffnung, dass der schlimmste Fall nicht eintritt. Nun kommt er nicht wieder nach Hause.

    3 Leserempfehlungen
    • qotsa
    • 11. Januar 2012 18:46 Uhr

    Warum keine Schuldzuweisung? Ist es nicht sonnenklar, dass Assad berüchtigt dafür ist erst Reporter einzuladen, um sie dann mit Granaten zu beschiessen?

    So, ende Sarkasmus...

    Langsam könnte der ein oder andere Reporter mal anfangen Fragen zu stellen, oder?

    7 Leserempfehlungen
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    Homs und Hama sind zusätzlich bekannt als erzkonservative Hochburgen der Islamisten. "Erstmals seit Beginn", das klingt, als wäre eine neue Art der Gewalt ausgebrochen. Natürlich vom Schurkenregime und sonst von niemandem. Ein Schelm!

  1. 3. [...]

    Entfernt. Bitte achten Sie auf eine sachliche Wortwahl. Danke, die Redaktion/lv

  2. Homs und Hama sind zusätzlich bekannt als erzkonservative Hochburgen der Islamisten. "Erstmals seit Beginn", das klingt, als wäre eine neue Art der Gewalt ausgebrochen. Natürlich vom Schurkenregime und sonst von niemandem. Ein Schelm!

    • k2
    • 11. Januar 2012 21:04 Uhr

    http://www.lefigaro.fr/in...

    Assad ist sehr schlau bei diesem Trick

    einer Benzinkanisteroperation oder des

    Operierens unter einer falschen Flagge.

  3. "Reporter Gilles Jacquier, working for French state TV channel France2 and entered into Syria on his own initiative to cover the events shaking the country, died today in Homs under the fire of the "Free Syrian Army"’s rockets. This attack left 8 people dead and 25 injured, none of them carrying weapons according to our sources.
    On the previous day, the reporter had left the press delegation that had been organized at his request, explaining that he was not interested in the meetings with political and religious leaders that were proposed to him. He had then rented a private vehicle to be able to move around at will, thus freeing from all responsibility the people who had helped him obtain a visa.
    At the time of the events, the deceased reporter was standing near a pro-government demonstration with his French and Belgian colleagues.
    A first rocket-propelled grenade hit the crowd, killing and wounding several people. After assessing the situation from a terrace up above the scene, Mr Jacquier and his cameraman got closer to the bodies in order to film them, then another rocket fell right next to them, killing him and wounding his technician.

    This tragic event reminds us that the Syrian people is confronted with armed gangs firing indiscriminately at unarmed passer-bys in some of the Syrian cities. It is indeed a case of non-conventional war and not at all a governmental crack-down on “peaceful demonstrations”,..."

    http://www.voltairenet.or...

    3 Leserempfehlungen
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    • k2
    • 12. Januar 2012 8:30 Uhr

    "The outrageous strategy to destroy Russia (2004) Text by Arthur Lepic

    http://www.voltairen...ti...

    ZBIGNIEW BRZEZINSKI is seen side-by-side with bin Laden!

    Armando Rozário ¹²³ Cabo Frio, Brazil - August 12, 2009 ""#1 User is offline ""Posted 03 September 2009 - 07:56 AM
    He should recognize Russia changed
    and also WW2 was started by Poland. ""#2 User is offline marcellus " . I + II

    hatte sich lange um ein offizielles Visum der syrischen Regierung bemüht, er wollte als guter Journalist den Konflikt auch von dieser Seite beleuchten. Es ist daher wohl durchaus in seinem Sinne, auch die offizielle Verlautbarung des syrischen Regimes zu seinem Tod zur Kenntnis zu nehmen. Allerdings nur zur Kenntnis zu nehmen, bitte nicht nachzubeten.

    Hier hält es das Regime nämlich für erforderlich klarzustellen, dass der Reporter nicht auf organisierte Jubeltouren mitkommen wollte, sondern es vorzog, auch eigenständig "nicht autorisierte" Kontakte zu suchen. Und das, obwohl er doch die Gnade eines Visums erhalten hatte!

    Zu dem tötlichen Granatangriff kam es aber, als die Journalisten auf einer Regierungstour. Sollen das die internationalen Journalisten als Warnung auffassen, doch besser im "Rixos" zu bleiben?

    Die Version des Regimes über die Vorkommnisse mit den "bewaffneten Banden" passt in das bisherige Propagandaschema. Es bleibt abzuwarten, ob sie eine Untersuchungskommission zulassen.

    • k2
    • 12. Januar 2012 8:30 Uhr

    "The outrageous strategy to destroy Russia (2004) Text by Arthur Lepic

    http://www.voltairen...ti...

    ZBIGNIEW BRZEZINSKI is seen side-by-side with bin Laden!

    Armando Rozário ¹²³ Cabo Frio, Brazil - August 12, 2009 ""#1 User is offline ""Posted 03 September 2009 - 07:56 AM
    He should recognize Russia changed
    and also WW2 was started by Poland. ""#2 User is offline marcellus " . I + II

    Eine Leserempfehlung
  4. hatte sich lange um ein offizielles Visum der syrischen Regierung bemüht, er wollte als guter Journalist den Konflikt auch von dieser Seite beleuchten. Es ist daher wohl durchaus in seinem Sinne, auch die offizielle Verlautbarung des syrischen Regimes zu seinem Tod zur Kenntnis zu nehmen. Allerdings nur zur Kenntnis zu nehmen, bitte nicht nachzubeten.

    Hier hält es das Regime nämlich für erforderlich klarzustellen, dass der Reporter nicht auf organisierte Jubeltouren mitkommen wollte, sondern es vorzog, auch eigenständig "nicht autorisierte" Kontakte zu suchen. Und das, obwohl er doch die Gnade eines Visums erhalten hatte!

    Zu dem tötlichen Granatangriff kam es aber, als die Journalisten auf einer Regierungstour. Sollen das die internationalen Journalisten als Warnung auffassen, doch besser im "Rixos" zu bleiben?

    Die Version des Regimes über die Vorkommnisse mit den "bewaffneten Banden" passt in das bisherige Propagandaschema. Es bleibt abzuwarten, ob sie eine Untersuchungskommission zulassen.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP, Reuters
  • Schlagworte Bevölkerung | Reise | AFP | Nachrichtenagentur | Revolte | Afghanistan
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