Teheran Atom-Kontrolleure im Iran eingetroffen

Beobachter der Internationalen Atomenergieagentur sollen Fragen zum möglichen Kernwaffen-Programm des Irans klären. Teheran will kooperieren – jedenfalls ein wenig.

Ein Expertenteam der Internationalen Atomenergieagentur (IAEA) ist am Samstagabend im Iran eingetroffen. Während des Besuchs sollen offene Fragen zum Atomprogramm des Landes geklärt werden. Ob die sechs Fachleute bis Dienstag auch iranische Atomanlagen inspizieren werden, war aber noch unklar.

Aus dem Umfeld der Wiener Atom-Agentur hieß es, dass es zunächst darum gehe, in Gesprächen eine Wiederaufnahme der Verhandlungen über das vermutete iranische Waffenprogramm zu erreichen. Teheran hat seit 2008 keine Fragen dazu beantwortet und eine mögliche militärische Dimension des iranischen Atomprogramms stets bestritten.

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Der Westen wirft dem Iran vor, unter dem Deckmantel der zivilen Atomforschung am Bau von Kernwaffen zu arbeiten. Deshalb wurden umfangreiche Sanktionen gegen das Land verhängt, unter anderem kürzlich ein Öl-Embargo durch die Europäische Union. Nach Erkenntnissen der IAEA haben iranische Wissenschaftler zumindest bis 2010 an der Entwicklung eines atomaren Sprengkörpers gearbeitet.

Möglicher Besuch einer lange geheim gehaltenen Anlage

Im Iran wurde spekuliert, die Kontrolleure könnten die lange geheim gehaltene unterirdische Anlage Fordo besuchen, die rund 160 Kilometer südlich von Teheran liegt. Die Anlage, in der Uran bis auf 20 Prozent angereichert werden soll, soll im Februar den Betrieb aufnehmen. Eine 20-prozentige Anreicherung reicht zum Bau von Atomwaffen nicht aus. Die Experten unter Führung von Chefinspektor Herman Nackaerts sollen auch mit dem iranischen Chefunterhändler Said Dschalili und dem Direktor des Atomprogramms, Fereydoun Abbasi, zusammentreffen.

Leser-Kommentare
    • HGAZIS
    • 29.01.2012 um 10:20 Uhr

    die IAEA nun rausfinden sollte das der Iran die Wahrheit gesagt hat?

    Oweh! Was ist dann der Kriegsgrund? - Werden dann wie in Lybien die Menschenrechte, die Freiheit und die Demokratie abermals als Vorwand benutzt um ein Angriffskrieg zu legitimieren? Wird unser Embargo aufgehoben? Entschuldigt sich der moralisch überlegene Westen dann beim Iran für die falschen Beschuldigungen und leistet schadensersatz?

    Fragen über Fragen

    12 Leser-Empfehlungen
  1. Warum sollte die iranische Führung nicht alle Anlagen den Kontrolleuren zugänglich machen ? So könnte man ohne weitere Probleme die Lage entschärfen und würde auch sein Gesicht nicht verlieren.

    Der Iran benötigt dieses provozierendes Versteck Spiel um nach Innen zu stabilisieren und nach außen den entscheidenden Beweis zu verhindern.

    Die Opfer Rolle, welche dem Iran ständig zugeschoben wird, ist absolut lächerlich. Der Iran hat eine Wahl und die Möglichkeit diesen Konflikt zu verhindern. Diese Mär, dass hier alles auf Schienen läuft ist unfug.

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    ... als jede Form von Kontrollen eigener Atomanlagen komplett abzulehnen. Da gibt's doch Beispiele in der Region, nicht wahr?

    Sie ignorieren, das der Iran sich durch Vertragsabschluss freiwillig den Kontrollen unterwirft. Das ist für mich durchaus positiver zu sehen als die Verweigerung jeder internationalen Kontrolle.

    Der Iran könnte jederzeit, wie Nordkorea z.B., austreten. Dann hätte der Iran die gleichen Möglichkeiten, Kontrollen der eigenen Nuklearanlagen zu verhindern.

    • qotsa
    • 29.01.2012 um 12:41 Uhr

    Der IAEA-Bericht räumt selbst ein, daß die Erkenntnisse sich überwiegend auf Aktivitäten von vor 2003 beziehen, also bevor Iran freiwillig seine Arbeiten an seinem Atomwaffenprogramm gestoppt hat. Das wurde noch vor knapp drei Jahren durch ein NIA-Dokument, eine gemeinsame Einschätzung aller US-Geheimdienste, bestätigt. Der neue IAEA-Bericht unterstellt nicht einmal, daß die iranischen Arbeiten an dem Programm nach 2003 weitergegangen sind. Statt dessen heißt es ohne jegliche Begründung, daß "weiterhin daran gearbeitet werden könnte".

    Durch die unerreicht detaillierten Informationen im IAEA-Bericht läßt sich vom eigentlichen Knackpunkt ablenken. So wird denn auch die Kernfrage des Berichts standhaft ignoriert. Diese Frage lautet: Hat Teheran angereichertes Uran, das unter genauer Kontrolle der IAEA steht, von seinem zivilen Atomprogramm abgezweigt? Laut Bericht gibt es dafür keine Hinweise. Am Gesamtbild hat sich daher seit Jahren nichts geändert. Das einzige, das sich verändert hat, ist, daß der neue Chef der IAEA – anders als sein Vorgänger, der verdiente Friedensnobelpreisträger Mohamed ElBaradei – dem US-amerikanischen Druck nicht gewachsen ist und sich seine Behörde trotz russischer und chinesischer Warnungen zum Werkzeug der US-Aggressionspolitik machen läßt.

    Was genau wird dem Iran vorgeworfen? Wo hat er nicht kooperiert?

    Anm.: Bitte belegen Sie Ihre Aussagen mit seriösen Quellen. Die Redaktion/vn

    ... als jede Form von Kontrollen eigener Atomanlagen komplett abzulehnen. Da gibt's doch Beispiele in der Region, nicht wahr?

    Sie ignorieren, das der Iran sich durch Vertragsabschluss freiwillig den Kontrollen unterwirft. Das ist für mich durchaus positiver zu sehen als die Verweigerung jeder internationalen Kontrolle.

    Der Iran könnte jederzeit, wie Nordkorea z.B., austreten. Dann hätte der Iran die gleichen Möglichkeiten, Kontrollen der eigenen Nuklearanlagen zu verhindern.

    • qotsa
    • 29.01.2012 um 12:41 Uhr

    Der IAEA-Bericht räumt selbst ein, daß die Erkenntnisse sich überwiegend auf Aktivitäten von vor 2003 beziehen, also bevor Iran freiwillig seine Arbeiten an seinem Atomwaffenprogramm gestoppt hat. Das wurde noch vor knapp drei Jahren durch ein NIA-Dokument, eine gemeinsame Einschätzung aller US-Geheimdienste, bestätigt. Der neue IAEA-Bericht unterstellt nicht einmal, daß die iranischen Arbeiten an dem Programm nach 2003 weitergegangen sind. Statt dessen heißt es ohne jegliche Begründung, daß "weiterhin daran gearbeitet werden könnte".

    Durch die unerreicht detaillierten Informationen im IAEA-Bericht läßt sich vom eigentlichen Knackpunkt ablenken. So wird denn auch die Kernfrage des Berichts standhaft ignoriert. Diese Frage lautet: Hat Teheran angereichertes Uran, das unter genauer Kontrolle der IAEA steht, von seinem zivilen Atomprogramm abgezweigt? Laut Bericht gibt es dafür keine Hinweise. Am Gesamtbild hat sich daher seit Jahren nichts geändert. Das einzige, das sich verändert hat, ist, daß der neue Chef der IAEA – anders als sein Vorgänger, der verdiente Friedensnobelpreisträger Mohamed ElBaradei – dem US-amerikanischen Druck nicht gewachsen ist und sich seine Behörde trotz russischer und chinesischer Warnungen zum Werkzeug der US-Aggressionspolitik machen läßt.

    Was genau wird dem Iran vorgeworfen? Wo hat er nicht kooperiert?

    Anm.: Bitte belegen Sie Ihre Aussagen mit seriösen Quellen. Die Redaktion/vn

  2. ...ein Ölboykott - warum läßt der Iran die Kontrolleure überhaupt ins Land?
    [...]

    Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf Spekulationen, die nach derzeitigem Wissensstand nicht nachvollziehbar sind. Danke. Die Redaktion/vn

  3. eigentlich auch us-amerikanische anlagen? oder ist unser werter bündnispartner mal wieder irgendeinem abkommen nicht beigetreten, so dass sie selbst außen vor sind?

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    Sowohl die USA wie auch Russland überwachen gegenseitig, ob Abrüstungsvereinbarungen eingehalten werden. Das funktioniert gleichzeitig bilateral und auch über die IAEA.

    Sowohl die USA wie auch Russland überwachen gegenseitig, ob Abrüstungsvereinbarungen eingehalten werden. Das funktioniert gleichzeitig bilateral und auch über die IAEA.

  4. Sowohl die USA wie auch Russland überwachen gegenseitig, ob Abrüstungsvereinbarungen eingehalten werden. Das funktioniert gleichzeitig bilateral und auch über die IAEA.

  5. ... berichten, der Iran ist in einer no-win-situation:
    Berichten sie von Beweisen, dann sowieso; berichten Sie vom Gegenteil und attestieren dem Iran, keine Atomwaffen zu entwickeln, dann wird man
    - entweder sagen, der Iran hätte die IAEA erfolgreich getäuscht oder
    - die Leute von der IAEA wären inkompetent, die Berichte unvollständig oder gefälscht.

    So oder so, ist der Bericht für den Iran positiv und treten beide Fälle nicht ein, dann kann man die Berichte immer noch ignorieren bzw. durch "präzisere" Berichte der eigenen Geheimdienste, die das gewünschte Ergebnis (nämlich ein iranisches Atomwaffenprogramm) liefern, ersetzen.

    Das kennt man: im Irak war es ja auch so. Die U.N. hat Saddam und dem Irak attestiert, keine WMDs mehr zu besitzen / zu entwickeln; Colin Powell hat dann seine PP-Präsentation und die kleine Phiole gezeigt. Und schon waren WMDs mit einer Einsatzzeit von 45 Minuten einer der Gründe, derenwegen man den Irak angriff.

  6. ... als jede Form von Kontrollen eigener Atomanlagen komplett abzulehnen. Da gibt's doch Beispiele in der Region, nicht wahr?

    Sie ignorieren, das der Iran sich durch Vertragsabschluss freiwillig den Kontrollen unterwirft. Das ist für mich durchaus positiver zu sehen als die Verweigerung jeder internationalen Kontrolle.

    Der Iran könnte jederzeit, wie Nordkorea z.B., austreten. Dann hätte der Iran die gleichen Möglichkeiten, Kontrollen der eigenen Nuklearanlagen zu verhindern.

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    Inwiefern unterwirft sich der Iran denn groß Kontrollen ? Es wäre doch absolut kein Problem alle Anlagen zugänglich zu machen, natürlich nur wenn nicht an einer Atombombe gearbeitet wird.

    Der Hinweis auf Israel läuft doch nur darauf Hinaus, dass wenn dieser Staat Atomwaffen besitzt, auch der Iran Atomwaffen besitzen darf. Und dann fängt die Kette erst an: Saudi-Arabien, Türkei... ; Wollen Sie wirklich, dass noch weitere Staaten in den Besitz dieser perversen Waffe kommen ? Wollen sie darauf Hinaus, dass der Iran ein "Recht" hat diese Waffe zu besitzen ?

    Inwiefern unterwirft sich der Iran denn groß Kontrollen ? Es wäre doch absolut kein Problem alle Anlagen zugänglich zu machen, natürlich nur wenn nicht an einer Atombombe gearbeitet wird.

    Der Hinweis auf Israel läuft doch nur darauf Hinaus, dass wenn dieser Staat Atomwaffen besitzt, auch der Iran Atomwaffen besitzen darf. Und dann fängt die Kette erst an: Saudi-Arabien, Türkei... ; Wollen Sie wirklich, dass noch weitere Staaten in den Besitz dieser perversen Waffe kommen ? Wollen sie darauf Hinaus, dass der Iran ein "Recht" hat diese Waffe zu besitzen ?

  7. 8. Dialog

    Chefinspektor Herman Nackaerts : "Wir freuen uns darauf, einen Dialog zu beginnen, der schon lange überfällig ist."

    Was heisst hier überfällig? Schon 4 Iranische Wissenschaftler sind Opfer von Terroranschlägen geworden, laut Iran wurde Information aus der IAEC-Kreisen dafür verwendet.

    Fereydoun Abbasi, sollte seinen Weg zur Arbeit nach diesem "überfälligen" Dialog ändern.

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