TeheranIranischer Atomforscher stirbt bei Bombenanschlag

In Teheran ist ein Universitätsprofessor bei einem Attentat ums Leben gekommen. Er ist nicht der erste iranische Nuklearforscher, der durch einen Anschlag starb. von afp, dpa und reuters

Bei einer Bombenexplosion in der iranischen Hauptstadt Teheran ist ein Wissenschaftler der Sharif-Universität getötet worden. Ein Motorradfahrer habe eine Haftbombe an dem Fahrzeug des Professors befestigt, berichtete die halbamtliche Nachrichtenagentur Fars. Zwei weitere Insassen des Wagens seien bei der Detonation verletzt worden. Das Auto sei in der Nähe der Universität detoniert, der Hintergrund der Tat war zunächst unklar.

Ein Sprecher der Sharif-Universität sagte, Mostafa Ahmadi Roshan sei Chemiker gewesen und habe an wissenschaftlichen Projekten gearbeitet. Nach Informationen des Nachrichtensenders Al Jazeera war Roshan Leiter einer Abteilung in der Urananreicherungsanlage von Natans. In den vergangenen Jahren hatte es in Teheran mehrere Anschläge auf Wissenschaftler gegeben, die in der Atomforschung tätig gewesen sein sollen. So wurden 2010 und 2011 drei Forscher bei Autobombenanschlägen getötet. Mindestens zwei von ihnen arbeiteten am iranischen Atomprogramm.

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Teherans Vize-Gouverneur Safar Ali Bratloo beschuldigte Israel , hinter dem Anschlag zu stecken. "Israel ist für dieses Attentat verantwortlich, die Methode gleicht denen, die bei anderen Anschlägen auf iranische Wissenschaftler angewendet wurden", sagte er laut einem Bericht des iranischen Fernsehsenders Al-Alam. Das Land wolle den Iran vor der Präsidentschaftswahl im März destabilisieren, sagte der stellvertretende Gouverneur nach Informationen von Al Jazeera.

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Leserkommentare
    • fse69
    • 11. Januar 2012 11:29 Uhr

    ... darf allerdings noch anfügen, dass selbst die Frage, ob dieser Wissenschaftler nun als Zivilist oder als Militär einzustufen sei, eine vollkommen irrelevante Nebelkerze ist, die rein gar nichts an der rechtlichen Einordnung solcher Akte im Sinne eines (staatsterroristischen) Mordes ändert.

  1. Entfernt. Sie haben Ihren Standpunkt ausreichend vertreten. Bitte beachten Sie, dass wir an einer ausgewogenen Diskussion interessiert sind und auch anderen Usern Raum in der Debatte bieten wollen. Danke, die Redaktion/mk

  2. wir haben ihn noch nicht gesehen - aber unsere Fantasie ist groß.

    Antwort auf
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    • FZ
    • 11. Januar 2012 12:09 Uhr

    ... auf der Rückseite des Mondes steht, was macht Sie ihrerseits dann so sicher, dass er eine israelische Flagge schwenkt?

  3. Haben die USA, URSS, Frankreich, GB etc jemals einen ihren
    Forscher kriminalisiert nachdem er die Bombe (mit)gebaut
    hatte? Und Israel? Diese Leute bekommen ueblicherweise
    Orden.

  4. Entfernt. Bitte diskutieren Sie auf der Grundlage sachlicher Argumente. Danke. Die Redaktion/sc

  5. 38. Araber?

    "Wenn das die "bösen" Araber gemacht hätten, hätte die westliche Welt aufgeschrien"
    wieso hätten?
    Ich halte es für durchaus möglich das es Araber waren. Sicher die Mossadtheorie ist schön und naheliegend, aber meiner Meinung nicht die einzig mögliche.

    Sorry, aber wenn man von den lokalen begebenheiten (Iraner bzw. Perser und Araber sind zwei paar Stiefel die noch nicht mal die gleiche Religion haben!) keine Ahnung hat sollte man nicht alles besserwisserisch kommentieren

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    zeigt, dass es mit Sicherheit niemand anders gewesen sein kann, als US Army Special Forces, CIA und/oder Mossad.

    jüngere:
    http://www.telegraph.co.u...

    http://www.telegraph.co.u...

    http://www.guardian.co.uk...

    ältere:

    Die Mossad-Morder der DDR-Raketenwissenschaftler in Ägypten & die amerikanischen 34A-Operationen http://en.wikipedia.org/w... VOR Ausbrauch des Vietnamkrieges infolge des konstruierten Tonkin-Vorfalls.

    Wer glaubt, diese "Anschläge" im Iran, wären von irgendwem anders ausgeführt, als den demokratischen Instrumenten der Achse des Guten, der sollte einmal anfangen, sich mit amerikanischer Militärgeschichte auseinanderzusetzen.

    • paul12
    • 11. Januar 2012 11:46 Uhr

    Da stirbt ein Universitätsprofessor bei einem Bombenanschlag und man diskutiert hier, ob er ein Täter oder ein Opfer ist???

    Anscheinend wissen sehr wenige Menschen was ein Rechtsstaat ist.
    Aber ist ja nicht so, dass deutsche Universitätsprofesooren tödliche Bio- und chemische Waffen herstellen und deutsche Unternehmen im Ausland hochgefährliche Waffen verkaufen.
    Nein DEUTSCHLAND ist TOP, nur Iran ist der böse, klar wer zweimal einen Weltkrieg anzettelt ist immer der bösere.

    Und zum Thema Iran, als ich mal zufällig auf eine Weltkarte im Jahre 2003 schaute, da dachte ich ernsthaft, als nächstes ist der Iran dran, egal was geschieht.

    MFG

    • FZ
    • 11. Januar 2012 11:46 Uhr
    40. Israel?

    "Aber wenn israelische Geheimdienste einen unbescholtenen Wissenschaftler - und das ist er so lange bis er von einem Gericht verurteilt wurde - ermorden, ..."

    Woher wissen Sie mit solcher Sicherheit, dass der Staat Israel Drahtzieher des Anschlags war? Oder gilt Ihre Unschuldsvermutung auch immer nur den "Anderen"? Was, wenn z.B. das sunnitische Pakistan sich nicht zusätzlich zur indischen eine schiitische in den Rücken holen will? Oder Indien einen zweiten islamischen Staat mit Bombe verhindern möchte? Deren Geheimdienste sind - vermut' ich einfach mal, auch nicht vollendet bescheuert.

    Ergo: Wenn Sie schon die Unschuldsvermutung einfordern, dann lassen Sie sie auch bitte selbst gelten und verurteilen sie bitte nicht schon mal Israel, nur weil's der Mossad gewesen sein KÖNNTE bzw. ein iranischer Offizieller behauptet, dem sei so.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, AFP, Reuters
  • Schlagworte Anschlag | Atomprogramm | Attentat | Auto | Fahrzeug | Hauptstadt
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