Castro Kubas Kommunisten kündigen Reformen an
Kubas Staatschef Raúl Castro will Führungsämter nur noch für maximal zehn Jahre vergeben – auch sein eigenes. Ein Ende der Ein-Parteien-Herrschaft aber schließt er aus.
Die Kommunistische Partei Kubas hat eine grundlegende Reform beschlossen: Zum Abschluss einer Parteikonferenz in Havanna verkündete Staats- und Parteichef Raúl Castro, dass die wichtigsten Regierungs- und Parteiämter künftig nur für maximal zehn Jahre vergeben werden. Dies schließe auch seine eigenen Ämter ein. "Wir können mit der allmählichen Umsetzung beginnen, ohne auf die Verfassungsänderung zu warten", sagte Castro weiter. Mit der Reform solle jüngeren Parteikadern der Aufstieg in Regierung und Partei ermöglicht werden.
Seit der kubanischen Revolution 1959 hatten Fidel und Raúl Castro an der Spitze Kubas gestanden – Fidel als Staats- und Parteichef, Raúl als Verteidigungsminister. 2006 hatte Raúl die Ämter von seinem fünf Jahre älteren Bruder übernommen, der wegen schwerer Krankheit die Macht abgeben musste.
Die Nationale Parteikonferenz beriet Samstag und Sonntag. Obwohl die Parteikonferenz in der Verfassung als Regierungsinstrument Kubas vorgesehen ist, fand sie nie zuvor statt. Nun war sie einberufen worden, nachdem der Parteikongress im April 2011 eine "Aktualisierung" des kubanischen sozialistischen Modells eingeleitet hatte. 300 Maßnahmen sollen die Wirtschaft für private Initiativen öffnen. Bereits im April hatte Raúl Castro vorgeschlagen, die Amtszeiten auf zweimal fünf Jahre zu begrenzen.
Die Parteiarbeit soll "perfektioniert" werden
Auch die Partei soll reorganisiert werden. Dazu verabschiedeten die Mitglieder ein Grundsatzdokument, um die Arbeit der Partei zu "perfektionieren". An einer Stelle heißt es, die Mentalität im Parteileben müsse "modifiziert" werden. Die Partei kündigt an, ihre Beziehungen zu den Massenorganisationen und zu den von ihr kontrollierten Gewerkschaften und der kommunistischen Jugend zu verbessern. Die Korruption soll bekämpft und die Arbeit der ebenfalls von der Partei kontrollierten Medien verbessert werden.
Weitergehende politische und gesellschaftliche Reformen wird es Castro zufolge jedoch nicht geben. Die Konferenz sei eine interne Veranstaltung der Partei, sagte er. Das Konzept von einer einzigen Partei als oberster Führungskraft werde er niemals aufgeben. Auf das kommunistische Ein-Parteien-System zu verzichten bedeute, aus den USA gesteuerte Kräfte des Imperialismus in Kuba zu legaliseren. Das Ein-Parteien-System müsse gegen die "Demagogie" und gegen eine der Wirtschaft unterworfenen Politik verteidigt werden, sagte Castro.
- Datum 30.01.2012 - 07:15 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, AFP, dpa
- Kommentare 4
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Über 50 Jahre haben die Castro-Brothers Cuba nun fest im Griff . Was als Befreiung - zu Recht - bejubelt wurde, hat den Menschen zwar Verbesserungen gebracht , das war nach Battista aber auch kein Kunststück . Aber diese sind, gemessen an der Länge der Periode, in der der Clan das Sagen hatte, nur marginal .
Wirtschaftlich hat sich in knapp 2 Generationen nichts einschneidend verändert.
Was aber noch schwerer wiegt, ist das Fehlen der Meiningsfreiheit,die Beschränkung der Reisefreiheit etc.
Das muss alles sein, finden ja Lafontaine und Wagenknecht auch. Und stimmt das auch.
Skurril bis lächerlich wird es, wenn El Maximo Leader II die Amtszeit jetzt auf 10 Jahre beschränken will . Schätzt man so die eigene Lebenserwartung ein ? Die Beiden pendeln dann um das Alter von 90 Jahren.
Ne, man will die Macht nicht aus den Händen geben. Sie ist einfach zu süß.
Ich weiß, die USA sind an all dem Schuld. Sie haben eine Blockadepolitik betrieben , gegen die man absolut machtlos war - über 50 Jahre lang.
Re formatio im Ursprung heißt das ja Wiederherstellung! was wiederherstellen? Da ja ein Mehrparteiensystem von den USA imperialistisch gesteuert wird, könnte das für die Kommunisten das aus bedeuten, also nicht akzeptabel. Na und wenn das Einparteiensystem, wie angekündigt, weiter beibehalten wird, ist doch dieses Wort Reform reine Makulatur. Also wieder das alte Spiel etwas, Druck aus dem Kessel nehmen, große Worte tönen und nichts aber auch nichts wirklich ändern wollen. So sind sie halt und so werden sie immer sein die Kommunisten, bis sie 1 x durch das Volk weggefegt werden, gelle.
...... El Capitalismo, Vivat!
"Kubas Kommunisten kündigen Reformen an"... und zensieren als erstes mal das Internet.
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