Libyen Gaddafi-Anhänger nehmen Bani Walid ein

Anhänger des getöteten libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi haben die Stadt Bani Walid unter ihre Kontrolle gebracht. Anwohner sprechen von schweren Kämpfen.

Bani Walid war während des monatelangen Volksaufstandes gegen Gaddafi eine der letzten Bastionen seiner Anhänger.

Bani Walid war während des monatelangen Volksaufstandes gegen Gaddafi eine der letzten Bastionen seiner Anhänger.

Nach heftigen Kämpfen haben Anhänger des getöteten libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi die Stadt Bani Walid unter ihre Kontrolle gebracht. Anwohner und Vertreter der Regierungstruppen berichteten von größeren Gefechten, bei denen mindestens vier Menschen getötet und weitere 20 verletzt worden seien. Es seien auch schwere Panzerabwehrwaffen zum Einsatz gekommen. Auslöser war offenbar die Festnahme mehrerer Gaddafi-Anhänger durch Mitglieder des Nationalen Übergangsrates.

"Sie kontrollieren jetzt die Stadt. Sie fahren in der Stadt umher", sagte ein Kämpfer der Regierungstruppen. Ein Vertreter der Luftwaffe in Tripolis sagte, es würden Kampfflugzeuge in Richtung Bani Walid entsandt. In der Stadt selbst verstärkten die Sicherheitskräfte ihre Präsenz in den Straßen. Die Stadt Bani Walid war im vergangenen Jahr einer der letzten Orte, in denen Gaddafi-Anhänger gegen die Oppositionellen kämpften. Es liegt etwa 200 Kilometer südöstlich von der Hauptstadt Tripolis entfernt.

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Unterdessen teilte der Internationale Strafgerichtshof (IstGH) mit, dass noch keine Entscheidung über den Prozess gegen den Sohn des früheren libyschen Machthabers, Saif al-Islam, getroffen wurde. Es sei noch nicht beschlossen worden, ob das Verfahren in Libyen stattfinden könne. Damit stellte sich das Gericht den Aussagen des libyschen Justizministers Ali Chalifa Schur entgegen. Dieser hatte erklärt, das Gericht in Den Haag habe dem Antrag Libyens auf einen Prozess in der Heimat des Angeklagten zugestimmt. Dem bekanntesten Sohn Gaddafis werden Verbrechen gegen die Menschlichkeit vorgeworfen. Saif al-Islam wurde im November, etwa einen Monat nach dem gewaltsamen Tod des Vaters, in der Wüste festgenommen.

Saif al-Islam selbst galt noch vor einem Jahr als designierter Nachfolger Gaddafis an der Spitze des nordafrikanischen Landes. Das Verfahren gegen ihn gilt als Test für Libyen. In dem Land droht ihm die Todesstrafe. Der Internationale Strafgerichtshof hatte bis Montag weitere Informationen über seinen Zustand angefordert.

 
Leser-Kommentare
  1. "Ein Vertreter der Luftwaffe in Tripolis sagte, es würden Kampfflugzeuge in Richtung Bani Walid entsandt."

    Wir erinnern uns:Eine parlamentarische Anfrage der Linken letztes Jahr ergab, dass die Bundesregierung keine Hinweise auf Bombenangriffe durch die libysche Luftwaffe hatte.

    Vielleicht hat sie die dann übermorgen und kann sich erprobt empört geben. Wo bleiben HWR und AI und die anderen Revolutionsfreunde?
    Möglicherweise streuen die Flugzeuge allerdings auch nur Blumen.

    11 Leser-Empfehlungen
  2. Schließlich muß ein Massaker an den Freiheitskämpfern und der Zivilbevölkerung verhindert werden... oder haben die nichts, was sie dem Westen billig verkaufen können?

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    • bugme
    • 23.01.2012 um 21:42 Uhr

    Auch bei Muammar al-Gaddafi oder Saddam Hussein wurde nicht bei den ersten Menschenrechtsverstoß gehandelt.
    Warum sollte man mit der Übergangsregierung schärfer in's gericht gehen?

    • bugme
    • 23.01.2012 um 21:42 Uhr

    Auch bei Muammar al-Gaddafi oder Saddam Hussein wurde nicht bei den ersten Menschenrechtsverstoß gehandelt.
    Warum sollte man mit der Übergangsregierung schärfer in's gericht gehen?

  3. Vielen war seit langem klar, dass, auch mit Hilfe der Medien, bewußt oder unbewußt, der Bürger/Interessierte, im Bezug auf die tatsächlichen Verhältnisse in Libyen getäuscht worden ist.
    In den ausländischen Medien war der Wahrheitsgehalt höher,als in unseren.Vermutlich waren in Libyen ca. 50% für und 50%, der Leute, gegen Gaddafi.
    Im Nachhinein war es gut, dass Deutschland sich verweigert hat, Militär zu entsenden.
    Dort wird vermutlich vieles schlechter und weniges besser als zuvor.
    Als in Deutschland noch gemeldet wurde Gaddafis Todesursache sei unklar, berichteten die anderen bereits vom Lynchmord an Gaddafi.

  4. 4. Tja...

    Democracy has just kicked in )))

  5. daß die libysche Bevölkerung in ihrer Mehrheit die vom Westen gekauften Banditen des NTC so gar nicht mag? Gestern brannte das Hauptquartier dieser Marionetten in Bengasi, heute erobern die Grünen Bani Walid zurück. Aber vermutlich sind die NATO-Bomber schon in der Luft, um die Stadt wie Sirte endgültig zu "befreien".

    11 Leser-Empfehlungen
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    ... mit Ihrer Überlegung haben Sie den Nagel auf den Kopf getroffen.
    Interessant dabei ist, dass der Westen momentan gerade wieder dabei ist, sich in einen Krieg, der nicht zu gewinnen sein wird, hineintreiben zu lassen.
    An die enormen Opfer denkt niemand, die bezeichnet man seit Fischer ja auch hier bei uns als "Kollateralschäden".
    Hier sehen wir das Handeln und die Sprache der Menschenverächter.

    ... mit Ihrer Überlegung haben Sie den Nagel auf den Kopf getroffen.
    Interessant dabei ist, dass der Westen momentan gerade wieder dabei ist, sich in einen Krieg, der nicht zu gewinnen sein wird, hineintreiben zu lassen.
    An die enormen Opfer denkt niemand, die bezeichnet man seit Fischer ja auch hier bei uns als "Kollateralschäden".
    Hier sehen wir das Handeln und die Sprache der Menschenverächter.

    • bugme
    • 23.01.2012 um 21:42 Uhr

    Auch bei Muammar al-Gaddafi oder Saddam Hussein wurde nicht bei den ersten Menschenrechtsverstoß gehandelt.
    Warum sollte man mit der Übergangsregierung schärfer in's gericht gehen?

    Antwort auf "Flugverbotszone?!"
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    "Warum sollte man mit der Übergangsregierung schärfer in's gericht gehen?"

    Weil er angeblich besser sein soll. Er soll sich ja an die Demokratischen Grundsätze halten, die mit sovielen Toten erkauft worden sind.

    Wenn ich ihr Posting richtig verstanden habe, hat also jetzt jedes Land ihre paar Menschenrechtsverletzungen "4 free"?

    LG
    A.G.

    "Warum sollte man mit der Übergangsregierung schärfer in's gericht gehen?"

    Weil er angeblich besser sein soll. Er soll sich ja an die Demokratischen Grundsätze halten, die mit sovielen Toten erkauft worden sind.

    Wenn ich ihr Posting richtig verstanden habe, hat also jetzt jedes Land ihre paar Menschenrechtsverletzungen "4 free"?

    LG
    A.G.

  6. "Warum sollte man mit der Übergangsregierung schärfer in's gericht gehen?"

    Weil er angeblich besser sein soll. Er soll sich ja an die Demokratischen Grundsätze halten, die mit sovielen Toten erkauft worden sind.

    Wenn ich ihr Posting richtig verstanden habe, hat also jetzt jedes Land ihre paar Menschenrechtsverletzungen "4 free"?

    LG
    A.G.

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    • bugme
    • 23.01.2012 um 22:54 Uhr

    Wenn er es schafft freie Wahlen zu organisieren, dann ist er schon besser.
    Verlangen Sie in Kriegsgebieten keine Perfektion. Menschenrechtsverstöße sollten natürlich trotzdem direkt angemahnt werden.

    • bugme
    • 23.01.2012 um 22:54 Uhr

    Wenn er es schafft freie Wahlen zu organisieren, dann ist er schon besser.
    Verlangen Sie in Kriegsgebieten keine Perfektion. Menschenrechtsverstöße sollten natürlich trotzdem direkt angemahnt werden.

    • bugme
    • 23.01.2012 um 22:54 Uhr

    Wenn er es schafft freie Wahlen zu organisieren, dann ist er schon besser.
    Verlangen Sie in Kriegsgebieten keine Perfektion. Menschenrechtsverstöße sollten natürlich trotzdem direkt angemahnt werden.

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    Menschenrechtsverstöße sollten nicht nur angemahnt, sondern müssen angemahnt und unterbunden werden !
    Auch der Übergangsrat ist mit höchster Vorsicht zu betrachten, da ist bis jetzt gar nichts besser .

    Also besteht für sie Demokratie nur aus dem Wählen des Herrschers?

    Menschenrechtsverstöße sollten nicht nur angemahnt, sondern müssen angemahnt und unterbunden werden !
    Auch der Übergangsrat ist mit höchster Vorsicht zu betrachten, da ist bis jetzt gar nichts besser .

    Also besteht für sie Demokratie nur aus dem Wählen des Herrschers?

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  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP, Reuters
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  • Schlagworte Libyen | Muammar al-Gaddafi
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