Ausschreitungen Kampf um die Macht in Libyen
Nach heftigen Protesten gegen den Übergangsrat in Bengasi warnt dessen Chef vor einer Gewaltspirale. Sein als "Opportunist" kritisierter Stellvertreter trat zurück.
Ein Machtkampf zwischen jungen "Revolutionären" und dem Nationalen Übergangsrat (NTC) belastet den Demokratisierungsprozess in Libyen. Auslöser des Streits, der auch mit Fäusten und Waffen ausgetragen wird, ist unter anderem der umstrittene Entwurf eines Wahlgesetzes. Zudem kritisieren Studenten Mitglieder des Übergangsrats als "Opportunisten" und Wendehälse.
Nach Ausschreitungen in Bengasi warnte der NTC-Chef Mustafa Abdel Dschalil vor einer Gewaltspirale. Er reagierte damit auf die Erstürmung des NTC-Gebäudes durch wütende Demonstranten am Vorabend. Bis zum frühen Samstagabend hatten sich vor dem Gebäude zunächst etwa 2.000 Demonstranten versammelt, später hatten mit Steinen und Metallstangen bewaffnete Protestierer den Amtssitz gestürmt. Zu dem Zeitpunkt diskutierten die NTC-Mitglieder gerade über das Wahlgesetz.
Es kam zu einem Handgemenge, bei dem auch Schüsse fielen. Verletzt wurde dennoch niemand. Die NTC-Mitglieder konnten das Gebäude verlassen.
Wahlgesetz soll Ende Januar vorgelegt werden
Ein weiterer Grund für die gewalttätigen Proteste sind Vorwürfe wegen mangelnder Transparenz und der Weiterbeschäftigung ehemaliger Regierungsmitglieder Muammar al-Gaddafis im Nationalen Übergangsrat. Der stellvertretende NTC-Chef Abdelhafis Ghoga, der unter Gaddafi als Anwalt politische Gefangene vertreten hatte, war in der vergangenen Woche auf dem Gelände der Universität von Bengasi angegriffen worden. Wütende Studenten bezeichneten ihn als "Opportunisten".
Am Sonntag trat Ghoga zurück. Er verzichte "im Interesse der Nation" auf sein Amt, sagte er dem Fernsehsender Al-Dschasira.
Das Wahlgesetz, das eigentlich an diesem Wochenende veröffentlicht werden sollte, legt die Regeln für die Wahl zum Allgemeinen Rat fest. Dieser hat die Aufgabe, eine Verfassung zu formulieren. Die Wahl ist für den kommenden Juni geplant. Neuer Termin für die Annahme des Gesetzes ist der 28. Januar.
Gestritten wird derzeit unter anderem über die Frage, ob es eine Frauenquote geben soll und wer kandidieren darf. Nach einem inoffiziellen Entwurf dürfen sich keine hochrangigen Funktionäre aus der Gaddafi-Ära, keine wegen Korruption verurteilten ehemaligen Beamten und keine Mitglieder des Übergangsrates oder der Übergangsregierung um eines der 200 Mandate bewerben.
- Datum 22.01.2012 - 18:10 Uhr
- Quelle dpa, AFP, Reuters
- Kommentare 28
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Laut iranischen Pressemeldungen sind bereits 12.000 US-Soldaten bei Brega an Land gegangen um die Lage zu "beruhigen" und die Öl-Quellen zu schützen.
Was würden wir nur ohne unsere Weltpolizei machen?
gibts zu dieser meldung auch eine seriöse quelle oder sonstige belege oder ist das der übliche propaganda-unsinn?
gibts zu dieser meldung auch eine seriöse quelle oder sonstige belege oder ist das der übliche propaganda-unsinn?
...über das demokratische und friedliche Libyen!
Ich nehme an, es handelt sich hier nur um kleine "Reibereien" zwischen aktiven Demokraten und Menschenrechtlern?
...die die Umstände des Todes Muammar al Gadaffis klären sollten,fortgeschritten? Hat die lybische "Übergangsregierung", auch schon Prozessvorbereitungen gegen Saif al Islam getroffen?
Und wieder Proteste in Bengasi,wo gegen friedliche Demonstranten(oder sind es nun doch Islamisten?) hart vorgegangen wird (Dschalil lässt also auf´s eigene Volk schießen).Wo bleibt der empörte Aufschrei westlicher Staaten,wo bleibt die Fluverbotszone, wo bleiben die Angriffe der NATO-Luftstreitkräfte? Das Ziel, nämlich Freiheit und Demokratie ist doch noch nicht erreicht, warum bleibt man auf halber Strecke stehen?
Weil Schalil den Franzosen und Nato-Mächten mehr Öl liefert als Ghadaffi...und das auch noch billiger.
Das er im Gegensatz zu Ghadaffi sein Volk nicht am Gewinn beteiligt und die Eigene Bevölkerung wahllos, oder aufgrund von Vorurteilen (Schwarzen-Verfolgungen), umbringt ist den Westmächten so ziemlich egal...
Warum wird wohl nie in Afrika eingegriffen?
Weil zurzeit mit eben jenen Warlords gehandelt wird.
Nicht Verstand und Vernunft regieren die Welt.
Geld tut es
die umstände zum tod gaddafis interessieren in libyen genau niemanden, so wie auch niemand dort um den tyrannen trauert.
das märchen, dass es jetzt viel und billiges öl aus lybien kommt glauben auch nur ahnungslose. tatsächlich wird aktuell weniger öl gefördert als unter daffy und es wird teurer verkauft. ist ja auch klar, unter daffy dienten die ölverkäufe einzig und allein dazu den aufwendigen lebensstil des regimes und seiner günstlinge zu finanzieren. jetzt profitiert das ganze land davon.
Weil Schalil den Franzosen und Nato-Mächten mehr Öl liefert als Ghadaffi...und das auch noch billiger.
Das er im Gegensatz zu Ghadaffi sein Volk nicht am Gewinn beteiligt und die Eigene Bevölkerung wahllos, oder aufgrund von Vorurteilen (Schwarzen-Verfolgungen), umbringt ist den Westmächten so ziemlich egal...
Warum wird wohl nie in Afrika eingegriffen?
Weil zurzeit mit eben jenen Warlords gehandelt wird.
Nicht Verstand und Vernunft regieren die Welt.
Geld tut es
die umstände zum tod gaddafis interessieren in libyen genau niemanden, so wie auch niemand dort um den tyrannen trauert.
das märchen, dass es jetzt viel und billiges öl aus lybien kommt glauben auch nur ahnungslose. tatsächlich wird aktuell weniger öl gefördert als unter daffy und es wird teurer verkauft. ist ja auch klar, unter daffy dienten die ölverkäufe einzig und allein dazu den aufwendigen lebensstil des regimes und seiner günstlinge zu finanzieren. jetzt profitiert das ganze land davon.
Weil Schalil den Franzosen und Nato-Mächten mehr Öl liefert als Ghadaffi...und das auch noch billiger.
Das er im Gegensatz zu Ghadaffi sein Volk nicht am Gewinn beteiligt und die Eigene Bevölkerung wahllos, oder aufgrund von Vorurteilen (Schwarzen-Verfolgungen), umbringt ist den Westmächten so ziemlich egal...
Warum wird wohl nie in Afrika eingegriffen?
Weil zurzeit mit eben jenen Warlords gehandelt wird.
Nicht Verstand und Vernunft regieren die Welt.
Geld tut es
dass es der libyischen Bevölkerung nach ihrer "Befreiung" schlechter gehen würde als vorher. Schliesslich gab es ja schon die Irak-Erfahrung. Meiner Meinung nach hätten die seriösen Medien die Eskalation in Libyen verhindern helfen können, wenn sie es gewollt hätten.
Was ist mit Iran ? Kann man noch hoffen, dass wenigstens DIE ZEIT aus dem medialen Kriegsgeheul ausschert?
...Linie mit Syrien "beschäftigt" - der Iran kommt erst nach einem "erfolgreichen Chaos" in Syrien an die Reihe.
P.S. Die Zeit ist hier "federführend" - schauen sie sich die ganzen erschienen Artikel zu bestimmten Themen an!
...Linie mit Syrien "beschäftigt" - der Iran kommt erst nach einem "erfolgreichen Chaos" in Syrien an die Reihe.
P.S. Die Zeit ist hier "federführend" - schauen sie sich die ganzen erschienen Artikel zu bestimmten Themen an!
So!Oder ähnlich wird es weitergehen bis die (vorher bestimmten RICHTIGEN)an der Macht sind...
...Linie mit Syrien "beschäftigt" - der Iran kommt erst nach einem "erfolgreichen Chaos" in Syrien an die Reihe.
P.S. Die Zeit ist hier "federführend" - schauen sie sich die ganzen erschienen Artikel zu bestimmten Themen an!
Einer von Xavier Naidoos Songs beschreibt die Lage in Libyen in einer Zeile recht treffend. Wie in diesem Lied dürfte der Weg zur Demokratie in Libyen kein leichter sein. Dass derzeit über ein Wahlgesetz debattiert wird, ist eine Entwicklung, die zumindest in die richtige Richtung zu gehen scheint.
"Gestritten wird derzeit unter anderem über die Frage, ob es eine Frauenquote geben soll und wer kandidieren darf. Nach einem inoffiziellen Entwurf dürfen sich keine hochrangigen Funktionäre aus der Gaddafi-Ära, keine wegen Korruption verurteilten ehemaligen Beamten und keine Mitglieder des Übergangsrates oder der Übergangsregierung um eines der 200 Mandate bewerben."
Ich frage mich jedoch, warum es keine Einigkeit über eine Frauenquote gibt? Leider geht der Artikel nur unzureichend auf die genauen Bestimmungen des Entwurfs ein. Schade, ich als Leser hätte mir hier mehr Hintergrundwissen gewünscht.
...man sich anderweitig zusammensuchen ;-)
P.S. Libyen ist nicht auf dem Weg in Richtung Demokratie sondern auf dem besten Weg ein "failed state" zu werden.
...man sich anderweitig zusammensuchen ;-)
P.S. Libyen ist nicht auf dem Weg in Richtung Demokratie sondern auf dem besten Weg ein "failed state" zu werden.
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