Libyen Westerwelle wirbt für wirtschaftliche Zusammenarbeit
Bei seiner Nordafrikareise hat sich der Außenminister mit Vertretern der libyschen Regierung getroffen. Westerwelle versprach stärkeres wirtschaftliches Engagement.
Außenminister Guido Westerwelle hat auf seiner Nordafrikareise Libyen weitere Unterstützung für den Wiederaufbau des Landes nach dem Bürgerkrieg zugesagt. "Deutschland steht dem neuen Libyen als Freund und Partner zur Seite. Das ist ja für Libyen gewissermaßen die Stunde Null", sagte er am Sonntag in Tripolis, wo er sich mit Vertretern der Übergangsregierung, von Parteien und Nichtregierungsorganisationen traf. Das Land stehe nach Jahrzehnten der Diktatur vor der Herausforderung, den Wandel vom demokratischen Aufbruch zu einer pluralistischen Gesellschaft zu schaffen. Waffenbestände müssten gesichert werden, die Milizen in die reguläre Armee integriert und rechtsstaatliche Strukturen müssten aufgebaut werden.
Die Bundesregierung hilft den libyschen Behörden bereits bei der Sicherstellung und Vernichtung von Waffen und Munition.
Bei seinem eintägigen Besuch in Libyen wurde der Außenminister von einer Wirtschaftsdelegation begleitet. Bei den Gesprächen ging es den Angaben zufolge vor allem um Möglichkeiten, bei erneuerbaren Energien und Medizintechnik zusammenzuarbeiten. Im Medizinbereich könne Deutschland auch beim Bau von Krankenhäusern und der Schulung von medizinischem Personal Hilfe leisten, sagte der Außenminister. Nach dem Ende des Bürgerkriegs waren etwa tausend Kriegsversehrte in deutschen Krankenhäusern behandelt worden.
Westerwelle stellte auch die Eröffnung eines Goethe-Instituts in Libyen in Aussicht.
Kein belastetes Verhältnis
Deutschland hatte den Nationalen Übergangsrat der libyschen Rebellen schon im Juni vor dem Sturz des langjährigen Machthabers Muammar al-Gaddafi als legitime Vertretung des libyschen Volkes anerkannt. An dem Nato-Einsatz während des Bürgerkriegs hatte sich Deutschland im vergangenen Jahr allerdings nicht beteiligt.
Die deutsche Enthaltung wirkt sich nach den Worten des libyschen Außenministers Aschur bin Tschajal nicht negativ auf die künftigen Beziehungen aus. Es gebe zwar viele Positionen, die am Anfang "vielleicht nicht begrüßt" worden seien. Deutschlands Haltung sei aber von vornherein "unparteiisch" gewesen und habe den Nationalen Übergangsrat sehr früh anerkannt, sagte er mit Blick auf Westerwelles Besuch in Bengasi im vergangenen Sommer.
Kein Thema bei Westerwelles Gesprächen war der zeitgleiche Besuch des mit internationalem Haftbefehl gesuchten sudanesischen Präsidenten Omar al-Baschir in Libyens Hauptstadt. Von der Herrschaft Gaddafis hatte al-Baschir lange Zeit profitiert. Die Beziehungen zwischen den Machthabern kühlten jedoch ab, als Gaddafi dem mit al-Baschir verfeindeten Chalil Ibrahim, einem der einflussreichsten Rebellenchefs aus Darfur, in Libyen Asyl gewährte. Ibrahim kehrte nach Gaddafis Ende in den Sudan zurück und wurde dort im Dezember von der Armee getötet.
Westerwelle will sich auf seiner Nordafrikareise ein Bild von der Lage in der Region ein Jahr nach Beginn des sogenannten Arabischen Frühlings machen. Am Samstag war er in Algerien eingetroffen. Noch am späten Sonntagnachmittag reist er von Libyen nach Tunesien weiter, wo die Aufstände in der arabischen Welt vor gut einem Jahr begonnen hatten. In Tunis trifft der Außenminister am Montag mehrere Mitglieder der dortigen, neu gewählten Regierung.
- Datum 08.01.2012 - 18:13 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, AFP
- Kommentare 16
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:







… wie dies unter dem Despoten Gaddafi der Fall war? Dieselbe Frage stellt sich dann in Nordafrika von Ost nach West, denn der Trend nach der letzten Frühjahrsblüte ist doch recht eindeutig, oder?
Vielleicht sollten wir uns vermehrt darauf einstellen entsprechende Aufbauhilfe für die kommenden Gottesstaaten zu leisten >>> http://qpress.de/2011/10/... , denn dies ist auch die Frucht unseres Handelns dort, darüber sollte ja wohl kein Zweifel bestehen.
Allerdings beim Ausgang der Sache würde ich mir ernsthafte Sorgen machen, weil wir doch mit der nächsten Befreiungsaktion die in Richtung Iran geplant zu sein scheint, gerade mal wieder vor lauter Gerechtigkeitssinn einen Gottesstaat zerdeppern wollen. Was um Himmels Willen wollen wir denn jetzt eigentlich. Entweder ist die Politik nicht durchschaubar oder so unberechenbar wie die Entwicklung des arabischen Frühlings. Beides dürfte einem auf Dauer eher Angst machen.
Hoffentlich sind Westerwelle und AA auf den bevorstehenden Konflikt mit Iran vorbereitet. Da müssen jetzt schon Plan A, B und C fertig in der Schublade liegen.
Erst wenn das eigene Haus bestellt ist, dann kann man über den Tellerand schauen. Hier werden wieder einmal MRD Eurpo flüssig gemacht die im sozialen Bereich dringend erforderlich sind. Lybien besitzt genüg Finanzreserven um sich über Wasser zu halten.
"für den Wiederaufbau des Landes nach dem Bürgerkrieg zugesagt."
ach so liebe zeit, auf einmal bürgerkrieg?
interessant.
wäre aber verboten, dass die nato in einen bürgerkrieg 50.000 bomben und raketen investiert.
was machen wir denn da?
kommt, schreibt weiter revolution und freiheitskämpfer.
und dann schreibt bitte irgendwann mal was über diese neue freihet ...
...in den zu bereisenden Ländern ernstgenommen?
Das FDP-Bashing von 2011 ist ein deutsches Neid-Phänomen, da sollte man sich nicht zu viel drauf einbilden. Das interessiert im Ausland niemanden.
....in genügender Größe wird nicht unhöfflich behandelt, selbst wenn man sich feige und als Trittbrettfahrer damit outet. Dass man das nun als normales Verhalten der Deutschen sieht, sein einmal dahingestellt. Was will man sonst tun nachdem man sich der Normen der Hilfe entzog und sich weigerte den Unterdrückten bei Seite zu stehen? Und die Hilfe wird weniger kosten als die Erträge, die man sich von einem reichen Öl exportierenden Land alleine an Rüstungsbestellungen erhoffen kann. Ich meine, wo Griechenland nun ein Jahr oder zwei ausfällt.
Das FDP-Bashing von 2011 ist ein deutsches Neid-Phänomen, da sollte man sich nicht zu viel drauf einbilden. Das interessiert im Ausland niemanden.
....in genügender Größe wird nicht unhöfflich behandelt, selbst wenn man sich feige und als Trittbrettfahrer damit outet. Dass man das nun als normales Verhalten der Deutschen sieht, sein einmal dahingestellt. Was will man sonst tun nachdem man sich der Normen der Hilfe entzog und sich weigerte den Unterdrückten bei Seite zu stehen? Und die Hilfe wird weniger kosten als die Erträge, die man sich von einem reichen Öl exportierenden Land alleine an Rüstungsbestellungen erhoffen kann. Ich meine, wo Griechenland nun ein Jahr oder zwei ausfällt.
Die Bundesregierung hilft,
das ist ja für Libyen gewissermaßen die Stunde Null",
so wie bei uns in Europa.
Sind sie sicher das Herr Westerwelle in Libyen ist?
Abdel Rahim el-Kib ist doch der neue libysche Regierungschef.
Also, welcher libyscher Rebell ist Abdel Rahim al Keeb?
...sind damit kostenlose Brunnen und Physikschulen für Mädchen gemeint? Oder wohl doch eher Ölförderkonzessionen, Bau und Rüstung...
Das FDP-Bashing von 2011 ist ein deutsches Neid-Phänomen, da sollte man sich nicht zu viel drauf einbilden. Das interessiert im Ausland niemanden.
Neid-Phänomen?
Davon ab denke ich dass du nich Unrecht hast.
GreeZ
Neid-Phänomen?
Davon ab denke ich dass du nich Unrecht hast.
GreeZ
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren