Bei einem weiteren Angriff auf Christen in Nigeria sind am Freitag 17 Menschen getötet worden. Nach Angaben von Bewohnern der Stadt Mubi stürmten Bewaffnete ein Haus, in dem sich Trauergäste versammelt hatten. Diese hätten dort Abschied von einem der fünf Toten des Überfalls vom Vorabend genommen, berichtete AFP . Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa ereignete sich die Tat hingegen im Rathaus von Mubi. Demnach handelte es sich bei den Getöteten um eine Besuchergruppe aus dem christlich geprägten Süden des Landes, die zu einem Treffen in das Rathaus im überwiegend islamischen Norden gekommen war.

Am Donnerstagabend waren bei einem Angriff auf eine Kirche sechs Menschen getötet und zehn verletzt worden. "Sie schossen durch die Fenster der Kirche", sagte der Pastor Johnson Jauro aus Nasarawa im nördlichen Bundesstaat Gombe. Unter den Toten sei auch seine Ehefrau. Die Angreifer schossen um 19.30 Uhr, als er gerade mit der Gemeinde gebetet habe. "Unsere Augen waren geschlossen, als einige Bewaffnete in die Kirche stürmten und das Feuer auf die Gemeindemitglieder eröffneten", sagte Jauro. Panik sei ausgebrochen, die Menschen hätten versucht zu fliehen.

Bisher bekannte sich niemand zu der Tat. Sie könnte zu einer Serie von Anschlägen radikaler Muslime auf christliche Gotteshäuser in dem Staat gehören, der zwischen beiden Religionen geteilt ist. Die Sekte Boko Haram hatte sich zu den Anschlägen auf Kirchen bekannt, bei denen zu Weihnachten mindestens 37 Menschen starben. Boko Haram will in ganz Nigeria das islamische Recht einführen. Die Sekte soll aus mehreren Gruppen bestehen, die genaue Struktur ist noch wenig bekannt.

Die Sekte hatte am Dienstag den Christen im überwiegend muslimischen Norden ein Ultimatum von drei Tagen gesetzt, die Region zu verlassen. Einen Tag zuvor hatte Präsident Goodluck Jonathan den Ausnahmezustand in Teilen von vier besonders von der Gewalt betroffenen Bundesstaaten ausgerufen. Gombe liegt außerhalb dieser Zonen.

Der oberste Polizeichef Nigerias, Hafiz Ringim, hatte die christlichen Bewohner der betroffenen Regionen in einer Erklärung aufgerufen, das Ultimatum zu ignorieren.