Rede an die Nation Obama mobilisiert seine Anhänger
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Ohne starken Staat keine Erneuerung


In seltener Klarheit zog der Präsident die Grenze zum politischen Gegner und markierte die Kontraste. Dieser Obama kehrte zurück zu seinen eigentlichen Überzeugungen und zu seinen Anfängen als Wahlkämpfer und Präsident.

Energisch verteidigte er die Rolle des Staates als Initiator und Motor des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wandels. Konjunktur- und Investitionsprogramme sind für ihn kein Sündenfall, sondern ein Imperativ.

Ohne Staat, so Obama, keine Erneuerung der maroden Straßen und Brücken, keine Wende zu grüner Energie, keine Reform der Bildung und des Gesundheitswesens. Der Staat, so tönte es aus fast jeder Zeile, sei bitter notwendig für die Transformation Amerikas und brauche dafür Geld aus Steuereinnahmen.

Romney reagierte umgehend

Umgehend wetterte im fernen Florida der republikanische Präsidentschaftskandidat Mitt Romney, der wahrscheinlich im Herbst Obama herausfordern wird, Amerika müsse nicht umgemodelt werden, sondern nur zu seinen konservativen Tugenden zurückkehren: zu weniger Staat, weniger Steuern, weniger Gesetzen.

Als habe es keine Immobilienkrise und keinen Zusammensturz der Wall Street und der Automobilindustrie gegeben, sagte Romney, die Unternehmen und die Menschen wüssten selber am allerbesten, wie man dem Land und der Wirtschaft wieder auf die Beine helfen könne.

Im Jahr drei der staatsfeindlichen Tea-Party-Bewegung leben Republikaner und Demokraten in völlig unterschiedlichen Welten. Sie haben so gut wie nichts mehr gemein. Wenn Obama in seiner Rede darüber sprach, was er alles mit staatlichen Programmen in Bewegung setzen will, sprangen die Demokraten entzückt von ihren Sitzen und applaudierten frenetisch. Bei den Republikanern regte sich keine Hand.

"Zurück in die Zukunft und auf die eigene Kraft vertrauen!" so lässt sich das Programm der Konservativen deuten. "Mit Staates Hilfe auf in die Zukunft!" lautet die Antwort der Demokraten.

Buffets Sekretärin als Symbol für Ungerechtigkeit

Kaum etwas symbolisierte am Dienstagabend die politischen Unterschiede drastischer als die Besetzung der Ehrentribüne im Kongress. Neben First Lady Michelle Obama durfte während der Rede des Präsidenten eine Sekretärin aus Omaha, Nebraska, Platz nehmen.

Nicht irgendeine Sekretärin, sondern die von Warren Buffet, einem der reichsten Männer der Welt. Sie ist in Amerika inzwischen eine Berühmtheit, weil Buffet ihr Schicksal gezielt an die Öffentlichkeit zerrte. Natürlich mit ihrer Einwilligung.

Der Multimilliardär rügte vor kurzem, dass sein enormes Einkommen aus Kapitaleinkünften nach dem Gesetz mit einem geringeren Steuersatz belastet würde als das im Vergleich dazu armselige Monatsgehalt seiner Sekretärin: seine knapp 15 gegen etwa 25 bis 30 Prozent.

Legal kann ungerecht sein, sagte Buffet und warb dafür, Amerikas Reiche stärker zur Kasse zu bitten. Nach seiner Vorstellung sollte jeder Millionär 30 Prozent Steuern zahlen.

Das meint auch Obama. Das Beispiel der Buffet-Sekretärin bestimmte nicht nur Ton und Inhalt seiner Rede, sondern beherrscht bereits den beginnenden Präsidentschaftswahlkampf.

Die Diskussion über Obamas Rede können Sie unter anderem hier auf Twitter nachverfolgen.

 
Leser-Kommentare
  1. Obama wird auch in diesem Herbst die Republikaner politisch platt machen. Dier amerikanischen Waehler haben nicht vergessen was es bedeutet zwar keine Krankenversicherung aber dafuer Steuersysteme zu haben, die Reichtum belohnen und harte Arbeit bestrafen.

    Die Demokraten stehen geschlossen hinter Obama. Romney dagegen wird schon von seinen eigenen Parteifreunden derzeit so fertig gemacht dass ihn bald jeder nur noch als reichen Investmentbanker kennen wird, und nicht mehr als ernstzunehmender Praesidentschaftskandidat.

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    ...den Republikanern geht es in den Vorwahlen schon häufig richtig zur Sache. Wobei der Zweikampf zwischen Gingrich und Romney in der Tat schon außergewöhnlich heftig abläuft.
    Realistische Siegchancen rechne ich allerdings nur Romney zu.
    Er hat auch Möglichkeiten Wähler der Mitte, die Obama zur Zeit klar besetzt, zu mobilisieren. Da steht es um Gingrich eher mau.
    Nur wenn den Republikaner jetzt eine so integere Persönlichkeit wie John McCain zur Verfügung stände, hätten sie aber wohl eine wirkliche Chance.
    Dafür scheinen beide Kandidaten doch zu schwach.
    Man kann nur hoffen, dass Obama dazu bald eine Mehrheit im Repräsentantenhaus bekommt. Dann kann er auch zeigen, dass er es wirklich noch ernst meint mit einem "Change", den die USA so dringend benötigen.

    • Jenss
    • 25.01.2012 um 12:38 Uhr

    Noch nie stand ein Präsident in den Umfragen so schlecht da, noch nie wurde ein Präsident wiedergewählt, der so schlecht in den Umfragen ist.

    Wenn nicht die Wirtschaft bis zur Wahl deutlich beser läuft, ist er (leider) wieder weg vom Fenster.

    ...den Republikanern geht es in den Vorwahlen schon häufig richtig zur Sache. Wobei der Zweikampf zwischen Gingrich und Romney in der Tat schon außergewöhnlich heftig abläuft.
    Realistische Siegchancen rechne ich allerdings nur Romney zu.
    Er hat auch Möglichkeiten Wähler der Mitte, die Obama zur Zeit klar besetzt, zu mobilisieren. Da steht es um Gingrich eher mau.
    Nur wenn den Republikaner jetzt eine so integere Persönlichkeit wie John McCain zur Verfügung stände, hätten sie aber wohl eine wirkliche Chance.
    Dafür scheinen beide Kandidaten doch zu schwach.
    Man kann nur hoffen, dass Obama dazu bald eine Mehrheit im Repräsentantenhaus bekommt. Dann kann er auch zeigen, dass er es wirklich noch ernst meint mit einem "Change", den die USA so dringend benötigen.

    • Jenss
    • 25.01.2012 um 12:38 Uhr

    Noch nie stand ein Präsident in den Umfragen so schlecht da, noch nie wurde ein Präsident wiedergewählt, der so schlecht in den Umfragen ist.

    Wenn nicht die Wirtschaft bis zur Wahl deutlich beser läuft, ist er (leider) wieder weg vom Fenster.

  2. but then he does nothing to get a better situation.

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    Ich denke, das liegt weniger an ihm als am politischen System Amerikas.

    Die Leute wollen einfache Lösungen, weil sie gar keine Lust haben sich auf komplizierte einzulassen, und das System geht an seinen Haken und Ösen zugrunde.

    Ich denke, das liegt weniger an ihm als am politischen System Amerikas.

    Die Leute wollen einfache Lösungen, weil sie gar keine Lust haben sich auf komplizierte einzulassen, und das System geht an seinen Haken und Ösen zugrunde.

  3. haben in den usa weder der präsident, noch demokratisch legitimierte vertreter oder gar das volk irgend etwas zu entscheiden.

    was war am 23.12.1913?

    der federal reserve act wurde vom kongress verabschidet, und seitdem geht alle staatsgewalt von den bankern aus.

    von daher ist es EGAL, wer in amerika präsident ist.

    ich wünsche einen entspannten tag!

  4. wieso haben Sie denn hier die State of the Union aus 2011 in Ihrem Artikel verlinkt, statt der 2012er Rede?

  5. Es mag sich hier vielleicht um eine unglückliche Formulierung von Seiten der "Zeit" handeln und ich hab die Rede auch nicht gesehen und kann daher nicht darüber urteilen, sollte Obama aber tatsächlich von "Respekt einflößen" gesprochen haben, ist dies meiner Meinung nach absolut symptomatisch für die verzerrte Weltsicht der Amerikaner: Respekt flößt man nicht ein. Respekt verdient man sich.

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    • eras
    • 25.01.2012 um 9:02 Uhr

    ...Ihres Kommentars nicht ganz klar. Die Redewendung "Respekt einflößen" ist auf beiden Seiten des Atlantiks gebräuchlich.
    Deutsch:
    http://www.duden.de/recht...
    US-Englisch:
    "to instill respect" (was wörtlich Respekt einträufeln bedeutet)

    Ist aber eigentlich egal, denn er hat das Wort "respect" nur einmal gebraucht. Hier:
    "We gather tonight knowing that this generation of heroes has made the United States safer and more respected around the world."

    Der Satz hier war wohl eher als Zusammenfassung gemeint...

    • eras
    • 25.01.2012 um 9:02 Uhr

    ...Ihres Kommentars nicht ganz klar. Die Redewendung "Respekt einflößen" ist auf beiden Seiten des Atlantiks gebräuchlich.
    Deutsch:
    http://www.duden.de/recht...
    US-Englisch:
    "to instill respect" (was wörtlich Respekt einträufeln bedeutet)

    Ist aber eigentlich egal, denn er hat das Wort "respect" nur einmal gebraucht. Hier:
    "We gather tonight knowing that this generation of heroes has made the United States safer and more respected around the world."

    Der Satz hier war wohl eher als Zusammenfassung gemeint...

    • SuR_LK
    • 25.01.2012 um 8:49 Uhr

    ist immer Relativ, auch in den USA steigt die Zahl der Armen oder auch der "working poor"(ca Aufstocker bei uns). Da die Rede eh von einem Ghostwriter war(auf ARD wurde es extra betont) bleibt eine passable Leistung als Showmaster mit den alten Stich und Klatschwörtern übrig, gratis Versprechen obendrauf.
    btw http://www.zerohedge.com/...
    in dem Artikel bei Zerohedge die word cloud ist hübsch, die Rede gibts dort auch nochmal im Original.

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    Entfernt. Verzichten Sie auf polemische Äußerungen und haltlose Unterstellungen. Die Redaktion/mak

    Entfernt. Verzichten Sie auf polemische Äußerungen und haltlose Unterstellungen. Die Redaktion/mak

  6. ...und für amerikanische Verhältnisse (!) aufgeklärten Präsidenten ist längst wieder absoluter Parteilichkeit für ihn gewichen.

    Dafür brauchte es nur den Kanditaten-Wettkamp der Republikaner.

    Entscheidet man nicht letztendlich, indem man zwischen ALternativen wählt ?

    Danach dürfte es aus europäischer Sicht keine schwierige Frage sein, wen man sich als amerikanischen Präsidenten wünscht. Im Angesicht der Alternativen.
    (Das demonstriert übrigens, wie unsinnig es von einer Politerin ist, von "alternativlos" zu sprechen, es geht doch gerade um die zu bevorzugende Alternative. "Alternativlos" heißt undemokratisch.)

    Aber als Europäer bin ich auch immer wieder von den Entscheidungen des amerikanischen Wahlvolkes überrascht worden. Nicht positiv, aber das ist auch nur eine demokratische Meinung.

    • eras
    • 25.01.2012 um 9:02 Uhr

    ...Ihres Kommentars nicht ganz klar. Die Redewendung "Respekt einflößen" ist auf beiden Seiten des Atlantiks gebräuchlich.
    Deutsch:
    http://www.duden.de/recht...
    US-Englisch:
    "to instill respect" (was wörtlich Respekt einträufeln bedeutet)

    Ist aber eigentlich egal, denn er hat das Wort "respect" nur einmal gebraucht. Hier:
    "We gather tonight knowing that this generation of heroes has made the United States safer and more respected around the world."

    Der Satz hier war wohl eher als Zusammenfassung gemeint...

    Antwort auf "Respekt"
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    "We gather tonight knowing that this generation of heroes has made the United States safer and more respected around the world." Hahaha, der war gut!

    "We gather tonight knowing that this generation of heroes has made the United States safer and more respected around the world." Hahaha, der war gut!

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