Pakistan Rauswurf von BND-Agenten gezielter Affront
Pakistan hat drei Mitarbeiter des Bundesnachrichtendienstes ausgewiesen – mit Verweis auf abgelaufene Visa. Offenbar steckten jedoch andere Gründe hinter dem Rauswurf.
© Arshad Arbab/dpa

Die drei deutschen Agenten wurden im Polizeikonvoi vom BND-Büro weggefahren.
Der Rauswurf von drei Deutschen aus der Stadt Peshawar war nach Informationen des Spiegels ein gezielter Affront von Teilen der pakistanischen Regierung. Diese müsse sich seit Längerem gegen den Vorwurf wehren, ausländische Agenten operierten ungehindert in dem Land. Das Vorgehen gegen die Mitarbeiter des Bundesnachrichtendienstes (BND) könnte nach Einschätzung deutscher Regierungskreise der Versuch sein, dieser Kritik zu begegnen, berichtet der Spiegel.
Aus Sicherheitskreisen in Islamabad hieß es, das pakistanische Innenministerium habe die Ausweisung der Deutschen veranlasst. Als Grund sei angegeben worden, dass die Visa der BND-Mitarbeiter abgelaufen gewesen seien. Der pakistanische Militärgeheimdienst ISI habe mit dem Vorfall "nichts zu tun" gehabt. In Pakistan schwelt derzeit ein Konflikt zwischen der Zivilregierung und dem Militär.
Die Agenten waren ordnungsgemäß akkreditiert
Zuvor hatte es aus pakistanischen Geheimdienstkreisen geheißen, die Agenten hätten sich als Mitarbeiter der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit ausgegeben. Diese Behauptung sei allerdings unwahr, berichtet die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung unter Berufung auf Sicherheitskreise. Vielmehr habe das BND-Büro in Peshawar schon seit dreißig Jahren mit Wissen der pakistanischen Behörden bestanden.
Pakistanische Beamte haben die deutschen Geheimdienstleute am vorvergangenen Samstag aus ihrer Unterkunft geholt, berichtet der Spiegel weiter. Noch während der Gespräche am Eingang des deutschen Hauses seien Übertragungswagen des pakistanischen Fernsehens vorgefahren. Nach mehreren Interventionen hochrangiger Vertreter der Bundesregierung hätten sich die Pakistaner schließlich damit einverstanden erklärt, die Agenten ausfliegen zu lassen. Eine vom BND gecharterte Maschine habe das Trio am folgenden Tag zurück nach Deutschland gebracht.
Die drei Deutschen waren ordnungsgemäß sowohl beim ISI als auch beim Außenministerium als BND-Mitarbeiter akkreditiert und besaßen Diplomatenpässe. Der Geschäftsträger der Pakistanischen Botschaft in Deutschland, der nach dem Vorfall ins Auswärtige Amt gebeten wurde, sprach von einem möglichen Missverständnis. Daran glaube in der Bundesregierung allerdings niemand.
- Datum 29.01.2012 - 12:47 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa
- Kommentare 8
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Angenommen bei uns treiben sich (haufenweise!) Pakistani herum, die angeblich kulturelle Beziehungen pflegen, aber offensichtlich spionieren, würden wir die nicht vllt auch herauswerfen?
Natürlich kann man es machen wie Putin, der gesagt hat, Spione, die sich aufführen wie Mr. Bean, beobachtet man, läßt man aber in Ruhe, sonst schickt die Gegenseite andere, die schwerer aufzuspüren sind.
Wenn Spione sich aber allzu dreist aufführen, sollte man die aber nicht rausschmeißen?
Ich warte auf die Kommentatoren, die schreiben, ja die BRD darf das, natürlich, aber Pakistan, ist ja ganz 'was anderes ;-)
...wie geil ist das denn?
auszug aus dem visa-antrag des bnd:
"herr schapphut ist für den bnd - abt. auslandsspionage - tätig und soll in dieser funktion insbesondere pakistanische nuklearanlagen, rüstungsbetriebe und militärbasen auskundschaften sowie regierungsfeindliche gruppen unterstützen. herr schlapphut wird in dieser funktion eng mit dem mossad und der cia zusammenarbeiten."
der in Sprache und Inhalt wohl nicht zu übertreffen sein wird.
der in Sprache und Inhalt wohl nicht zu übertreffen sein wird.
der in Sprache und Inhalt wohl nicht zu übertreffen sein wird.
Hier scheint es ja doch einige Missverständnisse von Geheimdienstarbeit zu geben. In vielen Botschaften und anderen Vertretungen und Büros in der Welt sind BND Mitarbeiter stationiert, und auch ordentlich als Diplomaten akkreditiert. Diese sind der jeweiligen Regierung bekannt und haben wichtige Funktionen, ob das nun das legale Sammeln von Informationen oder die Geheimdienstzusammenarbeit (ISI-BND etc. dürfte in Pakistan angesichts der Afghanischen Grenze recht interessant sein) ist.
Wenn ein Land tatsächlich auch operativ ausspioniert wird dürfte das in der Regel durch Mitarbeiter erfolgen die nicht akkreditiert sind und die vermutlich auch normalerweise nicht als BND Mitarbeiter anerkannt werden, sollten sie auffliegen.
Von Pakistan lernen heißt siegen lernen.
Dann viel mir auf es geht gar nicht um den VS.
Wenn sich drei Agenten, akkredierte Führungsoffiziere des BND von weiteren hunderten angeheuerten Agenten aus Pakistan verabschieden müssen, hat der pakistanische Geheimdienst solide gearbeitet und der BND versagt.
Qualität sollte besonders in dieser Sparte der Desinformtion aufgezeigt werden.
"Wenn sich drei Agenten, akkredierte Führungsoffiziere des BND von weiteren hunderten angeheuerten Agenten aus Pakistan verabschieden müssen, hat der pakistanische Geheimdienst solide gearbeitet und der BND versagt."
Man kann dem pakistanischen Geheimdienst nur für seine hervorragende Leistung gratulieren. Die Ausschaltung von Spionen gehört zu den ureigensten Aufgaben des Dienstes. Die Agenten können von Glück reden und sollten froh sein, daß die Sache nicht anderwärtig gelöst wurden ist.
Wer auf der ganzen Welt im Kriege zieht und sie ankündigt der wird eben auch nach dreißig Jahren anders behandelt.
Übrigens haben in einer ordentlichen,freiheitlichen und offenen Demokratie Schnüffler von Geheimdiensten keine sie unter Narrenfreiheit stellende und schützende Diplomatenpässe zu bekommen.
Da entschuldigt auch nicht wenn das alle Andersen auch so machen.
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