Pakistan Der Putschgeneral wartet schon

Politische Krise und Intrigen in Pakistan: Das Oberste Gericht macht Druck gegen die Regierung, die Armee will den Präsidenten loswerden.

Pakistans Regierung steckt in einer gefährlichen Klemme. Zwei mächtige Institutionen bedrängen die zivile Regierung von Premier Yousuf Raza Gilani: das Oberste Gericht und die Armee. Gegen den Premier läuft ein Verfahren wegen Missachtung des Gerichts, am Donnerstag musste er dort persönlich erscheinen. Und die Armee hat wie immer ihre Finger in der Politik, sie hat in Pakistan seit der Staatsgründung 1947 bereits dreimal gegen Zivilregierungen geputscht, in der Geschichte des noch eher jungen Staates haben über die Hälfte der Zeit Generäle geherrscht. Die Armee war immer zumindest stiller Herrscher im Hintergrund.

Nun ist es zwar ungewöhnlich, dass ein Premier vor ein Oberstes Gericht gezwungen wird, und das Verfahren könnte Gilani auch das Amt kosten, doch ist gar nicht er das eigentliche Problem, sondern Staatspräsident Asif Ali Zardari. Gegen den Mann der ermordeten ehemaligen Premierministerin Benazir Bhutto soll wegen schwerer Korruption ermittelt werden. Und es liegt an Gilani, dies in Gang zu setzen. Insbesondere soll seine Regierung die Schweiz formell ersuchen, sich an den Ermittlungen zu beteiligen. Die Regierung argumentiert aber, als Präsident genieße Zardari Immunität.

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Zardari soll sich bereits während der Regierungszeit seiner Frau in den 1990er Jahren massiv auf Kosten des Staates bereichert haben. Geld der pakistanischen Regierung soll einst auf Schweizer Konten geflossen sein, möglicherweise hohe Milliardenbeträge, und nicht nur Zardari war darin verwickelt.

Das zweite Problem Zardaris nennt sich Memogate

Bislang weigert sich die Regierung in Islamabad mit dem Immunitäts-Argument, der Sache nachzugehen. Bereits im Dezember 2009 hatte das Gericht die Regierung aufgefordert, Korruptionsermittlungen gegen eine Reihe von Politikern anzustoßen, unter anderem gegen Zardari. Darüber, dass die Regierung seit nunmehr zwei Jahren die höchstrichterliche Anordnung ignoriert, ist das selbstbewusste Verfassungsgericht Pakistans hoch verärgert.

Der Präsident mit seiner zweifelhaften Vergangenheit hat zudem einen mächtigen Feind im Land, denn er ist im Militär besonders unbeliebt. Dies spätestens seit der sogenannten Memogate-Affäre: Es geht um eine unsignierte Nachricht, die ein Vertrauter Zardaris – ein pakistanisch-amerikanischer Geschäftsmann – nach der Tötung von Al-Qaida-Chef Osama bin Laden im Mai 2010 durch US-Spezialkräfte an US-Generalstabschef Mike Mullen übermittelt hat. Urheber der Note soll der damalige pakistanische Botschafter in Washington, Hussain Haqqani, gewesen sein. Er habe darin im Auftrag Zardaris die USA vor einem drohenden Militärputsch gewarnt und um Unterstützung gebeten.

Die Regierung bestreitet natürlich, dass die Nachricht von ihr stammt. Doch der Botschafter musste zurücktreten und steht jetzt in Pakistan unter Hausarrest. Das Verfassungsgericht begann eine Untersuchung zu Memogate, in deren Zusammenhang Premier Gilani der Armeeführung verfassungswidriges Verhalten vorwarf. Die Militärführung forderte ihn daraufhin auf, das zurückzunehmen, Armeechef Ashfaq Parvez Kayani drohte unverhohlen mit "potenziell schwerwiegenden Konsequenzen". Er holte den Kommandeur einer Putsch-erfahrenen Einheit in die Garnisonsstadt Rawalpindi bei Islamabad, während der Premier einen Vertrauten Kayanis aus der Regierung entließ.

Leser-Kommentare
    • qotsa
    • 19.01.2012 um 19:50 Uhr

    Äußerer Anlaß des Streits ist die sogenannte »Memogate«-Affäre. Es geht dabei um ein Memorandum, das bereits im Mai vergangenen Jahres dem damaligen Stabschef der US-Streitkräfte, Admiral Mike Mullen, zugespielt worden war. Die unbekannten Verfasser appellierten darin an die USA, der pakistanischen Regierung bei der Ausschaltung der Führungen von Militär und ISI behilflich zu sein. An ihre Stelle sollte ein »neues nationales Sicherheitsteam« treten, bestehend aus Personen mit langjährigen vertrauensvollen Beziehungen zu den Vereinigten Staaten.

    Warum wundert mich das jetzt nicht wirklich? Gab es eigentlich schonmal einen staatsputsch, an dem die USA nicht irgentwie beteiligt war?

    http://www.ag-friedensfor...

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    • monrol
    • 20.01.2012 um 0:58 Uhr

    sondern die Haupt-Ursache für den unvermeidlichen Machtwechsel.
    DENN die USA haben Pakistans Institutionen permanent DE-stabilisiert, insbesondere seit OBAMA mit immer häufigeren DROHNEN-Angriffen auf Ziele an der Grenze zu Afghanistan die sowieso nur sehr schwach ausgeprägte bzw. von den USA beachtete "Souverenität" Pakistans vorsätzlich untergräbt.

    Eine Militärregierung in Pakistan ist praktisch unvermeidlich; fraglich ist allerdings, welche politische Richtung, ob Pro- und Kontra-USA sich an die Macht putscht!

    Langsam sinkt leider auch das Niveau der Kommentare und geht ins Amerikaner-Bashing ueber.Natuerlich sind die Amerikaner keine braven Chorknaben und haben viel Dreck am Stecken,aber als gewisse Ordnungsmacht(die zwar militaerisch an Staerke zunehmend verlieren)mir weitaus sympatischer als diese von Islamisten durchsetzten pakistanischen Sicherheitskraefte(die ja auch noch ueber eine gewisse Anzahl nuklearer Gefechtskoepfe verfuegen).

    • monrol
    • 20.01.2012 um 0:58 Uhr

    sondern die Haupt-Ursache für den unvermeidlichen Machtwechsel.
    DENN die USA haben Pakistans Institutionen permanent DE-stabilisiert, insbesondere seit OBAMA mit immer häufigeren DROHNEN-Angriffen auf Ziele an der Grenze zu Afghanistan die sowieso nur sehr schwach ausgeprägte bzw. von den USA beachtete "Souverenität" Pakistans vorsätzlich untergräbt.

    Eine Militärregierung in Pakistan ist praktisch unvermeidlich; fraglich ist allerdings, welche politische Richtung, ob Pro- und Kontra-USA sich an die Macht putscht!

    Langsam sinkt leider auch das Niveau der Kommentare und geht ins Amerikaner-Bashing ueber.Natuerlich sind die Amerikaner keine braven Chorknaben und haben viel Dreck am Stecken,aber als gewisse Ordnungsmacht(die zwar militaerisch an Staerke zunehmend verlieren)mir weitaus sympatischer als diese von Islamisten durchsetzten pakistanischen Sicherheitskraefte(die ja auch noch ueber eine gewisse Anzahl nuklearer Gefechtskoepfe verfuegen).

    • k2
    • 20.01.2012 um 0:12 Uhr

    "248. Protection to President, Governor, Minister, etc.
    (1) The President, a Governor, the Prime Minister, a Federal Minister, a Minister of State, the Chief Minister and a Provincial Minister shall not he answerable to any court for the exercise of powers and performance of functions of their respective offices or for any act done or purported to be done in the exercise of those powers and performance of those functions:

    Provided that nothing in this clause shall be construed as restricting the right of any person to bring appropriate proceedings against the Federation or a Province.

    (2) No criminal proceedings whatsoever shall be instituted or continued against the President or a Governor in any court during his term of office.

    (3) No process for the arrest or imprisonment of the President or a Governor shall issue from any court during his term of office.

    (4) No civil proceedings in which relief is claimed against the President or a Governor shall be instituted during his term of office in respect of anything done by or not done by him in his personal capacity whether before or after he enters upon his office unless, at least sixty days before the proceedings are instituted, notice in writing has been delivered to him, or sent to him in the manner prescribed by law, stating the nature of the proceedings, the cause of action, the name, description and place of residence of the party by whom the proceedings are to be instituted and the relief .."

    • monrol
    • 20.01.2012 um 0:58 Uhr

    sondern die Haupt-Ursache für den unvermeidlichen Machtwechsel.
    DENN die USA haben Pakistans Institutionen permanent DE-stabilisiert, insbesondere seit OBAMA mit immer häufigeren DROHNEN-Angriffen auf Ziele an der Grenze zu Afghanistan die sowieso nur sehr schwach ausgeprägte bzw. von den USA beachtete "Souverenität" Pakistans vorsätzlich untergräbt.

    Eine Militärregierung in Pakistan ist praktisch unvermeidlich; fraglich ist allerdings, welche politische Richtung, ob Pro- und Kontra-USA sich an die Macht putscht!

  1. Bitte googel Azari´s assetts.
    Da fällt einem nicht viel mehr ein.
    Das man mit Politik reich wird, wusste ich schon aber sooo reich!
    Leider gibt es in Pakistan nur die Wahl zwischen Armmee und den 20 reichsten , meist korrupten Familien.

  2. Bei Verhandlungen zwischen der Nato und der pakistanischen Regierung werden wichtige Fragen mit dem pakistanischen Militär besprochen.

    Mit der Regierungsführung zeigt man sich nur öffentlich.
    Die Regierung hat gar nichts zu sagen.

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    • k2
    • 20.01.2012 um 15:57 Uhr

    Mohammed Karsai ist nach Volkes Meinung bloss der Bürgermeiister von Kabul oder
    dessen Jet-Set und der "Grünen U.S.-Zone"
    beziehungsweise der vornehmsten kabulschen Luxusstadtreviere

    • k2
    • 20.01.2012 um 15:57 Uhr

    Mohammed Karsai ist nach Volkes Meinung bloss der Bürgermeiister von Kabul oder
    dessen Jet-Set und der "Grünen U.S.-Zone"
    beziehungsweise der vornehmsten kabulschen Luxusstadtreviere

    • k2
    • 20.01.2012 um 15:57 Uhr

    Mohammed Karsai ist nach Volkes Meinung bloss der Bürgermeiister von Kabul oder
    dessen Jet-Set und der "Grünen U.S.-Zone"
    beziehungsweise der vornehmsten kabulschen Luxusstadtreviere

    Antwort auf "Still und heimlich? "
  3. im Mai 2010 durch US-Spezialkräfte..."

    Wie die Zeit vergeht... Mir kommt es vor, als wäre es noch kein Jahr her.

  4. Langsam sinkt leider auch das Niveau der Kommentare und geht ins Amerikaner-Bashing ueber.Natuerlich sind die Amerikaner keine braven Chorknaben und haben viel Dreck am Stecken,aber als gewisse Ordnungsmacht(die zwar militaerisch an Staerke zunehmend verlieren)mir weitaus sympatischer als diese von Islamisten durchsetzten pakistanischen Sicherheitskraefte(die ja auch noch ueber eine gewisse Anzahl nuklearer Gefechtskoepfe verfuegen).

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