Streit über Nuklearwaffen : USA sehen Iran noch mindestens ein Jahr von Atombombe entfernt

Der US-Verteidigungsminister hat seine Einschätzung erneuert, dass der Iran binnen eines Jahres eine Atomwaffe herstellen könnte – wenn die Führung sich dafür entschiede.

Der Iran könnte nach Einschätzung der US-Regierung binnen zwölf Monaten Atomwaffen entwickeln. US-Verteidigungsminister Leon Panetta sagte dem Fernsehsender CBS , mindestens ein Jahr sei nötig, um genügend waffenfähiges Uran anzureichern. Anschließend würden sie noch ein oder zwei Jahre brauchen, um sie auf einem Trägersystem wie einer Rakete zu installieren.

Die Aussage von Panetta zeigt, dass er weiterhin davon ausgeht, dass der Iran noch keine Entscheidung zum Bau einer Bombe getroffen hat. Bereits Anfang 2011 waren die 16 US-Nachrichtendienste zu dem Schluss gekommen, dass die iranische Führung geteilter Meinung ist, ob eine Atombombe gebaut werden soll. Auch wenn sie ihr umstrittenes Atomprogramm fortführe, habe sie noch keinen Entschluss für den Bau einer Bombe getroffen, hieß es damals in dem gemeinsamen Bericht der Nachrichtendienste.

Panetta betonte erneut, die USA würden es nicht zulassen, dass die iranische Regierung in den Besitz von Atomwaffen gelange. "Wenn sie fortfahren und wir Informationen erhalten, dass sie mit der Entwicklung einer Kernwaffe fortfahren, werden wir alles tun, was nötig ist, um es zu verhindern."

Bereits Mitte 2010 hatte Panetta eine ähnliche Einschätzung zum Stand des iranischen Atomprogramms geliefert, als er noch CIA-Chef war. Um Atombomben zu bauen, müsse Iran das Uran zunächst hoch anreichern. "Und wir würden schätzen, dass es, wenn sie sich dafür entscheiden, wahrscheinlich ein Jahr dauern würde, diesen Punkt zu erreichen", sagte er schon damals.

USA planen bunkerbrechende Bomben

Vor zwei Tagen wurde bekannt, dass das US-Verteidigungsministerium insgeheim beim Kongress Geld für die Weiterentwicklung seiner bunkerbrechenden Bomben beantragt hat. Einem Bericht des Wall Street Journals zufolge sei der Vorstoß Teil der Planung eines möglichen Angriffs auf die iranischen Atomanlagen.

Die Schlagkraft bunkerbrechender US-Bomben reiche demzufolge nicht für deren Zerstörung. Panetta hatte Mängel eingeräumt und die Weiterentwicklung der Bombe angekündigt. Sie werde bald imstande sein, auch die tiefsten iranischen Bunker zu zerstören, sagte Panetta.

Der Massive Ordnance Penetrator genannte Bunkerbrecher sei speziell entwickelt worden, um die massiv befestigten Anlagen der iranischen und nordkoreanischen Atomprogramme zu zerstören, berichtete das Blatt. Versuche hätten aber gezeigt, dass die Bombe einige iranische Anlagen nicht zerstören könne – weil diese sich entweder zu tief in der Erde befänden oder weil Teheran ihre Befestigungen verstärkt habe. Die Bombe müsse vor ihrer Explosion tiefer in Stein, Beton oder Stahl eindringen, hieß es.

Am Sonntag war eine ranghohe Delegation der Internationalen Atomenergiebehörde ( IAEA ) in Teheran eingetroffen . Sie soll während ihres dreitägigen Besuchs versuchen, die Gespräche über das Atomprogramm wieder in Gang zu bringen, die seit mehr als einem Jahr auf Eis liegen. Womöglich können die IAEA-Experten auch die neue unterirdische Urananreicherungsanlage Fordo bei der Stadt Ghom besuchen.

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Kommentare

167 Kommentare Seite 1 von 19 Kommentieren

Glauben Sie wirklich....

...Souveränität gewinnt man durch Atomwaffen? So eine Haltung setzt auf Angst und Schrecken. Und Israel ist im gleichen Atemzug ein Apartheidsstaat.
Politische Philosophie sieht anders aus. Sie können nicht die Gewalt und den Schrecken der Einen geißeln und den Anderen den gleichen Schrecken zustehen der angeblich nicht als Bedrohung zu sehen sein soll. Davon legt der Kalte Krieg Zeugnis ab.
Zudem bezweifele ich wirklich ernsthaft, dass Israel tatsächlich über taktische Atomwaffen verfügt. Beweise? Wäre ich dankbar. Weiter glaube ich nicht im Traum daran das Israel einen offensiven Krieg zur Vernichtung eines anderen Staates beginnen würde. Dafür gibt es keinerlei strategisches Interesse.

Das wäre die beste Option,....

....wenn Länder wie Deutschland entsprechend ihrer Größe und ihrer Einkommen daraus sich an den Kosten einer Internalisierung der internationalen öffentlichen Aufgaben beteiligen würde. Bisher ist (unter etlichen Anderen) Deutschland dazu nicht bereit so hohe Kosten zu übernehmen. So bleibt es bei einer Second Best Lösung, die eben jene war, die ich beschrieb. Wollen Sie aber das echte Optimum, das Sie implizit fordern, so sollten Sie Ihren Abgeordneten anrufen und ihm sagen, dass er die Gelder für internationale öffentliche Güter bereitstellen soll.

Der Welt koennte die atomare Verwuestung drohen

Iran ist die derzeit wohl groesste Gefahr auf diesem Planeten. Die Vernichtung der Menschheit durch einen groessenwahnissinigen Mullah koennte bevorstehen.

Gegen die Ausloeschung der Menschheit durch einen atomar bewaffneten Extremisten, muessen wir alle gemeinsam aufstehen.

Die Weltgemeinschaft sollte alles Denkbare unternehmen, um einen Atomkrieg zu verhindern.

Iran dürfte sich am ehesten bedroht fühlen...

Da gibt es die USA, die sich in anderen Ländern herzlich wenig um Demokratie und Menschrechte schert und demokratisch gewählte Regierungen auch mal stürzen lässt (http://is.gd/G3KAYk).

Da ist Israel mit einer unbekannten Zahl von Atombomben, das die Wehrlosen in den besetzten Gebieten nach Kräften unterdrückt und sich einen Dreck um UN-Resolutionen schert.

Da kämen andere Staaten auch auf die Idee, dass einige Atombomben eine gute Absicherung vor dummen Ideen der beiden Schurkenstaaten wären....

Kriegsrethoriker

Obwohl selbst der amerikanische Verteidigungsminister zugibt, dass die iranische Regierung noch nicht einmal die Entscheidung zur Entwicklung einer Atomwaffe getroffen haben soll (was sich auf Informationen von 16 Geheimdiensten bezieht, auch des Mossad), geben Sie vor zu wissen, die Iraner strebten nach der Atomwaffe und würden sie dann auch sofort einsetzen.
Ich frage mich, auf welche Fakten und Quellen Sie sich beziehen. Offenbar hat ihre Quelle den Charakter eines Orakels auf einem Volksfest, dessen Vorhersagen entsprechend unzutreffen ist.

Anstatt in Kommentarbereichen wie diesem hier auf eine Deeskalation des Streits hinzuwirken und die aggressive Politik von Israel und den USA zu kritisieren, schreien Sie laut nach Krieg und agieren mit Redewendeungen wie:

"Lasst uns gemeinsam aufstehen und gegen den Iran vorgehen".

In diesem Kontext rufe ich meine ehrenwerteren Mitkommentatoren dazu auf, gegen Sie, die aggressive Politik der USA und Israel, aufzustehen auf dass sich kein zweiter Vietnam aufgrund von Hegemoniewünschen Israels und USA entwickelt und viele Menschen sinnlos sterben würden.

Diese Menschen, die dann sterben würden, sind mir, obwohl ich sie nicht kenne, nicht egal.

Diejenigen, die trotz Beteuerungen Penettas, der Iran entwickle keine Atombombe, für den Krieg eintreten, machen dies ergo nicht aus angeblichen Sicherheitsgründen.

Wieviele Menschenleben ist Ihnen günstiges Öl und der Erhalt Ihres Wohlstandes wert?

Mir keines,
bei ihnen ist es anders!???!

Die Amerikaner sind sehr zurückhaltend....

...mit ihrer Einschätzung. Dabei hat die IAEA fragen gestellt, der ausbleibenden Antworten kein so schönes Bild zeichnen. Es wurden Dinge getan, die sich die IAEA so erklären kann, dass man ein Waffenprogramm betreibt. Leider will Iran dieses Missverständnis nicht ausräumen, ist aber das einzige Land, dass das kann.

So kann man nur hoffen, dass die Einschätzung Patetteas nicht lediglich bedeutet, dass die USA das Problem auf die zeit nach der Wahl verschiebt. Die Kosten konnten dann hoher sein. Das abwarten konnte auch daher kommen, dass Washington zunehmend Iran als Teil der Einflusssfare Europas sieht und hofft man wurde die Probleme selbst lösen.

Reizthema [...]

> Da gibt es die USA, die sich in anderen
> Ländern herzlich wenig um Demokratie und
> Menschrechte schert und demokratisch
> gewählte Regierungen auch mal stürzen
> lässt.

Die USA beseitigen faschistische Regime wie das des Herrn Hitler oder des Herrn Hussein. Der Herr Achmadinedschad wird noch folgen. Sicher haben die USA im Weltkrieg gegen den Sowjetfaschismus mitunter den Teufel mit dem Beelzebub ausgetrieben, wie zum Beispiel in Chile, aber die Angst vor einer Weltherrschaft des Evil Empire war legitim und real.

> Da ist Israel mit einer unbekannten Zahl
> von Atombomben, das die Wehrlosen in den
> besetzten Gebieten nach Kräften unter-
> drückt...

Israel hat seine Atombomben bekanntlich wegen Auschwitz, wegen des Nie-mehr-wieder, wegen der zahllosen Angriffskriege der Araber, wegen der erklärten Vernichtungsabsicht von Hamas, Hisbollah & Co, deren unbedingte Glaubwürdigkeit täglich untermauert wird. Diesen Hintergrund der israelischen Atombombe unerwähnt zu lassen ist kurz nach dem Holocausttag schon ein starkes Stück, sie gar mit der geplanten Bombe eines Regimes zu vergleichen, dass Holocaustleugnerkonferenzen veranstaltet, ist noch unerträglicher.

> Da kämen andere Staaten auch auf die Idee,
> dass einige Atombomben eine gute Absicherung
> vor dummen Ideen der beiden Schurkenstaaten
> wären...

[...]

Gekürzt. Bitte diskutieren Sie sachlich. Danke. Die Redaktion/ag

Viele sehen nicht, dass es schlicht um das Sicherheitsbedürfnis…

… eines Landes geht, dem George W. Bush regelrech angekündigt hatte, dass es auf einer Liste von Schurkenstaaten stehe, die demnächst systematisch abgearbeitet wird. Und das konventionell unterlegen ist. So irrational sind die nicht, dass sie z. B. in einem Erstschlag Israel angreifen, nur um dann selbst Dutzendende israelische Atombomben abzubekommen, die Israel streng genommen übrigens auch nicht haben dürfte. Wenn gegen den Iran gehetzt wird, geht es schlicht um die Verteidigung des israelischen Atomwaffenmonopols in der Region und der amerikanischen Fähigkeit ohne Risiko einzumarschieren, wo es ihnen beliebt.

Es war eigentlich eine amerikanische Riesenidiotie einer Reihe von Ländern, darunter auch Nordkorea, den Einmarsch früher oder später anzukündigen und unter einem für alle vorher erkennbar erlogenen Kriegsgrund in den Irak einzumarschieren, aber dann nicht verhindern zu können, dass die allgemeine Verunsicherung bei den Betreffenden zu dem Run auf die Bombe sorgt.

Nordkorea hat die Bombe heute und wird prompt in Ruhe gelassen. Selbst die Dokus über das Elend in Nordkorea werden seltener, auch wenn manches durch den aktuellen Regimewechsel wieder aufgewärmt wurde.

Mittlerweile bin ich mir nicht mal mehr sicher, ob der Iran die Bombe wirklich will. Irgendwie steht der Iran jedes Jahr ein Jahr davor und selbst ein Land wie Nordkorea hat sie längst.

Gut und Böse?

Die USA beseitigen zuerst einmal diejenigen, die ihnen im Weg sind. Ob das jetzt "gute" oder "böse" sind, ist nicht mal zweitrangig, sondern völlig egal. Chile ist gerade kein gutes Beispiel, weil damals eine Demokratie, und ein wirtschaftlich wie sozial florierender Staat. Links, aber nicht kommunistisch. Aber wer sich an der Rhetorik eines Ronald Reagan orientiert, sieht wohl auch hinter jedem Busch einen Kommunisten lauern. Überlegen sie doch mal, wieviele Menschen in den Kriegen der Amerikaner in den letzen gut 65 Jahren umgekommen sind, sieht so das Reich des Guten aus?

Gut, dass Isreal die Bombe wegen dem Holocaust hat mag sein. Aber führt Israel keine Angriffskriege? Haben die Hardliner im isrealischen Kabinett nicht selbst einen Vernichtungswillen gegenüber den Palästinensern, oder ganz allgemein, den Arabern, dessen unbedingte Glaubwürdigkeit jeden Tag untermauert wird? Haben sie nicht schon mehrfach gedrohnt, den Iran anzugreifen? Diesen Hintergrund der iranischen Atombombe unerwähnt zu lassen ist schon ein starkes Stück.
Sie sogar mit den hunderten, gar tausenden schon vorhandenen Bomben eines Regimes zu vergleichen, das mit den faschistischen(!) Falange-Milizen im Libanon zusammengearbeitet hat - ihnen sogar beim Genozid geholfen hat -, das die Apartheid im eigenen Land leugnet und wiederholt und rücksichtslos gegen internationales Recht verstößt ist noch unerträglicher.

WENN der Iran die Bombe will, hat er jedes Recht und jeden Grund dazu.

@Balte Haak 43. Gut und Böse?

Kompliment, differenzierter Kommentar!

Es ist ja gerade die Einseitigkeit der von USA und Israel gegenüber dem Iran gezeigten Sicht, die dann auch noch von den Europäern in blindem Gehorsam nachgebetet wird, die so empörend ist.

Es haben soviele Staaten - mit Billigung des Westens - A-Waffen, da wundert es schon, dass ausgerechnet der Iran keine haben darf?
Hat der Iran im Gegensatz von USA und Israel auch nur einen(!) Krieg vom Zaun gebrochen? Nein.

Die Bombe in den Händen des Iran ist nicht gut aber wer kann sie ihm denn verwehren, ohne erneut besondere Schuld auf sich zu laden?

Dies wird der Situation nicht gerecht

Der einzige Staat in der Region, welcher tatsächlich über Atomwaffen verfügt ist Israel. Inzwischen ist es schon lange kein Geheimnis mehr, zwischen Israel und Frankreich fand ein Technologietransfer statt, der die nukleare Aufrüstung Israels erst ermöglichte. Dementsprechend ist das Israelische Nukleararsenal - qualitativ wie quantitativ - sehr viel weiter entwickelt als alles, was der Iran zustande bringen könnte. Israel verfügt schon heute über das Potential, die gesamte Region zu zerstören, was mit Sicherheit auch in Europa absolut katastrophale Folgen hätte.
Der Bericht stellt es doch klar heraus: selbst die Amerikaner sind sich nicht darüber im Klaren, ob der Iran aktuell tatsächlich an der Entwicklung von Nuklearwaffen arbeitet.
Was hingegen klar ist, der Iran steht schon jetzt wirtschaftlich sehr deutlich unter Druck. Selbst ohne die aktuell beschlossenen Sanktionen ist das Regime nicht in der Lage, die eigene Bevölkerung angemessen zu versorgen, trotz der Einnahmen durch das Erdöl.
Was in Ihrer Betrachtung ausgeklammert wird ist die Option, der Iran hat momentan kein wirkliches Interesse an der Entwicklung von Nuklearwaffen, weil die enormen Kosten die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit übersteigen.

Sie irren gewaltig.

Es ist ein Mythos der gerne verbreitet wird, dass z.B. die USA einn stark militarisiertes Land seien.
Laut bicc Militarisierungsindexindex von 2012 ist die USA auf Platz 30 und der Iran z.B. auf Rang 32. der am meisten militarisierten Staaten der Erde.
Die Forschungsergebnisse des BICC stellen nicht nur dar, wie viele Mittel in das Militär eines Staates fließen. Sie definieren den Militarisierungsgrad eines Landes auch dadurch, wie sich die staatliche Mittelverteilung an das Militär zum Bruttoinlandsprodukt oder zu anderen gesellschaftlichen Bereichen wie z.B. der medizinischen Versorgung verhält.
hier die Quelle:
http://www.bicc.de/upload...
Die ersten zehn sind eine recht unschöne Ansammlung von Staaten. Darunter finden sich nur drei echte Demoraktien.

Israel ist eine Demokratie. Ohne Zweifel

Ob Sie das nun verstehen oder nicht, Israel ist eine Demokratie.
Ein Land das alle Voraussetzungen erfüllt. Freie geheime Wahlen,Mehrheitsprinzip, Pressefreiheit, Freiheit der Meinungsäußerung, Garantie der Grundrechte jedes Einzelnen...usw. usf.
Sie müssen lernen Ihre persönliche Einstellung und Emotionen zu politischen Verhältnissen zu trennen. Israel zu kritisieren ist gut und richtig. Aber bitte, bleiben Sie sachlich und frgaen Sie Sich, in welchem Staat entscheidet das Volk und wo haben wir eine Diktatur. Im Iran müssen wir, ganz emotionslos, von einer religiösen Diktatur ausgehen. Oder wollen Sie ernsthaft behaupten dort gäbe es freie Wahlen und eine echte Oppositionsarbeit?

Denkmuster wie im kalten Krieg

Im kalten Krieg hat man im "Westen" die Sowjetunion auch gerne als "Reich des Bösen" betrachtet. Dass hinter dem Militärapparat ein eher schwaches Regime stand, welches die Alltagsprobleme der Menschen nie in den Griff bekam, haben manche erst dann realisiert als es vorbei war. Gerade die westlichen Geheimdienste haben das Ende des Ostblocks schlicht nicht kommen sehen.
Der Iran ist eindeutig etwas anderes, die Denkmuster sind aber offensichtlich dieselben geblieben.
Eine ganz spannende Frage ist doch, wie weit der Iran tatsächlich aufrüsten kann, bevor dessen Wirtschaft kollabiert. Mit aller gebotenen Zurückhaltung lässt sich feststellen, die Machtbasis des Regimes erodiert langsam, aber stetig und dies begründet sich nicht zuletzt mit der konstant schlechten wirtschaftlichen Situation, die den Alltag der Menschen dort stetig erschwert.
Insofern sehe ich da keinen Gegensatz zwischen meinem Kommentar und der von Ihnen verlinkten Studie.

Parallelen zum Kalten Krieg: Wir gegen die Anderen

In diesem Kommentar sehe ich viele Parallelen zum Kalten Krieg: Eine schroffe Unterteilung in "wir" (der Westen) und "sie" (früher die Kommunisten, nun die Extremisten). Ein unnahbares, unfassbares, irgendwie dämonisches "Anderes", das auf der anderen Seite der Grenze lauert und sich in Wüste versteckt, während "wir", die guten und gerechten Glaubens sind, uns zusammenraufen sollen um den mystisch-obskuren Machenschaften Einhalt zu gebieten.

Das was schon in prähistorischen Stammesverbünden inneren Zusammenhalt gegen "die Anderen" gefördert hat, hat in der heutigen Globalpolitik immer noch Gültigkeit, wenn auch in größeren Ausmaßen (mit verheerenderen Konsequenzen). Schade, dass dabei untergeht, dass die atomare Bedrohung immer von denen ausgeht, die viele Atombomben haben (d.h. vom "Uns"), und von denen gezündet wird, die zuerst den Kopf verlieren. Friedensfürsts Kommentar macht da grandiose Vorarbeit zur angstpsychotischen Knopfauslösung.

Die üblich braune Soße

> Die USA beseitigen zuerst einmal
> di
> Ob das jetzt "gute" oder "böse" sind,
> ist nicht mal zweitrangig, sondern
> völlig egal.

Natürlich ist das egal, wenn einem Gut und Böse egal ist. Ansonsten ist Ihre Aussage genauso denunziatorisch wie unsinnig.

> Chile ist gerade kein gutes Beispiel,
> weil damals eine Demokratie, und ein
> wirtschaftlich wie sozial florierender
> Staat. Links, aber nicht kommunistisch.

Es gab exakt Null Gründe für die USA, den Aufstand gegen das Regime Allendes aus einem anderen Grund zu unterstützen als dem der absolut realen Furcht vor einem kommunistischen Bollwerk im Hinterhof. Die Unterstützung Pinochets war ein Ergebnis des von der faschistischen Supermacht Sowjetunion angefachten Weltkrieges, und dieser zu hundert Prozent zuzuordnen. Freilich wird dies von der antiamerikanischen Rechten bzw. Linken zu hundert Prozent den USA zugeordnet - weil nicht die Wahrheit, sondern die Lüge das Ziel ist.

> Überlegen sie doch mal, wieviele Menschen
> in den Kriegen der Amerikaner in den letzen
> gut 65 Jahren umgekommen sind, sieht so das
> Reich des Guten aus?

Haben die Amerikaner diese Kriege angefangen? Haben sie verbrecherische Regime bekämpft... [Fortsetzung folgt]

Die übliche braune Soße

...oder friedfertige und unschuldige Regime? Sind die Toten eines völkerrechtlich verbindlichen Krieges gegen einen völkermassakrierenden Diktator den Hilfeleistenden zuzurechnen oder nicht doch vielmehr den Dikatoren, die bekämpft werden?

SO könnte Fragen aussehen, die die Umstände berücksichtigen, die die Wahrheit anstatt die Lüge zum Ziel haben.

> Aber führt Israel keine Angriffskriege?

Israel hat noch nie in seiner Geschichte einen Angriffskrieg geführt. Warum sollten die Juden das tun? Wollen sie anderen Staaten Land rauben? Sind sie Rassisten? Wollen sie Öl? Die Thesen, der Judenstaat führe Angriffskriege, kommt üblicherweise aus der Ecke der NPD oder der SED. Sie sollten Ihre Zunge hüten.

> Haben die Hardliner im isrealischen Kabinett
> nicht selbst einen Vernichtungswillen gegenüber
> den Palästinensern, oder ganz allgemein, den
> Arabern, dessen unbedingte Glaubwürdigkeit jeden
> Tag untermauert wird? Haben sie nicht schon
> mehrfach gedrohnt, den Iran anzugreifen?

Das ist in seiner Verlogenheit absolut braun, was Sie da schreiben. Es macht einen fassungslos, dass Sie hier ungehindert den Juden einen vollkommen absurden Vernichtungswillen den Palästinensern gegenüber unterstellen dürfen, dass Sie hier so tun können, als drohten die Israelis dem Iran nicht lediglich aus weltweit als berechtigt anerkannter Sorge wegen der Holocaustleugnerkonferenzen gepaart... [Fortsetzung folgt]

Die übliche braune Soße

...mit antisemitischem Hass sowie wegen der möglichen Atombombe, sondern aus rassistischem Hass oder aus hegemonialen Gründen - Motive, die wiederum weltweit als Motive des iranischen Regimes anerkannt sind!

> WENN der Iran die Bombe will,
> hat er jedes Recht und jeden
> Grund dazu.

Die vom Iran möglicherweise angestrebte Bombe wird von der Welt mit Blick auf die antijüdische Rhetorik des Regimes und mit Blick auf Aktivitäten wie die Holocaust-Leugner-Konferenz als eine antijüdische Bombe betrachtet, fast von der gesamten zivilisierten Welt. Ihre Aussage, der Iran habe ein Recht auf diese Bombe, gehört in ein NPD-Forum und nicht hierher - ich werde die Redaktion auf Ihren unglaublichen Beitrag aufmerksam machen!

Himmel hilf 1

Da haben Sie mir ja einiges zum beantworten geschrieben.
Zuerst einmal haben sie möglicherweise meinen Satz über Gut und Böse mißverstanden, schließlich ist nicht mir Gut und Böse egal, sondern den USA.

Es gab durchaus auch starke wirtschaftliche Interessen, die die USA dazu getrieben haben Allende zu stürzen, und wirtschaftliche Interessen waren auch im Spiel im Iran, Irak, Nicaragua, etc. Aber davon abgesehn, natürlich war die Furcht vor dem Kommunismus real, wenn auch unbegründet, aber gibt Angst alleine irgendein Recht? Wenn Sie mich auf der Straße böße ankucken, und dann krieg ich ganz toll Angst, darf ich sie einfach erschießen? nein.

Im übrigen ist die Entfachung des kalten Krieges den USA mindestens genauso anzurechnen, wie den UDSSR. Man denke da an die Jahrzehntelangen Provokationen durch Verletzungen des sowjetischen Luftraumes, unter anderem auch mit Maschinen die nukleare Waffen tragen können - was mehr als nur einmal die konkrete Befürchtung vor einem Erstschlag ausgelöst hat. Wären die Russen genauso paranoid und unvernünftig gewesen, wie die USA, gäbt es uns alle heute wohl nicht mehr.
Ja, die USA haben verbrecherische Regime bekämpft, genauso wie sie friedliche und unschuldige Regime mit geheimdienstlichen Mitteln gestürtzt haben (und manche auch militärisch).

Himmel hilf 2

Wieso lassen Sie das denn alles unter den Tisch fallen, wenn Ihnen die Wahrheit so lieb ist?

Merke: Israel != "die Juden". Die Juden sind keine Rassisten, sie wollem niemandem sein Land rauben, und Öl brauchen sie auch keins. Die Juden sind nämlich zuerst einmal eine Religionsgemeinschaft, die es schon vor dem Staate Israel gab und auch weiterhin geben wird, sollte es Israel irgendwann nicht mehr geben.

Die Zionisten dagegen, die die Geschicke des Landes Israel seit der Kolonialherrschaft zu einem erheblichen Anteil bestimmt haben, haben das erklärte Ziel, das gelobte Land für das jüdische Volk, und das jüdische Volk allein zu erorbern. Gut, Israel reagiert mit seinen Invasionen beispielsweise auf Raketenbeschuss durch Milizen, aber vergleichen sie doch mal die Opferzahlen.

Ich würde Ihnen ans Herz legen, dass sie sich einmal die Mühe machen, hinter die Äußerungen der verschiedenen Parteien auf der politischen Bühne zu blicken, auf das, was tatsächlich passiert und wie die Interessenlagen sind.
Mag sein, dass Ahmaninedschad die Juden hasst. Seine Äußerungen sollten sie aber nicht zu wörtlich nehmen, zumal die großen Presseagenturen dazu neigen, ihn falsch zu zitieren.
Die iranische Bombe ist, sollte sie denn überhaupt angestrebt werden, als eine politische Waffe zu betrachten. Aber nachdem der Iran bereits seit gut 20 Jahren angeblich "nächstes Jahr" eine Bombe hat, ist davon auszugehn dass sie tatsächlich nur im rhetorischen Portfolio der westlichen Mächte existiert.

Wahrheit?

> Es gab durchaus auch starke wirtschaftliche
> Interessen, die die USA dazu getrieben haben
> Allende zu stürzen, und wirtschaftliche Interessen
> waren auch im Spiel im Iran, Irak, Nicaragua, etc.

Das sind die üblichen Verdächtigungen den USA gegenüber, natürlich traditionellerweise auch in Richtung der Juden - sie kommen ja überlicherweise auch aus der rechten und linken Ecke. Ob Sie sich jetzt diese Positionierung "anziehen" müssen, müssen Sie selbst entscheiden. Fakt ist, dass diese Aussagen 1. nie mit Fakten untermauert werden und 2. in rein denunziatorischer Form vorgebracht werden - es geht den Urhebern ja nicht um Aufklärung. Zum Beispiel heißt es gerne, im Irak habe die Firma "Halliburton" Reibach gemacht. Aber unter Nichtagitatoren spielt das keine Rolle, denn es beweist nicht, dass ZU DIESEM ZWECK der Krieg begonnen wurde, es besagt gar nichts, denn nach einem Krieg gibt es immer Reibach zu machen und logischerweise verdienen vor allem die Sieger daran.

> Aber davon abgesehn, natürlich war die Furcht
> vor dem Kommunismus real, wenn auch unbegründet,
> aber gibt Angst alleine irgendein Recht?

Die Furcht vor dem Superfaschismus der SU war nicht nur real, sondern absolut begründet, da sie die Weltrevolution propagierte und mit Waffengewalt durchzusetzen versuchte. Und selbstverständlich kann, darf und muss mit Blick auf das Völkerrecht gegen hochaggressive Faschisten Waffengewalt eingesetzt werden, auch präventiv. Ich kann Ihre Darstellungsweise... [Fortsetzung]

Wahrheit..

Natürlich lässt sich die Motivation hinter etwas nie beweisen, denn man kann niemandem in seinen Kopf schauen. Es gibt zwar haufenweise indizien, Aussagen ehemaliger CIA Agenten die diese Vorgänge belegen, von Historikern, Politikwissenschaftlern, Politikern,... anerkannte Tatsachen aber wer es nicht wahrhaben will muss es auch nicht glauben.

Am Ende war es wohl die "Kommunistenpresse", die sich das alles aus den Fingern gesogen hat, richtig? Dass die USA und der von Ihnen sog. Judenstaat Israel mit den schlimmsten Faschisten zusammenarbeiteten, um den angeblichen noch viel schlimmeren "Superfaschismus" der UDSSR zu beseitigen, ist jetzt ihrer Meinung nach was, eine glatte Lüge oder eine bittere Pille, die man wohl schlucken muss als aufrechter Demokrat? Sie waren da nicht so ganz eindeutig, um nicht zu sagen widersprüchlich in Ihren Kommentaren.

Überhaupt scheint mir, dass es Ihnen auf Argumente garnicht so sehr ankommt. Hauptsache, ich bin Ihnen ein brauner Antisemit, ein Kommunist-Nazi-verschwörungtheoritisierender-gutmenschenlnder-judenhassender, braunroter Antiamerikaner, und noch dazu Jude! Achso nein. Aber wo sie doch so viele Feindbilder haben, mögen sie auch irgendwas?

Ach richtig, die Wahrheit liegt Ihnen sehr am Herzen. Zur Wahrheit gehören aber auch unangenehme Seiten. Eine davon ist, dass die USA, zumindest ihre politischen Methoden, wenn man schon ihre irrationale Ideologie gutheißen will, nicht besser waren oder sind als die der ehem UDSSR.