Syrien "Wenn wir jetzt aufgeben, wird die Rache fürchterlich"
Der Syrer Ali Atassi ist Filmemacher und Demokratieaktivist, sein Vater war Präsident des Landes. Er spricht über kreativen Widerstand und die Rolle der Medien.
© MUSTAFA OZER/AFP/Getty Images

Regimegegner des "Freedom Convoy" nahe der türkisch-syrischen Grenze
Frage: Der Aufstand in Syrien wird brutal niedergeworfen. Gibt es dennoch den Einsatz von Humor, Kunst und Satire?
Der Syrer Ali Atassi (44) lebt derzeit in Beirut. Sein Vater war Ende der 60er Jahre Staatspräsident Syriens, bis er sich mit Herrscher Hafez al Assad, dem Vater von Bashar, überwarf.
Ali Atassi: Eine große kreative Welle hat das Land erfasst. Die gesamte Folklore ist neu erfunden als Akt des Widerstandes. Die Demonstranten singen Volkslieder, deren Texte verändert wurden und nun regimekritische Parolen enthalten. Bei vielen Demonstrationen tanzen die Menschen eine Art Dabka. Selbst bei Beerdigungen tanzen und singen die Menschen. Damit zeigen sie sich selbst und dem Regime, dass sie keine Märtyrerkultur entwickeln wollen, selbst wenn das Regime sein Volk tötet. In den Städten gibt es Happenings. Viele öffentliche Plätze in Damaskus und Aleppo haben Springbrunnen. Künstler schütten immer wieder rote Farbe in die Brunnen, die das Wasser färben als Hommage an die Toten und um das Blutbad anzuprangern. Das Regime hat schließlich das Wasser abgestellt.
Frage: Das Regime fürchtet die Künstler: Der populäre Volkssänger Ibrahim Kashush aus Hama wurde im Sommer ermordet, nachdem er ein bekanntes syrisches Volkslied mit den Zeilen "Los, Baschar, hau ab" unterlegt und bei Demonstrationen gesungen hat. Seine Mörder hatten ihm sogar die Stimmbänder herausgeschnitten.
Atassi: Aber die Syrer stellen immer wieder Lautsprecher auf öffentlichen Plätzen und Dächern auf, aus denen das Lied erschallt. Nach fünf bis zehn Minuten erscheint der Geheimdienst und sucht den versteckten Lautsprecher. Damit beweisen die Syrer, dass Kashushs Stimme lebendig bleibt.
Frage: Syrien ist die erste Arabische Revolution ohne Weltpresse. Was bedeutet das?
Atassi: Das ist ein wichtiger Unterschied zu den anderen Revolutionen. Auf dem Tahrir-Platz oder auf der Avenue Bourgiba liefen die Fernsehkameras der Welt 24 Stunden am Tag, und man konnte nonstop verfolgen, was passierte. Nach drei Wochen war der Staatschef gestürzt. Das wurde der Ideal-Typ der Arabischen Revolution. Das Regime hat das verstanden und von Beginn an verhindert, dass die Menschen die großen Plätze besetzen können, und es lässt keine ausländischen Journalisten ins Land. Zwar machen die Syrer ihre Reportagen selbst und Youtube spielt eine viel größere Rolle in der syrischen Revolution als in den anderen. Das Problem: Politiker und westliches Publikum trauen den Bildern nicht. Das ist ein großes Hindernis. Der europäische und amerikanische Fernsehzuschauer ist daran gewöhnt, dass ihm sein Landsmann in seiner Sprache von den Ereignissen berichtet.
Frage: Ihr Vater Nureddin war von 1966 bis 1970 Präsident Syriens, bis er sich mit Hafez al Assad überwarf und den Rest seines Lebens im Gefängnis verbrachte. Wie hat Sie das geprägt?
Atassi: Die Diktatur war Teil meines Lebens. 22 Jahre lang habe ich alle 14 Tage meinen Vater im Gefängnis besucht. Andere Familien haben mehr gelitten, weil ihre Angehörigen verschwunden sind. Es gab keine Aufarbeitung, In Hama, wo 1982 Zehntausende getötet wurden, war nicht einmal Trauer möglich. Das bleiben offene Wunden. Das Schlimmste daran ist: Das syrische Regime ist seit mehr als 45 Jahren an der Macht – das ist länger als in Osteuropa oder Südamerika. Das Leben von Generationen wurde zerstört. Und das dauert an.
- Datum 17.01.2012 - 09:55 Uhr
- Seite 1 | 2 | Auf einer Seite lesen
- Quelle Tagesspiegel
- Kommentare 26
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:





Das behaupteten Fischer und seine Freunde von sich auch!
Kreativer Wiederstand war da Gewalt
Atssis Vater war Präsident des Landes,vieleicht ein
abgewählter?
Wie einer der wenigen heute noch tatsächlich gelesenen französischen Großphiloshophen der letzten 120 Jahre, Monsieur Rene Goscinny, den aufrichtigen Demokratiewillen rivalisierender orientalischer Großclans einst so treffend zusammenfasste:
"Ich will Kalif anstelle des Kalifen werden!"
Siehe wikipedia
http://de.wikipedia.org/w...
"Großwesir Isnogud versucht mit allen Mitteln den Kalifen Harun al-Pussah zu beseitigen und selbst den Thron zu besteigen.
Seine Attentate sind jedoch sämtlich Fehlschläge.
Der Humor der Comic-Serie beruht darauf, dass die fehlgeschlagenen Attentate aufgrund dummer Zufälle dem kindlich-naiven Kalifen als Wohltaten oder außergewöhnliche Leistungen seines hinterhältigen Großwesirs Isnogud erscheinen, woraufhin Isnogud noch weiter in der Gunst des Kalifen steigt.
Das freut diesen aber gar nicht, sondern treibt ihn noch weiter zur Weißglut und zur Planung des nächsten Attentats.
Isnoguds Handlanger bei allen Anschlägen ist sein fauler, aber auch geldgieriger Mietsklave Tunichgud."
Wie einer der wenigen heute noch tatsächlich gelesenen französischen Großphiloshophen der letzten 120 Jahre, Monsieur Rene Goscinny, den aufrichtigen Demokratiewillen rivalisierender orientalischer Großclans einst so treffend zusammenfasste:
"Ich will Kalif anstelle des Kalifen werden!"
Siehe wikipedia
http://de.wikipedia.org/w...
"Großwesir Isnogud versucht mit allen Mitteln den Kalifen Harun al-Pussah zu beseitigen und selbst den Thron zu besteigen.
Seine Attentate sind jedoch sämtlich Fehlschläge.
Der Humor der Comic-Serie beruht darauf, dass die fehlgeschlagenen Attentate aufgrund dummer Zufälle dem kindlich-naiven Kalifen als Wohltaten oder außergewöhnliche Leistungen seines hinterhältigen Großwesirs Isnogud erscheinen, woraufhin Isnogud noch weiter in der Gunst des Kalifen steigt.
Das freut diesen aber gar nicht, sondern treibt ihn noch weiter zur Weißglut und zur Planung des nächsten Attentats.
Isnoguds Handlanger bei allen Anschlägen ist sein fauler, aber auch geldgieriger Mietsklave Tunichgud."
.. warum im Voraus (genau wie in Libyen und Ägypten) ständig irgendwelche "Demokratieaktivisten" mit scheinbar westlicher oder zumindest gemäßigter Ausrichtung interviewt werden und hinterher dann auf einmal wieder islamistische Fundamentalisten die Mehrheit bei den darauffolgenden "Wahlen" erringen.
Vielleicht sollte die Presse mittlerweile einen etwas differenzierteren Blick auf diesen "arabischen Frühling" richten.
"..und hinterher dann auf einmal wieder islamistische Fundamentalisten die Mehrheit bei den darauffolgenden "Wahlen" erringen.""
Die westliche Agressionspolitik basiert nicht darauf , den ueberfallenen Voelkern Demokratie zu bringen , wie im Fall von Libyen bestens zu beobachten.
Der beruehmte Satz " Er ist zwar ein Schweinehund , aber UNSER Schweinehund " von Kissinger glaube ich , sagt bereits ALLES aus , obwohl er statt "Schweinehund " wohl eher das Wort " Son of the Bi..." benutzte.
All die Medien-Hysterie zu Syrien und zum Iran ist einzin und allein unter diesem Blickwinkel zu verstehen.
Der Westen ringt um die finale Weltherrschaft ( NWO ) und diese wird in Eurasien entschieden.
"..und hinterher dann auf einmal wieder islamistische Fundamentalisten die Mehrheit bei den darauffolgenden "Wahlen" erringen.""
Die westliche Agressionspolitik basiert nicht darauf , den ueberfallenen Voelkern Demokratie zu bringen , wie im Fall von Libyen bestens zu beobachten.
Der beruehmte Satz " Er ist zwar ein Schweinehund , aber UNSER Schweinehund " von Kissinger glaube ich , sagt bereits ALLES aus , obwohl er statt "Schweinehund " wohl eher das Wort " Son of the Bi..." benutzte.
All die Medien-Hysterie zu Syrien und zum Iran ist einzin und allein unter diesem Blickwinkel zu verstehen.
Der Westen ringt um die finale Weltherrschaft ( NWO ) und diese wird in Eurasien entschieden.
in den MSM-artikeln wird ja immer die meinung vertreten
"böser Assad"
"gute demonstranten"
was passiert wenn man diese info als hintergrund hat ?
http://www.google.de/webh...
und da berichtete z.b auch die faz oder andere "große" zeitungen darüber ^^
also wenn assad für eine z.b. schlechte lebensmittelversorgung direkt gar nichts vorzuwerfen ist oder anders gesagt, wenn der protest sich evtl. auch für eine bessere lebensmittelversorgung einsetzt ?
denn eins dürfte unbestritten sein:
in dürre-perioden sind aufstände der bevölkerung wahrscheinlicher als in ertragreichen zeiten.
einfach mal darüber nachdenken und ggfs. selbst über google weiteres finden.
Entfernt. Bitte verzichten Sie auf polemische Kommentare. Danke. Die Redaktion/vn
und sich auf Demonstrationen beschränken würde?
Das würde in der internationalen Öffentlichkeit eine ganz andere Unterstützung hervorrufen.
Das hatte man doch vorher vor allem den Libyern gesagt: Sie sollten endlich aufhören mit der Gewalt und sich so heroisch verhalten wie die Syrer, dann würde es ihnen viel besser gehen.
Und das Ergebnis? Wem hat das bisher genutzt? Nur Bashar Al Assad, und die syrischen Zivilisten sterben weiter unbewaffnet.
Aber gut, dass die Seiten jetzt mal geklärt sind.
Das hatte man doch vorher vor allem den Libyern gesagt: Sie sollten endlich aufhören mit der Gewalt und sich so heroisch verhalten wie die Syrer, dann würde es ihnen viel besser gehen.
Und das Ergebnis? Wem hat das bisher genutzt? Nur Bashar Al Assad, und die syrischen Zivilisten sterben weiter unbewaffnet.
Aber gut, dass die Seiten jetzt mal geklärt sind.
"Atassi: Sie rührt sicher daher, dass die Syrer wissen: Wenn sie jetzt aufgeben, wird die Rache fürchterlich. Es gibt keine Wahl mehr, keine Möglichkeit der Umkehr."
Der Mann lügt.
Die Assadregierung hat gerade erst wieder eine große Amnestie verkündet.
http://de.rian.ru/world/2...
Sie hält immer wieder die Hand zum Dialog hin, vorausgesetzt man legt die Waffen nieder und beendet das Töten der Sicherheitskräfte und die Bombenanschläge. Außerdem ist die konstruktive Opposition in Syrien gerade dabei, eine Mehrparteienregierung zu bilden und somit die Alleinherrschaft der Baathpartei zu beenden.
Natürlich sind das kleine Schritte, aber sie führen verlässlicher in eine demokratische Zukunft als die Bürgerkriegsszenarien der Auslandsopposition.
Wenn Herrn Atassi tatsächlich an einem demokratischen Syrien gelegen wäre, dann müsste es ihn doch überaus stutzig machen, dass die bewaffnete und gewalttätige Opposition in Syrien ausgerechnet von den despotischsten und undemokratischsten Ländern der Region, Katar und Saudi Arabien, am meisten unterstützt wird.
ist einfach, Herr Assad erkennt, dass seine Regierung gescheitert ist, tritt zurück und ruft freie Wahlen aus.
Wird er aber nicht tuen, denn er ist ein Tyrann und hat Angst um Macht und Leben.In der Geschichte nicht neu.
Man muss ein Regime nicht weisswaschen wollen . Ohne bewaffneten Widerstand ( Revolution ) kann man eine Diktatur nicht besiegen.
ist einfach, Herr Assad erkennt, dass seine Regierung gescheitert ist, tritt zurück und ruft freie Wahlen aus.
Wird er aber nicht tuen, denn er ist ein Tyrann und hat Angst um Macht und Leben.In der Geschichte nicht neu.
Man muss ein Regime nicht weisswaschen wollen . Ohne bewaffneten Widerstand ( Revolution ) kann man eine Diktatur nicht besiegen.
ist einfach, Herr Assad erkennt, dass seine Regierung gescheitert ist, tritt zurück und ruft freie Wahlen aus.
Wird er aber nicht tuen, denn er ist ein Tyrann und hat Angst um Macht und Leben.In der Geschichte nicht neu.
Man muss ein Regime nicht weisswaschen wollen . Ohne bewaffneten Widerstand ( Revolution ) kann man eine Diktatur nicht besiegen.
aber das passt nicht in unser Nachrichtenschema.
Warum sollte er zurücktreten? Es ist mitnichten so, dass eine Mehrheit der Syrer seinen Rücktritt fordert. Die syrische Opposition ist alles andere als homogen. Sie besteht zu großen Teilen aus den Moslembrüdern, Sozialisten und Kommunisten, Kurden...ALLE diese (echten) Oppositionellen wollen eine friedliche Lösung und hängen sich keineswegs an der Person Assad auf. Im Gegenteil, sie wollen sich mit dem reformwilligen Assad an einen Tisch setzen und endlich die Zukunft planen.
Das wird aber verhindert durch die bewaffnete Opposition, die bei jeder Gelegenheit schreit sie wolle Assad erst aufknüpfen udn dann weitersehen. GENAU diese Leute werden aber am vehementesten von der USA und EU unterstützt.
Auch die Exilsyrer, die hier in fast jedem Artikel zitiert werden (vorallem der Exilsyrer in London, der sich "Beobachtungsstelle" nennt) unterstützen eher den bewaffneten als den friedlichen Widerstand.
Warum unterstützen wir nicht die friedliche Oppostion? Besteht vielleicht die Gefahr, dass dann Sozialisten oder sogar Kommunisten politischen Einfluss gewinnen?
Ausgewogener Bericht von Jürgen Todenhöfer aus Syrien:
http://www.fr-online.de/p...
Radiointerview:
http://wissen.dradio.de/n...
"Ohne bewaffneten Widerstand ( Revolution ) kann man eine Diktatur nicht besiegen."
Da irren Sie sich.
Diktaturen lassen sich durchaus friedlich, auf evolutionärem Weg überwinden. Spanien, Griechenland, Chile, Brasilien, Argentinien, die meisten ehemaligen Ostblockstaaten sind alles Beispiele für den Erfolg dieser Strategie. Momentan sieht es so aus, als würde sich diese Entwicklung gerade in Birma wiederholen.
Bewaffnete Revolten hingegen sind in ihrem Ausgang oft ungewiss, sie spalten Gesellschaften für Generationen, sind anfällig für externe Einflusssnahme und bringen häufig Trittbrettfahrer an die Macht.
Das lohnt das Blutvergießen nur selten - sofern man da überhaupt von "lohnen" sprechen kann.
aber das passt nicht in unser Nachrichtenschema.
Warum sollte er zurücktreten? Es ist mitnichten so, dass eine Mehrheit der Syrer seinen Rücktritt fordert. Die syrische Opposition ist alles andere als homogen. Sie besteht zu großen Teilen aus den Moslembrüdern, Sozialisten und Kommunisten, Kurden...ALLE diese (echten) Oppositionellen wollen eine friedliche Lösung und hängen sich keineswegs an der Person Assad auf. Im Gegenteil, sie wollen sich mit dem reformwilligen Assad an einen Tisch setzen und endlich die Zukunft planen.
Das wird aber verhindert durch die bewaffnete Opposition, die bei jeder Gelegenheit schreit sie wolle Assad erst aufknüpfen udn dann weitersehen. GENAU diese Leute werden aber am vehementesten von der USA und EU unterstützt.
Auch die Exilsyrer, die hier in fast jedem Artikel zitiert werden (vorallem der Exilsyrer in London, der sich "Beobachtungsstelle" nennt) unterstützen eher den bewaffneten als den friedlichen Widerstand.
Warum unterstützen wir nicht die friedliche Oppostion? Besteht vielleicht die Gefahr, dass dann Sozialisten oder sogar Kommunisten politischen Einfluss gewinnen?
Ausgewogener Bericht von Jürgen Todenhöfer aus Syrien:
http://www.fr-online.de/p...
Radiointerview:
http://wissen.dradio.de/n...
"Ohne bewaffneten Widerstand ( Revolution ) kann man eine Diktatur nicht besiegen."
Da irren Sie sich.
Diktaturen lassen sich durchaus friedlich, auf evolutionärem Weg überwinden. Spanien, Griechenland, Chile, Brasilien, Argentinien, die meisten ehemaligen Ostblockstaaten sind alles Beispiele für den Erfolg dieser Strategie. Momentan sieht es so aus, als würde sich diese Entwicklung gerade in Birma wiederholen.
Bewaffnete Revolten hingegen sind in ihrem Ausgang oft ungewiss, sie spalten Gesellschaften für Generationen, sind anfällig für externe Einflusssnahme und bringen häufig Trittbrettfahrer an die Macht.
Das lohnt das Blutvergießen nur selten - sofern man da überhaupt von "lohnen" sprechen kann.
aber das passt nicht in unser Nachrichtenschema.
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren