Syrische Regierungstruppen haben nach Angaben von Oppositionellen bei einem Angriff auf eine Region nahe der Grenze zum Libanon mindestens fünf Menschen getötet. Unter ihnen sei auch ein Kind, sagten Aktivisten der Nachrichtenagentur dpa. 

Ein Querschläger habe zudem einen Libanesen tödlich getroffen, der nur wenige Kilometer entfernt auf der anderen Seite der Grenze lebte, hieß es.

Dutzende syrische Panzer hatten die Ortschaft Al-Sabadani im Umland von Damaskus den Angaben nach schon am Morgen umstellt. Elektrizität und Kommunikationsleitungen seien unterbrochen worden. Aktivisten sprachen von der größten Militäraktion gegen die Opposition seit Beginn der Beobachtermission im Dezember.

Katar fordert Einsatz von Streitkräften gegen Assad

Ein Oppositioneller sagte, die Regierungstruppen konzentrierten sich jetzt auf Gebiete nahe der Hauptstadt. Dort vermuteten sie auch den Unterschlupf eines hochrangigen Deserteurs aus der syrischen Armee.

Am Freitag waren bei Massenprotesten gegen Assad den Angaben nach mindestens 28 Menschen getötet worden. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen starben seit Beginn des Aufstands im März mindestens 5.000 Menschen. Unter ihnen sollen mindestens 200 Kinder gewesen sein.

Als erstes arabisches Land hat sich Katar nun für den Einsatz von Streitkräften ausgesprochen, um die Gewalt im Land zu beenden. Die Beobachtermission der Arabischen Liga hatte dieses Ziel zuvor verfehlt, nach Plan sollen die Beobachter am 19. Januar abgezogen werden. In den vergangenen Tagen hatten schon mehrere Mitglieder der Mission das Land aus eigenem Antrieb verlassen .

Der katarische Emir, Scheich Hamad bin Chalifa al-Thani, sagte dem US-Sender CBS News , dass die arabischen Staaten Soldaten einsetzen sollten, um die Bevölkerung zu schützen. Das Interview wird an diesem Sonntag ausgestrahlt. Katar leitet in der Arabischen Liga den für die Syrien-Krise zuständigen Ausschuss.

Das Auswärtige Amt hat alle in Syrien verbliebenen Deutschen zur Ausreise aufgefordert .